Steckbrief

Die Posthornschnecke

FamilieTellerschnecken
VorkommenMitteleuropa; saubere stehende Gewässer
GrößeBis ca. 3 cm Durchmesser
Wasser4 - 25 °C; nicht zu kalkarm.
NahrungAlgen, Futterreste anderer Teichbewohner
Die Posthornschnecke

Posthornschnecke

Planorbarius corneus

Zu den etwas kleineren, dennoch nicht weniger interessanten und beliebten Teichlebewesen gehört die Posthornschnecke. Sie gehört zur Familie der Tellerschnecken und ihr relativ hohes, posthornartig gewundenes Schneckenhaus gab ihr diesen einprägsamen Namen.

In freier Wildbahn lebende Posthornschnecken sind in ganz Mitteleuropa verbreitet, wo sie in so gut wie jedem sauberen und stehenden Gewässer vorkommen. Fließgewässer sind weniger ihr Terrain, weshalb sie dort nur selten anzutreffen sind.

Bei der Haltung von Posthornschnecken im eigenen Teich ist es wichtig, nicht zu kalkarmes Wasser zu haben, da die Tiere den enthaltenen Kalk zur Stabilisierung ihres Gehäuses benötigen und sonst das Schneckenhaus womöglich zu instabil und brüchig würde. Zudem findet eine Fortpflanzung nur dann statt, wenn die Wasserbedingungen und ein ausreichendes Nahrungsangebot vorhanden sind. Bei der Temperatur des Wassers im Teich sind die Posthornschnecken dafür eher anspruchslos. Sie fühlen sich zwischen 4 und 25 °C wohl, weshalb auch eine Überwinterung kein Problem ist. Die Schnecken vergraben sich dabei im Schlamm, wodurch ihr Überleben auch in kälteren Wintern gesichert ist.

Bezogen auf ihre Futteraufnahme, könnten diese Schnecken auch gut als "Nutztiere" bezeichnet werden, denn ihre Hauptnahrung besteht aus Algen und Futterresten anderer Teichbewohner. Das heißt jedoch nicht, dass bei Algenproblemen 2-3 Posthornschnecken den Teich wieder ins Lot rücken können! Sie können lediglich unterstützende oder vorbeugende Zwecke erfüllen. Um gravierende Algenprobleme allein mit den Schnecken in den Griff zu bekommen, müsste dann geradezu der gesamte Teich mit Posthornschnecken gefüllt werden.

Eine große Besonderheit der Posthornschnecken ist ihr Blutfarbstoff. Dieser ähnelt stark dem menschlichen Blutfarbstoff und hat eine beinahe ebenso große Sauerstoffaufnahmefähigkeit. Deswegen gelingt es der Schnecke, über längere Zeit unter Wasser zu bleiben und nicht an die Oberfläche zum "Luft holen" zu müssen.

Den Teichbesitzern zeigen sich die Tiere des öfteren an der Wasseroberfläche im Randbereich zwischen den Pflanzen oder an der Teichfolie, wo sie nach geeigneter Nahrung suchen. Teichpflanzen und deren junge Triebe fallen Posthornschnecken nur dann zum Opfer, wenn sonst absoluter Nahrungsmangel herrscht.

Wer gesunde und gut wachsende Teichpflanzen haben möchte, sollte nebenbei immer noch ein paar Algen für die Schnecken übrig lassen. So gedeiht ein natürliches Biotop, in dem Neues wachsen kann und Reste wieder verwertet werden.

Text: Kölle-Zoo
Fotos: Shutterstock

Keine Aktion mehr verpassen!

Newsletter abonnieren und Infos, Gutscheine und mehr sichern.

Werden Sie Kölle-Zoo Fan!

Alle News rund ums Tier und Veranstaltungen auf Facebook.