Steckbrief Zwergfadenfisch

Einer der schönsten und beliebtesten Aquarienfische ist der aus dem nordöstlichen Indien stammende Zwergfadenfisch (Colisa lalia). Schon bei seiner Ersteinführung 1903 löste er Begeisterung aus. Die schöne Färbung ist allerdings nur beim Männchen zu sehen, dagegen erscheinen die Weibchen ausgesprochen bescheiden gefärbt.

Herkunft

Der Zwergfadenfisch stammt aus Indien. Dort lebt er im Flussgebiet am Ganges und Bramaputra oder auch im Westen des Indus. Hier lebt er zwischen Pflanzenteilen sehr versteckt. Die Fortpflanzung in seinem natürlichen Lebensraum findet von April bis Oktober statt, wenn die Wassertemperatur steigen.

Merkmale

Zu den wohl buntesten Labyrinthfischen gehört der Zwergfadenfisch. An seinem länglichen Körper hat er am Bauch Fäden. Diese Fäden sind ausgezogene Hartstrahlen der Bauchflossen. Er hat eine leuchtende, kräftige und rötlich-orangene Körperfarbe und diagonale Streifen, die türkis bis smagrad-grün gefärbt sind. Je nach Ausprägung ist die Bauchflosse zur Hälft Türkis und zur anderen Hälfte Orange-rötlich gefärbt. Ausgewachsene Männchen können etwa 5 cm groß werden, die Weibchen bleiben kleiner. Ein weiterer Geschlechterunterschied ist die Färbung, denn die Weibchen wirken vergleichsweise blass. Außerdem haben die Männchen abgerundete Schwimmflossen.
Als Labyrinthfische holen sie von der Wasseroberfläche atmosphärische Luft, dem sie unter den Kiemendeckeln in ihrem reich durchbluteten, feinhäutig ausgekleideten Labyrinth den Sauerstoff zum Atmen entziehen. Wenn sie an der Wasseroberfläche Luft aufnehmen, geben sie kurz vor Erreichen der Wasseroberfläche die veratmete Luft ab oder sie tun das gleichzeitig mit dem Luftschnappen.

Fortpflanzung

Bereits auf engstem Raum kann sich der Zwergfadenfisch vermehren und legt dabei bis zu 600 Eier ab. Nach der Fortpflanzung bildet das Männchen an allen Pflanzen im Aquarium ein stabiles Schaumnest. Dieses stellt das Männchen aus mit "Speichel" umhüllten Luftblasen her. Während dieser Tätigkeit duldet es sein Weibchen genauso wenig in der Nähe wie andere Fische. Unermüdlich verschluckt es atmosphärische Luft und spuckt sie in Bläschen wieder aus, bis das kleine Schaumgebilde etwas über den Wasserspiegel steht. Erst jetzt versucht das Männchen, das Weibchen unter das Schaumnest zu treiben oder zu locken. Hier umschlingt das Männchen sein Weibchen und dreht es auf den Rücken. Nun gibt das Weibchen kleine weißliche Eier ab und das Männchen gibt gleichzeitig seine Spermien zum Befruchten der aufsteigende Eier ab. Danach lösen sich die Tiere und die absinkenden Eier werden vom Männchen gesammelt und unter dem Nest in den Schaum gespuckt. Hier schützt sie der Schaum, weil in der Umhüllung der Blasen Stoffe sind, die ein Bakterien- und Schimmelbefall verhindern. Wenn alle Eier in mehrere Paarungen abgelaicht sind, wird das Weibchen vertrieben und das Männchen übernimmt die Pflege der Eier. Je nach Temperatur schlüpfen die Larven in wenigen Tagen und hängen dann unter dem Nest, vom Männchen bewacht. Sobald sie fertig zu Jungfischen entwickelt sind, schwärmen sie aus, und nun endet die Brutpflege nach einigen vergeblichen Versuchen des Männchens, die Jungen zusammenzuhalten.

Haltung

Zur Pflege eignen sich sogar kleine Aquarien, wenn man nur ein einziges Pärchen pflegt mit einer Länge von mindestens 60 Zentimeter. Dieses muss nicht einmal hoch sein, sondern es genügen 30 cm Höhe vollkommen. An das Wasser stellen die Colisa keine Ansprüche, doch sie lieben guten und teils dichten Pflanzenwuchs. Zur Einrichtung gehören neben den üblichen Wasserpflanzen auch Schwimmpflanzen, die man ihnen in Form von Schwimmfarnen oder Riccia anbietet.

Ernährung

Als Futter nehmen sie buchstäblich alles, was in ihr Maul passt, ganz gleich ob Lebendnahrung oder Flocken- und Tablettenfutter.

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