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Im September 2008

Der Höhepunkt des vergangenen Monats war zweifelsohne der Schlupf eines Gelbohr-Rabenkakadus (Calypthoryhnchus funereus). Diese Art wird seit vielen Jahren in der Loro Parque Fundacion gehalten. Im Jahr 2002 gelang es eines der beiden vorhandenen Männchen mit einem Weibchen zu tauschen. So hatten wir endlich ein Paar. Die Vögel gewöhnten sich schnell aneinander. Da das Weibchen aber erst zwei Jahre alt war, war noch nicht mit einer Brut zu rechnen. Erstmals wurden Eier im Jahr 2006 gelegt, allerdings nicht in die Bruthöhle, sondern auf den Boden. Nach Einlegen in den Brutapparat erwiesen sich die beiden Eier allerdings als unbefruchtet. Im Jahr 2007 wurden dann die Eier erstmals in die nach oben offene Nisthöhle gelegt und auch bebrütet. Beide Zweiergelege erwiesen sich erneut als unbefruchtet.
Das Zuchtjahr 2008 begann in gleichem Stil. Erneut wurde ein Zweiergelege produziert, dass sich ebenfalls als unbefruchtet herausstellte. Das auch zwei Eier umfassende Nachgelege wurde den Tieren zunächst zur Brut belassen. Eine Kontrolle erbrachte das überraschende Ergebnis, dass eines der beiden Eier erstmals befruchtet war. Dennoch beließen wir das Gelege bei dem gut brütenden Weibchen. Am 18. Bruttag saß das Weibchen plötzlich nicht mehr auf dem Gelege und brütete. Wir warteten zunächst ab, da sie aber auch nach fast zwei Stunden nicht in die Nisthöhle zurückgekehrte, entschlossen wir uns das Gelege in den Inkubator zur weiteren Bebrütung zu überführen. Die Eier waren inzwischen kalt, dennoch war der Embryo noch nicht abgestorben, wie sich einige Stunden später herausstellte, denn es war Bewegung im Ei erkennbar. Am 23. August schlüpfte dann erstmals in der Geschichte des Loro Parque ein junger Gelbohr-Rabenkakadu mit 19,8 g Schlupfgewicht.
Das Küken überrascht durch seine intensiv gelbe Bedunung, die sehr dicht ist, wie bei einem Hühnerküken. Es ist ein überaus quirliges und aktives Küken, das von der Gesichtsform an einen jungen Helmkakadu erinnert. Es bettelt intensiv und wächst bisher bestens in der Handaufzucht heran.
Die Hyazintharas (Anodorhynchus hyacinthinus) gehören zu den Papageienarten in der Loro Parque Fundacion, die meist erst in der zweiten Jahreshälfte zur Brut schreiten. Insgesamt haben bisher fünf Paare mit der Brut begonnen, davon hatten zwei Paare unbefruchtete Gelege, drei Jungtiere sind geschlüpft und wachsen derzeit in der Baby-Station des Loro Parque bzw. bei den Eltern auf. Weitere sechs Eier werden derzeit im Inkubator oder von den Eltern bebrütet. Mindestens zwei davon haben sich bis jetzt als befruchtet herausgestellt. So könnte mit ein bisschen Glück das Jahr 2008 ein ganz gutes Zuchtjahr werden, zumal zwei weitere Paare Hyazintharas, die bisher noch nicht gelegt haben, sich auch noch intensiv mit der Nisthöhle beschäftigen.
Derzeit laufen die Bauarbeiten zu unserer neuen über 1.000 qm großen begehbaren Freiflugvoliere im Loro Parque auf Hochtouren. In dieser Voliere die am 17. Dezember 2008 eröffnet werden soll, ist eine gemischte Vogelgruppe aus dem australisch-asiatischen Raum eingeplant. Neben dem Schwerpunkt Loris und anderen Papageien- und Sitticharten gehören auch Pelikane, Lachende Hänse, Balistare, Fasane, Reiher und andere in das bunte Programm der neuen Vogelgemeinschaft. 23 m hoch und den natürlichen Baum- und Strauchbewuchs einbindend, wird diese Voliere das neue Highlight in der Vogelhaltung im Loro Parque darstellen und wird neue Maßstäbe setzen.
Im Bereich der Loro Show im Loro Parque entstand ein neuer Verkaufsstand der Loro Parque Fundacion, im Stile eines Dschungelcamps, der einen Erlebniseinkauf verspricht. Viele Pflanzen und ein Terrarium mit Chamäleons versetzen den Besucher in eine exotische Welt. Der Erlös aller Utensilien, vom T-Shirt, über Bücher bis zur Postkarte kommt in vollem Umfang den Schutzprogrammen für bedrohte Papageien der Loro Parque Fundacion zugute.
Dr. Matthias Reinschmidt, Kurator, Loro Parque, Teneriffa
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