Aquaristik geht auch mit wenig Technik

Aquarien sehen nicht nur schön aus, sondern beruhigen und entspannen auch. Doch trotz schöner Optik und positiver Wirkung scheut der eine oder andere die Anschaffung eines Aquariums, wenn er an die Technik denkt: die richtige Filterung, die Beleuchtung, Sauerstoffversorgung, Heizung. Wer aber glaubt, dass er für ein schönes, gepflegtes Aquarium mit gesunden Bewohnern die ganz große Technik auffahren muss, irrt. Es geht auch mit wenig Technik.

„Wichtig ist vor allem, auf die Beckengröße zu achten“, sagt Florian Grabsch vom Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde (VDA). „Eine bestimmte Mindestgröße, beispielsweise 54 Liter, verleiht dem Becken eine gewisse Fehlertoleranz“, erklärt der Experte. Denn größere Wassermengen sind besser zu pflegen als kleinere, weil sie potenzielle Pflegefehler der Aquarienhalter besser ausgleichen können.

Ob Fische oder Pflanzen: Die Aquarienbewohner müssen ohne Heizung mit einer Zimmertemperatur von durchschnittlich 20 Grad gut zurechtkommen können. Tropische Fische, die Wassertemperaturen von 24 bis 28 Grad mögen und brauchen, sind für ein Aquarium ohne Heizung nicht geeignet. „Hier bietet sich beispielsweise ein kleiner Schwarm Kardinalfische an. Sie kommen mit Zimmertemperatur gut aus, sind klein und friedlich und vermehren sich sogar in Maßen“, sagt Grabsch. „Auch Papageienplaties, Zwergkärpflinge und gefleckte Panzerwelse eignen sich, neben vielen anderen Arten. Bei der Bepflanzung können Aquariumfreunde auf Wasserkelche, Anubien und viele günstige Stängelpflanzen wie Bacopa, Wasserpest, Hygrophila und Vallisnerien zurückgreifen.“

Wichtig: „Bei technikarmen Becken sollten Halter auf einen maßvollen Besatz mit Tieren achten“, sagt der Experte. „Bei einem 54-Liter-Becken passen je nach Art  zehn kleine Fische mit maximal fünf Zentimetern Endgröße. Dagegen kann man gerade am Anfang nicht genug Pflanzen im Aquarium haben“, sagt der Experte. „Acht bis zehn kleine Bündel Stengelpflanzen können ohne Probleme in einem 54-Liter-Aquarium platziert werden.“ Tipps zum Beckenbesatz gibt auch der Zoofachhandel.

In einem technikarmen Aquarium ohne Filter verarbeitet eine großzügige Bepflanzung Verunreinigungen wie Nitrat und Phosphat und  sorgt  für einen natürlichen Ausgleich. „Sie bietet Fischen, die sich zu Anfang noch etwas unsicher fühlen, auch Deckung“, erklärt Grabsch. Neben der großzügigen Bepflanzung sind ein feinkörniger Untergrund und ein regelmäßiger Teilwasserwechsel mit gleichzeitiger Bodengrundreinigung wichtig für ein sauberes Aquarium mit ausreichend Sauerstoff. Außerdem ist nur sehr sparsam zu füttern.

Trotzdem geht es aber nicht ganz ohne Technik. „Auch wenn man Becken mit Tageslicht beleuchten kann, eine Beleuchtung wäre das Letzte, worauf ich verzichten würde“, sagt der Experte. „Zum einen, weil das Becken beleuchtet wesentlich dekorativer wirkt und für einen guten Pflanzenwuchs sorgt. Zum anderen, weil die Beleuchtung mit Sonnenlicht das Algenwachstum sehr stark fördern kann, gerade im Sommer.“ Hier gibt es bereits sehr leistungsfähige Systeme, die den Geldbeutel schonen. Der Zoofachhandel berät gern. 

Text: Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V.
Fotos: Shutterstock

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