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Steckbrief Königs-Feenbarsch

FAMILIE:
Grammatidae
ART:
Gramma loreto
URSPRUNGSGEBIET:
Karibik
GRÖSSE:
8 - 10 cm
PFLEGE:
Paarweise, Gruppenhaltung mit gerader Anzahl oder als Harem
WASSERTEMPERATUR:
24 – 28 °C
PH-WERT:
8,1 – 8,4
SALINITÄT:
30 - 35 g/l
VERHALTEN:
Friedlich, substratorientiert
NAHRUNG:
Tierisches Frost-, Lebend- und Trockenfutter
BESONDERHEITEN:
Kann das Geschlecht wechseln, ist in der Natur als Putzerfisch tätig

Du suchst nach einem wirklich attraktiven Fisch, der schon für ein etwas kleineres Meerwasseraquarium geeignet ist? Der farbenfrohe, friedliche Königs-Feenbarsch (Gramma loreto) gehört zu den attraktivsten und beliebtesten Fischen der Meerwasseraquaristik. Hier möchten wir dir Wissenswertes für seine erfolgreiche Haltung und Pflege näherbringen.

Herkunft

Der Königs-Feenbarsch gehört in der Ordnung der Barschartigen (Perciformes) in die Familie der Feenbarsche (Grammatidae) und trägt in der Gattung Gramma den Artennamen Gramma loreto.

Der attraktiv gefärbte Fisch ist im Atlantik im Karibischen Meer zu finden, das vor allem aus den karibischen Inseln vor Mittelamerika besteht. Dort kommt er in Riffnähe in bis zu 40 m Meerestiefe vor. Er hält sich in Pärchen oder Gruppen in der Nähe von Spalten und Höhlen auf.

Sein Vorderkörper ist von violett bis lila gefärbt und verläuft zur Schwanzflosse hin schuppenweise ins Gelbe. Dies ist auch das markanteste Unterscheidungsmerkmal zu seinem Verwandten, dem brasilianischen Feenbarsch (Gramma brasiliensis), dessen Farbverlauf fließend ist. Dieser kommt jedoch in der Natur nur endemisch an der brasilianischen Küste vor. Gramma loreto hat schwarze Streifen über die Augen verlaufend und einen schwarzen Punkt auf den vorderen Strahlen der Rückenflosse. Seine Größe beträgt ausgewachsen um die 8 - 10 cm. Über seine tatsächliche Lebensdauer ist bisher eher wenig bekannt, in der Aquarienhaltung geht man jedoch von 4 - 5 Jahren aus.

Als Mitbewohner für unsere Meerwasseraquarien kann es durchaus möglich sein, Königs-Feenbarsche aus einer Nachzucht zu erhalten, statt Wildfänge zu erwerben.

Verhalten

Gramma loreto schwimmt in der Natur entweder in kleinen Gruppen oder in Paaren in der Nähe von Riffen. Er hält sich stets unweit von Höhlen und Unterschlüpfen auf, wo er ein Revier besetzt, um sich bei drohender Gefahr schnell dort verstecken zu können. Er lebt sehr substratorientiert und schwimmt meist mit dem Bauch zur nächsten Oberfläche gewandt, was durchaus zu Rückenschwimmen oder Kopfunter-Stellung führen kann.

Kopfunter, Bauchüber - um Kontakt zur nächsten Oberfläche zu halten, tut ein Königs-Feenbarsch fast alles!

Er ist ein durchaus friedlicher Fisch, der allerdings sein Revier und insbesondere sein (Laich-)Höhle gegen andere Fische verteidigt. Aufdringlichen fremden Fischen droht er zunächst mit aufgerissenem Maul, zieht sich aber bei größeren Eindringlingen eher zurück als sich zu behaupten. Für die Haltung in Nanobecken ist er ungeeignet, da dieses Revierverhalten zu massivem Stress für den Feenbarsch und seine Mitbewohner führen kann.

In der Natur wurde der Königs-Feenbarsch auch dabei beobachtet, wie er größere Fische „putzt“, d. h. sie von Hautparasiten befreit, allerdings zeigt er dieses Verhalten im Aquarium in der Regel nicht.

Fischgerechte Unterbringung und Pflege

Eine artgerechte Haltung des Königs-Feenbarschs wird in einem Meerwasserbecken ab 200 l empfohlen. Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 - 28 ° C liegen. Auch ist auf genügend Höhlen und Unterschlüpfe im Riffaufbau zu achten, da die Feenbarsche sehr objektbezogen leben und sich schnell in Verstecke zurückziehen wollen. Dieser eher kleine, ruhige Fisch bevorzugt mäßige Strömung.

In einem Becken um 200 l sollte man nur ein Pärchen pflegen. In ein deutlich größeres Becken kann eine Gruppe mit einer geraden Anzahl an Königs-Feenbarschen eingesetzt werden. So wird bei Pärchenbildungen dem Ausschluss eines einzelnen Tieres vorgebeugt. Achte bei der Auswahl Deiner zukünftigen Aquarienbewohner darauf, eher kleine Exemplare zu kaufen – dann kann sich je nach Aquariengröße und damit möglicher Anzahl an Revieren entweder ein dominantes Männchen mit Weibchenharem oder mehrere Paare mit eigenen Revieren herauskristallisieren.

Denn als Besonderheit ist zu beachten, dass Gramma loreto, wie viele Barschverwandte, sein Geschlecht wechseln kann. Dies nennt man im Tierreich sequentiellen Hermaphroditismus. Das heißt im Falle des Königs-Feenbarsches, beim Zusammensetzen zweier Tiere wird sich das größere mit hoher Wahrscheinlichkeit als Männchen ausbilden. Es wird auch erwähnt, dass die Männchen eine längere Bauchflosse mit einem deutlicheren violetten Streifen haben können, während diese beim Weibchen grundsätzlich gelb sei. Dies hat sich aber, ebenso wie die oft intensivere Körperfärbung bei Männchen, nicht immer als zuverlässiges Merkmal erwiesen.

Anderen Fischen gegenüber verhält sich der Königs-Feenbarsch friedlich. Neuankömmlingen, die seinem Versteck zu nahe kommen, tritt er lediglich mit Drohgebärden entgegen ohne auf eine direkte Konfrontation aus zu sein. Die Vergesellschaftung sollte nicht mit zu hektischen oder aggressiveren Fischen vorgenommen werden. Denn dann tendiert der friedliche Geselle dazu, sich ständig versteckt im Aquarium aufzuhalten.

Seine eigene Höhle, die ihm niemand streitig macht, trägt sehr zum Wohlbefinden des Königs-Feenbarsches bei.

Ganz besonders sollte man bedenken, dass der Königs-Feenbarsch, zumindest nach Neuankunft im Becken, die Tendenz haben kann, aus dem Becken zu springen. Daher ist auf eine sichere Abdeckung zu achten.

Ernährung

Der Königs-Feenbarsch ernährt sich bevorzugt von tierischen Proteinen. Das heißt, wir können ihn vielfältig über Frost- und Lebendfutter ernähren. Als Beispiele seien hier Artemia, Lobstereier, Mysis, Krill und Zooplankton erwähnt. Er lässt sich aber auch sehr gut an Trockenfutter in Form von Granulat und Flocken gewöhnen. Natürlich ist es am naturnahesten, ihm vor allem Lebendfutter anzubieten. Für uns hat dies den Vorteil, das Jagdverhalten des kleinen Raubfisches zu beobachten, und es bietet artgerechte Beschäftigung. Am liebsten holt er sich sein Futter aus dem Freiwasser und versucht dabei auch, sich vergleichsweise große Brocken einzuverleiben; liegt das Futter erst einmal am Boden des Aquariums oder in der Dekoration, so ist es für den Königs-Feenbarsch weniger inte-ressant. Es wird auch beschrieben, dass er sich gelegentlich an Algen und abgestorbenen Korallenresten versucht; lebende Korallen und andere sessile Wirbellose lässt er allerdings normalerweise in Ruhe und darf somit als „riffsicher“ bezeichnet werden.

Fortpflanzung und Zucht

Es ist bereits gelungen, Gramma loreto nachzuzüchten. Durch die Fähigkeit des Geschlechtswandels hat der Königs-Feenbarsch die Möglichkeit, seine Fortpflanzung zu sichern. Wir können sein interessantes Brutverhalten beobachten, wenn ihm im Aquarium Material für seinen Nestbau zur Verfügung steht. Das Männchen trägt Seegrasstücke, Algen, Muschel- und Korallenreste und kleine Steine zusammen, woraus dann ein Nest in einer Höhle für die Eiablage gebildet wird. Für einen Zeitraum von bis über einen Monat findet dann fast täglich die Ablage von 20 bis 100 Eiern, die am Nestmaterial haften, statt. Ob danach tatsächliche Brutpflege stattfindet, ist noch weitestgehend unbekannt. Die Fische verschwinden jedoch unterschiedlich lange in der Höhle und können diese gegen andere Bewohner verteidigen.

Nach ca. 5 bis 8 Tagen schlüpfen die Fischlarven dann meist in den Abendstunden. Sie können bei abgeschalteter Strömung durch einen Lichtkegel angelockt werden. Dadurch hat man die Möglichkeit, sie abzufischen und in einem separaten Becken mit feinstem Plankton als erster Nahrung aufzuziehen.

Fragen und Antworten zum Königs-Feenbarsch

Was ist bei der Eingewöhnung zu beachten?

Der Königs-Feenbarsch ist recht robust und wenig krankheitsanfällig. Er sollte aber in seinem zukünftigen Heim eine Riffstruktur mit reichhaltigen Versteckmöglichkeiten und vor allen Dingen einem freien Revier vorfinden. Pflege wie beschrieben mindestens zwei Grammas in Deinem Aquarium und setze am besten alle Exemplare gleichzeitig ein, da die Vergesellschaftung weiterer Königs-Feenbarsche zu einem späteren Zeitpunkt zu Revierstreitigkeiten oder einem zu hohen Männchenanteil führen könnte.

Mit welchen Arten kann der Königs-Feenbarsch vergesellschaftet werden?

Mit seinem grundsätzlich friedlichen Naturell eignet sich der Königs-Feenbarsch zur Vergesellschaftung mit einer Vielzahl anderer Meerwasserfische verschiedenster Größe, solange diese ein paar Voraussetzungen erfüllen: Sie dürfen nicht auf den Gedanken kommen, den kleinen Barsch fressen zu wollen, wie dies z. B. bei Zwergfeuerfischen, Muränen oder Schnappern der Fall wäre. Auch aggressive Arten wie Demoisellen eignen sich nicht für ein Aquarium mit Königs-Feenbarschen. Gegen ähnlich gefärbte Fischarten wie den Nymphen-Zwergbarsch (s.u.) oder andere Fische mit violetter Färbung können die Königs-Feenbarsche selbst aggressiv werden, weil sie diese für Konkurrenten halten. Schließlich können auch Fische, die ihnen ihr Versteck streitig machen wollen, wie möglicherweise Schleimfische, in Konflikt mit den Feenbarschen geraten.

Möchtest Du Deine Königs-Feenbarsche mit Arten vergesellschaften, mit denen sie auch in der Natur ihr Riff teilen, so bieten sich je nach Beckengröße der Flammen-Kardinalbarsch (Apogon maculatus), das Blaue Schwalbenschwänzchen (Chromis cyanea), Neongrundeln der Gattung Elacatinus oder auch der Blaue Doktorfisch (Acanthurus coeruleus) an.

Wie sollte das perfekte Aquarium für Königs-Feenbarsche eingerichtet sein?

Riffaufbauten mit vielen Spalten und Verstecken sagen dem Königs-Feenbarsch zu. Achte aber darauf, dass Dein Wohnzimmerriff im Verhältnis zum Gesamtwasservolumen des Aquariums steht – weder ein kleines Becken, das komplett mit Riffgestein befüllt ist (dann könnte das komplette Aquarium als Feenbarsch-Revier angesehen werden) noch ein großes Aquarium mit einem einsamen Lochstein wird Deine Grammas glücklich machen.

Gibt es Besonderheiten?

Augen auf beim Feenbarsch-Kauf! Es gibt einen Fisch, der dem Königs-Feenbarsch auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich sieht: Den Nymphen-Zwergbarsch (Pictichromis paccagnellae). Er lässt sich vom Gramma durch das Fehlen der schwarzen Linie, welche sich beim Feenbarsch schräg über das Auge zieht, durch den ebenfalls fehlenden schwarzen Fleck in der Rückenflosse sowie den scharfen Übergang von violett zu gelb in der Körpermitte unterscheiden. Beim Königs-Feenbarsch ist der Farbübergang an den Körperseiten unregelmäßiger.

Der Nymphen-Zwergbarsch sieht dem Königs-Feenbarsch auf den ersten Blick sehr ähnlich.

Für wen eignet sich der Königs-Feenbarsch?

Der Königs-Feenbarsch, Gramma loreto, ist ein sehr attraktiv gefärbter Blickfang im Meerwasseraquarium, der durch seine Friedfertigkeit und Standortbezogenheit bereits für mittelgroße Becken gut geeignet ist. Er ist durch sein interessantes Paarverhalten ein lohnender Besatz für das Meerwasseraquarium. Durch die problemlose Gewöhnung an vielfältiges Futter und einfache Vergesellschaftung ist der farbenfrohe, friedliche Barschverwandte auch für Anfänger in der Meerwasseraquaristik geeignet. Du findest ihn regelmäßig in der Meerwasserabteilung in Deinem Kölle Zoo Markt.

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