Bisswunden

Was tun bei Bissverletzungen?
Bissverletzungen bei Tieren zählen zu den häufigsten Vorstellungsgründen in der Tierarztpraxis. Genau wie beim Menschen gibt es Hunde und Katzen, die sich gut vertragen und andere, die es nicht tun. Auseinandersetzungen im Rahmen von Revier- oder Rangordnungskämpfen können nicht selten zu schweren Verletzungen der Haut führen, wenn Artgenossen aufeinander losgehen.

Erste Hilfe bei Bissverletzungen
Bisse durch Hunde sind meist nur oberflächlich und dienen dazu den vermeintlichen „Gegner“ abzuschrecken. Katzenbisse hingegen sind oft sehr tief und führen zu schweren bakteriellen Infektionen. Wenn größere Blutgefäße verletzt werden, kann es mitunter zu starkem Blutverlust kommen. Daher sollte man versuchen, die Blutungen mit einem Druckverband zu stillen. Wunden dürfen aber ruhig kurz etwas bluten bevor sie versorgt werden. Mit dem abfließenden Blut werden gleichzeitig Schmutzpartikel und andere Kontaminanten aus der offenen Haut herausgespült. Kritisch wird es aber, wenn das Tier sehr viel Blut verliert, z.B. wenn es zu einer arteriellen Verletzung gekommen ist. Schließlich kann es in der Folge zu einem Kreislaufkollaps kommen. Jetzt ist rasches Handeln gefragt, um die Massenblutung schnell zu stoppen. Ein Druckverband kann mit einem mehrfach zusammengefalteten, sauberen Taschentuch oder einer kleinen Mullbindenrolle hergestellt werden, mit denen man Druck auf die Wundränder ausübt bis die Blutung nachlässt. Falls sich in der Wunde irgendwelche groben Verschmutzungen bzw. Fremdkörper befinden, sollten diese vorab entfernt werden. Auch ein in ein Tuch gewickeltes Kühlpad sorgt dafür, dass sich die Gefäße unmittelbar verengen und die Blutung gestoppt werden kann. Anschließend sollte ein Schutzverband angelegt werden, der die Wunde sauber abdeckt, damit keine Schmutzpartikel eindringen können, die Entzündungen und Infektionen verursachen. Sie können hierzu Material aus einem Pkw-Verbandkasten oder aus Ihrer Hausapotheke entnehmen. Wenn Sie unterwegs sind und kein Verbandsmaterial zur Verfügung steht, können Sie auch Kleidungsstücke zur Wundabdeckung verwenden. Nach der Erstversorgung empfiehlt sich der Gang zum Tierarzt

Bisswunden immer vom Tierarzt behandeln lassen
Dieser wird die Wunde zunächst säubern und umliegende Haare entfernen, um ein Verkleben mit Blut und Wundsekret zu vermeiden. Anschließend wird die Bissverletzung desinfiziert und mit einer Wundsalbe versorgt. Unter Umständen ist eine operative Versorgung durch eine Wundnaht erforderlich, wenn größere Hautlappen abgetrennt wurden. Je nachdem wo es zu einer Bisswunde gekommen ist, wird die Verletzung anschließend mit einem Verband abgedeckt, der in der Regel alle 3 Tage erneuert werden sollte. Nach Wundabdeckung wird als erstes eine weiche Mullbinde angebracht, die anschließend mit einer elastischen Binde umwickelt wird. Bei Verletzungen im Pfotenbereich werden die Zwischenzehenräume mit Watte abgepolstert, um Scheuerstellen unter dem Verband zu vermeiden. Falls tiefe Bissverletzungen vorliegen, wird der Tierarzt eine Antibiotikabehandlung durchführen, um tief unter der Hautoberfläche sitzende Keime abzutöten.

Tipp: Sehr aggressive oder ängstliche Hunde sollten beim Gassigehen besser an der Leine geführt werden, damit Verletzungen von Artgenossen oder Menschen vermieden werden können.

Text: © Dr. Wieland Beck
Fotos:
© didesign021/shutterstock.com

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