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Steckbrief Maus

Ordnung:
Nagetiere
Art:
Mus musculus f. domestica
Ursprungsgebiet:
Steppengebiete Eurasiens
Größe:
Rasseabhängig ca. 7 - 11 cm Länge
Verhalten:
Kurze Aktivitätsphasen rund um die Uhr, gesellig, keine Einzelhaltung
Alter:
1,5 - 3 Jahre
Futter:
Lottis Freunde Farbmaus Komplett-Menü, nicht blähendes Gemüse, Obst in geringen Mengen
Besonderheiten:
Flink, agil und neugierig, buddelt und klettert gern

Farbmäuse (Mus musculus f. domestica) sind Zuchtformen der Hausmaus (Mus musculus). Überliefert ist, dass bereits vor mehr als 4000 Jahren im Tempel von Tenedos auf Kreta weiße Mäuse gezüchtet und als heilige Tiere verehrt wurden. Darstellungen aus dem alten Ägypten weisen darauf hin, dass auch dort bereits Mäuse gehalten wurden. In China ist seit 2000 bis 3000 Jahren das traurige Schicksal der Tanzmäuse bekannt. Anfang des 17. Jahrhunderts wurden bereits wissenschaftliche Experimente an Mäusen dokumentiert. 1895 wurde in England der erste Zuchtverein für Mäuse gegründet.

Mäuse sind Kosmopoliten wie wir Menschen, d.h. sie leben (fast) überall auf der Erde. Ursprünglich aber stammen sie aus den Steppengebieten Eurasiens. Ihr Siegeszug begann, als der Mensch anfing, Ackerbau zu betreiben. Die Tiere nutzten das Angebot des reichlich gedeckten Tisches und kamen so in alle Länder der Welt. Ihr großes Anpassungsvermögen, ihre Anspruchslosigkeit und ihre Zähigkeit ermöglichten ihnen nahezu überall das Überleben.

 

Farbformen

Farbmäuse gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Fellfarben und mit unterschiedlichen Zeichnungsvarianten. Die Tiere können einfarbig, zweifarbig und auch dreifarbig („tricolor“) sein. Albinos und Tiere mit hellen Augen sind besonders lichtempfindlich und sollten ausreichend dunkle Rückzugsmöglichkeiten in ihrem Gehege haben sowie keiner direkten Beleuchtung ausgesetzt sein.

 

Verhalten

Mäuse sind ganz besondere Charaktertiere. In zahlreichen Experimenten wurde ihre Intelligenz eindeutig nachgewiesen und die Zeit der reinen Nutzung als Versuchstier ist vorbei. Als Heimtiere erfreuen sie sich immer größerer Beliebtheit. Ihre natürliche Neugier macht sie zu lebhaften und leicht zu zähmenden Mitbewohnern. Sie lernen ihren Besitzer schnell kennen und merken bald, dass ihnen von ihm nichts Böses droht. Wie in der Natur jedoch bleiben sie auch als Heimtier auf Sozialkontakt angewiesene Lebewesen, die nicht einzeln gehalten werden sollten. Durch die Einzelhaltung würden außerdem so viele Verhaltensweisen ausgeblendet, die zum Beobachten für den Halter sehr interessant sind. Sie spielen miteinander, helfen sich bei der Fellpflege oder kuscheln einfach nur eng aneinander. Zudem machen das Klettern und Turnen mit wilden Verfolgungsjagden nur mindestens zu zweit richtig Spaß. Diese Sportertüchtigungen sind die Leidenschaft aller Mäuse.

In der Natur leben Mäuse in selbst gegrabenen unterirdischen Bauten mit Nestern und Vorratskammern und vorwiegend nachts außerhalb ihrer Bauten anzutreffen. Als Haustiere gehaltene Farbmäuse zeigen dagegen rund um die Uhr kurze Aktivitätsphasen.

Mäuse sind gesellig und leben in Sippen zusammen. Das Territorium einer Sippe wird mit Urin markiert. Innerhalb der Sippe kommt es nur selten zu Kämpfen. Die einzigen Reibereien finden bei den Auseinandersetzungen der Männchen um die Rangordnung statt. Stoßen jedoch zwei verschiedene Sippen aufeinander, kommt es zu erbitterten Kämpfen. Während innerhalb von Sippen Demutsgesten eines beteiligten Tieres als Zeichen für die Beendigung des Kampfes anerkannt werden, werden fremde Eindringlinge weiter bekämpft bis sie vertrieben sind.

Vorsicht: Dieses natürliche Verhalten macht die Vergesellschaftung erwachsenen Farbmäuse meist sehr schwierig. Hier ist Fingerspitzengefühl und Aufmerksamkeit gefragt, da sonst schnell eine heftige Beißerei mit schweren Verletzungen die Folge sein kann. 

Neben reinen Weibchengruppen kannst Du auch ein Harem, also ein kastriertes Männchen mit mehreren Weibchen halten. Bei der Haremshaltung ist die Kastration des männlichen Tieres dringen zu empfehlen, da sich Mäuse sehr schnell vermehren. Die Haltung von mehreren Männchen in einer Junggesellengruppe ist meist ein schwierigeres Unterfangen, da es häufig zu Rangordnungskämpfen kommt.

 

Tiergerechte Haltung

Die Mindestgröße des Heims für eine Gruppe Farbmäuse (4 bis 5 Tiere) sollte die Masse 80 x 50 x 80 cm (Länge x Breite x Höhe) betragen. Je größer das Gehege ist, desto besser. Wichtig ist eine gute Belüftung des Käfigs, da Farbmäuse sehr empfindlich auf zu hohe Luftfeuchtigkeit und schlechte Luftqualität (Ammoniak) reagieren und leicht Beschwerden an den Atemwegen bekommen. Farbmäuse bevorzugen eine nicht zu helle Umgebung ohne Zugluft. Am wohlsten fühlen sie sich, wenn ihr Heim an einem erhöhten Platz steht. Damit deine Mäuse dich nicht beim Schlafen stören, ist es besser den Käfig nicht ins Schlafzimmer zu stellen.

Um das natürliche Grabeverhalten zu ermöglichen sollte die Einstreu mindestens 10 cm hoch sein und aus unterschiedlichem Material (z. B. Kleintierstreu, Stroh, Baumwollstreu, Heu) bestehen, so dass Gänge angelegt werden können. Zur Einrichtung gehören Seile, Leitern, Wurzeln und Steine (Aquaristikzubehör) zum Klettern, Röhren aus Holz oder Ton, Schlafhäuschen, Salzleckstein, Nistmaterial wie Heu oder Hamsterwatte, Futternäpfe, Nippeltränke, Sandbad mit Chinchillasand und Laufrad (Durchmesser 20 cm).

Wichtig: Um Verletzungen zu vermeiden, solltest Du alle schweren Einrichtungsgegenstände wie Schlafhäuschen, Futter- und Wassernäpfe vor untergraben schützen. Stelle sie dafür z. B. auf einen Steinsockel, der bis auf den Boden des Nagerheims reicht oder auf Zwischenebenen.

Das A und O im Farbmausheim ist eine dreidimensionale Einrichtung. So können die Tiere sowohl ihr Buddel- als auch ihr Kletterbedürfnis ausleben.

Tipp: Wechsle die Einrichtung des Geheges immer mal wieder ab und biete Deinen Farbmäusen öfter mal was Neues. Das kann eine Buddelkiste sein, ein Kletterseil aber auch Intelligenzspielzeug. Nur die Position der Schlafhäuschen solltest Du nicht verändern, da das zu Unsicherheiten bei Deinen Mäusen führen kann.

 

Tiergerechte Ernährung

Farbmäuse sind Gemischtköstler. Neben Körnern benötigen sie auch tierisches Eiweiß für eine ausgewogene Ernährung. Ein Alleinfutter für Farbmäuse enthält alle wichtigen Nahrungsbestandteile. Zusätzlich solltest Du Deinen Mitbewohnern täglich Frischfutter anbieten. Geeignet ist verschiedenes Gemüse wie Karotte, Gurke, Paprika, Salat und Kräuter sowie nicht zu süßes Obst. Futter eignet sich auch hervorragend, um die Tiere zu beschäftigen!

Tipp: Biete Futter nicht nur im Napf an, sondern verstecke immer mal wieder eine besondere Leckerei an unterschiedlichen Orten im Käfig oder spieße Frischfutter auf Naturäste im Gehege auf!

 

Für wen eignen sich Farbmäuse?

Farbmäuse eignen sich sowohl als Haustiere für Erwachsene als auch für Kinder ab 10 Jahren unter Anleitung und ständiger Aufsicht der Eltern. Durch ihre geringe Größe und Zartheit ist allerdings Vorsicht beim Handling geboten, um die Tiere nicht zu verletzen. Farbmäuse sind ideale Beobachtungstiere. Mit ihnen ist immer was los und es wird nie langweilig.

Für die tägliche Grundversorgung (Fütterung, Gesundheitskontrolle, Reinigung der Toilettenecken, Entfernen von nicht gefressenem Frischfutter) brauchst Du 15 – 20 Minuten. Einmal wöchentlich solltest Du noch ca. 1 Stunde Zeit für eine gründlichere Reinigung des Mäusegeheges einplanen.

Wichtig: Farbmäuse haben einen intensiven Eigengeruch. Dies gilt vor allem für die männlichen Tiere. Unkastrierte Farbmausmännchen markieren bis zu 200 Mal pro Stunde, aber auch die weiblichen Tiere riechen recht intensiv. Bedenke dies bitte unbedingt vor der Anschaffung!

Die Lebenserwartung von Farbmäusen beträgt 1,5 bis 3 Jahre. In dieser Zeit begeistern sie ihre Halter mit ihrer Agilität und Anhänglichkeit!

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