Steckbrief Englischer Cocker Spaniel

Herkunft und Geschichte

Der Englische Cocker Spaniel ist eine Hunderasse aus Großbritannien, die von der FCI unter der Gruppe 8 „Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde“ geführt wird. In diesen Bereichen liegt seine ursprüngliche Verwendung als Jagdhund. Insbesondere war er für die Jagd auf Waldschnepfen verantwortlich, eine Vogelart, die sich im Unterholz besonders gut tarnen kann. Hierher hat er auch seinen Namen, denn die englische Bezeichnung für Waldschnepfe lautet „Woodcock“. Doch auch zur Jagd auf Wild wurde er eingesetzt. Heute wird der Englische Cocker Spaniel neben jagdlichen Zwecken auch als Diensthund gehalten. Die meisten Englischen Cocker Spaniel sind mittlerweile jedoch Familienhunde.

Aussehen

1) Körperbau

Englische Cocker Spaniel sind mittelgroße Hunde mit kompaktem Körperbau und geradem Rücken, der in Richtung Lenden leicht abfällt. Der Schwanz bildet mit dem Rücken eine Linie. Sie haben kräftige Beine und einen muskulösen Kiefer. Die Augen sind haselnussfarben oder dunkel, die Nase hat die gleiche Farbe wie das Fell. Markant sind die langen, tief ansetzenden Hängeohren. Das weiche und dichte Fell des Cocker Spaniels liegt eng am Körper an und schimmert seidig. Am Kopf ist es kurz, an Ohren, Brust, Bauch, Beinen und Schwanz dagegen lang.

2) Körpergröße und Gewicht

Englische Cocker Spaniel erreichen eine Widerristhöhe von 38 bis 41 cm und ein Gewicht von 12 bis 14 kg.

3) Farben

Cocker Spaniel gibt es in den Farben Schwarz, Braun, Rot, Schwarz-, Orange- oder Braunschimmel sowie Schwarz-Weiß, Orange-Weiß, Braun-Weiß und Tricolor.

Charakterzüge und Wesen

Englische Cocker Spaniel sind intelligente, aufmerksame, bewegungsaktive und fröhliche Hunde. Sie sind sehr gelehrig und arbeiten gerne und eng mit ihrem Herrchen oder Frauchen zusammen. Daher sind sie auch ideal für Hundesportarten wie Agility, Obedience oder Fährtensuche geeignet. Überhaupt lassen sie sich für gemeinsame Aktivitäten jederzeit begeistern und benötigen sie auch unbedingt, um zufrieden zu sein und nicht auf „dumme Ideen“ zu kommen. Wenn man sie nämlich lässt, haben Cocker Spaniel gerne das Sagen, daher ist eine konsequente, aber liebevolle Erziehung bereits ab dem Welpenalter sehr wichtig. Konsequenz ist hier keinesfalls mit Härte oder Druck gleichzusetzen, denn damit erreicht man bei dem sanften Spaniel nichts. Positive Verstärkung und Geradlinigkeit im Handeln führen dagegen schnell zum Erfolg. Inkonsequenzen und Nachlässigkeiten werden von dem klugen Spaniel jedoch sofort ausgenutzt. Der Jagdtrieb des Cocker Spaniels sollte nicht unterschätzt und früh mit Alternativen wie Apportieren oder Fährtensuche in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Englische Cocker Spaniel sind freundlich und zutraulich, sie reagieren Fremden gegenüber niemals aggressiv und verstehen sich auch mit Kindern, sofern sie von diesen respektvoll behandelt werden. Dann können sie tolle Spielkameraden sein. Entsprechend ausgelastete Englische Cocker Spaniel mutieren zu Hause zu kleinen Kuschelhunden, die die gemeinsame Zeit in vollen Zügen genießen.

Passt ein English Cocker Spaniel zu mir? Wir muss er gehalten werden?

Cocker Spaniel sind lauffreudige und aktive Hunde, die beschäftigt werden wollen und müssen. Am wohlsten fühlen sie sich bei Menschen, die viel Zeit für sie haben, ihnen immer wieder Neues zeigen und vielseitige Anreize bieten, sodass sie ihre Neugier und ihren Tatendrang befriedigen können. Neben dem Einsatz als Jagd- oder Diensthund sind sie damit besonders für Menschen geeignet, die selbst gerne viel unternehmen und gewillt sind, den hübschen Briten sowohl körperlich als auch geistig auszulasten. Cocker Spaniel sind alles andere als Couchpotatoes, die kleinen Energiebündel brauchen viel Action. Sie lassen sich für Fährtensuche ebenso begeistern wie für Joggingrunden mit ihrem Herrchen oder Frauchen. Wenn sie ausgelastet sind, sind sie Zuhause sehr entspannt und genießen Kuscheleinheiten mit ihren Menschen. Sie bleiben nicht gerne alleine und möchten am liebsten immer bei ihrer Familie sein.

1) Auslauf

Tägliche ausgiebige Spaziergänge sind für Cocker-Spaniel-Halter ein Muss. Dabei freuen sich die Tiere über abwechslungsreiche Routen, auf denen es viel zu entdecken und zu erschnüffeln gibt. Sie lassen sich für Fährtensuche, Apportieren und viele weitere Beschäftigungsmöglichkeiten begeistern. Hauptsache, es gibt etwas zu tun! Cocker Spaniel lieben Wasser und werden kaum eine Gelegenheit auslassen, im kühlen Nass zu baden. Sie sollten daher regelmäßig die Möglichkeit bekommen, zu schwimmen.

2) Ernährung

Bezüglich der Ernährung sind beim Cocker Spaniel keine rassetypischen Besonderheiten zu beachten. Wie bei allen Hunden ist auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten, um den Grundstein für ein langes und gesundes Leben zu legen. Sowohl ein hochwertiges Trocken- oder Nassfutter als auch Barf ist für den Englischen Cocker Spaniel geeignet. Da Englische Cocker Spaniel für ihr Leben gern fressen, sollte Übergewicht vermieden werden.

3) Pflege

Um Verfilzungen zu vermeiden, die besonders unter den Ohren und den Achseln recht schnell auftreten, sollte der Cocker Spaniel täglich gekämmt werden. Anschließend wird das seidig glänzende Fell mit einem Striegel in Form gebracht. Überstehendes Fell an den Pfotenballen sollte regelmäßig gekürzt werden. Für den typischen Cocker-Look werden überschüssige Haare unter den Ohren, am Rücken und Bauch getrimmt. Die Ohren und auch die Lefzen sind relativ empfindlich und neigen zu Entzündungen. Daher sollten sie regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. Wie bei allen Hunden ist von klein auf auf gute Zahnpflege zu achten.

Typische Erkrankungen

Es gibt einige Erkrankungen, die beim Englischen Cocker Spaniel häufiger auftreten als bei anderen Hunderassen. Dazu gehören:

1) Autosomal-rezessive Erberkrankungen

Kongenitale Vestibularsyndrom

Das Kongenitale Vestibularsyndrom ist eine beim Cocker Spaniel häufiger als bei anderen Hunderassen auftretende Erberkrankung, die das Innenohr betrifft und zu Gleichgewichtsstörungen führt. In schlimmen Fällen erfolgt eine beidseitige Taubheit des betroffenen Tieres. Als Symptome eines Kongenitalen Vestibularsyndroms gelten insbesondere das Schiefhalten des Kopfes, Schielen, Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen sowie eine erhöhte Neigung zum Umfallen. Neben einer Vererbung können auch bakterielle oder mykotische Infektionen sowie Hirnschädigungen z. B. durch einen Unfall Ursache des Kongenitalen Vestibularsyndroms sein. Beobachtest Du eines der geschilderten Symptome bei Deinem Hund, ist ein schneller Besuch beim Tierarzt unumgänglich.

Familiäre Nephropathie (FN)

Die Familiäre Nephropathie ist eine erblich bedingte Erkrankung der Nieren, die sich bei dem Englischen Cocker Spaniel zumeist in einem Alter von sechs Monaten bis zu zwei Jahren zeigt und zu einer chronischen Nierenfunktionsstörung führt. Durch einen Defekt im Filtersystem der Niere funktioniert die Trennung zwischen den normalerweise mit dem Urin ausgeschiedenen Abbauprodukten und dem gesäuberten Blut nicht mehr einwandfrei. Als Symptome zeigen sich übermäßiger Durst, verzögertes Wachstum, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und Erbrechen. Die Zerstörung der betroffenen Nieren kann dabei rasch voranschreiten und endet tödlich. Betroffene Tiere versterben in der Regel nach höchstens zwei Jahren an Nierenversagen.

2) Hauterkrankungen

Lefzendermatitis

Die sogenannten Lefzendermatitis bezeichnet eine nässend-eitrige Entzündung an den von der Oberlippe überlagerten Hautfalten der Unterlippe. Ursächlich für die Entzündung ist das Aneinanderreiben der oberen und unteren Hautfalten, durch die es zu einer Schädigung der oberen Hautschicht kommt. Eventuell bestehender Zahnstein sowie Zahnfleischentzündungen können eine Lefzendermatitis zusätzlich befördern. Die Behandlung besteht in der regelmäßigen Reinigung und Pflege der Lefzenfalte.

3) Neurologische Erkrankungen

Epilepsie

Auch Hunde können an Epilepsie leiden, insgesamt sind etwa 2 % der Fellnasen betroffen. Epilepsie gehört bei Hunden somit zu einer der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Bei einer Epilepsie kommt es zu einer wiederholten Fehlfunktion des Großhirns, bei der das Gleichgewicht zwischen der elektronischen Ladung und Entladung der Nervenzellen kurzfristig gestört ist, sodass ganze Neuronenverbände plötzlich gleichzeitig und unkontrolliert Stromstöße abgeben. Man spricht dann von einem epileptischen Anfall: Die Skelettmuskulatur wird steif, der Hund kippt mit ausgestreckten Beinen um, ist nicht mehr ansprechbar oder sogar bewusstlos. Nach kurzer Zeit ist dann zumeist alles vorbei, wobei der Hund noch über einen längeren Zeitraum erschöpft, desorientiert und sehr hungrig und durstig sein kann.

Bei einigen Rassen, zu denen auch der Cocker Spaniel zählt, geht man von einer genetischen Prädisposition für Epilepsie aus – die Krankheit wird dann autosomal-rezessiv vererbt. Solch eine genetische Epilepsie ist nicht heilbar, kann aber im Rahmen einer medikamentösen Therapie behandelt werden, die allerdings viel Konsequenz von Seiten des Halters verlangt.

Sogenannte Cockerwut

Bei der sogenannten Cockerwut (auch Cocker Rage Syndrom oder Sudden Onset Aggression) handelt es sich um eine bisher kaum erforschte Krankheit, deren hauptsächliches Symptom eine plötzliche und absolut grundlos auftretende Aggressivität ist, die sich sogar gegen die engsten Bezugsmenschen richten kann. Der Verlauf dieser aggressiven Wutanfälle ähnelt dabei einem epileptischen Anfall: Auf die Phase der Wut folgt oft ein Zustand der Erschöpfung und Orientierungslosigkeit. Rüden scheinen tendenziell häufiger betroffen zu sein als Hündinnen, außerdem zeigen einfarbige, und zwar insbesondere rote bzw. goldene Cocker Spaniel öfter Symptome als mehrfarbige Exemplare. Obwohl es Hinweise darauf gibt, dass die Krankheit vererbt wird, gibt es bisher keine wissenschaftlich validen Aussagen und in der Folge auch keine gesicherte Diagnosemöglichkeit, sodass es auch Meinungen gibt, die Cockerwut als rein aggressives Verhalten ohne eine zugrunde liegende Krankheit werten.

4) Gelenkerkrankungen

Patellaluxation

Patellaluxation ist der medizinische Fachbegriff für das temporäre Ausrenken der Kniescheibe. Die Symptome sind zumeist wenig schwerwiegend und äußern sich in einer gelegentlichen Lahmheit bzw. dem Laufen auf drei Beinen. Eine Diagnose kann u. a. durch ein Röntgenbild gestellt werden, durch das auch durch die Luxation bedingte Arthrosen festgestellt werden können. Bei leichterer Ausprägung wird häufig die Gabe von Schmerzmitteln und Schonung verordnet. In schwerwiegenderen Fällen kann ein operativer Eingriff notwendig werden.

Fragen und Antworten zum Englischen Cocker Spaniel

1) Ist ein Cocker Spaniel ein Familienhund?

Der Englische Cocker Spaniel kann ein toller Familienhund und Spielgefährte für Kinder sein, sofern er geistig und körperlich ausgelastet ist. Er braucht viel Bewegung und Beschäftigung. Werden diese Bedürfnisse erfüllt, ist der Spaniel zu Hause ruhig und ausgeglichen und bindet sich eng an seine Familie.

2) Wie lange kann ein Cocker Spaniel alleine bleiben?

Wie bei allen Hunden muss das Alleinbleiben auch mit dem Cocker Spaniel kleinschrittig geübt werden. Wird er langsam daran herangeführt, kann er auch mal ein paar Stunden allein bleiben. Dies sollte jedoch nicht die Regel sein, da sich Cocker Spaniel eng an ihr Rudel, also ihre Familie, binden.

3) Wie viel kostet ein Cocker Spaniel?

Bei einem seriösen Züchter kostet ein Welpe ab 1000 Euro. Günstigere Preise von „Vermehrern“ sollten Dich stutzig werden lassen. Wähle für den Welpenkauf in jedem Fall einen Züchter, der einem der drei VDH-Vereine angeschlossen ist, um gesundheitliche Probleme weitestgehend auszuschließen.

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