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» Hunde / Lismont-Kolumne

Es ist soweit, der lang ersehnte Welpe hält nun Einzug in die neue Familie. Wochenlang haben Sie diesem Moment entgegengefiebert und die Vorfreude auf den neuen quirligen Vierbeiner, der das Familienleben ab sofort bereichern und ja, sicherlich auch aufwirbeln wird, konnte größer nicht sein.
In der Annahme, dass Sie sich für einen seriösen Züchter entschieden haben, der fürs Wohl der kleinen Welpen den erforderlichen Aufwand betreibt und die Welpen nicht vor der 10.-12. Woche aus dem Wurf gibt, sollten Sie sich im Voraus darüber Gedanken gemacht haben, wo der feste Schlafplatz für nachts und/oder Liegeplatz für tagsüber eingerichtet wird. Ein Schlaf- oder Liegeplatz besteht natürlich aus einem schönen Hundekorb mit erhöhten Wänden und einem weichen Kissen. Manchen Welpen tut auch eine Box mit weichem Kissen gut. Dies schützt den Welpen vor Zug und bietet wohlig warmen Komfort. Weich sollte es sein, damit er sich gern in sein Bettchen hinein kuschelt. Der Ort sollte ruhig sein, ein Rückzugsort eben, jedoch nicht fern von seinen Menschen, so dass er sich nicht ausgeschlossen fühlt. Es sollte auch kein Durchgangsverkehr an seinem Liegeplatz stattfinden und ein gesunder Abstand zum Fernseher oder Radio inklusive Lautsprecher sollte gewährleistet sein.
Warum ist dies so wichtig? Der Welpe braucht an die 20 Stunden Schlaf am Tag. Das bedeutet tatsächlich, dass er nur 4 Stunden aktiv oder wach sein kann. In der anderen Zeit sollte er schlafen, dösen reicht nicht. Wenn Sie nicht nach einigen Tagen schon einen beißenden und tobenden Gremlin haben wollen, ist diese Schlaf- und Ruhezeit das oberste Gebot für einen gesunden, ausgeglichenen und lernfähigen Welpen. Viele Kunden fragen mich, wie man einen Welpen zum Schlafen bekommt: 1) der richtige ruhige Schlafplatz 2) regelmäßige und mäßige Aktivität und keine allzu aufhetzenden Spiele und 3) immer wieder ein sanfter aber konsequenter Platzverweis.
Das Bettchen kann man mit guten Kauartikeln "schmackhaft" machen. Diese sollten mindestens einige Minuten dauern aber keine Tage. Trockenpansen oder Trockenfleisch sind sehr geeignet. Ein Lieblingsspielzeug, eine Futterball oder ähnliches beschäftigt den Welpen in ruhiger Art und Weise. Quietschendes Spielzeug kann man am besten zwischen den Ruhezeiten einsetzen, da das Geräusch sehr anregend wirkt.
Gutes Futter erfüllt ein genau so wichtiges Grundbedürfnis wie der Schlafplatz. Wer in gutes Futter investiert, egal ob Nass- oder Trockenfutter, kann dadurch teure Gesundheitskosten vermeiden. Gutes Futter muss nicht unbedingt teuer sein, aber es muss für jeden Hund das individuell passende sein. Eine gründliche Beratung durch Ihren Fachverkäufer ist sinnvoll investierte Zeit. Selbstverständlich sollte für den Welpen immer ein sauberer Napf mit frischem Wasser bereit stehen. Lassen Sie den Futternapf hingegen nicht durchgehend stehen sondern bieten Sie ihm sein Futter zu geregelten Zeiten an. Wenn Sie diese ab und zu variieren um eine gute halbe Stunde, wird Ihr Hund flexibel. Wenn Ihr Welpe das Futter nicht frisst, ist es nicht das richtige. Bitte lassen Sie ihn nicht fasten, damit er am nächsten Tag aus Hunger frisst. Machen Sie sich stattdessen über ein geeigneteres Futter Gedanken.
Versuchen Sie Ihren Welpen für unterschiedliches und interaktives Spielzeug zu begeistern: er wird die intensive Aufmerksamkeit genießen und wenn Sie das Spielzeug benennen, können daraus für Sie beide nette Spielchen entstehen. Auch wird dadurch die Bindung zu seinem Menschen auf positive Weise vertieft. Legen Sie regelmäßige Spielzeiten ein und beenden Sie diese dann auch mit einem deutlichen Pausensignal. So vermeiden Sie einseitige Beschäftigung und Abhängigkeit.
Der Welpe muss sich regelmäßig lösen können. Wenn dies in der Wohnung passiert, haben wir als Mensch etwas verpasst. Spätestens alle 2 Stunden und nach dem Spiel, Schlaf oder Fressen sollte er nach draußen können. Schicken Sie ihn nicht alleine in den Garten, sondern bleiben Sie bei ihm, so dass Sie sehen können was er wann macht. So wird Ihr Welpe in kurzer Zeit stubenrein.
Wenn es nach draußen geht, brauchen Sie ein gut passendes Geschirr oder auch Halsband. Das heißt: nicht zu locker und nicht zu fest sitzend. Gehen Sie davon aus, dass das Geschirr oder das Halsband nicht bis im erwachsenen Alter passen wird. Wie bei Menschenkindern, sollte man sich darauf einstellen, dass im Laufe seiner Kindheit, der Hund auch mehrere Größenstufen durchlaufen wird. Ich empfehle ein Geschirr an Stelle oder zusätzlich zum Halsband, da die Halswirbelsäule hierdurch weniger belastet wird.
Im Winter oder bei kälterem Wetter kommt man um ein Mäntelchen nicht herum. Die jungen Hunde sind sehr empfindlich, und auch wenn der Spaziergang kurz und bewegt sein sollte, wenn Wind und Regen uns gleichzeitig verwöhnen, sollte man den Welpen mit einem Mantel schützen. Durch die Nähe zum Boden und das feine Welpenfell sind sie einfach anfälliger. Bei kurzhaarigen Rassen empfehle ich dies auch im erwachsenen Alter.
Eine leichte Leine mit kleinem Karabiner ist die optimale Ausrüstung, damit sich der kleine Hund daran gewöhnt an lockerer Leine zu laufen.
Unterwegs im Auto sollte der Hund gesichert sein. Obwohl man mit einem Sicherheitsgurt für den Rücksitz gesetzlich auf der sicheren Seite ist, geht nichts über eine Autobox. Diese können Sie schon an der Erwachsenengröße Ihres Hundes ausrichten. Anfangs stopfen Sie diese am besten mit Decken aus, damit der Kleine nicht allzu viel Raum hat, hin und her geschleudert zu werden.
Legen Sie sich immer ein Handtuch zum Trockenrubbeln und eine Vorratsrolle mit Kotentsorgungstüten bereit. So bleiben Sie und Ihr Hund gern gesehene Gäste, wo immer Sie hinkommen.
Wenn Sie eine geeignete Welpenschule besuchen wollen, schauen Sie sich eine Stunde zunächst einmal ohne Ihren Welpen an. Eine schlechte Erfahrung ist schnell gemacht und für uns Menschen nicht immer wahrnehmbar. Welpengruppen sollten klein (max. 6-7) sein und nicht von Aushilfen oder Anfängern geleitet werden. Eine gesunde Abwechslung von Spiel und Aufmerksamkeit bietet die optimale Grundlage für eine gute Sozialisierung. Aber nicht nur in der Welpenschule wird gelernt: der Welpe lernt andauernd in seiner Wachzeit. Halten Sie gute Leckerlies bereit, mit denen Sie jedes richtige Verhalten positiv bestärken können. Belohnen Sie nicht mit dem normalen Trockenfutter… Sie wünschen sich als Belohnung auch kein einfaches Käsebrot.
So können Sie Ihrem Welpen einen optimalen Start ins Leben bieten und eine gute Basis schaffen für eine lange, harmonische Freundschaft. Ich wünsche Ihnen viel Freude!
Ihre Katrien Lismont
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