Der richtige Einsteig in die Aquaristik

Für den mit der Aquarienpflege beginnenden zukünftigen Aquarianer gehört die erste Auswahl der Fische für sein Aquarium zum Erlebnis. Es ist verständlich, dass jemand, der sich für ein Aquarium in seiner Wohnung entschieden hat natürlich auch ein möglichst vielfältiges Fischleben in ihm beobachten möchte. Sieht er nun das vielgestaltige und farbenfrohe Angebot in unserem Kölle-Zoo, wird er sicher schnell die für ihn besonders schönen Arten pflegen wollen. Und dabei geschieht es dann, wenn er nur nach seinen Vorstellungen auswählt, dass er über das Ziel "hinausschießt".

Gerade zu Anfang sollte man sich zunächst noch bescheiden, denn dann wird die Pflege der Aquarienfische einfacher. Fast alle Aquarienfische, die wir in Gesellschaftsaquarien pflegen, also in solchen Becken, in denen mehrere Fischarten zusammenleben, sind Schwarmfische oder halten sich doch in Gruppen. Deshalb ist es für die Pflege falsch, sagen wir von zehn Arten je ein Pärchen zu nehmen und in einem Aquarium zu vergesellschaften.

Besser und artgemäß richtig ist es, wenn man von einer Fischart zehn Exemplare beiderlei Geschlechts gemischt zusammen pflegt. Dann fühlen sich die Fische wohl, wie man bald am Verhalten der Tiere beobachten kann. Ein Grundfehler ist es, wenn man von Schwarmfischen Einzelgänger pflegt, die sich nicht selten im Aquarium zu Tyrannen entwickeln, die ständig andere Fische belästigen, vertreiben und sogar verletzen können. Dazu kommt noch, dass man nur Fische pflegt, für die die Größe des Aquarium angemessen ist.

Es ist ganz natürlich, wenn ein Aquaristikeinsteiger sich um seine Pfleglinge sorgt, denn Tierliebe ist ja eine der Säulen aller Tierhaltung. Oft geht man dabei jedoch von menschlichen Bedürfnissen aus und sieht nicht das Tier in seinen Ansprüchen. Das ist zunächst kein besonders großer Fehler. Eine wichtige Regel lautet: Hände aus dem Aquarium! Das klingt zunächst paradox, hat aber seine Berechtigung. Zunächst müssen nämlich in einem frisch eingerichteten Aquarium die eingesetzten Wasserpflanzen anwachsen und mit ihren neuen Wurzeln Halt finden.

Wenn man aber nach dem Einrichten ständig Korrekturen an den Pflanzen macht, indem man sie verschiebt oder wieder umsetzt, beschädigt man dabei die feinen Haarwurzeln, mit denen die Pflanzen aus dem Bodengrund gelöste Nährstoffe aufnehmen. Auch die Pflanzen brauchen Ruhe!

Es ist für einen Einsteiger schwer zu verstehen, dass er nicht gleich Fische in sein frisch eingerichtetes Becken setzen soll. Der Leitung entnommenes Frischwasser sollte mit einem speziellen Wasseraufbereiter (erhältlich im Zoofachhandel) versehen sein. Erst nach ca. 10 Tagen beginnt das Aquarium, sich zu stabilisieren. Das heißt, die Bakterienkultur im Filter hat sich soweit vermehrt, dass Futterreste, Kit usw. biologisch abgebaut werden. Das Wasser im Transportbeutel und das im Aquarium sollten höchstens 2 °C auseinander liegen. Das bedeutet:, dass Sie beide Temperaturen angleichen müssen. Sie können den Transportbeutel einfach ins Aquarium legen, müssen aber darauf achten, dass er nicht unter der warmen Beleuchtung liegt. Am besten schalten Sie sie aus, denn wenn es dunkel oder dämmerig im neuen Aquarium ist, können sich die Fische leichter eingewöhnen. Eine andere Methode der Temperaturangleichung von Transportbeutel und Aquarium besteht darin, das man den Transportbeutel öffnet und in das Aquarium einhängt. Dann fügt man langsam Aquarienwasser dem Beutelwasser zu und gießt immer wieder die entsprechende Wassermenge aus dem Beutel ins Aquarium, um den Beutel am Schwimmen zu halten. Alles geschieht langsam und vorsichtig! Erst wenn beide Temperaturen angeglichen sind, kann man den geöffneten Beutel umdrehen und die Fische entlassen. Wir müssen wohl nicht darauf hinweisen, dass ein Thermometer zur Grundausstattung jedes Aquariums gehört, in dem man tropische Fische pflegt.

Beachten Sie also, dass Sie bei aller Tierliebe an die Fische denken, die anders reagieren als wir Menschen, selbst wenn es Ihnen zunächst schwer fällt. Aber auch uns Menschen fällt es nicht leicht, uns an eine neue Umwelt zu gewöhnen, vor allem, wenn wir den Stress eines Umzuges in ein völlig neues Milieu überwinden müssen.

In diesen Fragen berät Sie unser Kölle-Zoo Team gerne.

Text: ©Kölle-Zoo
Fotos: ©Kölle-Zoo

Wussten Sie schon?

... dass echte Wasserpflanzen die Nährstoffe aus dem Wasser mit Hilfe der Blätter aufnehmen und kaum mit den Wurzeln, mit denen sie sich im Boden verankern. Ihre Wurzeln dienen weniger der Ernährung, wie das bei den Sumpfpflanzen der Fall ist.

Sumpfpflanzen entnehmen die Nährstoffe mit Hilfe ihrer Wurzeln aus dem Bodengrund, wo sie durch Bodenbakterien so aufbereitet werden, dass sie die Pflanze aufnehmen kann. Dafür besitzen sie an den dicken Wurzeln kleine Saugwürzelchen, die man als feine "Härchen" an ihnen sehen kann, und die man beim Herausziehen der Pflanze aus dem Bodengrund zum größten Teil abstreift. Sie müssen nach dem Einpflanzen erst wieder neu gebildet werden, ehe die Pflanze sich weiter normal entwickelt.

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