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Kleintiere - Tierportraits
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Das Frettchen - Unser zahmes Haustier #
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Das Frettchen - Unser zahmes Haustier
 

Kaum zu glauben, dass in dem artig und an der Leine laufenden, verspielten Tierchen ein Raubtier stecken soll. Tatsächlich ist es aber so und die Begeisterung für die lustigen Gesellen nimmt ständig zu.
  
Das Frettchen ist wissenschaftlich gesehen die domestizierte Form des Iltis. Frettchen und Iltis gehören zur Raubtierfamilie der Marder. Der Stammvater des heute bekannten Frettchens ist wahrscheinlich der europäische Waldiltis.
  
Schon bevor die Katze als Mäuse- und Rattenfänger eingesetzt wurde, waren Frettchen als geschickte Ungezieferjäger bekannt. Ursprünglich wurden sie daher als Jagdhilfe gezüchtet. Mit ihrer geringen Körpergröße eigneten sich Frettchen hervorragend dazu, Kaninchen aus ihrem unterirdischen Bau zu jagen.
  
Der muskulöse Körper der Frettchen ist lang gestreckt und misst bei zierlichen Fähen 25 bis 40 cm, während Rüden oft bis 60 cm lang werden.
  
Frettchen sind sehr gesellige Tiere und mögen kein Single-Dasein. Weshalb man optimalerweise zwei Tiere halten sollte, die sich besser verstehen, je früher sie sich kennen lernen. Sollte jedoch erst später ein zweites Tier hinzukommen, so weisen die Weibchen eine größere Verträglichkeit auf. Eine Vergesellschaftung von Frettchen mit Kaninchen, Meerschweinchen oder anderen Nagern ist strikt abzulehnen, weil das Frettchen seinen Jagdinstinkt nicht abgelegt hat und diese Tiere als Beute verfolgen könnte.  
    

Das Frettchen - Unser zahmes Haustier

  Das Frettchen - Unser zahmes Haustier
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Um die gewünschte Freude an seinen Tieren genießen zu können, soll an dieser Stelle auf die Bedürfnisse eingegangen werden, die das kleine Raubtier zu einem zufriedenen Heimgenossen werden lassen. Hält man es in einem Frettchenheim in der Wohnung, so beträgt die Mindestgröße 150 x 120 x 80 mit zwei oder drei Etagen und einem Schlafhäuschen. Außerdem sollte es die Möglichkeit haben, frei in der Wohnung zu laufen. Optimal ist auch ein trockenes, zugfreies Außengehege, das richtig frettchengerecht eingerichtet werden kann. Im Gegensatz zur Nagerhaltung soll der Boden ohne Einstreu sein. Stroh, Heu, Sägespäne, Torfmull oder Sand sind nicht geeignet, weil die Frettchen das Einstreu mit dem Futter aufnehmen, dass kann zu gefährlichen Darmerkrankungen führen, oder sogar zu einem Darmverschluss, welcher zum Tod des Tieres führen kann. Der Boden sollte rutschsicher, gut zu reinigen und zu desinfizieren sein und mit Tüchern oder Kleidungsresten ausgelegt werden. Frottetücher und Wolle sind wegen des "Verhängens" in den Maschen nicht geeignet.
 
Frettchen sind sehr reinliche Tiere und lernen fast von selbst, eine mit Katzenstreu gefüllte Ecktoilette zu benutzen. Ebenso unproblematisch gewöhnen sich die Tiere auch an eine Leine, welche als spezielles Frettchengeschirr bei Kölle-Zoo erhältlich ist. So oft wie möglich sollte man seinen Tieren eine Entdeckungsreise in freier Natur gönnen und sie an einen abenteuerreichen Spaziergang teilnehmen lassen. Es ist jedoch empfehlenswert, auch ein noch so zahmes Frettchen ohne Umzäunung nicht frei laufen zu lassen, da der Wildtrieb doch stärker sein könnte.
 
Zur Erhaltung ihrer vollen Energie benötigen Frettchen eine ausgewogene Ernährung. Sie sind Fleischfresser und brauchen nährstoffreiches, hochwertiges und leichtverdauliches Futter mit einem hohen Proteingehalt, das zu 80 % aus Muskelfleisch bestehen und maximal einen pflanzlichen Anteil von 20 % haben sollte. Am besten eignet sich zur Komplettversorgung, fertiges, speziell auf Frettchen abgestimmtes, Trockenfutter. Zudem empfiehlt es sich, zur Optimierung und Deckung des hohen Nährstoffbedarfs eine Vitaminpaste zu verabreichen. Speziell in der Wachstumsphase sollte auf ein Calciumpräparat, welches den Knochenaufbau unterstützt, nicht verzichtet werden. Durch ihren kurzen Magen-Darm-Kanal und das Fehlens eines Blinddarms können Frettchen pflanzliche Kost nicht verwerten und so sind z.B. Obst, Brei und Nudeln nur als Leckerei anzusehen. Die Mahlzeiten verteilt man am besten auf zwei bis drei täglich, wobei ein Frettchen nie zu lange ohne Futter sein darf, da es ohnehin nur soviel frisst wie es braucht.
 
Bei guter Pflege sind Frettchen sehr gesunde Tiere, die äußerst selten krank werden. Sie sind aufgeweckte Gefährten, die eine starke Bindung an den Menschen entwickeln und eine Lebenserwartung von gut zehn bis zwölf Jahren haben.
 
Text: Harald Wullner
   
   

Steckbrief

Familie:   Raubtierfamilie der Marder
Stammvater:  Europäischer Waldiltis
Natürliche Lebensweise:  als Gesellschaftstier in Bauen
Fütterungsempfehlung:     Nassfutter "Iams"
Frettchentrockenfutter Prestige Versele Laga
Frettchentrockenfutter Totally Ferret
Buchtipp:

Quirlige Frettchen, Kosmos Verlag

Frettchen, Ulmer Verlag

 

 

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