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Welche Bedürfnisse haben Fische?

Wir alle kennen ihn – den Goldfisch im Glas auf dem Nachttisch oder der Kommode, der einsam seine Runden dreht. An diesem traurigen und in der Realität hoffentlich nicht mehr existierenden Sinnbild lässt sich leicht veranschaulichen, was Fische brauchen. Denn das ist mehr als Wasser. Als Halter sind wir für das Wohlbefinden und die Gesundheit unserer Tiere verantwortlich, denn sie sind voll und ganz auf uns angewiesen. Doch welche Bedürfnisse haben Fische eigentlich?

Das faszinierende Innenleben der Fische

Fische gehören zu den beliebtesten Haustieren. Trotzdem werden sie häufig unterschätzt und in ihren Bedürfnissen und kognitiven Leistungen verkannt. Spannende Forschungsergebnisse belegen jedoch eindeutig, dass Fische, die ältesten Wirbeltiere unseres Planeten, ein facettenreiches Innenleben und eine ausgeprägte Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit besitzen: Sie nehmen ihre Umgebung bewusst wahr, kommunizieren auf vielfältige Weise, empfinden Schmerzen, leiden unter Stress und können sogar aus Erfahrung lernen. Zugebenermaßen lässt sich die Frage, welche Bedürfnisse Fische haben, nicht einfach und schon gar nicht pauschal beantworten, denn dies ist abhängig von ihrer Art. Gleichwohl gibt es bestimmte Grundbedürfnisse, die ausnahmslos alle Fische haben. Und um diese soll es im Folgenden gehen.

Gestaltung eines tiergerechten Lebensraums

Ausreichend Platz zum Schwimmen und Erkunden

Fische brauchen Platz, um sich zu bewegen, zu beschäftigen und ihre Umgebung zu erkunden. Es gilt daher, die Größe des Aquariums von den Bedürfnissen der entsprechenden Fischart abhängig zu machen. Lasse Dich hierzu beraten und wähle im Zweifelsfall lieber eine Nummer größer. Mehr Wasser fördert nicht nur das Wohlergehen Deiner Tiere, sondern führt automatisch auch zu einer stabileren Wasserqualität, da das biologische Gleichgewicht länger aufrechterhalten wird.

Auch der Besatz, das heißt die Menge der gehaltenen Fische, sollte nicht zu groß sein, um Stress unter den Tieren und ein „Kippen“ des Wassers durch zu viele Ausscheidungen zu vermeiden. Stress erkennst Du beispielsweise an einem verminderten Wachstum, Aggressionen gegenüber Artgenossen oder einer verminderten Aufnahme von Futter.

Bedeutung von Wasserqualität und Licht

Fische haben sich in den Jahrmillionen ihrer Entwicklung perfekt an den Lebensraum „Wasser“ mit all seinen chemischen und physikalischen Bedingungen angepasst. Mit ihren Kiemen und ihrer Haut stehen sie in ständiger Verbindung mit ihrer Umgebung und tolerieren nur geringe Abweichungen in der Wasserqualität. Um ihr Wohlbefinden zu sichern, ist also nicht nur ausreichend Platz erforderlich, sondern auch die Qualität des (Aquarium-)Wassers ist von entscheidender Bedeutung. Es ist daher wichtig, regelmäßig die Wasserwerte zu kontrollieren, um bei einem Ungleichgewicht rechtzeitig gegensteuern zu können und gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Hier sind insbesondere drei Werte zu nennen, die je nach Fischart variieren: der pH-Wert des Wassers, die Wasserhärte (Gesamthärte und Karbonathärte) sowie die Wassertemperatur.

Auch das Licht ist ein Aspekt, der beachtet werden sollte, denn auch hier stellen die verschiedenen Arten unterschiedliche Ansprüche. Während die einen viel Licht tolerieren, sind die anderen diesbezüglich sehr empfindlich. Wichtig sind vor allem ausreichend Unterschlupfmöglichkeiten und Schattenplätze, an die sich die Fische bei Bedarf zurückziehen können. Auch Schwimmpflanzen oder Farne bieten Schutz vor zu viel Licht. Der jeweilige Tag-Nacht-Rhythmus der Fische sollte berücksichtigt und das Aquarium nicht von allen Seiten einsehbar sein.

Tipp: In unseren Kölle Zoo Märkten kannst Du die Wasserwerte Deines Aquariums testen lassen. Bringe hierzu einfach eine Wasserprobe in einem sauberen Gefäß mit und unsere Mitarbeiter überprüfen die Gesamt- und Karbonathärte sowie den Gehalt an Ammoniak, Nitrit usw. Zur Kontrolle der Temperatur empfiehlt sich ein wasserdichtes Thermometer.

Abwechslungsreiche Umgebung

Neben ausreichend Platz zum Schwimmen und Versteckmöglichkeiten sowie Schattenplätzen solltest Du auch auf eine tiergerechte Umgebung Wert legen. Langeweile führt zu Stress und Stress wiederum kann Krankheiten begünstigen. Eine vielseitige und abwechslungsreiche Gestaltung der Lebensumgebung Deiner Fische – orientiert an ihrem natürlichen Lebensraum – sorgt für Vitalität und Wohlbefinden. Für den Beckengrund eignet sich abgerundeter Kies, um Verletzungen an scharfkantigen Steinen zu vermeiden. Steine mit zu kleinen Löchern für die entsprechende Fischart sollten nicht verwendet werden, hier ist die Gefahr groß, dass die Tiere steckenbleiben. Ansonsten sind Deiner Kreativität und Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Gestalte Dein Aquarium mit Wurzeln, Wasserpflanzen, Kies, Steinen und Höhlen und lasse Dich im Fachhandel zu den Anforderungen Deiner Fische beraten.

Brauchen Fische Artgenossen?

Jede Fischart hat unterschiedliche Bedürfnisse in Bezug auf soziale Kontakte. Während einige Fische Einzelgänger sind, die auf Artgenossen gestresst und mitunter aggressiv reagieren, müssen andere unbedingt in Paaren, Harems, Schwärmen oder Gruppen gehalten werden. Fische, die am besten in Paaren gehalten werden, sind beispielsweise die südamerikanischen Schmetterlingsbuntbarsche. In kleinen Gruppen von etwa 5 Tieren fühlen sich wiederum Ohrgitterharnischwelse am wohlsten. Rote Neons benötigen den Schutz von Schwärmen von möglichst mehr als 15 Tieren. Bei der Haremshaltung wird ein Männchen mit mehreren Weibchen derselben Art gehalten, dies ist bei vielen Barsch-Arten zu empfehlen. Fisch ist also nicht gleich Fisch. Während sich einige alleine am wohlsten fühlen, brauchen andere unbedingt die Sicherheit der Gruppe, um nicht zu verkümmern.
Neben der richtigen Haltungsform ist auch der Besatz wichtig, das heißt die Anzahl der Tiere, die in einem Aquarium gehalten werden. Zu voll besetzte Aquarien führen bei den Tieren zu Stress (sog. „Dichtestress“) und sind zudem schlecht für die Wasserqualität. Bei einigen Arten ist die Vergesellschaftung, das heißt das Zusammenführen von einander unbekannten Tieren, kein Problem, während es bei anderen eine Herausforderung darstellt. Beachte, dass nicht alle Fischarten miteinander vergesellschaftet werden können. Außerdem können Fische natürlich auch individuelle Abneigungen oder Sympathien füreinander haben, auch innerhalb einer Art.

Gesunde Ernährung & Krankheiten erkennen

Wie für alle Tiere ist auch für Fische eine gesunde und tiergerechte Ernährung von erheblicher Bedeutung, um gesund und vital zu bleiben. Informiere Dich hier genau oder lasse Dich beraten, welches Futter für Deine Fische ideal ist.
Wenn Du die Vermutung hast, dass Deine Fische krank sein könnten, solltest Du einen fischkundigen Tierarzt aufsuchen und die Wasserwerte kontrollieren. Krankheiten zeigen sich beispielsweise in Veränderungen an den Kiemen, Flecken, ausgefransten Flossen, verminderter Futteraufnahme, Bewegungsunlust oder hervortretenden Augen.

Tipp: Achte darauf, Deine Fische nicht zu „überfüttern“, das kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Überschüssiges Futter landet auf dem Boden und wird dann nicht mehr gefressen. Durch die zusätzlichen Ausscheidungen wird die Wasserqualität negativ beeinflusst und Algenwachstum begünstigt. Füttere Deine Tiere also immer bedarfsgerecht. Schnecken und Garnelen können zur Sauberkeit des Aquariums beitragen, da sie Futterreste vom Boden verspeisen.

Fazit

Fische haben erstaunliche kognitive Fähigkeiten und zeigen komplexe Verhaltensweisen. Bei nicht tiergerechter Haltung leiden sie, ohne dies durch Laute oder Mimik äußern zu können. Daher ist es so wichtig, sich ausgiebig über die Bedürfnisse der jeweiligen Fischart zu informieren, um ihnen ein glückliches Leben ohne Angst und Stress zu ermöglichen. So können wir dazu beitragen, dass sie sich eben nicht so fühlen wie der traurig-berühmte Goldfisch im Glas.

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