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Antijagdtraining für den Hund

Dein Hund buddelt gern Löcher in Deinem Garten, tobt ausgelassen mit seinen Artgenossen und stellt vielleicht auch einmal übereifrig Nachbars Katze nach? Dieses Verhalten verweist auf die Natur Deiner Fellnase – in ihrem Ursprung sind Hunde Jäger bzw. Beutegreifer, deswegen zeigen sie ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Jagdverhalten. Hat Dein Vierbeiner einen starken Jagdtrieb, kann das zu Problemen führen, sobald sein Wunsch zu jagen größer wird als sein Interesse, auf Dich zu hören bzw. Dir zu gehorchen.

In diesem Fall kann ein Antijagdtraining der richtige Weg sein, die Instinkte Deines Lieblings zu kanalisieren bzw. sein Verhalten zu modifizieren. Um das Jagdverhalten Deines Schlappohres richtig einschätzen zu können, ist es allerdings sicherlich von Vorteil, die Natur des Hundes als Jäger vorerst besser zu verstehen.

Jagdinstinkt – Jagdverhalten: Dein Hund, ein Jäger?

Der Jagdinstinkt gehört neben dem Sexual-, dem Territorial- und dem sozialen Rudelinstinkt zu den Urinstinkten eines Hundes. Auch wenn Du heute die Futterdosen öffnest und Dein inzwischen domestizierter Vierbeiner kein Selbstversorger mehr ist, sind seine Urinstinkte und damit eben auch sein Bedürfnis zur Jagd genetisch natürlich noch vorhanden. Das liegt auch daran, dass bei der Jagd Endorphine freigesetzt werden. Das bedeutet konkret: einem Beutetier nachzustellen und es am Ende zu reißen versetzt Deinen Vierbeiner in einen wahren Rausch. Jedes Mal, wenn Dein Hund jagt, belohnt er sich quasi selbst, indem er sich dieses Glücksgefühl beschert!

Wichtig: Jagdverhalten ist ein demnach ein selbstbelohnendes Verhalten – jedes Mal, wenn Dein Vierbeiner jagen geht und vielleicht sogar noch Jagderfolg hat, wird es schwieriger, das Verhalten zu kontrollieren.

Welches Jagdverhalten Dein Vierbeiner durch seinen genetisch bedingten Jagdinstinkt an den Tag legt, steht natürlich in Abhängigkeit zu seinem Wesen und damit auch seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse. Der Einsatz von Hunden zur Jagd lässt sich übrigens bis ins Mittelalter zurückverfolgen – schon im 14. Jahrhundert regeln deutsche Rechtstexte z.B., wann ein Jäger seine ‚Winde‘ (Windhunde), Bracken‘ (Spürhunde) und ‚Jagehunde‘ (Jagdhunde) an der Leine führen muss.

Welcher Jagdtyp ist Dein Hund?

Was macht ein Hund überhaupt, wenn er jagen geht? Ein genauer Blick zeigt, dass Hunde echte Multi-Talente sind und nicht umsonst als die treuesten Freunde des Menschen gelten. Im Laufe der Zeit haben sich wahre Jagdspezialisten unter den Hunden entwickelt, die sich je nach Spezialgebiet voneinander unterscheiden.

Vorstehhunde

Zu den wichtigsten Jagdhunden zählen die sog. Vorstehhunde, zu ihnen gehören z.B. Weimaraner, Münsterländer oder Gordon Setters. Vorstehhunde nehmen bei der Jagd die Witterung auf und folgen der Fährte des Wildes. Haben sie die Beute geortet, wird diese allerdings nicht aufgescheucht: In der sog. Vorstehphase verharrt der Hund, hebt die Vorderpfote und weist dem Jäger mit dem Kopf, in welcher Richtung das Wild zu finden ist.

 Ein Deutsch-Drahthaar beim Vorstehen.

Stöberhunde

Stöberhunde werden in unübersichtlichem Gelände eingesetzt. Sie durchsuchen das Dickicht nicht nur gründlich und planvoll, sondern auch oft eigenständig außerhalb der Sicht des Hundeführers. Haben sie das Wild aufgespürt, geben sie dem Jäger mit einem sog. Spurlaut Bescheid. Der Spurlaut ist ein Bellen, das sich von dem gewöhnlichen Bellen des jeweiligen Hundes unterscheidet. Zu den Stöberhunden gehören z.B. Cockerspaniels und Deutsche Wachtelhunde.

Erdhunde

Erdhunde werden zum Fuchs- oder Dachssprengen eingesetzt – seltener jagen sie auch Kaninchen. Erdhunde sind klein und haben einen schmalen Brustumfang, sie verfolgen die Beute in den unterirdischen Bau und sollen sie dort verbellen, damit sie ihre Behausung verlassen. Kleinere Terrier wie z.B. Parson Russell, Jack Russell oder Foxterrier eignen sich häufig hervorragend als Erdhunde. Dackel sind der Inbegriff eines Erdhundes.

 Erdhunde sind auf das Aufspüren, Stellen und Heraustreiben von Wild in bzw. aus Bauten spezialisiert.

Schweißhunde

Schweißhunde sind absolute Experten unter den Jagdhunden: Sie werden bei der Nachsuche eingesetzt, um verletztes Wild aufzuspüren, wenn ein Tier z.B. bei einem Verkehrsunfall verletzt oder bei der Jagd nicht tödlich getroffen wurde. Dafür sind ein extrem guter Geruchssinn und ein ausgeprägter Spurwille vonnöten. Gut ausgebildete Schweißhunde können auch kalte Fährten über viele Kilometer verfolgen! Hannoversche oder Bayerische Schweißhunde, Bassets oder Dachsbracken werden oft zu Schweißhunden ausgebildet.

Übrigens: ‚Schweiß‘ bedeutet in der jagdlichen Fachsprache ‚Blut‘ und geht auf eine aus dem Mittelalter stammende, inzwischen veraltete Bedeutung von ‚schwitzen‘ zurück – dort konnte ‚sweizen‘ nicht nur ‚Schweiß vergießen‘, sondern auch ‚bluten‘ bedeuten.

Schweißhunde sind meister der Fährtensuche.

Apportierhunde

Apportierhunde sind bei der Jagd die Profis, die nach dem Schuss zum Einsatz kommen – sie bringen das erlegte Wild zu ihrem Hundeführer; daher kommt der Begriff ‚Apportieren‘ in seiner ursprünglichen Bedeutung. Retriever und Pudel sind z. B. solche Apportierhunderassen, die ursprünglich für das Bergen von geschossenem Wassergeflügel gezüchtet wurden.

 Pudel wurden ursprünglich als Apportierhunde für die Jagd gezüchtet.

Jagdhunde

Als jagende Hunde bzw. Jagdhunde im engeren Sinne gelten insbesondere die Bracken. Ihre Spuren lassen sich bis zu den Kelten zurückverfolgen, sodass sie als die Vorfahren der heute in Europa lebenden Jagdhundrassen gesehen werden. Ihre Spezialität ist das sog. Brackieren – sie verfolgen das Wild laut bellend so lange, bis es zu seinem Ausgangspunkt zurückkehrt und dem Jäger direkt in die Arme bzw. vor die Flinte läuft. Zu den jagenden Hunden zählt man z.B. die Steirische Hochgebirgsbracke und den Beagle. Beagle werden meist als Meutehunde eingesetzt, d. h. sie gehen in einer größeren Gruppe auf die Jagd gefolgt z. B. von einer Jagdgesellschaft zu Pferde. Meutehunde müssen bei der Jagd eigenständig Entscheidungen treffen und sind daher meist anspruchsvoll(er) in der Erziehung hinsichtlich des Erlernens von Impulskontrolle und Gehorsam.

 Beagle sind typische Meutehunde.

Windhunde

Windhunde sind schlanke, langbeinige Hetzjäger, die in der Regel stark auf Bewegungsreize reagieren und ihre Beute so lange verfolgen, wie diese sich bewegt und sie sie sehen – es sind klassische Sichthetzer. Windhunde zählen neben Spitzen und Molossern zu den ältesten Hunderassen. Bereits im 4 Jahrtausend vor Christus finden sich Abbildungen von windhundeähnlichen Hunden aus Ägypten. Auch bei den Windhunderassen fand eine Spezialisierung auf die Beute statt: es gibt Rassen, die vorwiegend zur Hasenhatz gezüchtet wurden (und heute noch werden) wie z. B. den Galgo, es gibt aber auch Rassen die zur Hirschjagd (z. B. den Scottish Deerhound) und sogar zur Wolfsjagd (z. B. Irischer Wolfshund und Barsoi) eingesetzt wurden.

Der Barsoi ist eine russische Windhunderasse.

Zusatzinfo: Windhunde zählen, je nach Rasse, zu den schnellsten Landsäugetieren der Welt.

Im Mittelalter war das Halten von Windhunden dem Adel vorbehalten. Heutzutage erfreuen sich vor allem kleinere Windhunderassen wie das italienische Windspiel oder der Whippet großer Beliebtheit als Familienhunde. Auch den spanischen Galgo sieht man immer häufiger. Allen Windhunderassen gemeinsam ist ihr meist stark ausgeprägter Jagdtrieb vereint mit einer hohen Selbständigkeit – eine Herausforderung bei der Erziehung!

Zeigt mein Hund Jagdverhalten?

Der Jagdinstinkt ist Deiner Fellnase also genetisch in die Wiege gelegt worden, und zwar unabhängig davon, ob er einer „echten“ Jagdhunderasse angehört oder nicht. Hinsichtlich des tatsächlichen Jagdverhaltens eines Hundes gibt es aber natürlich starke Unterschiede, die zum Teil rassespezifisch sind, zum Teil aber auch individuell im Wesen des jeweiligen Hundes begründet liegen.

Generell haben Hunde, die im Ursprung zum Jagen gezüchtet wurden, natürlich einen recht ausgeprägten Jagdtrieb – so z.B. Terrier, Beagle, Dackel und Windhunderassen wie Galgo und Greyhound.

Wichtig: Grundsätzlich kann jeder Hund, egal welcher Rasse er angehört, jagdliche Ambitionen haben. Dies gilt auch für Kleinhunderassen und für Rassen, denen man ein eher gemütliches Wesen nachsagt wie Englischen Bulldoggen, Bernhardinern etc.

Für jeden Hundehalter stellt sich damit die Frage, in welchem Verhalten sich der Jagdinstinkt eines Hundes niederschlägt und wann Handlungsbedarf besteht.
Das spezifische Jagdverhalten eines Hundes drückt sich durch eine bestimmte Verhaltenskette aus, die aus unterschiedlichen Merkmalen besteht. Es kann natürlich sein, dass Dein Vierbeiner keine oder nur wenige dieser Merkmale zeigt, es ist aber genauso möglich, dass in seinem Verhalten viele oder sogar alle dieser Kennzeichen zu finden sind.

Zu den Charakteristika von Jagdverhalten beim Hund zählen: Ausschau halten (Appetenzverhalten), Anschleichen, Fixieren, Hetzen, Packen, Töten und Fressen.

Erste Anzeichen eines Jagdverhaltens sind damit u.a. das spielerische Jagen von Artgenossen, das Hinterherlaufen von Vögeln oder das Buddeln und Aufwühlen des Bodens, um Maulwürfe oder Mäuse zu suchen. Eine ausgeprägtere Form zeigt sich, wenn Deine Fellnase versucht, Hasen oder Rehe zu wildern.

Wichtig: Nicht jeder Hund zeigt alle diese Verhaltensweisen. Manche beschränken sich auf Anschleichen und Fixieren, andere starten direkt mit Hetzen und wieder andere würden den Verhaltenskreis auch tatsächlich mit töten und fressen beenden (übrigens häufig bei „Mäusebuddlern“ anzutreffen) beenden.

Spuren von Wildtieren können Deinen Vierbeiner zum Jagen animieren.

Anreize zur Jagd können mannigfaltig sein: Jagdverhalten kann etwas durch Bewegungsreize (z. B. fliehender Hase auf freiem Feld), Spuren von Wild, aber auch örtliche Begebenheiten, wie dichtes Unterholz, verkrautete Wasserstellen in oder an denen der Hund Wild vermutet, ausgelöst werden.

Dringender Handlungsbedarf besteht auf jeden Fall, wenn Deine Fellnase so stark von ihrem Jagdinstinkt dominiert wird, dass Du keine Kontrolle mehr hast. So bringt Dein Vierbeiner nicht nur sich selbst, sondern auch die Tierwelt oder unter Umständen andere Menschen in Gefahr. Stürmt Dein Hund im Jagdrausch z.B. auf eine (stark) befahrene Straße, drohen schlimme Verkehrsunfälle. Da Du in der Konsequenz verantwortlich für Deine Fellnase bist, gilt es, mit einem Antijagdtraining vorzubeugen, bevor etwas Schlimmes passiert.

Übrigens: Auch die Neigung zum Hüten, Treiben und in Schach halten sind Teile des Jagdverhaltens und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wenn Deinen Vierbeiner beim Anblick einer Schafherde z. B. das Bedürfnis überkommt „Ordnung in das Chaos zu bringen“ oder er Anstalten macht das auf der Pferdekoppel vergnügt spielende Fohlen in Schach zu halten, dann solltest du ernsthaft über ein entsprechendes Training nachdenken.

 Hetzen ist Teil des Jagdverhaltens und muss unbedingt unterbunden werden.

Antijagdtraining beim Hund – das ist das Ziel!

Genau genommen ist ein Antijagdtraining kein Training, das Deiner Fellnase das Jagen abtrainiert. Es zielt vielmehr darauf ab, das Verhalten Deines Vierbeiners kontrollierbar zu machen, indem sein Wunsch, zu jagen, kanalisiert wird. Ziel sind also Impulskontrolle und Aufmerksamkeit! Um den Jagdtrieb Deines Vierbeiners möglichst gut kanalisieren zu können, ist eine enge Hund-Mensch-Beziehung nötig, die Dich und Deine Fellnase im besten Fall so verbinden sollte wie eine unsichtbare Leine. Also: Alle Augen auf Dich, Du bestimmst nämlich, wo es lang geht.

Tipps für ein erfolgreiches Antijagdtraining

Zeigt Deine Fellnase ein starkes Jagdverhalten, ist im Grunde genommen nicht das Jagen an sich das eigentliche Problem, sondern die Triebsteuerung, die in diesem Moment die Kontrolle über Deinen Hund erlangt. Die Beute als Objekt der Begierde wird dann wichtiger als die Beziehung zum Menschen – also Dir! Im Gehirn Deines Lieblings werden in diesem Zustand reichlich Endorphine ausgeschüttet, sodass er die Jagd sehr wahrscheinlich eher fortsetzen wird, als zu Dir zurückzukommen. Ohne Deiner Fellnase ihre Glücksmomente rauben zu wollen, ist hier ein wichtiger Ansatzpunkt für ein erfolgreiches Antijagdtraining.

Für eine gute Beziehung: Grundgehorsam üben!

Um den durch die Jagd ausgelösten Kontrollverlust zu verhindern, muss der Grundgehorsam Deines Hundes Schritt für Schritt trainiert werden. Ziel ist es dabei, Deine Fellnase für den Ernstfall zu schulen. Im Gegenzug dafür musst Du feine Antennen für das Verhalten Deines Vierbeiners entwickeln, damit Du rechtzeitig erkennst, wann Dein Hund Gefahr läuft, vom Jagdfieber ergriffen zu werden.
Für den Grundgehorsam gilt es, die basalen Kommandos immer wieder zu üben, zu diesen zählen: Sitz, Platz, Komm, Bleib und Stopp! Diese Liste stellt natürlich ein Minimum dar und kann individuell erweitert werden. Für die Einhaltung der Kommandos ‚Sitz‘, ‚Platz‘ und speziell ‚Bleib‘ muss Deine Fellnase sich in Geduld üben, denn sie zwingen Deinen Vierbeiner, eine Ruheposition einzunehmen und in dieser zu verharren, bis Du sie auflöst. Geduld stellt für Deinen Vierbeiner einen wichtigen Schritt zur Impulskontrolle dar – ein Hund, der sich gedulden kann, ist eher in der Lage, seine Impulse zu unterdrücken und Deinen Kommandos auch in Ausnahmesituationen zu folgen. Deine Fellnase muss lernen, gerne und freiwillig zu Dir zurückzukommen, sobald Du das entsprechende Kommando gibst, die Alternative, die Du ihr zur Jagd bietest, muss also lohnender und spannender sein, als einem Kaninchen hinterherzujagen!
Denke daran, dass Hunde oft ortsgebunden sind, das heißt, ihr müsst an unterschiedlichen Orten trainieren, damit alle Kommandos durch Generalisierung ausreichend internalisiert werden. Einmal erlernte Kommandos müssen übrigens immer wieder trainiert werden!

Aufmerksamkeit - nicht aufs Wild, sondern auf Dich!

In puncto Aufmerksamkeit ist jede Menge Übung gefragt! Hier ist Blickkontakt zwischen Dir und Deinem Schlappohr das A und O, um langfristig zum Erfolg zu gelangen. Überlege Dir passende Spiele und Übungen, um Dich in den Fokus zu rücken: Es gilt auch hier, die Bindung zwischen Dir und Deiner Fellnase zu stärken – Ziel ist es, dass Dein Vierbeiner seine Aufmerksamkeit auf Dich richtet, sobald Du diese einforderst, und dabei alle umgebenden Reize ausblendet. Achte darauf, dass keine Langeweile aufkommt. Beginne damit, Deinen Hund zu rufen, damit er zu Dir kommt. Funktioniert das gut, erhöhe den Schwierigkeitsgrad, indem Du Deinem Liebling Aufgaben stellst: Rufe ihn zu Dir, sobald er mit seiner Schnauze Deine Handfläche berührt oder Dir die Pfote reicht, hat er seine Aufgabe erfüllt und erhält die entsprechende Belohnung – ein verbales Lob, eine extra Kuschel-Einheit oder ein Leckerchen! Hier ist Kreativität gefragt und die kennt bekanntlich keine Grenzen! Intensivierst Du die Bindung zwischen Dir und Deiner Fellnase auf diese Art spielerisch, wird erwünschtes Verhalten internalisiert und Dein Schlappohr akzeptiert Dich nach und nach als Rudelführer!

Alternativen zum Jagen entwickeln und Energie kanalisieren!

Jagen und Ungehorsam gehören zu den unerwünschten Eigenschaften Deiner Fellnase. Die Ursachenforschung zeigt, dass dieses unerwünschte Verhalten häufig aus Langeweile resultiert. Es kann also durchaus sein, dass Dein Vierbeiner Nachbars Katze nachstellt oder im Garten nach Mäusen und Maulwürfen gräbt, weil er sich langweilt. Versuche, Deinem Hund einen interessanten Job zu geben, der ihn von anderen Dingen ablenkt und ihm das Gefühl verleiht, beachtet zu werden, sodass der Impuls, zu jagen, vollkommen uninteressant wird und das Schnüffeln nach Wildfährten zu einer eher öden Beschäftigung verkommt. Überlege Dir, wie Du Deine Fellnase während eurer gemeinsamen Ausflüge ausreichend beschäftigen kannst. Vielleicht reicht es schon vollkommen aus, wenn er seine eigene Leine oder ein Spielzeug im Maul trägt? Auch Spiele und Apportierübungen während des Spazierens können für Ablenkung und Spaß sorgen.

Du kannst natürlich auch professionelle Angebote wie z.B. einen Mantrailing-Kurs besuchen, um Deine Fellnase zu beschäftigen. Allerdings gibt es hier auch Stimmen, die den Sinn und Zweck von Hundesportarten als Antijagdtraining kritisch hinterfragen, da hier eben genau das Verhalten trainiert wird, das als unerwünscht gesehen wird. Hier sollte jeder Hundehalter sich seine eigene Meinung bilden, da er seinen Hund schließlich am besten kennt. Großer Vorteil dabei: das ganze findet unter kontrollierten Bedingungen statt und Hund und Frauchen bzw. Herrchen werden auch mit anspruchsvollen Situationen konfrontiert, die es dann zu meistern gilt. Dies fördert die Bindung und damit meist auch den Gehorsam des Vierbeiners.

Grenzen setzen– Impulskontrolle!

Auch bei der Impulskontrolle spielt Geduld eine wichtige Rolle – es geht darum, dass Deine Fellnase sich vollkommen auf Dich und Deine Anweisungen fokussiert und die von Dir gesetzten Verhaltensanweisungen internalisiert.
Dein Vierbeiner soll lernen, die Grenzen seines Bewegungsspielraumes zu akzeptieren – hier kann das Radius-Training mit der Schleppleine ein Weg zum Erfolg sein. Wenn Du eine Schleppleine verwendest, denke immer daran, ein Brustgeschirr zu benutzen, denn beim Tragen eines einfachen Halsbandes besteht die Gefahr von Halswirbelsäulenverletzungen! Beim Radius-Training kannst Du Deinem Vierbeiner gut die Grenzen seines Bewegungsspielraumes aufzeigen, ohne ihn zu sehr einzuschränken. Dieses Training muss allerdings geübt werden. Rufe Deinen Hund jedes Mal zu Dir zurück und versuche, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen, bevor die Leine in Spannung gerät. Lobst und belohnst Du ihn bei Erfolg, wird er sich nach und nach an den von Dir vorgegebenen Bewegungsspielraum gewöhnen. Schnelle Richtungswechsel helfen Dir, die Aufmerksamkeit Deines Hundes zu gewinnen – mit der Zeit wird er lernen, sich an Dir zu orientieren, und regelmäßig den Blickkontakt zu Dir suchen.
Auch Ballspiele können nützlich sein. Wichtig ist hierbei nicht, dass Deine Fellnase den geworfenen Ball wieder zu Dir zurückbringt, sondern dass er ihn erst holt, nachdem Du das entsprechende Kommando gegeben hast. Erledigt Dein Schlappohr die Übung nach Deinen Vorgaben, darfst Du es natürlich loben und belohnen. Ist Dein Hund zu voreilig und prescht sofort los, ist es notwendig, ihn zu ignorieren.

Sicher ist sicher!

Natürlich kann es einige Zeit dauern, bis euer gemeinsames Antijagd-Training zum Erfolg führt. Bis dahin ist es besser, auf Nummer sicher zu gehen. Verfügt Dein Hund über einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb, muss er im Fall der Fälle vorerst besser an der Leine bleiben. Bei sehr großen und impulsiven Fellnasen kann es vorkommen, dass auch eine Leine keine 100%ige Sicherheit bietet, wenn sie zur Jagd ansetzt. In solchen Fällen ist eine doppelte Sicherung mit Leine und Sicherheitsgeschirr Pflicht!

Tipp: Damit Du Deinen Hund trotzdem sicher und schnell orten kannst, kann hier eventuell eine GPS-Tracker sinnvoll sein.

Ein Sicherheitsgeschirr, auch als Panikgeschirr bezeichnet, verhindert, sofern es richtig angelegt wird, dass Dein Hund sich losmachen kann und ist somit ein ideales Hilfsmittel für stark jagdlich ambitionierte oder auch ängstliche Hunde. 

Die genannten Utensilien benötigst Du, um Deinen Vierbeiner mittels eines Sicherheitsgeschirrs sicher zu führen und ein "Ausbrechen" wirksam zu verhindern. 

Hier siehst Du, wie die Führleine, die Sicherheitsleine und das Halsband richtig befestigt werden. 

Um ein schnelles Wiederfinden Deines Vierbeiners zu ermöglichen, falls es ihm doch gelingt, in einem unbeobachteten Moment das Weite zu suchen, kann ein GPS-Tracker oder ein QR-Anhänger wichtige Dienste leisten. 

Hunde sollten grundsätzlich gechippt sein, für manche Rassen gilt sogar eine Chip-Pflicht. Die entsprechende Nummer kannst Du bei Tasso und anderen Plattformen registrieren lassen. Sollte Dein Hund aufgegriffen werden, kann er Dir somit zweifelsfrei zugeordnet werden.

Fazit

Wann macht denn nun ein Antijagd-Training Sinn? Eine ganz einfache Antwort: immer! Im Zweifelsfall trägst Du die Verantwortung nicht nur für Deinen Vierbeiner, sondern auch für die umgebende Tierwelt und Deine Mitmenschen. Ist der Jagdtrieb Deiner Fellnase stark ausgeprägt, solltest Du daher sofort aktiv werden und die Sache mit sehr viel Geduld angehen! Harte Arbeit lohnt sich – bei Problemen und Fragen kannst Du Dich auch immer von einer Hundeschule vor Ort beraten lassen. In unseren Kölle Zoo Märkten findest Du das passende Zubehör für Dein Antijagdtraining - vom Sicherheitsgeschirr, dem passenden Halsband bis zur Schleppleine! Unsere Kollegen beraten Dich gerne zur richtigen Passform und haben auch  noch das perfekte Trainings-Leckerli für Deinen Vierbeiner.

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