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Der Zwergwidder Kölle-Zoo - Herz und Verstand für Tiere

Der Zwergwidder

- mit Sonderstellung unter den Zwergkaninchen

Text:
Bachinger
Fotos:
Kölle-Zoo
Kölle-Zoo - Herz und Verstand für Tiere

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Alle Zwergkaninchen sind niedliche Gesellen, und schon alleine eine Auswahl unter den Rassen fällt demnach nicht leicht. Beinahe eine Überforderung ist es also, sich auch zwischen etlichen einzelnen zu entscheiden. Doch Kaninchen ist nicht gleich Kaninchen, und so kann es neben dem Aussehen andere Gründe geben, sich für eine bestimmte Rasse zu entscheiden. Im folgenden soll es besonders um Zwergwidder gehen, die Kleinen mit den Schlappohren.

Der Zwergwidder, auch Widderzwerg genannt, ist die jüngste Zwergrasse und strenggenommen nicht zu den üblichen Zwergkaninchen zu rechnen, da ihnen der Zwergfaktor (dw) fehlt. Sie sind schwerer als ihre übrigen Mitzwerge, aber leichter als die sogenannten Kleinwidder. Ihr Ursprungsland ist Holland. Die ersten typischen Widder mit etwa drei Pfund züchtete Adrian de Cock heraus. Die Farbenvielfalt der hängeohrigen Zwerge ist inzwischen genauso ausgeprägt wie bei den übrigen.

Auf Ausstellungen sind sie genauso vertreten und werden nach den üblichen Kriterien beurteilt, sie sollen also möglichst dem Rassestandard entsprechen. Der Rassestandard wird für Kaninchen vom Europäischen Verband für Geflügel-, Tauben- und Kaninchenzucht festgelegt. Nach sieben verschiedenen Kriterien werden sie bewertet und erhalten dafür jeweils eine bestimmte Punktzahl. So nach

  1. Typ und Körperform (max. 20 Punkte)
  2. Gewicht (max. 10 Punkte)
  3. Fell (max. 20 Punkte)
  4. Kopfbildung (max. 15 Punkte)
  5. Ohren (max. 15 Punkte)
  6. Farbe und Zeichnung (max. 15 Punkte)
  7. Pflegezustand (max. 5 Punkte)

    Die erfolgreichsten Kaninchen erhalten eine zusätzliche Auszeichnung: v = vorzüglich; sg = sehr gut oder Ks = Klassesieger.

Der Körperbau des Widdertyps in Miniatur muss in allen seinen Kennzeichen gut zum Ausdruck kommen. Die Form ist stark gedrungen, die Muskelpartien sind kräftig, und die Läufe wirken kurz und ebenfalls kräftig. Das Gewicht beträgt 1,25 bis 2,0 kg, wobei das Idealgewicht bei 1,5 bis 1,8 kg liegt. Das Fell sollte mittellang und dicht mit guter Begrannung (feste, längere Stützhaare) sein. Durch den schönen, gebogenen Nasenrücken erscheint das Profil widderartig. Insgesamt ist der Kopf kräftig, hat eine breite Stirn- und Schnauzenpartie und einen muskulösen Nacken. An den Ohransätzen sind Wülste (Krone genannt) zu erkennen, die an Widderhörner erinnern und ihnen ihren Namen beigebracht haben. Die Widderohren (Behang) hängen hufeisenförmig vom Kopf herab , mit den Schallöffnungen nach innen. Werden sie von Ohrspitze zu Ohrspitze gemessen, sind sie 24 bis 28 cm lang. Die Fellfarbe entspricht den Varianten der Farbenzwerge. Mögliche Farben mit einheitlicher Grundfarbe sind Schwarz, Rot, Havanna, Blau, Grau oder Wildfarben, Chinchilla und Schwarzsilber. Die vorkommenden Zeichnungen sind ebenfalls reichlich. Hier sollen die einzelnen Zeichnungsarten ohne Erläuterung aufgeführt werden: Russe, Thüringer, Weißgrannen-Schwarz, Weißgrannen-Blau, Loh Schwarz, -Braun, -Blau, Hotot und Holländerfarbig. Die Krallen und Augen sind dem jeweiligen Farbschlag entsprechend.

Doch wie bereits angedeutet, ist eine Entscheidung nicht nur durch äußere Gesichtspunkte bedingt. Zwergwidder sind vom Gemüt her wesentlich ruhiger als die quirligen Farbenzwergkaninchen und lassen sich gerne stundenlang streichen. Sie eignen sich hervorragend für Kinder, die zum ersten Mal ein Kaninchen besitzen. In Ruhe können sie üben, es hochzunehmen und mit dem Tier umzugehen, ohne befürchten zu müssen, dass es sofort wieder wegspringt. Erschrecken kann sich ein Zwergwidder natürlich auch einmal. Mit Sicherheit besteht aber bei der Wahl dieser Rasse eine sehr große Wahrscheinlichkeit, ein richtiges Schmusetier zu bekommen. Jüngere Kinder wären möglicherweise enttäuscht, wenn ein Farbenzwergkaninchen anfangs noch sehr scheu ist (was sich aber überaus schnell ändert) oder einfach nicht die Ruhe hat, sich streicheln zu lassen, sondern lieber herumhüpft. Auch älteren Menschen mag ein etwas gemächlicherer Charakter entgegenkommen.

Ansonsten sind alle Zwergkaninchenrassen unproblematisch und friedlich in der Haltung, und als Gesellschaftstiere kann man auch verschiedene Arten zusammen halten. Jede hat ihre Vorzüge und bereitet große Freude, so dass es letztlich am persönlichen Geschmack liegt, für welche Rasse(n) man sich entscheidet.

Ursprungsland:
Holland
Körperbau:
stark gedrungen, Muskelpartien und Läufe kräftig
Gewicht:
1,25 bis 2,0 kg
Ohren:
hängen herab
Besonderheit:
sehr ruhiges Gemüt, ideal für Einsteiger in der Kaninchenhaltung
Futter:
in bis zu 2,50 m tiefen Bauen
Besonderheit:
auch mit Artgenossen zu vergesellschaften
Futter:
Zwergkaninchenfutter "Premium" von Versele-Laga, zusätzlich Obst und Gemüse
Buchtipp:
Meine Zwergkaninchen
Anne Warrlich, Kosmos Verlag, Januar 2004
 

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