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Nachrichten Juni 2009 aus der Loro Parque Fundacion

Loro Parque

Fast 600 junge Papageien in 116 Arten und Unterarten konnten bis Anfang Juni in der Loro Parque Fundacion beringt werden.

Besonders erfreulich ist dabei der Schlupf von fünf jungen Rosenkopfpapageien (Pionus tumultuosus), eine sehr selten in Menschenobhut gehaltene Rotsteißpapageienart. Alle Jungtiere befinden sich derzeit in der Obhut der Baby-Station des Loro Parque, um sie von Hand aufzuziehen, dabei erweisen sich die Jungtiere nicht gerade als sehr pflegeleicht, aber das Tierärzteteam des Loro Parque hat ein besonderes Auge auf die seltenen Küken und bisher entwickeln sich alle Jungtiere sehr zufriedenstellend. Diese Nachzucht ist ein wichtiger Schritt, die doch sehr kleine Anzahl an Exemplaren in Europa ein wenig zu erhöhen, um diese Papageienart auch langfristig in Menschenobhut erhalten zu können.

Fotostrecke: Neues vom Loro-Parque

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Etwas verspätet, im Vergleich zum letzten Jahr, haben aber nun doch die Lear-Aras (Anodoryhnchus leari) mit der Eiablage begonnen. Unser bisher erfolgreichstes Elternpaar, von dem seit 2007, fünf der bisher sieben nachgezüchteten Jungtiere stammen, begann Anfang Juni mit der Ablage von zwei Eiern. Da dieses Jahr die Nisthöhlen, außerhalb der Brutzeit mit Überwachsungskameras versehen wurden, konnten die beiden Eier schon bald nach der Ablage entdeckt werden und somit zur Bebrütung bei einem erfahrenen Paar Grünflügelaras (Ara chloroptera), aus dem Nistkasten entnommen werden. Gerade dieses erfolgreiche Zuchtpaar Lear-Aras zeigte sich in der Vergangenheit als ziemlich nervös und zerstörte, absichtlich oder unabsichtlich, das wissen wir nicht, einige seiner abgelegten Eier. Deshalb nun die Vorsichtsmaßnahme mit den Kameras und der direkten Wegnahme der Eier nach der Ablage, die nun sofort greifen kann, sobald ein Ei auf dem Monitor entdeckt wird. Das im Nistkasten gezeigte Verhalten der Elterntiere, das wir nun wunderbar am Monitor beobachten können, ist nicht zimperlich. Die als Einstreu verwendeten Holzhäxelspäne, werden eifrig benagt, dann aber auch wieder, ähnlich wie ein Hund scharrend, aus der Nisthöhle befördert, so dass der blanke Boden zum Vorschein kommt. Die beiden Elterntiere, füttern sich gegenseitig, balgen sich aber auch gelegentlich spielerisch und werfen sich dabei durchaus auch mal auf den Rücken, so dass es nicht verwundert, dass bei derlei rauhen Sitten, das eine oder andere Ei kaputt geht. Wir hoffen nun die Nachzuchtrate, die im Jahr 2008 bei insgesamt vier Jungtieren, von zwei Paaren lag, in 2009 durch die Video-Überwachung noch etwas steigern zu können.

Wie vor einiger Zeit berichtet, brütete im März dieses Jahres erstmals nach langer Zuchtpause wieder ein Paar Goldnackenaras (Ara auricollis) auf einem befruchteten Dreiergelege. Zwei der Eier sind mittlerweile geschlüft und beide Küken wurden in der Baby-Station des Loro Parque inzwischen soweit erfolgreich großgezogen, dass sie in die sogenannten "Kindergartenvolieren" der Baby-Station umsiedeln konnten. Hier lernen sie zusammen mit anderen jüngeren und älteren Jungtieren verscheidener Papageienarten, das Fliegen, Sozialkontakte zu entwickeln und selbstständig zu fressen, während sie aber täglich immer noch ein bis zweimal liebevoll von den Pflegerinnen mit der Futterspritze versorgt werden. Diese Art der Handaufzucht hat in den letzten Jahren sehr gute Resultate zur Folge und zahlreiche Papageien aus dieser Handaufzuchtsmethode sind inzwischen selbst Eltern geworden, zeigen aber auch, dass sie nicht nur Eier legen können, sondern auch geschlüpfte Jungtiere selbst aufziehen können.

Somit gehören die Goldnackenaras zusammen mit den Gebirgsaras (Ara couloni) zu den zu den ersten kleineren Ara-Arten, die mit dem Brutgeschäft begonnen haben. Traditionsgemäß, liegt die Brutzeit der Aras auf Teneriffa meist in der zweiten Hälfte des Jahres. Bei den größeren Ara-Arten machen da lediglich die Blaukehlaras (Ara glaucogularis) eine Außnahme, von denen derzeit die ersten Jungtiere in der Baby-Station heranwachen. Ein schönes Bild ergibt sich auch in der Plastiktonne, in der derzeit fünf kleine Inkakakadus (Cacatua leadbeateri) heranwachsen. Noch nicht vollständig befiedert, stellen sie dennoch bei jeder Annäherung an ihr "Nest" drohend die Haube.

Dr. Matthias Reinschmidt, Zoologischer Direktor Loro Parque Fundacion
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