Steckbrief

Der Bitterling

FamilieCyprinidae (Karpfenfische)
VorkommenIn Mittel-/ Osteuropa; in flachen, ruhig fließenden Gewässern
GrößeBis ca. 10cm
WassertemperaturCa. 6 - 21°C
NahrungFlockenfutter, Lebendfutter, Kleinstlebewesen im Teich 
EigenschaftenSchwarmfisch; außergewöhnliches Laichverhalten mit Eiablage in Muscheln (ohne Muscheln keine Jungtiere!)
HaltungPflegeleicht und winterhart
ZuchtMittel
Der Bitterling

Bitterling

Rhodeus sericeus amarus

Der Bitterling ist ein kleiner, graugrüner gefärbter Fisch mit silbrig schimmernden Flanken, der in verschiedenen Regionen Europas beheimatet ist. Seinen Namen verdankt er seinem bitteren Beigeschmack, denn in wirtschaftlich schlechten Zeiten war er ein Speisefisch.

Der geschlechtliche Unterschied bei den Tieren lässt sich vor allem in der Laichzeit von April bis Juni besonders gut beobachten, denn in diesem Zeitraum sind die Männchen zur Balz intensiver als sonst gefärbt und haben eine rötliche Kehle. Die Weibchen sind sehr gut an ihrer bis zu 4 cm großen Legeröhre am hinteren Ende der Bauchunterseite zu erkennen und sind auch außerhalb der Laichzeit deutlich dezenter gefärbt als die Männchen. Die wohl erstaunlichste und interessanteste Eigenschaft der Bitterlinge ist ihr Laichverhalten. Um ihre Brut keinerlei Gefahren auszusetzen und sie bestmöglichst vor Feinden zu schützen, laichen Bitterlinge nur in Fluss- oder Malermuscheln ab, wo ihre Jungtiere dann nach gewisser Zeit schlüpfen und so Fressfeinden nicht zum Opfer fallen. Um Jungtiere heranziehen zu können, ist demnach der gleichzeitige Einsatz von Muscheln in dem Gartenteich unerlässlich. Aber auch der jahreszeitliche klimatische Wechsel mit seinen Temperaturschwankungen ist für die Fortpflanzung der Bitterlinge unabkömmlich, da sonst bestimmte hormonelle Vorgänge nicht stattfinden und somit kein Laich ausgebildet werden kann.

Aufgrund der von Natur aus angewöhnten Wassertemperaturen von 6 - 21°C ist eine Überwinterung der Fische im mindestens 80cm tiefen Gartenteich kein Problem und aufgrund der bereits erwähnten natürlichen Entwicklung sogar erwünscht. Bei der Futteraufnahme sind die Bitterlinge eher anspruchslos und kommen sowohl mit Flockenfutter als auch Lebendfutter aus. Gedeiht die Vielfalt an Kleinstlebewesen im Teich gut, so bedient sich der Bitterling auch hier gerne und muss dadurch nicht mehr allzu stark zugefüttert werden. Eine leichte Wasserströmung, erzeugt durch eine kleine Umwälzpumpe oder Teichbelüftung ist bei der Haltung von Bitterlingen empfehlenswert.

Durch seine außergewöhnliche von der Natur gegebene Brutfürsorge ist der Bitterling ein optimaler Fisch für Beobachter und Entdecker. Das Laichverhalten dieser Tierart stellt eine so besondere Entwicklung der natürlichen Vielfalt dar, dass es unbedingt gefördert und erhalten werden sollte. Dabei sollte für jedes Bitterlingspärchen jeweils nur eine Muschel in den Teich gesetzt werden. Pro Kubikmeter Teichvolumen sollten maximal vier Bitterlinge in den Gartenteich eingesetzt werden.

Text: Kölle-Zoo
Fotos: 
Kölle-Zoo

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