Hobbyfarming

Viele Menschen haben in den letzten Jahren eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Hobbyfarming. Bio-Eier von den eigenen Hühnern, köstlicher Honig aus dem Garten oder gar frischer Fisch aus dem Forellenteich – Hobbyfarming wird immer beliebter. Bereits ein paar Quadratmeter im eigenen Garten reichen aus, um sich eine eigene kleine Mini-Landwirtschaft aufzubauen. Mit der Größe des verfügbaren Raumes steigen auch die Möglichkeiten. Je nachdem, wie viel Platz, Geld und Zeit man zur Verfügung hat, kommen unterschiedliche Varianten des Hobbyfarmings in Betracht.

Was ist Hobbyfarming genau?

Der Begriff ist nicht eindeutig definiert. Grundsätzlich beschreibt man damit aber die private Haltung von Tieren zur Gewinnung von Lebensmitteln wie Eiern, Milch, Honig, Fleisch und Fisch oder Produkten wie Leder oder Fell. Die häufigsten beim Hobbyfarming gehaltenen Tiere sind Hühner, (Lauf-)Enten, Wachteln, Kaninchen, Schafe und Ziegen. Doch auch die Imkerei und sogar die Fischerei werden immer beliebter. Dem Hobbyfarming können unterschiedliche Motive zugrunde liegen: der Wunsch, die Herkunft von konsumierten Lebensmitteln bzw. tierischen Produkten genau zu kennen, die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks, indem man die Massentierhaltung nicht unterstützt, die steigenden Preise für Lebensmittel wie Eier oder Fleisch u.v.m. Doch die Gewinnung von Lebensmitteln und anderen tierischen Produkten muss gar nicht unbedingt im Vordergrund stehen. Viele Menschen entdecken die Haltung von sogenannten „Nutztieren“ als neues Hobby und bauen sich ihren eigenen Mini-Bauernhof auf. Sie haben Freude an der Haltung von Tieren und sehnen sich vielleicht nach einer naturnahen Lebensweise als Ausgleich zum manchmal so stressigen Alltag.

Was benötigt man für Hobbyfarming?

Eine 10 Quadratmeter große Fläche im Garten kann sich ebenso zum Hobbyfarming eignen wie eine 500 Quadratmeter große Wiese – je nach Tierart. Im Garten können zum Beispiel ein paar Hühner ein neues Zuhause finden, während Schafe oder Ziegen auf großen Wiesen als natürliche Rasenmäher fungieren oder Laufenten auf dem Gelände als Schnecken-Vertilger eingesetzt werden. Neben den individuellen Vorlieben für eine bestimmte Tierart sind es auch die gewünschten tierischen Produkte, die entscheiden, welche Tiere gehalten werden.

Die bekannteste Variante ist vermutlich die private Hühnerhaltung, um immer frische Eier zu haben. Drei bis vier Hühner reichen bereits aus, um den Bedarf einer vierköpfigen Familie zu decken. Und hierfür braucht man auch nicht allzu viel Platz. Anders ist es mit der Haltung von größeren Tieren wie Ziegen oder Kühen, etwa zur Gewinnung von Milch und deren Weiterverarbeitung zu Käse und Butter. Hier braucht man natürlich deutlich mehr Fläche. Außerdem benötigt man vor allem Zeit, um die Pflege und Versorgung der Tiere sicherzustellen. Die Fütterung der Tiere, das Ausmisten von Ställen, die Gewinnung von Lebensmitteln etc. können mehrere Stunden pro Tag in Anspruch nehmen. Auch der finanzielle Aspekt ist nicht zu vernachlässigen. Zwar sparst Du womöglich Ausgaben für Eier oder Milch, dafür hast Du jedoch Aufwendungen für Futter, Tierarztrechnungen etc.

Gute Planung ist unverzichtbar

Rechtliche Aspekte

Einfach mal loszulegen, kann beim Hobbyfarming schnell nach hinten losgehen und sogar rechtliche Konsequenzen haben. Es ist nicht damit getan, ein Stück Wiese einzuzäunen und darin Wachteln oder Ziegen zu platzieren. Je nach Tierart gibt es unterschiedliche rechtliche Vorschriften und Regularien, über die Du Dich ausgiebig informieren und denen Du unbedingt Folge leisten solltest, bevor Du mit Deinem neuen Hobby beginnst – sonst kann es ein böses Erwachen und empfindliche Strafen geben.

So müssen beispielsweise alle Geflügelarten wie Hühner oder Wachteln beim zuständigen Veterinäramt angemeldet werden. Außerdem muss gemäß dem Tierseuchengesetz eine Anmeldung bei der Tierseuchenkasse erfolgen und die Tiere müssen regelmäßig gegen die atypische Geflügelpest (Newcastle-Krankheit) geimpft werden.

Bedenke bitte, dass Deine Tiere regelmässige Gesundheitschecks benötigen und je nach Tierart auch geimpft werden müssen.

Vor der Anschaffung von Geflügel solltest Du Dich unbedingt mit der Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest (Geflügelpest-Verordnung) vertraut machen. Es gelten strenge Vorgaben, an die sich jeder Geflügelhalter halten muss und zwar unabhängig davon, wie viele Tiere er hält!

Dies sind nur wenige Beispiele für Auflagen, die es zu erfüllen gilt. Informiere Dich daher genau, welche Richtlinien für die Haltung bestimmter Tiere gelten.

Auch wohn- und baurechtliche Vorgaben sind zu berücksichtigen. In einem Wohngebiet sind zwar „Anlagen für die Kleintierhaltung“ zulässig, Pferde oder Kühe dürfen dort aber nicht gehalten werden. Beachte bitte auch die baurechtlichen Vorgaben vor dem Bau einer Stallung.

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Wichtig: Im Sinne eines angenehmen Miteinanders solltest Du bei der Auswahl der von Dir gehaltenen Tiere auch die Bedürfnisse Deiner Nachbarn berücksichtigen.

Tiergerechte Haltung

Bevor Du mit dem Hobbyfarming beginnst, solltest Du Dich außerdem genau über die Tiere, die Du halten möchtest, informieren. § 2 des Tierschutzgesetzes besagt:

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.“

Die Haltung von Tieren verpflichtet uns also grundsätzlich dazu, die Tiere entsprechend ihrer Art und ihren Bedürfnissen unterzubringen, zu ernähren und zu beschäftigen. Das gilt auch für das Hobbyfarming. Informiere Dich daher unbedingt vor der Anschaffung von Tieren über ihre Bedürfnisse. Auch „Nutztiere“ haben es verdient, tiergerecht gehalten und versorgt zu werden!


Nehme Dir im Vorfeld ausreichend Zeit, um Informationen einzuholen und Dich mit anderen Hobbyfarmern auszutauschen. Überlege genau, ob die Haltung der von Dir präferierten Tierart mit Deinen Lebensumständen kombinierbar ist. Hast Du zum Beispiel jemanden, der die Tiere versorgt, wenn Du im Urlaub oder erkrankt bist? Sind alle Familienmitglieder mit dem Hobbyfarming einverstanden? Hobbyfarming ist ein anspruchsvolles Hobby, das gut geplant sein will.

Klein starten

Um Dich nicht zu übernehmen und vielleicht nach ein paar Monaten festzustellen, dass Du Dir zu viel aufgebürdet hast, empfiehlt es sich, klein zu starten: mit 3 Hühnern statt 20 oder mit zwei Schafen statt einer Herde. Die Gruppen erweitern kannst Du immer noch, wenn alles gut klappt und Du Freude an Deinem neuen Hobby hast.

Fazit

Viele Menschen haben das Bedürfnis, der Schnelllebigkeit und Hektik unserer Zeit etwas entgegenzusetzen, sich mehr in der Natur aufzuhalten und vermeintlich „einfachen“ Tätigkeiten nachzugehen. Dies ist neben der Lebensmittelgewinnung ein häufiges Motiv für das Hobbyfarming. Und tatsächlich kann es ungemein beruhigend sein, morgens frische Eier aus dem Hühnerstall zu holen oder auf der Wiese zu sitzen, während Schafe um einen herum grasen. Doch Hobbyfarming ist vor allem mit viel Arbeit und Zeitaufwand verbunden. Wenn Du dies leisten kannst und möchtest und Dich zuvor ausgiebig über die Bedürfnisse der entsprechenden Tiere und die rechtlichen Rahmenbedingungen informiert hast, steht dem Beginn Deines neuen Hobbys nichts mehr im Weg! Wenn Du auf der Suche nach Futter und Zubehör für Deine zukünftigen Hobby-Farm Bewohner bist, dann bist Du bei uns genau richtig. Wir haben vor Ort in unseren Kölle Zoo Märkten eine tolle Auswahl an Futter für Hühner, Tauben und Wachteln, aber auch Zubehör wie Tränken, Näpfe und Einstreu. Unsere Kollegen vor Ort beraten Dich selbstverständlich auch gerne rund um das Thema Hobbyfarming.

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