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Zu Beginn des Jahres hatten einige Kölle-Zoo Mitarbeiter die Gelegenheit, der Gärtnerei Tropica in Dänemark einen Besuch abzustatten. Tropica ist weltweit der führende Produzent von tropischen Aquarienpflanzen. Auf der Reise konnte das Kölle-Zoo Team nicht nur Land und Leute der dänischen Provinz Djursland kennen lernen, sondern vor allem seine Kenntnisse über Wasserpflanzen vertiefen. Die kontinuierliche Fortbildung der Mitarbeiter ist ein wichtiger Schwerpunkt bei Kölle-Zoo. Maßnahmen dieser Art tragen entscheidend dazu bei, dass das Fachwissen des gesamten Kölle-Zoo Teams stets auf dem neuesten Stand ist.
Heute müssen wir alle schon um 3 Uhr aufstehen, denn eine sehr lange Fahrt beginnt um 5.40 Uhr von Heilbronn aus durch sieben Breitengrade Richtung Norden. Ziel ist die Gärtnerei Tropica in Dänemark. Jedes Jahr züchtet Tropica zwei Millionen Aquarienpflanzen verteilt auf mehr als 150 unterschiedliche Varianten und ist damit weltweit der führende Produzent tropischer Aquarienplanzen. In nördlichen Gefilden, wo der Tag in dieser Jahreszeit mehr als 30 Minuten kürzer ist, macht die Gärtnerei der Sonne Konkurrenz: In einer 10.000 m² großen, elektronisch überwachten Gärtnerei bekommen die Pflanzen mit Hilfe unzähliger Natriumdampf-Hochdrucklampen genau so viel Licht, wie sie benötigen. Hilft die Sonne mit, bleiben die Leuchten länger ausgeschaltet.
Nach der langen Reise werden wir überaus freundlich von Lars Lilendal Sørensen von Tropica in Empfang genommen. In unserem Hotel in der Stadt Århus, die 17 km südlich der Gärtnerei Tropica liegt, können wir uns von den Strapazen der Reise erholen und dann ein leckeres Dinner genießen.
Um 9.30 Uhr treten wir unseren Rundgang durch die Gärtnerei Tropica an. Ein Treibhaus reiht sich an das andere. Meist nach Pflanzengruppen geordnet sitzen die Töpfchen auf intervallmäßig bewässerten Großtischen, die oft mit gelochten, weißen Folien bespannt sind. So entsteht eine optimale relative Luftfeuchtigkeit in der Umgebung der Pflanzen. Damit die Luftfeuchtigkeit konstant bleibt, sprüht von Zeit zu Zeit urplötzlich feiner Wassernebel für Sekunden über die Tische - da gilt es, schnell die Kameras in Sicherheit bringen! Das tropische Klima spüren wir spätestens nach dem Besuch des siebten Hauses und müssen alle feststellen, dass wir hierfür eindeutig zu warm angezogen sind. Wir lernen Ole kennen, ein kleiner, ausdrucksstarker, bärtiger Pflanzenfreak, der uns erst mal das eigene Labor und dessen Aufgaben erklärt. Unsere vielen Fragen beantwortet er gerne und sichtlich erfreut, dass wir ein echtes Interesse an Details haben.
Im betriebsbereit gelieferten Modul-Labor beschäftigt man sich in erster Linie mit den In-Vitro-Pflanzen. Diese "Pflanzen im Glas" sind Ministücke von Stängel- und anderen Pflanzen, die meist in einer Kunststoffbox oder im Glas, in keim- und pilzfreier Luft und in einer speziellen Zuckernährlösung um ein Vielfaches schneller wachsen können als unter Normalbedingungen. Nach der Zeit im Labor werden die In-Vitro-Pflanzen eingetopft und in einem der vielen Glashäuser gebracht.
In einem anderen Haus werden die Samen bestimmter Pflanzen gesammelt und wieder zum Keimen gebracht. Unser Rundgang führt uns weiter in einen großzügigen Versuchsraum mit vielen Aquarien. Diese beherbergen seltene, importierte Pflanzen, die noch nicht zu kaufen sind. Meist wird, abhängig vom Verhalten der Pflanzen auf verschiedene Parameter und Bedingungen, hier entschieden, ob die Arten zu vermarkten sind.
Heute treffen wir uns bei Tropica, wo wir noch einigen Mitarbeitern vorgestellt werden. Bereitwillig beantworten die Experten der verschiedenen Fachbereiche unsere Fragen. Im Büro spürt man vor allem bei den Kundenbetreuern die internationale Arbeitsweise: Telefoniert wird in Französisch, Englisch, Schwedisch und natürlich in Deutsch. Die Pflanzen werden selbst nach Russland und nach Japan verkauft.
Anschließend fahren wir mit zwei Fahrzeugen in die nördlicher gelegene Stadt Randers und besichtigen dort den Randers Regenwald. Dieser besteht aus insgesamt drei großen Glaskuppeln in Halbkugelform. Die Kuppeln sind themenbezogen und zeigen jeweils die tropische Flora und Fauna von Asien, Südamerika und Afrika. Pflanzen und Tiere leben frei unter den Kuppelwäldern. Eine relativ neue Attraktion ist die von Prinzessin Alexandra eingeweihte Schlangenhalle. Auf dem Rundgang muss der Besucher auf dunklen Wegen durch eine Grotte mit Tropfsteinhöhlen-Charakter. Gruseln erlaubt! Leider wurde die Afrika-Kuppel zwei Wochen zuvor durch den am 10. Januar 2005 wütenden Orkan "Erwin" so beschädigt, dass sie an diesem Tag wegen Instandsetzungsarbeiten nicht begehbar ist.
Am Nachmittag fährt unser Gastgeber Lars Lilendal Sørensen von Tropica mit uns durch die Umgebung der Stadt Århus und zeigt uns im Rahmen eines kleinen Spaziergangs eine mittelalterliche Stadt, die auf mehreren Hektar aufgebaut wurde. Abends gibt es noch ein tolles Abendessen, bei dem das Kölle-Zoo Team nochmals Gelegenheit zum Austausch mit den Mitarbeitern von Tropica hat.
Nach diesen drei Tagen in Dänemark fahren wir mit einer Menge gesammelten Wissens zurück nach Deutschland und freuen uns darauf, die neuen Kenntnisse bei unserer Arbeit einsetzen zu können.
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