Einstieg ins Aquascaping

Aquascaping ist Naturkunst im Aquarium! Durch den Einsatz unterschiedlicher Materialien wie Wurzeln, Steine und Wasserpflanzen kannst Du Deine eigene Unterwasserlandschaft kreieren. Egal ob zerklüftete Felsschlucht, üppig bewachsener Bachlauf oder japanischer Garten, beim Aquascaping sind Deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Zwar ist Aquascaping hauptsächlich aus der Süßwasseraquaristik bekannt, wird aber auch in der Meerwasseraquaristik durchgeführt.

Ursprung des Aquascapings

Einer der bekanntesten Begründer des Aquascapings war der japanische Fotograf und Aquarianer Takashi Amano. Er gestaltete natürlich aussehende Mini-Biotope in Aquarien, wobei er keine Kopien von natürlichen Biotopen nachbaute, sondern in seiner Fantasie erschaffene Lebensräume realisierte. Dabei kombinierte er die unterschiedlichsten Pflanzen- und Tierarten in seinen Aquarien miteinander, auch wenn die Arten eigentlich nicht aus denselben Biotopen stammten. Aquarienpflanzen waren in seinen Kreationen nicht nur Beiwerk, sondern sie wurden ganz gezielt eingesetzt, um ein stimmiges Bild eines Biotops oder eines Unterwassergartens zu gestalten. Die eingesetzten Tiere dienten eher als Helfer bei der Pflege des Aquariums z. B. durch das Fressen von Algen und nicht als Hauptakteure.

Takashi Amano übertrug auch die japanische Gartenkunst auf die Aquaristik und führte diese Gestaltungsweise auch für Aquarien ein.

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Zusatzinfo: Die Amanogarnele (Caridina multidentata) hielt dank Takashi Amano Einzug in die Aquaristik, denn er setzte diese Süßwassergarnelenart ganz gezielt als Algenfresser in seinen Aquarienkreationen ein.

Grundlagen des Aquascapings

Ein harmonisches und ästhetisches Gesamtbild ist das Hauptziel der meisten Aquascaper. Dies wird durch die Einrichtung des Beckens nach bestimmten universellen „Symmetrieregeln“ bzw. Grundmustern wie z. B. der Einrichtung nach dem goldenen Schnitt erreicht. Das menschliche Gehirn empfindet (meist) alles was diesen Symmetrieregeln entspricht als besonders schön bzw. harmonisch. Oft wird vor Beginn des Scapings ein schriftliches Layout erstellt, um nicht unabsichtlich von den Grundregeln und der gewählten Grundform abzuweichen.

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Tipp: Das Vorgehen nach bestimmten Grundregeln und -formen klingt für Dich sehr kleinkariert und starr? Selbstverständlich ist beim Aquascaping alles erlaubt, was Dir gefällt!

Hardscape und Softscape

Neben einem Aquarium benötigst Du fürs Aquascaping sogenanntes Hardscape und Softscape. Alle unbelebten Einrichtungsgegenstände wie Wurzeln, Steine und die Aquarienrückwand werden Hardscape, die lebende Einrichtung wie Aquarienpflanzen und Moose wird Softscape genannt. Mittels geschickter Kombination von Hard- und Softscape, kannst Du z. B. Unterwasser-Bäume und Büsche entstehen lassen. Binde hierfür Moose oder Wasserpflanzen z. B. mittels Baumwollbindfaden oder Unterwasser-Pflanzenkleber auf Wurzeln oder Äste auf.

Grundregeln und Grundformen

Die Grundregeln, an die man sich beim Aquascaping meist hält, sind meist der goldene Schnitt, bzw. die auch auf dem Prinzip des goldenen Schnittes basierende goldene Spirale oder die Drittel-Regel.

Sie dienen als Grundlage für die Struktur des Layouts. Punkte, die den Blick auf sich ziehen sollen, sogenannte Fokuspunkte, werden meist auch so platziert, dass sie dem goldenen Schnitt entsprechen und so besonders in den Fokus des Betrachters geraten.

Stark vereinfacht erklärt: Lege gedanklich eine 3 x 3 Tabelle über Dein Bild. An den Schnittpunkten des mittleren Viereckes (hier durch die orangenen Smilies markiert) kannst Du diese Fokuspunkte setzen. Das Gesamtbild wirkt dann besonders harmonisch.

Beim Aquascaping kommen in der Regel drei Grundformen zum Einsatz, dies sind entweder die zentrale Form, die Dreiecks-Form oder die U-Form.

Bei der zentralen Form sind Hard- und Softscape mittig angeordnet. Dadurch entsteht das Bild eines Hügels. Achte bei der zentralen Form darauf, die Seiten des Aquariums frei zu lassen bzw. nur kleine Elemente an den Seiten anzuordnen. Wenn der Blick am zentralen Aufbau seitlich vorbei gehen kann, entsteht nämlich der Eindruck von mehr räumlicher Tiefe.

Bei der Dreiecks-Form erfolgt die Anordnung der Einrichtung von einer Seite her und fällt zur anderen Seite hin verjüngend ab. An der Seite, zu der die Anordnung sich verjüngt, sollte der Blick auf die Rückseite des Aquarium frei sein, denn so erzielst Du eine gute Tiefenwirkung.

Die Wahl der U-Form ist immer dann zu empfehlen, wenn Du z, B. einen Bachlauf oder steil abfallende Klippen mit einer Schlucht realisieren möchtest. Setze an die linke und rechte Seite Deines Aquariums jeweils einen hohen Aufbau und lasse in der Mitte oder auch etwas auf eine Seite versetzt freien Raum.

U-Fom bei einem Süßwasser-…

…und bei einem Meerwasserbecken.

Damit der Einstieg ins Aquascaping klappt!

Für den Einstieg benötigst Du ein geeignetes Aquarium, Wurzeln und/oder Steine, Wasserpflanzen, Moose und Bodengrund. Eine längere Pinzette hilft heim Einsetzen kleinerer Elemente. Setze Dir zu Anfang keine zu hohen Ziele. Versuche Dich am besten erstmal an einem einfacheren Design.

Pflanzen

Wähle am Anfang am besten robuste und relativ pflegeleichte Pflanzenarten. Die Platzierung der Pflanzen in Deinem zukünftigen Becken will gut überlegt sein. Je nach Wuchsform, Blattform und Größe der Blätter eignen sich manche Pflanzen eher für eine Bepflanzung im Vordergrund (Vordergrundpflanzen), in der Mitte (Mittelgrundpflanzen) und im Hintergrund des Beckens (Hintergrundpflanzen).

Kleinwüchsige Arten kommen nach vorne, größer werdende in die Mitte und die größten Arten werden im hinteren Teil des Beckes gepflanzt.

Geeignete Anfängerpflanzen sind z. B. Speerblatt (Anubias), Javafarn, kleiner Wasserstern, Vallisnerien oder Kleefarn (Marsilea). Es gibt verschiedene Anubias-Arten mit unterschiedlicher Wuchs- und Blattform. Anubias barteri nana „Bonsai“ hat sehr kleine Blätter und eignet sich daher gut als Vordergrundpflanze. Javafarne eignen sich besonders gut zum Aufbinden auf Wurzeln oder Steine. Es gibt schmal- und breitblättrigere Varianten dieser Pflanzen. Meist wird Javafarn als Mittelgrundpflanze eingesetzt. Kleefarne sind kleinwüchsige, rasenbildende Pflanzen, die sich optimal als Vordergrundpflanzen eignen. Mit ihnen lassen sich z. B. „Wegränder“ in Aquarien sehr schön bepflanzen, so dass realistische Effekte entstehen.

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Tipp: Durch unterschiedlich gefärbte Wasserpflanzen, kannst Du Akzente setzen!

Beleuchtung und Düngung

Damit Deine Pflanzen wachsen und gedeihen ist eine geeignete Beleuchtung unverzichtbar. Unterschiedliche Pflanzenarten haben unterschiedliche Bedürfnisse bezüglich der Beleuchtung. Es gibt Arten, bei denen eine starke Beleuchtung nötig ist, wie z. B. viele Stängelpflanzen. Andere Arten, brauchen nur deutlich weniger Beleuchtung bzw. leiden unter zu starker Beleuchtung sogar in ihrem Wachstum. Viel hilft nicht automatisch viel!

Die Wahl der Beleuchtung hängt also maßgeblich von den Pflanzenarten in Deinem Becken ab. Hast Du Pflanzen mit unterschiedlichen Bedürfnissen hinsichtlich Beleuchtung, dann setze die Sonnenanbeter näher an die Lichtquelle bzw. direkt darunter und die schattenliebenden Arten möglichst weit von der Lichtquelle entfernt.

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Tipp: Je nachdem, wie Du beleuchtest (z. B. LEDs, Halogenlampe) kannst Du Dein Aquarium natürlich auch unterschiedlich wirken lassen.

Neben dem Licht zur Photosynthese benötigen Deine Pflanzen noch mehr, um zu wachsen, z. B. Kohlendioxid (CO2). Es gibt zwei Möglichkeiten der CO2-Düngung. Du kannst flüssigen Kohlenstoffdünger verwenden oder eine CO2-Anlage. Aber auch Nährstoffe wie Eisen, Stickstoff und Phosphor werden benötigt. Um Deine Pflanzen mit diesen Nährstoffen zu versorgen, bietet sich ein Flüssigdünger in Kombination mit einem Nährboden an.

Pflege

Pflege ist das A und O, damit der ästhetische Aspekt Deines Aquariums erhalten bleibt. Mittels einer Schere kannst Du die Pflanzen in Form halten. Um das Algenwachstum zu kontrollieren, helfen Dir eine passende Beleuchtung, Düngung und algenfressende, tierische Bewohner.

Geeignete tierische Bewohner

Neben dem klassischen Bewohner, der Amanogarnele, kannst Du noch einige andere Algenfresser einsetzen, die die Pflege Deines Beckens unterstützen.

Wichtig ist, dass sich die Wasserwerte in Deinem Becken für einen Tierbesatz eignen. Ammoniak und Nitrit dürfen vor dem Erstbesatz im Becken nicht mehr nachweisbar sein. Dies kannst Du mittels entsprechender Wassertests herausfinden. Geeignet sind z. B. Renn- und Geweihschnecken, Panda-Algenfresser und Ohrgitterharnischwelse, wobei der tierische Besatz stark von den Grundvoraussetzungen, die Dein Becken bietet, abhängt.

Neben diesen Algenfressern kannst Du auch Beckenbewohner einsetzen, die nicht direkt der Aquarienpflege dienen, sondern das Gesamtbild abrunden. Dies können z. B. verschiedene kleinere Schwarmfische oder auch Zwerggarnelen sein. Die ausgewählten Fische sollten keine gründelnden oder pflanzenfressenden Arten sein.

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Tipp: Um das harmonische Gesamtbild abzurunden, werden häufig nur wenige verschiedene Tierarten eingesetzt, deren Färbung sich entweder in der Farbe von Dekoelementen im Becken wiederfindet bzw. in einem klaren Kontrast dazu steht.

Du möchtest Deine eigene Unterwasserlandschaft kreieren? Gerne beraten wir Dich ausführlich zum Thema Aquascaping in unseren Kölle Zoo Märkten. Dort findest Du neben Inspiration durch unsere Schauaquarien auch das passende Zubehör für Dein Aquascaping-Projekt! Außerdem würden wir uns sehr freuen, wenn wir Dich bei einem unserer Aquascaping-Workshops begrüßen dürften.