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Steckbrief Siamkatze

Herkunft und Geschichte

Die „Siamkatze“ auch „Siamese“ genannt, stammt ursprünglich aus dem ehemaligen Siam, dem heutigen Thailand. Dort wird sie „Wichian Mat“ genannt, was „Monddiamant“ bedeutet. Vor 150 bis 200 Jahren wurde die Rasse das erste Mal schriftlich erwähnt, allerdings beziehen sich diese Schriftstücke ungefähr auf die Zeit zwischen dem 14. und dem 18. Jahrhundert. Daher ist anzunehmen, dass die Siamkatze eine sehr alte Katzenrasse ist. Die Schriften werden „Tamra Maew“ genannt, was „Gedichte der Katze“ bedeutet. Darin sind auch Zeichnungen der Siamkatze enthalten. Die Rasse ist tief im buddhistischen Glauben verwurzelt. Siamkatzen bewohnten zusammen mit den Mönchen die Tempel und man sagt ihnen nach, dass sie neben ihrer weltlichen Pflicht der Ratten- und Mäusebekämpfung auch die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits begleiteten.
Ende des 19. Jahrhunderts gelangten die ersten Siamkatzen nach Europa und 1871 wurde die Rasse zum ersten Mal auf einer Katzenausstellung im Londoner „Crystal Palace“ gezeigt. Die Zucht in England begann mit dem Siampaar „Pho“ und „Mia“, die ein Geschenk des siamesischen Königs an den damaligen britischen Generalkonsul waren. Da die Zahl der Zuchttiere in Europa zu Beginn sehr gering war, importierte man bis in die 1930er Jahre Katzen aus Siam bzw. setzte auch Siamkatzen aus europäischen Zoos ein, die dort teilweise zu Ausstellungszwecken gehalten wurden. Die Zucht der Siamkatze in Deutschland begann erst 1927. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird die Rasse fast weltweit gezüchtet.
Durch die intensive Zucht der Siamkatze vor allem in den 1980er und 1990er Jahren und verschiedene Vorlieben der damaligen Züchter, formten sich zwei unterschiedliche Zuchtrichtungen. Einige Züchter legten mehr Wert auf den traditionellen Typ der Siamkatze. Dieser wird mittlerweile „Thaikatze“ oder auch „Old Style Siamese“ genannt. Andere Züchter verschrieben sich dem zierlicheren, grazileren Typ, der immer noch Siamkatze genannt wird. Ende der 1990er Jahre wurden allerdings vielfach andere Rassen wie die „Burma“, die „Rex“ und die „Britisch Kurzhaar“ in der Färbung „Colorpoint“ in die Bestände der Thaikatze eingekreuzt, um den traditionellen Typ zu erhalten.

 

Aussehen und Farben

Die Siamkatze ist eine mittelgroße Kurzhaar-Katzenrasse. Kater werden bis ca. fünf Kilogramm schwer, die Kätzinnen bleiben mit ca. drei bis vier Kilogramm leichter. Die Siamkatze ist eine langbeinige, elegante Erscheinung mit dennoch muskulösem Körper. Der Kopf der Rasse ist relativ lang und die Katzen haben einen spitzen Kiefer. Die Augen sind mandelförmig, die Ohren groß und spitz. Siamkatzen haben kurzes und seidiges Fell (fast) ohne Unterwolle. Die klassischen Merkmale der Siamkatze sind die blauen Augen und die „Point-Färbung“. Bei dieser Art der Färbung kann die helle Grundfarbe des Fells unterschiedliche Tönungen aufweisen. Im Gesicht, an den Ohren, den Beinen, dem Schwanz und im Genitalbereich liegen jedoch dunkle Fellabschnitte, „Points“ genannt. Dies Färbung kommt durch einen Teilalbinismus (Akromelanismus) zu Stande. Je jünger die Katzen sind, desto heller ist auch ihr Fell, die vollständige Ausprägung der Points ist meist mit sechs Monaten erreicht. Es gibt auch reinweiße Siamkatzen, ohne Points. Diese Fellfarbe wird „foreign white“ genannt. Bei vielen Tierarten ist diese reinweiße Färbung genetisch mit Taubheit gekoppelt, das trifft für das „foreign white“ der Siamkatze nicht zu. Die „Foreign White“ Siamkatze wird von manchen Zuchtvereinen als eigene Rasse geführt, als Siamkatze angesehen oder als „Orientalisch Kurzhaar“ geführt.
Die klassischen Grundfarben der Siamkatze sind:
„Seal-Point“: Cremefarbenes Fell, welches sich zu einem hellbraun verdunkelt. Die Point-Abzeichen, die Pfotenballen und der Nasenspiegel sind schwarzbraun („seal”).

„Blue-Point”: Das Fell ist weiß und kann zur Rückenlinie hin „blau“ gefärbt sein. Die Point-Abzeichen sind „blaugrau“, der Nasenspiegel und die Pfotenballen schieferfarben.

„Chocolate-Point“: Das Fell ist elfenbeinfarben, die Point-Abzeichen haben die Färbung von Milchschokolade. Der Nasenspiegel ist schokobraun gefärbt, die Pfotenballen zimtfarben bis milchschokoladenfarben.

„Lilac-Point“: Das Fell ist weiß mit cremigem Unterton gefärbt und besitzt eventuell eine blasslila Schattierung. Die Point-Abzeichen sind hellgrau mit rosa Schimmer. Der Nasenspiegel und die Pfotenballen sind blasslila gefärbt.

Darüber hinaus gibt es Siamkatzen noch in weiteren Farbvarianten, z. B. „Red-Point”, „Cream-Point”, „Cinnamon-Point”, „Fawn-Point”, „Blue-based-, Fawn-based- und Lilac-based Caramel”, sowie „Apricot-Point”. Die Zeichnungsvarianten „tabby” („getigert“) und „tortie“ („Schildpatt“, also dreifarbig) finden sich ebenfalls bei der Siamkatze.

 

Wesen und Haltung

Siamkatzen sind menschenbezogene, verspielte, selbstbewusste, aber auch sensible Katzen. Die Rasse ist sehr charakterstark und zeigt deutlich ob sie etwas möchte oder nicht. Siamkatzen sind sehr aktive und sportliche Samtpfoten mit hohem Bewegungsdrang. Der Jagdtrieb ist meist stark ausgeprägt und viele Siamesen begeistern sich für Freigang.

 

Pflege und Ernährung

Die Fellpflege der Siamkatze ist sehr unkompliziert. Es reicht, wenn Du Deine Samtpfote ein bis zwei Mal pro Woche bürstest. Im Fellwechsel kann häufigeres Bürsten nötig sein.

Zusatzinfo: Da das Fell der Siamkatze kurz ist und die Tiere meist kaum Unterwolle haben, sind sie recht empfindlich gegenüber Nässe und Kälte.

Du kannst Deine Siamkatze nach einem Rohfütterungsmodell füttern oder auch konventionelles Nass- und Trockenfutter anbieten. Probiere am besten aus, was Deiner Katze am besten schmeckt, denn die meisten Katzen haben individuellen Vorlieben was ihr Futter angeht.

 

Typische Erkrankungen


Bei der Siamkatze können einige rassetypische Erkrankungen auftreten. Diese sind:


Augenerkrankungen

Schielen (Strabismus): Bei Siamkatzen und andere Point-Katzen tritt Schielen häufiger auf als bei Katzen ohne Point-Zeichnung. Ursache dafür ist der durch den Teilalbinismus der Point-Katzen bedingte Melaninmangel. Melanin ist für die korrekte Entwicklung des Sehapparates von großer Bedeutung.

Augenzittern (Nystagmus): Auch für das Augenzittern ist der durch den Teilalbinismus verursachte Melaninmangel verantwortlich.

Progressive Retinaatrophie (PRA): Bei der PRA stirbt die Netzhaut ab, was schließlich die Erblindung zur Folge hat. Die Ursache liegt in einem vererbbaren Gendefekt. Die Erkrankung ist zurzeit noch nicht heilbar.

 

Herz- und Gefäßerkrankungen

Endokardiale Fibroelastose: Typisch für diese Erkrankung ist eine krankhafte Verdickung der inneren Herzschichten. Betroffene Katzen fallen z. B. durch nicht altersgemäße Größenentwicklung und Atemnot auf. Die Krankheit ist therapiebar, aber nicht heilbar und kann vererbt werden.

Persistierender Ductus arteriosus (PDA): Der Persistierender Ductus arteriosus ist ein angeborener Herzfehler. Normalerweise verschließt sich nach der Geburt die Verbindung (Ductus arteriosus genannt) zwischen der Aorta und der Lungenarterie. Ist diese Verbindung auch mehrere Monate nach der Geburt noch geöffnet, so spricht man von einem persistierenden Ductus arteriosus. Im Laufe der Zeit kann es zur Vergrößerung einer Herzhälfte kommen. Häufig fällt die Erkrankung durch ein Abhören des Herzens beim Tierarzt auf. Dieser kann dann meist ein „Herzgeräusch“ feststellen. Eine sichere Diagnose gelingt mittels Herzultraschall. In der Regel kann der persistierende Ductus arteriosus durch eine Operation verschlossen werden.


Krebs

Bei der Siamkatze treten Gesäugetumore (Mammatumore) und Adenokarzinome häufiger auf als bei anderen Katzenrassen.

 

Stoffwechselerkrankungen

Bei Siamkatzen finden sich gehäuft verschiedene Stoffwechselerkrankungen wie Porphyrie und Amyloidose. Bei der Porphyrie ist der Aufbau des roten Blutfarbstoffes gestört und erkrankte Tiere leiden an Anämie. Bei der Amyloidose lagert sich das Protein Amyloid in den inneren Organen ab und beeinträchtigt ihre Funktion. Erkrankte Tiere fallen vor allem im höheren Lebensalter durch Leber- und Niereninsuffizienzen auf.


Verhaltensstörungen

Bei Siamkatzen wir häufiger das Pica-Syndrom beobachtet, als bei anderen Katzenrassen. Betroffene Tiere knabbern an ungenießbaren bzw. unverdaulichen Materialien wie Wolle und schlucken diese auch häufig herunter. Vorbeugend empfiehlt es sich die Katze ausreichend zu beschäftigen und kein entsprechendes Material frei zugänglich aufzubewahren.

Familie:
Felidae, Katzen
Ursprungsland:
Thailand
Größe:
Mittelgroß
Gewicht:
Kater bis 5 kg, Kätzinnen 3-4 kg
Pflege:
Leicht
Alter:
Durchschnittlich 15 Jahre
Trinken:
Immer anbieten
Futter:
Ausgewogene Ernährung, Fertigfutter, Rohfütterung mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert
Charakter:
Temperamentvoll, anhänglich, aber eigenwillig
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