Steckbrief Seepferdchen

Wenn man als unbefangener Betrachter zum ersten Mal ein lebendes Seepferdchen (Hippocampus spec.) im Aquarium sieht, wird man kaum glauben wollen, dass es sich um einen Fisch handelt, denn sein Aussehen weicht zu stark von der Vorstellung ab, wie ein normaler Fisch aussieht. Es gibt 30 bis 35 verschiedene Arten der Seepferdchen.

Herkunft

Das Seepferdchen lebt in warmen Meerwasserregionen. Das Lang- und Kurzschnauzige Seepferdchen lebt im Mittelmeer, im Schwarzen Meer und im östlichen Atlantik. Man trifft es auch ganz selten mal in der Nordsee. Das Pazifik Seepferdchen lebt, wie der Name schon sagt, im Pazifik.
In flachen und ruhigen Küstengewässern fühlt sich das Seepferdchen wohl. Manche Arten mögen dichte Seegraswiesen und andere wiederrum mögen steinige und felsige Küsten und leben zwischen Algen.

Merkmale

Das Seepferdchen gehört zu den Fischen, obwohl es nicht danach aussieht. Die Flossen sind fast komplett zurückgebildet und der seitlich zusammengedrückte Körper wird durch einen harten gerippten Hautknochen-Panzer geschützt. Es hat ein röhrenförmiges Maul ohne Zähne. Seinen Namen hat das Seepferdchen durch die Form seines Kopfes, dass an den Kopf eines Pferdes erinnert.
Für einen Fisch ungewöhnlich ist auch die Schwimmhaltung, denn das Seepferdchen schwimmt aufrecht, nicht wie alle anderen Fische waagrecht. Es kann sich mit den kleinen und fast ganz zurückgebildeten Rückenflossen langsam nach vorne bewegen. Die zwei zurückgebildeten Brustflossen sind das Steuerruder. Mit der Schwanzflosse bzw. Greifschwanz kann sich das Seepferdchen an Pflanzen und Korallen festhalten.
Die Größe des Seepferdchens ist sehr unterschiedlich und kann sich von circa 1,5 cm bis 30 cm Länge unterscheiden. In Europa findet man das Kurz- (7 – 13 cm) und das Langschnauzige (8,5 – 18 cm) Seepferdchen. Auch die Färbung kann sich von Art zu Art unterscheiden. Sie reicht von Gelb über Organe bis zu Purpur, Braun, Schwarz und Weiß und sie kann auch gemustert sein. Wenn unterschiedlich gefärbte Tiere im Aquarium schwimmen, dann kann sich das Seepferdchen der Farbe der anderen Bewohner oder auch der Umgebung anpassen. Das Langschnauzige Seepferdchen hat am Kopf und am Hals zottelige Körperanhänge, die wie eine Mähne wirken.

Fortpflanzung

Männchen und Weibchen unterscheiden sich in der Form des Bauches, denn die Weibchen legen ihre Eier in die "Bruttaschen" der Männchen. Dabei handelt es sich um Falten des Bauches. Ist der Nachwuchs fertig zum Schlüpfen, wird er vom Männchen mit Druck aus der Bruttasche schubweise ausgestoßen. Die Jungen schwimmen sofort frei und sehen wie die Miniausgaben ihrer Eltern aus.

Haltung

Die Pflege eines Seepferdchens im Aquarium ist nicht so schwierig, wie immer wieder behauptet wird, ist aber auch nicht leicht, wenn man dem Fisch keine der Art angepassten Verhältnisse bietet. Im Allgemeinen pflegen wir tropische Arten, die eine Wassertemperatur zwischen 22 und 28 °C verlangen. An das Wasser stellt es keine besonderen Ansprüche, normal aufbereitetes Meerwasser genügt. Man kann es gut mit Niederen Tieren zusammen pflegen, denn es vergreift sich nicht Korallen.
Man muss dafür sorgen, dass es sich mit seinem beweglichen Schwanz festhalten kann, ganz gleich, ob es sich um Pflanzen handelt oder zum Beispiel auch um Hornkorallen. Große und räuberische Fischarten sind keine Gesellschaft für die gemächlich schwimmenden Seepferdchen.

Ernährung

Trotz der engen Mundröhre ist das Seepferdchen in der Lage auch Artemia salina und Mysis zu verspeisen. Daneben eignen sich auch Cyclops, weiße und schwarze Mückenlarven, von denen man aber nur so viel verfüttern darf, dass sie schnell gefressen werden und nicht als totes Material das Wasser belasten.

Wusstest Du schon ...

...dass sich bereits im Altertum mystische Vorstellungen und Märchen um das Seepferdchen ranken?
Conrad Gesner schrieb bereits um 1670, es handele sich um "ein Wunderwerk Gottes, das gänzlich einem irdischen Pferd gleicht, ausgenommen der Hinterteil des Schwanzes". Aber er ordnete See- oder Meerpferdchen im Kapitel "Von allerlei Schnecken" ein mit der Überschrift "Von etlichen Meergewürmen", er behandelte Seepferdchen noch nicht bei den echten Fischen. Zu seiner Zeit galt das Fleisch als giftig und als krankheitserregend, zumal man annahm, dass Seepferdchen sich nur von Kot und Wasser ernähren.

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