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Im Juni 2008

Nachdem wir vor einigen Jahren von unserem einzigen züchtenden Paar Große Felsensittiche (Cyanoliseus p. bloxami) einige Jungtiere von Hand aufgezogen hatten, da das Paar selbst diese Aufgabe nicht übernommen hatte, sind diese Tiere inzwischen zuchtreif geworden. Im Frühjahr diesen Jahres setzten wir eine Gruppe, bestehend aus fünf Tieren, drei Männchen und zwei Weibchen in eine Gemeinschaftsvoliere, in der vier Nisthöhlen angebracht waren. Die beiden Weibchen sind ehemalige Handaufzuchten ab Ei aus eigener Zucht, die Männchen stammen aus Naturbrut und waren vor etwa zwei Jahren aus einem anderen Vogelpark übernommen worden. Inzwischen haben beide Weibchen gelegt und ziehen derzeit insgesamt drei Jungtiere selbstständig und problemlos groß.
Eine mehrjährige Zuchtpause bei unseren Lichtensteins Zwergaras (Diopsittaca nobilis cumanensis) scheint überbrückt, denn drei Jungtiere sind geschlüpft und wachsen bestens in der Baby-Station des Loro Parque heran.
Auch das Nachgelege unseres Königsamazonenpaares (Amazona guildinigii) erwies sich erneut als unbefruchtet. Um dennoch die Aufzuchttauglichkeit der Tiere festzustellen, wurde dem Paar ein befruchtetes Ei einer Venezuela-Amazone (Amazona amazonica) untergelegt. Das Küken schlüpfte und wird bisher problemlos von den Königsamazonen aufgezogen.
Der kleine Lear-Ara (Anodoryhnchus leari), den wir in diesem Jahr von Hand aufziehen, entwickelt sich prächtig. Am 41. Lebenstag hat er mit inzwischen 718 g schon fast sein Höchstgewicht erreicht.
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Auf der Suche nach dem Blaufinken |
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Unser Diplom-Biologe Rafael Zamora unterstützte im Mai eine groß angelegte Suchaktion nach dem Blaufinken (Fringilla teydea polatzeki) auf Gran Canaria. Nachdem im letzten Jahr verheerende Waldbrände fast den kompletten Lebensraum dieser endemischen Unterart des Teidefinken (Fringilla teydea teydea) zerstört hatten, war nicht klar, ob überhaupt Tiere überlebt hatten. Der erfahrene Freilandbiologe und hervorragende Kenner der Kanarischen Flora und Fauna Rafael Zamora, konnte zusammen mit seinen Mitstreitern während der Suchaktion nun sogar einige belegte Nester der Blaufinken entdecken. Es scheint so, dass eine kleine Population des Blaufinken die Naturkatastrophe überlebt hat. Aus dieser muss sich nun wieder eine stabile große Population entwickeln, um das Überleben der Unterart langfristig zu gewährleisten. Die Hilfsaktion der Loro Parque Fundacion durch Entsenden von Experten oder Unterstützung von Projekten durch Know-how, beispielsweise Rettungsaktionen für Meeresschildkröten oder Meeressäuger, wie Delfine oder Robben, stellt inzwischen neben den Papageienschutzprojekten ein weiterer wichtiger Pfeiler der Artenschutzarbeit der Loro Parque Fundacion dar.
Im Loro Parque wurde vor kurzem ein neues Gehege eingeweiht. Fünf junge Erdmännchen aus dem Zoo Basel sind darin eingezogen. Die Jungtiergruppe, bestehend aus zwei Männchen und drei Weibchen sollen den Grundstock für eine neue Zuchtgruppe der "possierlichen" Raubtiere bilden. Die Besucher haben die lustigen Gesellen bereits ins Herz geschlossen, denn in diesem Gehege ist stets Bewegung angesagt. Da wird gerauft, gespielt, gerannt, gesonnt oder in typischer Erdmännchen-Position auf den Hinterbeinen sitzend, "Männchen machend" Ausschau gehalten.
Dr. Matthias Reinschmidt, Kurator, Loro Parque, Teneriffa
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