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» Aquaristik / Süßwasser
Dieser bereits 1869 nach Frankreich und 1876 nach Deutschland eingeführte Labyrinthfisch gehört zu den besten Pfleglingen, die es für unsere Aquarien gibt, ja, in den warmen Sommermonaten kann man ihn auch im Freiland pflegen und wird erstaunt sein, welche prächtigen Exemplare man im Herbst, wenn man den Gartenteich vor Einbruch der Herbstkälte abfischt, zum Vorschein kommen. Selbst unter den im Laufe der Sommermonate herangewachsenen Jungtiere findet man dann Exemplare, deren Farbenpracht hervorragend ist. Allerdings sollte beim Aussetzen in den Teich die Wassertemperatur über 16 oC betragen, und man muß das Angleichen der Transporttemperatur und der Teichtemperatur vorsichtig und langsam vornehmen.
Unser Makropode stammt aus Ostasien und gehört zu den Schaumnestbauern, bei denen das Männchen zur Fortpflanzung an der Wasseroberfläche eine Schaumnest herstellt, das aus vielen kleine Luftbläschen besteht. Dafür schwimmt das Männchen immer wieder zur Wasseroberfläche, schluckt dort Luft und entlässt sie an einer vorher ausgewählten Stelle im Aquarium in der Form kleiner Bläschen, die mit einem durchsichtigen Mundsekret umhüllt sind. Gern nehmen die Makropoden ein Blatt von Schwimmpflanzen an (zum Beispiel Ceratopteris cornuta, ein Schwimmfarn), unter dem dann das Schaumnest schwimmt.
Während dieser Zeit ist das Männchen ziemlich unverträglich und vertreibt alle Mitbewohner aus der Umgebung des entstehenden Nestes, besonders aber das Weibchen, das immer wieder versucht, zum Schaumnest zu gelangen und dort abzulaichen. Ist das Nest fertig, balzt das Männchen mit weit gespannten unpaaren Flossen vor dem Weibchen. Sind beide Tiere laichbereit, wird das Weibchen unter dem Nest vom Männchen umschlungen und so gedreht, dass die Geschlechtsöffnungen dicht beieinander liegen und nach oben zum Schaumnest weisen. Dann gibt das Weibchen die Eier in mehr oder weniger großen Pulks ab, und gleichzeitig entlässt das Männchen seine Spermien, die dann die ins Wasser gelangenden Eier befruchten. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis das Weibchen keine Eier mehr abgeben kann. Dann wird es vom Männchen vertrieben, und das Männchen übernimmt die Versorgung der Eier im Nest und das Bewachen der geschlüpften Jungen, die zunächst am Nest hängen bis sie frei schwimmen können und aus dem Nestbereich verschwinden. Dann kümmert sich das Männchen nicht mehr um sie. Da Makropoden sehr anspruchslos sind, eignen sie sich ausgezeichnet für Zuchtversuche von Einsteigern, aber auch als Anschauung im Biologieunterricht!
Makropoden sind Allesfresser, aber an ihren Jungen vergreifen sie sich in der Regel nicht, wenn man sie richtig füttert.
...dass bereits der Begründer der modernen wissenschaftlichen Nomenklatur, der schwedische Naturforscher Linné oder lateinisch geschrieben Linnaeus, den Fisch 1758 beschrieben hat, wenn auch unter dem Namen Labrus opercularis.
Nach Linné beschrieb man den Fisch noch unter anderen Namen, von denen man in der ältesten Literatur auch Macropodus viridi-auratus findet, was auf die rot-grüne Färbung hinweist.
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