Steckbrief Sinai Stachelmaus

Die Sinai Stachelmaus (Acomys dimidiatus) ist neben der Goldstachelmaus (A. russatus), der Nil Stachelmaus (A. cahirinus cahirinus) und der Zwergstachelmaus (A. spinosissimus) die mit am häufigsten in menschlicher Obhut gepflegte Stachelmausart. Charakteristisch für alle Arten sind die harten, borstigen Haare des Rückenfells, denen die Tiere die Bezeichnung „Stachelmaus“ zu verdanken haben. Die Sinai Stachelmaus ist weit verbreitet. Man findet sie von der Sinai Halbinsel über den Libanon, Syrien, Jordanien, Israel bis zur arabischen Halbinsel und in den südlichen Regionen von Iran, Irak und Pakistan.

Verhalten

Sinai Stachelmäuse sind gesellige Tiere. Du kannst sowohl reine Weibchengruppen als auch ein Männchen mit mehreren Weibchen halten. Geschlechtsreife Männchen vertragen sich in der Regel nicht und liefern sich erbitterte Kämpfe. Am besten gewöhnst Du Deine Stachelmäuse schon vor Beginn der Geschlechtsreife aneinander, da es sehr schwierig sein kann, erwachsene Tiere miteinander zu vergesellschaften. Ein untrügliches Zeichen für Stress und Unverträglichkeiten in der Gruppe sind Verletzungen an den Ohren und am Schwanz! Bei Sinai Stachelmäusen lassen sich Aktivitätsphasen rund um die Uhr, immer wieder gefolgt von Ruhephasen, beobachten.

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Zusatzinfo: Weibliche Stachelmäuse helfen einander bei der Geburt, man sagt die Tiere haben einen „Hebammeninstinkt“. Die Jungtiere sind Nestflüchter und werden von den Weibchen gemeinsam aufgezogen.

Tiergerechte Haltung

Ein Stachelmaus-Gehege für zwei Tiere sollte mindestens über eine Grundfläche von 0,5 m2 verfügen. Für die Haltung optimal geeignet sind Kleinsäugerterrarien bzw. Nagarien. Da Stachelmäuse sehr gerne und gut klettern, sollte die Höhe des Heims mindestens 75 cm betragen, bei einer Grundfläche von beispielsweise 100 x 50 cm. Wichtig ist eine dreidimensionale Einrichtung, damit die Stachelmäuse ihren Bewegungsdrang und ihr Kletterbedürfnis ausleben können. Du kannst unterschiedliche Ebenen in das Gehege einbauen und Deinen Stachelmäusen Äste und Röhren zum Klettern anbieten. Stelle das Nagerheim am besten an einem ruhigen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung und ohne Zugluft auf. Die Wohlfühltemperatur für Sinai Stachelmäuse liegt bei 22 - 26 °C. Idealerweise können die Tiere in ihrem Heim wärmere und kühlere Zonen aufsuchen. Die Einstreuschicht sollte mindestens 10 cm hoch sein. Geeignet ist z. B. Kleintierstreu vermischt mit Heu und Stroh. Wechsle bei der Käfigreinigung am besten immer nur einen Teil der Einstreumischung aus, da sich Stachelmäuse sehr über den Geruchssinn orientieren. Ganz wichtig ist es, alle schweren Einrichtungsgegenstände (Schlafhäuschen, Sandbad, Futter- und Wassernäpfe, Laufteller) untergrabsicher aufzustellen, um zu vermeiden, dass Deine Stachelmäuse darunter eingeklemmt werden. Stelle alle schweren Gegenstände dafür z. B. auf einen Steinsockel, der bis auf den Boden des Nagerheims reicht oder auf Zwischenebenen. Wichtig sind außerdem viele Versteckmöglichkeiten, damit sich die Tiere zurückziehen können. Einen Laufteller nehmen Stachelmäuse meist auch gerne an. Er eignet sich besser als ein Laufrad für Stachelmäuse, da bei einem Laufteller die Verletzungsgefahr für die empfindliche Schwanzhaut geringer ist. Für die Fellpflege benötigen Deine Sinai Stachelmäuse ein mit Chinchillasand befülltes Sandbad.

Tiergerechte Ernährung

Sinai Stachelmäuse sind Gemischtköstler. Es sollten hauptsächlich fettarme Sämereien angeboten werden, da die Tiere zur Verfettung neigen. Tierisches Eiweiß steht für Sinai Stachelmäuse ebenfalls auf dem Speiseplan. Du kannst Dir entweder eine eigene Futtermischung aus Kleinsaaten herstellen und das tierische Eiweiß (z. B. getrocknete Mehlwürmer oder Katzentrockenfutter) ergänzen, oder aber auch eine Fertigfutter für Zwerghamster verwenden. Als Frischfutter eignen sich Gemüse und Kräuter. Auf Obst und zuckerhaltiges Gemüse (Mais, süße Möhrchen) solltest Du verzichten, da Deine Stachelmäuse davon dick werden können und auch die Entstehung von Diabetes dadurch möglich ist.

Für wen eignen sich Sinai Stachelmäuse?

Sinai Stachelmäuse eignen sich als reine Beobachtungstiere, denn obwohl sie zutraulich werden können, lassen sie sich nicht gerne herausnehmen und mögen es auch nicht gestreichelt zu werden. Beim Handling ist zudem zu beachten, dass der Schwanz der Tiere über eine Sollbruchstelle verfügt. Wird Zug darauf ausgeübt, reißt der Schwanz leicht ab. Daher dürfen die Tiere auf keinen Fall am Schwanz gegriffen werden. Müssen Stachelmäuse aus ihrem Gehege herausgefangen werden, so nimm hierfür am besten einen Becker oder eine kleine Transportbox.
Für die tägliche Pflege Deiner Stachelmäuse (Fütterung, Reinigung der Toilettenecken, Entfernen von übrig gebliebenem Frischfutter) solltest Du 10 - 20 Minuten einplanen. Zusätzlich solltest Du einmal pro Woche einen Zeitaufwand von einer Stunde für die gründlichere Käfigreinigung mit veranschlagen. Sinai Stachelmäuse werden zwei bis vier Jahre alt. In dieser Zeit begeistern die ungewöhnlichen Pfleglinge ihren Halter durch ihr interessantes Sozialverhalten.

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