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Kleintiere - Tierportraits
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Die Maus - schlauer als die Katz´erlaubt #

     

Die Maus - schlauer als die Katz´erlaubt
 

Ob als Vorratsschädling, Versuchstier, heiliges Tier, Heimtier oder freche Comicfigur - von jeher hat die Maus die unterschiedlichsten Bedeutungen im Leben der Menschen. Zahlreiche Legenden ranken sich um die flinken Akrobaten. Überliefert ist, dass bereits vor mehr als 4000 Jahren im Tempel von Tenedos auf Kreta weiße Mäuse gezüchtet und als heilige Tiere verehrt wurden. Darstellungen aus dem alten Ägypten weisen darauf hin, dass auch dort bereits Mäuse gehalten wurden. In China ist seit 2000 bis 3000 Jahren das traurige Schicksal der Tanzmäuse bekannt.
  
Schon Anfang des 17. Jahrhunderts wurden wissenschaftliche Experimente mit den Tieren dokumentiert.
 
1895 wurde in England der erste Zuchtverein für Mäuse gegründet.
 
Mäuse sind Kosmopoliten wie die Menschen, d.h. sie leben überall auf der Erde. Ursprünglich aber stammt sie aus den Steppengebieten Eurasiens. Ihr Siegeszug begann, als der Mensch anfing, Ackerbau zu betreiben. Die Tiere nutzten das Angebot des reichlich gedeckten Tisches und kamen so in alle Länder der Welt. Ihr großes Anpassungsvermögen, ihre Anspruchslosigkeit und ihre Zähigkeit ermöglichten ihnen überall das Überleben.
 
Mäuse gehören zur Klasse der Säugetiere (Mammalia), zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia) und zur Familie der Echten Mäuse oder Langschwanzmäuse (Muridae). Der Familie der Echten Mäuse gehören etwa 100 Gattungen mit ca. 500 Arten an. Eine davon ist die Hausmaus "Mus musculus".
 
In der Natur graben sie unterirdische Bauten mit Nestern und Vorratskammern. Sie leben grundsätzlich gesellig in Form von Sippen. Das Territorium einer Sippe wird mit Urin markiert. Innerhalb der Sippe kommt es nur selten zu Kämpfen. Die einzigen Reibereien finden bei den Auseinandersetzungen der Männchen um die Rangordnung statt. Stoßen jedoch zwei verschiedene Sippen aufeinander, kommt es zu erbitterten Kämpfen. Während innerhalb von Sippen Demutsgesten eines beteiligten Tieres als Zeichen für die Beendigung des Kampfes anerkannt werden, werden fremde Eindringlinge weiter bekämpft.
 
Mäuse können sich äußerst schnell vermehren, was eine Notwendigkeit für ihr Überleben ist. Als Beutetiere sind sie bei Raubtieren und Greifvögeln überaus begehrt, und nur eine rasche Fortpflanzung kann ihren Bestand aufrechterhalten. In der Sippe darf sich das ranghöchste Männchen als einziges fortpflanzen. Die Tragzeit beträgt 21 bis 23 Tage. Die Anzahl der Jungen variiert sehr stark und reicht von einem bis zu über 20. Das Geburtsgewicht beträgt lediglich ein bis zwei Gramm. Am dritten Tag beginnen die ersten Haare zu sprießen, am fünften Tag können sie krabbeln. Mit dem zwölften Tag sind das Fell dicht und die Augen offen. Nach zwei Wochen wird die Nestumgebung neugierig erkundet. Ab der dritten Woche können die Kleinen von der Mutter getrennt werden. Drei Wochen alte Mäuse sind extrem sprungkräftig, weshalb man vorsichtig beim Hochnehmen sein muss. Dieses Alter wird treffend als "Flohphase" bezeichnet.
 
Mäuse sind ganz besondere Charaktertiere. In zahlreichen Experimenten wurde ihre Intelligenz eindeutig nachgewiesen, und die Zeit der reinen Nutzung als Versuchstier ist vorbei. Als Heimtiere erfreuen sie sich immer größerer Beliebtheit. Ihre natürliche Neugier macht sie zu lebhaften und leicht zu zähmenden Mitbewohnern. Sie lernen ihren Besitzer schnell kennen und merken bald, dass ihnen von ihm nichts Böses droht. Wie in der Natur jedoch bleiben sie auch als Heimtier auf Sozialkontakt angewiesene Lebewesen, die nicht einzeln gehalten werden sollten. Durch die Einzelhaltung würden außerdem so viele Verhaltensweisen ausgeblendet, die zum Beobachten für den Halter sehr interessant sind. Sie spielen miteinander, helfen sich bei der Fellpflege oder kuscheln einfach nur eng aneinander. Zudem macht das Klettern und Turnen mit wilden Verfolgungsjagden nur mindestens zu zweit richtig Spaß. Diese Sportertüchtigungen sind die Leidenschaft aller Mäuse. Deshalb muss auch das Heim dementsprechend eingerichtet sein. Die Mindestgröße für zwei Tiere beträgt 60 x 30 x 25 cm. Je größer es ist, desto besser. Zur Einrichtungen gehören Seile, Leitern, Wurzeln und Steine (Aquaristikzubehör) zum Klettern, Röhren aus Holz oder Ton, ein Schlafhäuschen, ein Salz- und ein Mineralstein, Nistmaterial wie Heu oder Hamsterwatte, Futternäpfe und Nippeltränke sowie eine saugfähige Kleintierstreu. Die Einstreu kann mit verschiedenen Sorten von Überstreu variiert werden. Dieses gibt es wie die übrige Einrichtung beim Kölle Zoo. Es ist z.B. in den Sorten "Waldboden", "Heideland", "Laub und Nadel" und diversen anderen erhältlich.
 
Mäuse bevorzugen eine nicht zu helle Umgebung ohne Zugluft. Schön für die Tiere ist es, wenn das Heim an einem erhöhten Platz steht. Sie sind hauptsächlich nachtaktiv, eignen sich also auch für Berufstätige, die tagsüber außer Haus sind und abends gerne die kleinen Turner beobachten.
 
Die Fütterung von Mäusen ist relativ einfach. Ihre Hauptnahrung besteht aus Getreide. Trotzdem sollte das Futter eine ausgewogene Zusammensetzung haben. Deshalb gibt es beim Kölle Zoo Komplettfuttermischungen, die den Ansprüchen der Nager gerecht werden. Zusätzlich sind Obst und Gemüse in rasch verzehrbaren Mengen eine sinnvolle Ergänzung auf dem Speiseplan. Heu dient sowohl zum Knabbern als auch als Nistmaterial. Nahrungsaufnahme kann genauso Beschäftigung sein. Es bereitet den Mäusen Freude, sich nach Leckerbissen strecken zu müssen, und schwer erreichbare Stellen bieten eine Herausforderung.
 
Es ist leicht, Mäuse zu begeistern und zu beschäftigen. Wer ihnen diese Möglichkeiten bietet und damit ihre Bedürfnisse erfüllt sowie ihre Intelligenz fordert, kann schnell anhängliche Freunde gewinnen und die Tiere auf ganz besondere Weise kennenlernen.
 
Text: Bachinger
Foto: Wullner 
     

      

Steckbrief

Klasse:   Säugetiere
Ordnung:   Nagetiere
Familie:   Echte Mäuse
Vorkommen:  Steppengebiete Eurasiens, heute Kosmopolit
natürliche Lebensweise:  in Sippen in unterirdischen Gangsystemen
Fütterungsempfehlung:     Hamsterfutter "Crispy Lux" von Versele-Laga, zusätzlich Obst und Gemüse
Buchtipp: Flinke Mäuse
Anja Steinkamp, Kosmos Verlag, Stuttgart 2001
Mäuse
Georg Gaßner, Ulmer Verlag, Stuttgart 1997

 

 

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