Steckbrief

Kleiber

Familie/GattungKleiber (Sittidae)
Vorkommen Laub- und Mischwälder, Parks und Gärten
Herkunft Fast ganz Europa, Nordasien und Nordafrika
GrößeKörperlänge 14 cm
NahrungInsekten, Spinnen, Nüsse und Samen
BesonderheitStandvogel
Kleiber

Kleiber

Sitta europaea

Der auffällige schwarze Augenstreif ist ein gutes Erkennungsmerkmal des Kleibers. Auch an seinem spitzen, langen Schnabel, dem blaugrauen Kopf, weißen Hals und der beigefarbene Unterseite ist er gut von anderen Singvögel zu unterscheiden. 

Sein Name beschreibt eine besondere Fähigkeit: Kleiber können kleine Lehmkügelchen bei Bedarf geschickt verkleben und beim Nestbau einsetzen. Das Wort „kleiben“ ist mit dem heute gebräuchlichen Wort „kleben“ verwandt und wurde früher besonders für das Auffüllen von Lehm in Fachwerkwänden verwendet. So nutzt der Kleiber gerne verlassene oder nicht fertig gebaute Spechthöhlen als Brutstätte. Oft ist dabei aber das Einflugloch größer als dem Kleiber lieb ist. Deshalb nutzt er sein Können als Baumeister und verkleinert das Loch mit Lehm. Und das aus gutem Grund: Fressfeinde wie Falken oder Wiesel haben so keine Chance, in die Höhle einzudringen. 

Mit ihrem nicht nur geschickt eingesetzten, sondern auch kräftigen Schnabel holen die kompakten Vögel Insekten aus Baumrinden und können sogar Haselnüsse oder Bucheckern knacken. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil vor allem im Winter, wenn andere Nahrung knapp ist. Deshalb braucht der Kleiber Lebensräume, in denen Bäume mit rauer Rinde und Altholz in ausreichender Zahl vorhanden sind. Laub- und Mischwälder bevorzugt der Kleiber, Eichen und Rotbuchen schätzt er besonders. Eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz des Kleibers ist die Erhaltung natürlicher Wälder. In Siedlungsgebieten bewohnt er auch Parks und Gärten mit alten oder großen Bäumen. 

Der Kleiber ist ein gewandter Kletterer, auch kopfüber kommt er an Baumstämmen und Ästen voran. Das ganze Jahr über ist der Kleiber damit beschäftigt, Vorräte anzulegen. Dazu nutzt er Spalten in Baumrinden, manchmal vergräbt er auch den einen oder anderen Leckerbissen im Boden. 

Die Paarungszeit, der ansonsten als Einzelgänger lebenden Kleiber beginnt im März; gebrütet wird einmal im Jahr. Nach einer Brutzeit von 14 – 18 Tagen schlüpfen die Küken aus den vier bis sieben weißlichen, braun gefleckten Eiern. Anfang Juni fliegen die Jungtiere aus. Kleiber sind Standvögel und bleiben am liebsten in der unmittelbaren Umgebung ihres Geburtsorts. Selten ziehen sie in weiter entfernte Gegenden. 

Das Singen ist bei den Kleibern übrigens Männersache. Aber auch die Männchen werden in der Brutzeit ganz ruhig und verhalten sich sehr still, um keine Feinde auf sich und den Nachwuchs aufmerksam zu machen.

Text: ©Kölle-Zoo
Fotos: ©Kölle-Zoo

Keine Aktion mehr verpassen!

Newsletter abonnieren und Infos, Gutscheine und mehr sichern.

Werden Sie Kölle-Zoo Fan!

Alle News rund ums Tier und Veranstaltungen auf Facebook.