Im Juli 2008

Der kleine sich in Handaufzucht befindliche Lear-Ara (Anodoryhnchus leari), entwickelt sich nach wie vor gut und seht nun kurz vor dem Flügge werden. Das Zuchtpaar hatte nochmals gelegt und ein weiteres Küken ist inzwischen geschlüpft, das von den eigenen Eltern großgezogen wird. Da das Zuchtpaar aber ständig die Eier demoliert hatte, wurde das Lear-Ei gegen ein unbefruchtetes Gelbbrustara-Ei ausgetauscht. Als das Leari-Küken unter einem Ersatzelternpaar mit 21 g Schlupfgewicht geschlüpft war, wurde die leere Eischale des Lear-Ara-Eies genommen und ein ebenfalls 21 g schweres Küken der Blaukehlaras (Ara glaucogularis) reingestetzt und so in den Nistkasten der Lear-Aras gelegt. Gleichzeitig wurde das unbefruchtete Gelbbrustara-Ei (Ara ararauna) entfernt. Als das Blaulatzaraküken vier Tage später schon 55 g wog, wurde es gegen das eigene Lear-Araküken ausgetauscht, denn die Lear-Aras hatte ihre Aufzuchtfähigkeit bestens unter Beweis gestellt.
Auch das zweite Lear-Arapaar hat inzwischen mit der Brut begonnen und die beiden befruchteten Eier sind ebenfalls unter einem Ersatzelternpaar Dunkelrote Aras (Ara chloroptera) geschlüpft. Während eines von den Ersatzeltern aufgezogen wird, befindet sich das zweite Küken in Handaufzucht.
Wenn wir Glück haben, ist das aber noch nicht alles für dieses Jahr, denn Paar 2 sitzt nun auf seinem zweiten Gelege mit zwei Eiern. Dieses Mal lassen wir die Eier drin und hoffen, dass sich auch dieses Paar als zuverlässig erweisen wird.
Nach vielen Jahren der Zuchtpause ist es uns endlich wieder gelungen, unsere Smaragdsittiche (Enicognathus ferrugineus) zur Brut zu bewegen. Nach mehreren erfolglosen Käfigwechseln in paarweiser Unterbringung, wurde das Paar im Frühjahr in eine Gemeinschaftsvoliere gesetzt. Zusätzlich bekamen sie noch ein überzähliges Smaragdsittichmännchen hinzugesellt. Die drei waren zunächst nur in der Gruppe unterwegs und distanzierten sich stets deutlich von den anderen Volierenbewohnern, einem Paar Halmahera-Edelpapageien (Eclectus roratus vosmaeri) sowie einem Paar Rotsteißkakadus(Cacatua haematurophygia). Plötzlich begann sich ein Paar Smaragdsittiche für einen Nistkasten zu interessieren und der dritte Vogel hielt sich seither auf Distanz zu diesem Paar. Die Voliere mit den Maßen 10 m x 10 m und einer Höhe von etwa 3,5 m bietet dazu genügend Möglichkeiten. Es wurden drei Eier gelegt, von denen sich zwei als befruchtet erwiesen. Um auf der sicheren Seite zu sein, wurde ein befruchtetes Ei in den Inkubator gelegt. Nach dem das Küken geschlüpft war, wird es nun in der Baby-Station des Loro Parque bestens aufgezogen. Das zweite befruchtete Ei schlüpfte auch und das Küken wächst derzeit bestens versorgt von seinen Eltern in der Gemeinschaftvoliere heran.
Im Juli fand in der Loro-Parque-Fundacion das dreitägige EAZA-Parrot-TAG-Meeting satt. Dazu trafen sich acht internationale Papageienexperten aus der Vereinigung für alle wissenschaftlich geleiteten Zoos Europas, um einen gemeinsamen Plan für die Zukunft der Papageienhaltung in den europäischen Zoos zu entwerfen.
Die Loro Parque Fundacion freut sich immer wieder über Spenden, die zur Unterstützung der Arbeit für bedrohte Papageien geleistet werden. So überwies Frau Ruth Kühbander, Illustratorin der Zoologischen Staatssammlung in München, eine Spende von 650.- €, die aus dem Erlös, des Verkaufs des Bildes eines Spix-Aras kam. Als Vorlage diente der Künstlerin Frau Kühbaumer der Original-Typs-Balg, der damals von Baptist Ritter von Spix am Rio San Frazisko in Brasilien geschossen wurde und der zur Erstbeschreibung des Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) führte.
Herr Heinz Weschenfelder, Hersteller der Profi-Zuchtgeräte, schenkte der Loro Parque Fundacion einen Präzisions-Brutapperat, seiner Firma, zur Erbrütung von seltenen Papageieneiern. Allen Spendern ein herzliches Dankeschön!
Dr. Matthias Reinschmidt, Kurator, Loro Parque, Teneriffa
|