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Steckbrief Savannah

Familie:
Felidae, Katzen
Herkunft:
USA (ursprünglich: Serval – Afrika / Siamkatze – Siam)
Grösse:
Sehr groß, F1 und F2: Kater bis 10 kg, Katzen bis 8 kg, ab F3 leichter, aber schwerer und größer als normale Hauskatzen
Pflege:
Relativ pflegeleicht, regelmäßiges Bürsten genügt
Alter:
12-20 Jahre
Futter:
Generation 1–4 Rohfütterung, ab 5. Generation qualitativ hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil
Charakter:
Freundlich, gesellig, verspielt, gut verträglich mit anderen Haustieren und Kindern, nicht wasserscheu (in Abhängigkeit vom Wildblutanteil)

Herkunft und Geschichte

Die Savannah-Katze ist eine recht junge, sehr exotische Katzenrasse, die sich in letzter Zeit zunehmender Popularität erfreut. Mit ihrem auffälligen Fell und den großen Ohren ist die ausgesprochen große und anmutige Savannah-Katze ein echter Hingucker. Ihr Verhalten und ihr Wesen unterscheiden sie jedoch von anderen Rassen bzw. gewöhnlichen Hauskatzen. Falls Du überlegst, einer Savannah ein neues Zuhause zu geben, solltest Du Dich vorher ausführlich über ihre Zuchtgeschichte und Haltungsbedingungen informieren.

Entstanden ist die Savannah-Katze aus einer unbeabsichtigten Kreuzung zwischen einem Serval – einer mittelgroßen, in Afrika lebenden Wildkatze – und einer Siamkatze im Jahr 1986 in den USA. Da sich das Ergebnis dieser ungewollten Verpartnerung ganz gut sehen ließ, kam es in der Folge zu ersten Zuchtversuchen, bis die Savannah-Katze 2001 von der TICA (The International Cat Association) als eigenständige Rasse anerkannt wurde und 2012 den Championship-Status erhielt. Im Rahmen der Züchtung wurden vorzugsweise Katzenrassen mit Punkt- und Streifenmuster mit Serval-Katern verpaart – so z. B. Egyptian Mau oder Ocicat. Savannah-Kater sind erst ab der fünften Generation verlässlich fertil, sodass beim Aufbau der Zucht auf Serval-Kater zurückgegriffen wurde. Man spricht hier auch von sog. Filialgenerationen, die die Nähe zum Serval als Vorfahren angeben und damit auch eine ungefähre Auskunft darüber geben, wie hoch der Anteil an Wildblut ist, der in einem Savannah-Kätzchen steckt. Die erste Filialgeneration (F1) bedeutet also, dass der Vater des Wurfes ein Serval gewesen ist, bei der zweiten Filialgeneration (F2) ist es der Großvater. Inzwischen kommen in der Zucht bei F1 in der Regel Savannah-Katzen zum Einsatz, um Einkreuzungen aus anderen Rassen zu umgehen. Ein zusätzlicher Buchstabe kennzeichnet, seit wie vielen Generationen nur Savannah-Katzen bei der Zucht zum Einsatz kamen – A bedeutet, dass ein Elterntier eine Savannah-Katze ist, B heißt, dass beide Elterntiere Savannah-Katzen sind, und ein C kennzeichnet, dass sowohl die Eltern als auch die Großeltern Savannahs waren. SBT (Stud Book Traditional) heißt, dass die letzten drei Generationen Savannah-Katzen waren, sodass man hier von einer reinrassigen Savannah spricht.

Die Savannah-Katze ist in ihrem Ursprung also eine Hybrid-Katze, daher gelten für die Generationen F1–F4 bestimmte Auflagen zur Haltung, die innerhalb Deutschlands von Bundesland zu Bundesland variieren können (zum Beispiel Meldepflicht, Genehmigungspflicht, Erfordernis eines Außengeheges von mind. 50 qm). Ab F5 gelten Savannah-Katzen als normale Hauskatzen, bereits ab der dritten Filialgeneration haben sie eine größere Nähe zu einer Hauskatze als zu ihrem wilden Vorfahren. Benannt ist die Savannah-Katze übrigens nach dem ursprünglichen Lebensraum des Servals – der afrikanischen Savanne.

Die Zucht der Savannah ist nicht unumstritten – durch die (erzwungene) Verpartnerung zwischen Serval und Hauskatze kommt es zur künstlichen Überwindung einer Artenbarriere, die von der Natur nicht vorgesehen ist. Diese Grenzüberschreitung kann natürlich Probleme mit sich bringen, die sich speziell durch den Größenunterschied zwischen Serval und Katze sowie die unterschiedliche Länge der Tragzeit beider Gattungen erklären lassen: Ein Serval ist ungefähr dreimal so groß wie eine Katze, bei der Paarung beißt der Kater der Katze in den Nacken, um so den Eisprung auszulösen, bedingt durch den Größenunterschied kann es hier zu Verletzungen des Muttertieres kommen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen können – die Katze ist in dieser Situation in jedem Fall einem starken Stress ausgesetzt. Die Tragzeit der Servale ist länger als die einer gewöhnlichen Hauskatze, sodass sich Komplikationen bei der Geburt ergeben können – Kitten der ersten Generationen sind in der Regel Frühgeburten und häufig größer als normale Kitten. Jeder Katzenliebhaber muss sich hier selbst die Frage beantworten, inwiefern die Bedingungen der Zucht von Savannah-Katzen für ihn ethisch vertretbar sind.

Aussehen und Farbe

Savannah-Katzen sind schlank, hochbeinig und größer als normale Hauskatzen – oft wirken sie durch ihre auffällige Tupfenzeichnung wie kleine und sehr niedliche Imitationen ihres wilden Vorfahrens. Der Kopf der Savannah ist klein und schmal, im Vergleich dazu sind die Ohren sehr groß. Die Rückseite der Ohren weist helle Abdrücke auf, die sog. Ocellis, dazu kommen auffallende Tränenlinien im Gesicht.

Als Fellmuster sind besonders Brown Black Spotted Tabby und Silver Black Spotted Tabby weit verbreitet – der Unterton changiert dabei von Gold über Beige bis Braun.

Wesen und Haltung

Sowohl das Wesen als auch die Anforderungen der Haltung einer Savannah-Katze stehen in enger Abhängigkeit zu ihrer Nähe zum wilden Vorfahren – sprich dem Wildblutanteil bzw. der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Filialgeneration.

Bis zur vierten Filialgeneration gelten Savannahs in Deutschland als sog. Hybridkatzen. Als solche unterliegen sie dem Artenschutzgesetz für Wildtiere, das bestimmte Mindestanforderungen an ihre Haltung stellt. Diese variieren in Deutschland von Bundesland zu Bundesland – z. B. in Bayern (und Österreich) werden F1–4-Savannah-Katzen als Gefahrentiere eingestuft und sind daher genehmigungspflichtig. In Anlehnung an das deutsche Tierschutzgesetz § 2, der die Bedürfnisse einer artgerechten Unterbringung von Tieren beschreibt, reguliert das „Tierschutzgutachten über Mindestanforderungen für die Haltung von Säugetieren“ vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, welche Standards zur Haltung von mittelgroßen Kleinkatzen wie der Savannah-Katzen der Filialgenerationen 1–4 (Hybridkatzen) erfüllt sein müssen. Zu diesen Mindestanforderungen zählen u. a. ein gesichertes Außengehege von 50 m2 mit einer Höhe von 2,5 m für ein Tier bzw. ein Paar, das zeitlich begrenzt in zwei Sektionen unterteilt werden kann. Sofern erforderlich, muss auch ein Innengehege zur Verfügung gestellt werden. Savannah-Katzen der ersten Filialgeneration dürfen das Grundstück des Halters nicht verlassen. Erst ab der fünften Filialgeneration gelten Savannahs offiziell nicht mehr als Hybrid-Katzen, sondern werden als eigenständige Rasse anerkannt, sodass gesetzliche Auflagen entfallen.

Savannahs gelten als sehr aktive, wissbegierige und menschenbezogene Katzen, die über einige sehr erstaunliche Eigenschaften verfügen: Wenn Du Deine Savannah früh an ein Geschirr und eine Leine gewöhnst, wird sie es lieben, Dich auf Deinen Spaziergängen zu begleiten! Achte während Deiner Ausflüge aber auf Hunde, die es in der Regel nicht gewöhnt sind, beim Gassigehen einer solch eleganten Samtpfote zu begegnen. Auch das Wasser scheut Deine Savannah im Gegensatz zu den meisten anderen Katzen nicht – wenn Du sie langsam daran gewöhnst, wird sie vielleicht nicht nur ein ausgiebiges Bad genießen, sondern auch zum Schwimmen in das erfrischende Nass tauchen! Apportieren gehört auch zum umfänglichen Repertoire einer Savannah-Katze und kann für dauerhafte Aktivität und großen Spaß sorgen. Wie ihr wilder Vorfahre können Savannah-Katzen hoch und weit springen, sie vollführen sogar senkrechte und bis zu 2 m hohe Sprünge in die Luft.

Wild, erfinderisch und kreativ ist die Savannah auch im Umgang mit Spielzeug – Teile Deiner Wohnungseinrichtung oder eventuell vorhandene Deko könnten sich ebenfalls in Gefahr befinden, wenn so ein kleiner Tiger bei Dir einzieht – achte also auf robustes Spielzeug und biete Deiner Savannah jede Menge Möglichkeit zum Toben!

Savannahs brauchen mehr Bewegung als normale Hauskatzen: Möchtest Du Deine Savannah dennoch als reine Wohnungskatze halten, braucht sie nicht nur viel Raum, sondern auch jede Menge Klettermöglichkeiten. Ein Außengehege oder ein gesicherter Garten würde dem Wesen Deiner Savannah auch entgegenkommen, um ihren Freiheitsdrang und ihrem Wunsch nach Aktivität gerecht zu werden.

Auch wenn Dein mutiges Savannah-Kätzchen gerne draußen toben möchte, solltest Du Dir gut überlegen, ob es ein Freigänger werden darf – erlaubt ist dies teilweise sowieso erst ab der fünften Filialgeneration, aber auch dann gilt es, klug abzuwägen: Erstens ist eine Savannah-Katze aufgrund ihrer wilden Vorfahren eine viel geschicktere und erfolgreichere Jägerin als eine normale Hauskatze – einer Savannah-Katze den Freigang zu ermöglichen, stellt also einen Eingriff in das Ökosystem vor Ort dar. Mögliche Konsequenzen sind eine Gefährdung anderer, heimischer Katzenarten und der Beutetiere. Zweitens zählen Savannah-Katzen zu den teuersten Hauskatzen der Welt, sodass ein freilaufendes Exemplar natürlich immer auch Begehrlichkeiten wecken kann und Dein Kätzchen so in Hände geraten könnte, in denen Du es nicht wissen möchtest. Ein geschütztes Außengehege ist jedoch sehr empfehlenswert, sodass die Savannah sich ihren Bedürfnissen entsprechend austoben kann.

Auch wenn Savannah-Kätzchen zumeist als ausgesprochen freundlich, verspielt, gesellig und gut verträglich mit anderen Tieren sowie Kindern gelten, musst Du Dir immer über die genetischen Wurzeln Deiner Samtpfote bewusst sein: Durch die Adern Deiner Savannah fließt zumindest zu einem Teil Wildblut und das kann auch Auswirkungen auf ihr Wesen und Verhalten haben – insbesondere, da in der Zucht inzwischen Savannahs untereinander gepaart werden und der Wildanteil in diesen Fällen von beiden Elternteilen weitergegeben wird. Zu den typischen Eigenschaften einer Wildkatze gehört u. a., dass sie scheu sowie dämmerungs- bzw. und nachtaktiv sein kann. Zudem sind Wildkatzen oft wenig gesellige Einzelgänger, die auf ihren Jagdzügen sehr große Gebiete durchstreifen. Diese Eigenschaften können sich auch in Savannah-Katzen späterer Filialgenerationen in unterschiedlicher Intensität zeigen.

Pflege und Ernährung

Aufgrund ihrer wilden Vorfahren benötigen Savannah-Katzen ein proteinreiches Futter, um die kleinen Jäger optimal zu versorgen. Für Katzen der Generationen F1–4 empfiehlt sich die Fütterung mit Rohfleisch (BARF). Für Savannahs ab der 5. Filialgeneration sollte ein qualitativ hochwertiges Nassfutter gegeben werden.

In Sachen Fellpflege erweist sich die Savannah als Kurzhaar-Katze als äußerst pflegeleicht – gelegentliches Bürsten oder Kämmen insbesondere während des Fellwechsels reicht aus!

Typische Erkrankungen

Die Savannah-Katzen gelten als äußerst robuste Katzenrasse, typische Erkrankungen sind bisher nicht bekannt. Regelmäßige Tierarzt-Besuche sowie ein ausreichender Impfschutz sind dennoch wichtig. Katzen mit Freigang sollten unbedingt kastriert werden. 

Fragen & Antworten zur Savannah-Katze

1) Wie viel kostet eine Savannah-Katze?

Die Savannah-Katzen gehören zu den teuersten Hauskatzen der Welt. In Deutschland ist außerdem eine Genehmigung notwendig, um Savannahs züchten zu dürfen. Der Preis für eine reinrassige Savannah-Katze steht zudem in Abhängigkeit zu ihrem Verwandtschaftsgrad zu ihrem wilden Vorfahren – dem Serval. Dieser Verwandtschaftsgrad wird durch die Zugehörigkeit zu einer Filialgeneration angezeigt. Generell lässt sich sagen: Je enger die Verwandtschaft, umso tiefer musst Du für Dein Kätzchen in die Tasche greifen, dazu kommen Faktoren wie Geschlecht, Zuchtlinien und Aussehen, die den Preis beeinflussen. Eine Savannah-Katze der ersten Filialgeneration kann bei einem seriösen Züchter bis zu 15.000 € kosten. Für eine F2-Savannah musst Du bis zu 7.500 € bezahlen, eine F3-Savannah kann bis zu 5.500 € kosten, eine F4-Savannah noch bis zu 3.500 € – Kitten ab der fünften Filialgeneration sind günstiger und schon für etwas über oder sogar unter 1000 € zu erwerben. Diese Angaben sind natürlich ungefähre Werte und variieren von Züchter zu Züchter. Es ist außerordentlich wichtig, einen seriösen Züchter auszuwählen, der die Elterntiere sorgsam auswählt. Nur so lassen sich Erbkrankheiten und Verhaltensprobleme vermeiden. Achte also unbedingt auf die Mitgliedschaft in einem Zuchtverband und das Fachwissen des Züchters.

2) Kann man eine Savannah-Katze in der Wohnung halten?

Savannah-Katzen sind, wenn sie rechtzeitig kastriert werden, wie andere Hauskatzen stubenrein und können in der Wohnung bzw. im Haus gehalten werden, allerdings sind sie aktiver als andere Hauskatzen und brauchen mehr Platz und zusätzliche Angebote zum Klettern und Toben.

3) Sind Savannah-Katzen gefährlich?

Diese Frage lässt sich nicht ganz einfach beantworten. Es gibt Forscher, die die Meinung vertreten, dass Hybrid-Katzen per se gefährlich sind, da sie als Freigänger massiv das umgebende ökologische Gleichgewicht stören können. Dies würde zumindest auf die Savannah-Katzen der ersten vier Filialgenerationen zutreffen, die offiziell als Hybrid-Katzen klassifiziert werden.

4) Wie alt wird eine Savannah-Katze?

Da es sich bei der Savannah um eine recht junge Katzenrasse handelt, sind die Angaben empirisch noch nicht ausreichend belegt – es ist davon auszugehen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung einer Savannah-Katze bei 12 bis 20 Jahren liegt.

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