Steckbrief

Zaunkönig

Familie/GattungZaunkönige (Troglodytidae)
Vorkommen Wälder, Parks, Gärten
Herkunft Asien, Nordafrika, Nordamerika, Europa
GrößeKörperlänge 9 – 10 cm
NahrungSpinnentiere, Motten, Fliegen und andere Insekten
BesonderheitIn Mitteleuropa Standvogel, sonst auch Kurzstreckenzieher
Zaunkönig

Zaunkönig

Troglodytes Troglodytes

Der Zaunkönig ist eine Besonderheit, nicht nur wegen seiner Größe. Alle seine nahen Verwandten leben auf anderen Kontinenten, vor allem in Süd- und Mittelamerika, er ist der einzige Vertreter der Familie der Zaunkönige in Europa. Mit gerade einmal neun bis zehn Zentimeter Länge ist er auch einer der kleinsten unter den Wildvögeln in Mitteleuropa, nur Winter- und Sommergoldhähnchen sind noch kleiner. 

Mit rostbraunem Gefieder an der Oberseite und hellbraunen Federn an der Unterseite ist der Zaunkönig im Unterholz sehr gut getarnt, wenn er sich auf Nahrungssuche begibt. Im Gestrüpp findet er Insekten und Spinnen, die seine Hauptnahrung darstellen. Sein spitzer Schnabel, typisch für Insektenfresser, hilft ihm dabei, in Baumritzen und andere Verstecke seiner Beutetiere vorzudringen. Ausgestattet mit recht kurzen Flügeln ist der Zaunkönig auch kein ausgesprochener Flugkünstler. Er meidet daher größere Flugstrecken und bleibt meist im Dickicht. Nur für den Gesang sucht er sich eine exponiertere Stelle, wechselt aber auch gerne während der Darbietung den Platz. 

Der kleine Vogel beginnt schon früh am Morgen mit seinem auffälligen, schmetternden Gesang, wobei die Männchen lauter und häufiger singen als die Weibchen. Der Zaunkönig verfügt über ein Repertoire von bis zu sieben sich wiederholenden Liedtypen. Typischerweise bestehen die Melodiefolgen aus verschiedenen einzelnen Bestandteilen, die meist mit einem Roller abgeschlossen werden. 

Bei den Zaunkönigen beginnt das Männchen mit dem Nestbau und errichtet gleich mehrere kugelförmige Nester, manchmal bis zu acht Stück. Kein Wunder, denn viele Zaunkönigmännchen leben nicht monogam, sondern haben zwei oder sogar vier Weibchen. Die Weibchen wählen eine ihnen genehme Behausung aus und richten sie dann erst mal richtig ein. Dazu verwenden sie Moos, trockene Blätter, kleine Äste und Wurzeln. 

Zaunkönige brüten meist zwei Mal im Jahr, zuerst Ende April bis Mai und dann nochmals im Juni und Juli. Fünf bis acht Eier legt ein Weibchen und brütet diese zwischen 14 und 18 Tage lang alleine aus; auch für seine eigene Nahrung muss es in dieser Zeit selbst sorgen. Wenn die Jungvögel nach gut zwei Wochen das Nest verlassen, leitet sie das Zaunkönigmännchen noch eine Weile an, für ihr Futter müssen die Jungen aber schon selbst sorgen. Die flügge gewordenen Zaunkönige bleiben noch länger in kleinen Gruppen zusammen. Gefährlich werden ihnen vor allem Katzen, Marder und Eichhörnchen, Ratten und Füchse, aber auch Raubvögel wie Falken und Sperber.

Text: ©Kölle-Zoo
Fotos: ©Kölle-Zoo

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