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» Hunde / Lismont-Kolumne

Als Kleinkind wurde uns das Alphabet beigebracht, im gesprochenen und im geschriebenen Wort, womöglich auch noch von Handzeichen begleitet, damit wir uns das besser merken konnten. Es brauchte viele Wiederholungen und Übungen, bis es irgendwann selbstverständlich war, dass wir anhand der einzeln erlernten Buchstaben, ganze Worte ja gar komplette Sätze lesen und schreiben konnten. Wir konnten unseren Wortschatz stets erweitern und verstanden immer besser, was unsere Eltern uns erzählten und was in den Zeitungen geschrieben wurde.
Dennoch stelle ich in meiner Hundeschule täglich fest, dass von unseren Hunden erwartet wird, dass sie verstehen, was wir von ihnen wollen, auch wenn wir für jedes Verhalten immer wieder ein neues Signal (wird oft "Kommando" genannt) aussprechen und all zu oft selber nicht mal wissen, wie wir es anfangs unserem Hund beigebracht haben. Auch Hunde werden nicht mit einem eingebauten Kommunikations-Gen geboren, schon gar nicht mit dem Verständnis der menschlichen Sprache. Dennoch erlebe ich immer wieder, dass Hundehalter frustriert sind, weil ihr Hund nicht versteht, was "Komm-hier-Rudi-kommst-du-jetzt-hier-sage-ich-ich-hole-dich-gleich-wenn-du-nicht-sofort…" bedeutet und er einfach nicht kommt, obwohl er gerufen wird. Dabei wird die Stimme immer lauter, der Ton immer forscher, die Haltung seines Menschen immer steifer und bedrohlicher.
Wie bei uns Menschen, funktioniert auch in der Hundeerziehung die Kommunikation in zwei Richtungen. Der Hund verfügt über eine relativ breite Palette mit hündischen Kommunikationssignalen. Er kann bellen, knurren, winseln, jammern, grunzen. Und das in unterschiedlichen Tonalitäten und Nuancen. Dazu kommen noch seine vielfältigen Körpersignale: sei es, dass es um einfache Körperhaltungen und –ausrichtungen handelt, oder dass es sich um Bewegungen und Bewegungsabläufe handelt, ja selbst komplette Handlungen können für uns etwas zu bedeuten haben, wenn wir uns damit auseinander setzen und sie auch wahrnehmen wollen und können.
Um eine optimale Verständigung zu gewährleisten, sollten wir als Mensch das Kommunikationssystem des Hundes kennen lernen und interpretieren können. Dem Hund sollten wir beibringen, was wir unsererseits erwarten, wenn wir unsere Signale wie Sitz, Hier, Bleib etc… aussprechen. Der Hund kann über 200 Begriffe erlernen und ausführen - wenn wir es ihm beibringen! Und, wenn wir sie uns selber merken können und nicht heute "Hier" rufen und morgen "komm".
Wenn die Kommunikation stimmt und Sie lernen die Körpersprache Ihres Hundes zu deuten, werden Sie staunen, wie flott die Erziehungserfolge eintreten. Versuchen Sie es, es lohnt sich und macht Spaß!
Katrien Lismont
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