Der europäische Bitterling / Rhodeus sericeus amarus Ein weitläufig bekannter und beliebter Teichfisch ist der europäische Bitterling. Der zu den Karpfenfischen gehörende, bis maximal 10 cm große Fisch hat sich seit seiner Eingliederung in private Gartenteiche stets als ein äußerst faszinierender und interessanter Teichbewohner erwiesen.
Seine Herkunft ist Mittel- und Osteuropa, wo er in flachen und ruhig fließenden Gewässern beheimatet ist. Dort lebt er in größeren Schwärmen und ist ein friedlicher Geselle gegenüber anderen Wasserbewohnern. Dies kommt dem Einsatz im eigenen Gartenteich zugute, denn der Bitterling verträgt sich mit allen anderen Tieren im Teich sehr gut und lässt sich ohne Probleme vergesellschaften.

Der geschlechtliche Unterschied bei den Tieren lässt sich vor allem in der Laichzeit von April bis Juni besonders gut beobachten, denn in diesem Zeitraum sind die Männchen zur Unterstützung ihres Balzverhaltens intensiver gefärbt als sonst. Die Weibchen sind bei genauer Betrachtung sehr gut an ihrer bis zu 4cm großen Legeröhre am hinteren Ende der Bauchunterseite zu erkennen und sind auch außerhalb der Laichzeit deutlich dezenter gefärbt als ihre männlichen Partner.
Die wohl erstaunlichste und interessanteste Eigenschaft der Bitterlinge ist ihr Laichverhalten. Um ihre Brut keinerlei Gefahren auszusetzen und sie bestmöglichst vor Feinden zu schützen, laichen die Bitterlinge nur in Fluss- oder Malermuscheln ab, wo ihre Jungtiere dann nach gewisser Zeit schlüpfen und so in der ersten Zeit nicht aufgefressen werden können.Um Jungtiere heranziehen zu können, ist demnach der gleichzeitige Einsatz von Muscheln in dem Gartenteich unerlässlich.
Aber auch der jahreszeitliche klimatische Wechsel mit seinen Temperaturschwankungen ist für die Fortpflanzung der Bitterlinge unabkömmlich, da sonst bestimmte hormonelle Vorgänge nicht stattfinden und somit kein Laich ausgebildet werden kann.
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Textautorin: Nina Seemann |
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Aufgrund der von Natur aus angewöhnten Wassertemperaturen von 6 - 21 oC ist eine Überwinterung der Fische im mindestens 80 cm tiefen Gartenteich kein Problem und aufgrund der bereits erwähnten natürlichen Entwicklung sogar erwünscht. Bei der Futteraufnahme sind die Bitterlinge eher anspruchslos und kommen sowohl mit Flockenfutter als auch Lebendfutter aus. Gedeiht die Vielfalt an Kleinstlebewesen im Teich gut, so bedient sich der Bitterling auch hier gerne und muss dadurch nicht mehr allzu stark zugefüttert werden.
Durch seine außergewöhnliche von der Natur gegebene Brutfürsorge ist der Bitterling ein optimaler Fisch für Beobachter und Entdecker. Das Laichverhalten dieser Tierart stellt eine so besondere Entwicklung der natürlichen Vielfalt dar, dass es unbedingt gefördert und erhalten werden sollte.
Aus diesem Grund belohnt Kölle-Zoo alle Naturfreunde, die die Schwarmhaltung unterstützen mit dem Schwarmbonus 10+2 ! . Text: Nina Seemann, Kölle-Zoo Foto: Oliver Knott
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