Steckbrief Basset Hound

Herkunft und Geschichte

Der Basset Hound ist eine von der FCI anerkannte britische Hunderasse, die zur Gruppe 6 „Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen“ gezählt wird. Der Stammvater des Basset Hounds ist wohl ein Basset d`Artois, eine mittlerweile ausgestorbene französische Hunderasse. Im 19. Jahrhundert begann die systematische Basset-Zucht und die erste Meute wurde zusammengestellt. Durch die Einkreuzung von Bluthunden (Bloodhounds) zur Verbesserung des Geruchssinns entstanden schließlich die heute bekannten, rassetypischen Merkmale. Ursprünglich wurde der Basset Hound zur Jagd gezüchtet. Trotz seines behäbig wirkenden Körpers ist er ein schneller und ausdauernder Jäger. Durch seine Beliebtheit insbesondere in den 1970er-Jahren kam es leider zu einer Überzüchtung bestimmter Rassemerkmale wie der hängenden Augenlider und der großen Ohren. Heute wird in der Zucht wieder vermehrt Wert auf robuste, gesunde Hunde gelegt. Mittlerweile ist der Basset Hound zu einem beliebten Familienhund geworden.

Aussehen

1) Körperbau

Der Basset Hound ist ein kräftiger Hund mit kurzen Beinen und langgezogenem Körper. An Wange, Stirn und Vorderläufen bildet die Haut typische Falten. Markant sind bei vielen Tieren die herabhängenden Augenlider (Ektropium). Die Schlappohren sind auffallend groß. Bassets haben eine am Ansatz kräftige Rute, die sich nach hinten verjüngt. Ihr Fell ist glatt und dicht.

2) Körpergewicht und Größe

Basset Hounds erreichen eine Größe von etwa 38 cm und ein Gewicht von ca. 35 Kilogramm. Es sind somit eher kleine, aber schwere und massige Hunde.

3) Farben

Es gibt ihn in unterschiedlichen Farbvarianten, vorwiegend dreifarbig (Schwarz-Weiß-Braun) und zweifarbig (Lemon-Weiß).

Charakterzüge und Wesen

Basset Hounds sind vor allem durch ihre ausgesprochene Gutmütigkeit und ihr liebenswertes Wesen bekannt. Sie sind treu, anhänglich, verschmust und sehr gelassen. Mitunter können sie jedoch ihren „Dickkopf-Modus“ einschalten und neigen dann zu sturem und eigenwilligem Verhalten. Dies ist auf ihre ursprüngliche Verwendung als Jagdhund zurückzuführen, wobei dem Basset eigenständige Entscheidungen innerhalb der Meute abverlangt wurden. Aufgrund seiner hohen Intelligenz lernt er schnell, wie er seinen Menschen um den Finger wickeln kann. Daher ist es wichtig, vom Welpenalter an am Grundgehorsam zu arbeiten und den Jagdtrieb in die richtigen Bahnen zu lenken. Dies erreicht man beim Basset niemals durch Härte oder Druck, sondern am besten mit Lob, Leckerli und positiver Verstärkung. Besonders auffallend ist ihre Freundlichkeit gegenüber anderen Hunden und Menschen. Gut sozialisierte Basset Hounds sind niemals aggressiv oder suchen Ärger. Ihr „traurig“ wirkender Blick ist eine reine Äußerlichkeit, denn Basset Hounds sind fröhliche und verspielte Hunde, die auch mit Kindern gut zurechtkommen und sehr geduldig sind.

Passt ein Basset Hound zu mir? Wie muss er gehalten werden?

Die etwas träge wirkende Körperform des Bassets darf nicht über seinen großen Bewegungsdrang und seine Ausdauer hinwegtäuschen. Daher eignen sich Bassets vor allem für aktive Menschen, die Zeit und Lust haben, die klugen Tiere sowohl körperlich als auch geistig auszulasten. Aufgrund ihres freundlichen Wesens eignen sie sich auch als Familienhunde. Da Bassets aufgrund ihrer langen Körperform und ihrer kurzen Beine Probleme mit dem Treppensteigen haben, sind Wohnungen in höheren Stockwerken nicht der geeignete Lebensraum. Bassets bleiben nicht gerne alleine, was vor der Anschaffung zu berücksichtigen ist.

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Übrigens: Basset Hounds sind Meutehunde, das heißt, das gemeinsame Leben mit Artgenossen steckt ihnen in den Genen. Daher fühlen sie sich am wohlsten, wenn sie mit mehreren anderen Hunden, am besten anderen Bassets, zusammenleben dürfen.

1) Auslauf

Basset Hounds brauchen viel Bewegung, daher sind täglich lange Spaziergänge Pflicht. Seine Jagd- und Schnüffelleidenschaft kann durch Intelligenzspielzeug, Apportiertraining oder Fährtensuche gestillt werden.

2) Ernährung

Basset Hounds neigen zu Übergewicht, weshalb besonderer Wert auf eine gesunde Ernährung gelegt werden sollte. Geeignet sind sowohl hochwertiges Trocken- oder Nassfutter als auch BARF.

3) Pflege

Das Fell des Basset Hounds ist sehr pflegeleicht. Regelmäßiges Bürsten, besonders während des Fellwechsels, ist ausreichend. Aufgrund ihrer rassetypischen Merkmale sind besonders Augen und Ohren anfällig für Entzündungen und andere Erkrankungen. Daher sind sie regelmäßig zu überprüfen und zu reinigen.

Typische Erkrankungen

Die meisten rassetypischen Erkrankungen sind auf eine Überzüchtung zurückzuführen, das heißt auf eine besonders starke Ausprägung bestimmter Merkmale. Hierzu gehören:

1) Zuchtbedingte Erkrankungen

Bandscheibenvorfall

Aufgrund seiner Anatomie ist das Risiko, einen Bandscheibenvorfall zu erleiden, für einen Basset Hound deutlich höher als für viele andere Hunderassen. Durch die kurzen Beine, den im Verhältnis dazu sehr langem Rücken und den massigen Körperbau sind die Bandscheiben häufig einer überdurchschnittlichen Belastung ausgesetzt. Neben Schmerzen können neurologische Ausfälle wie z. B. Koordinationsstörungen, Nachschleifen eines Beins, Ataxie (Gleichgewichtsstörungen), Gefühlsverlust oder Lahmheit bis hin zur kompletten Lähmung als Symptome eines Bandscheibenvorfalls auftreten. Solltest Du eines oder sogar mehrere dieser Symptome bei Deiner Fellnase beobachten, ist es dringend geraten, den Tierarzt aufzusuchen.

Erfrierungen an Hodensack und Vorhaut

Bei Rüden kann es ebenfalls bedingt durch die rassebedingte Anatomie des Basset Hounds speziell im Winter schnell zu Erfrierungen im Genitalbereich kommen, der sich bedingt durch die kurzen Beine in unmittelbarer Nähe zum Boden befindet. Darüber hinaus ist der Basset Hound jedoch auch sehr hitzeempfindlich, sodass Spaziergänge sowohl im Sommer als auch im Winter an die entsprechende Tageszeit angepasst werden sollten.

2) Erkrankungen der Augen und Ohren

(Chronische) Augen- und Ohrenentzündungen

Die Augen und Ohren des Basset Hounds sind generell sehr anfällig für Entzündungen, daher solltest Du sie immer im Blick haben und regelmäßig reinigen, um Infektionen möglichst ausschließen zu können. Eine beim Basset Hound rassebedingt zusätzlich häufig auftretende Erberkrankung ist das sogenannte Ektropium: Bei dieser Lidfehlstellung ist der Rand des unteren Augenlids nach außen gedreht, sodass es zu einem Lidfehlschluss kommt und die Lider bei geschlossenen Augen nicht exakt aneinander liegen. Bei einem Ektropium wird die Bindehaut durch das herabhängende Augenlid nicht ausreichend geschützt, Staub und Fremdkörper sowie Bakterien können ungehindert eindringen, in der Folge entwickelt sich dann oftmals eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Bei einem ausgeprägten Ektropium empfiehlt sich ein operativer Eingriff zur Korrektur der Lidfehlstellung. Umgangssprachlich wird ein Ektropium übrigens oft als Hängelid bezeichnet, auch wenn das medizinisch nicht ganz korrekt ist.

Du möchtest Dir einen Basset Hound anschaffen? Woran erkennst Du ein gesundes Tier?

Da Basset Hounds bei Überzüchtung zu verschiedenen Krankheiten neigen, ist es wichtig, einen seriösen Züchter auszusuchen, wenn Du einen Welpen kaufen möchtest. Dieser sollte einem entsprechenden Verein angeschlossen sein, etwa dem „Basset Hound Club von Deutschland“. Nur so kannst Du sicher sein, dass bei der Zucht auf eine gute Gesundheit Wert gelegt wird. Ein seriöser Züchter kann Dir auch die Ergebnisse einer Zuchttauglichkeitsuntersuchung vorlegen. Bei erwachsenen Tieren solltest Du darauf achten, dass die rassetypischen Merkmale nicht zu stark ausgeprägt sind, dies gilt insbesondere für die Augen, die Ohren und die Faltenbildung. Schaue Dir außerdem sein Bewegungsmuster genau an. Bei Welpen ist es schwer zu beurteilen, wie sich die Merkmale im Laufe des Heranwachsens entwickeln. Um eine Vorstellung zu bekommen, solltest Du Dir die Elterntiere genau ansehen.

Fragen und Antworten zum Basset Hound

1) Was kostet ein Basset Hound Welpe?

Einen Basset-Hound-Welpen bekommst Du bei einem guten und seriösen Züchter ab 1000 Euro. Günstigere „Preise“ sollten Dich stutzig machen.

2) Ist der Basset ein Jagdhund?

Ja, Basset Hounds sind ursprünglich Jagdhunde und haben sich die damit verbundenen Instinkte beibehalten. Übt man früh am Grundgehorsam und lenkt den Jagdtrieb zum Beispiel mittels Suchspielen oder Fährtensuche in die richtigen Bahnen, eignet sich ein Basset Hound auch als Familienhund.

3) Ein Basset Hound als Familienhund – geht das?

Ja, das geht durchaus. Basset Hounds binden sich eng an ihre Besitzer und sind auch Kindern gegenüber sehr geduldig und freundlich. Ihre hohe Frustrationstoleranz sollte jedoch nicht dazu führen, dass sie vom Nachwuchs übermäßig beansprucht werden. Ein Basset Hound ist derart entspannt und nachgiebig, dass oftmals übersehen wird, dass ihm der Trubel eigentlich schon längst zu viel ist. Daher ist es wichtig, dass der Hund Rückzugsmöglichkeiten hat, an denen er in Ruhe gelassen wird, und den Kindern frühzeitig der richtige Umgang mit Hunden beigebracht wird. Dann können Basset Hounds tolle, verspielte und anhängliche Familienmitglieder sein.

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