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Arthrose beim Hund

Dein Hund braucht länger fürs Treppensteigen? Er springt nur noch ungern aus dem Auto oder wieder rein?

Du hast einen Welpen und machst Dir Sorgen um seine körperliche Entwicklung?

Du betreibst Hundesport und möchtest den Bewegungsapparat Deines vierbeinigen Partners gesund halten?

Unser Artikel informiert Dich über eine der verbreitetsten Erkrankungen des Bewegungsapparates beim Hund – der Arthrose! Wir beleuchten mögliche Ursachen, welche Hunde(rassen) gefährdet sind und wie man vorbeugen und behandeln kann!

 

Was ist Arthrose und wie entsteht sie?

Umgangssprachlich nennt man sie auch Gelenkverschleiß – und das trifft den Nagel auf den Kopf! Bei Arthrose verändert sich das betroffene Gelenk krankhaft, bis es nach und nach seine Funktion verliert. Die Beweglichkeit nimmt ab, es beginnt zu schmerzen.
Meist beginnt alles mit einer kleinen oder größeren Verletzung des betroffenen Gelenkes und einer Entzündung. Diese „Vorstufe“ der Arthrose wird Gelenksentzündung oder Arthritis genannt. Durch die Entzündung wird das im Gelenk liegende, stoßdämpfende Gewebe, der Gelenkknorpel, beschädigt. Er wird „aufgeraut“ und nach und nach abgebaut. Ab diesem Stadium spricht man von Arthrose. Je weniger Knorpel übrigbleibt, desto schlechter funktioniert das Gelenk. Gleichzeitig baut der Körper an den Gelenkrändern vermehrt Knochensubstanz auf, um das beschädigte Gelenk zu stabilisieren. Dies führt wiederum zu vermehrter Reibung und erneuter Entzündung. Ein Teufelskreis beginnt, der ohne Behandlung nicht zu stoppen ist und vor allem früher oder später Schmerzen verursacht!

Info: Den Begriff Arthrose verbindet man meist mit „Beinproblemen“. Doch jedes Gelenk im Körper, z. B. auch das Kiefergelenk und die Wirbelgelenke können von Arthrose betroffen sein. Arthrose der Wirbelgelenke wird auch Spondylose genannt.

 

Welcher Hund bekommt Arthrose?

Eins vorab – Arthrose kann jeden Hund treffen! Aber es gibt Faktoren, die die Entstehung der Erkrankung begünstigen:

Alter: Als Verschleißerscheinung tritt Arthrose oft bei älteren Hunden auf, deren Gelenkknorpel im Laufe ihres Lebens „verbraucht“ wurde.

Rasse: Natürlich sind die Gelenke bei sehr großen und schweren Rassen (z. B Bordeaux Dogge, Bernhardiner) stärkeren Belastungen ausgesetzt und neigen daher eher zur Entstehung von Arthrose. Auch Rassen mit sehr langem bzw. sehr kurzem Rücken (z. B. Dackel, Cocker Spaniel) neigen eher zu arthrotischen Veränderungen, wobei diese dann eher an den Wirbelgelenken auftreten.

Genetik: Die Veranlagung für Arthrose kann auch vererbt werden. Deshalb werden mögliche Zuchttiere vieler Hunderassen (z. B. Deutscher Schäferhund) vor ihrem tatsächlichen Zuchteinsatz z. B. auf Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogengelenksdysplasie (ED) untersucht.

Körperbau: Fehlstellungen der Gelenke können die Entstehung von Arthrose begünstigen.

Übergewicht: Überbelastung der Gelenke durch das zu hohe Körpergewicht lässt diese schneller verschleißen.

Überbelastung: Sie ist ein häufiger Grund für die Entstehung von Arthrose und hat viele Gesichter. Auch ein kleiner, normalgewichtiger Hund, der aber häufig ins und aus dem Auto springt kann von Gelenkverschleiß betroffen sein. Wurf- und Fang-Spiele oder Toben mit Hunden die vorher nicht die Möglichkeit hatten ihre Muskeln und Gelenke aufzuwärmen, sind ebenfalls Arthrose fördernd. Ausgedehnte Radtouren mit Junghunden sowie zu lange Spaziergänge mit Welpen sind weitere Risikofaktoren.

Verletzungen und Operationen: Offene Gelenkverletzungen mit Infektionen führen häufig zu einer Arthrose, unabhängig vom Alter des Hundes. Nach Gelenkoperationen, z. B. nach einer Kreuzbandriss-OP beim Hund, kann Arthrose als unerwünschter Nebeneffekt auftreten.

Wachstumsstörungen: Arthrose kann auch als Begleiterscheinung eines gestörten Wachstums bei Welpen und Junghunden auftreten. Sehr groß werdende Rassen sind hier eher betroffen, vor allem wenn sie zu schnell wachsen und zu schnell zu viel Muskulatur aufbauen.

 

Arthrose beim Hund erkennen!

Hier einige Symptome, die auf Arthrose bei Deinem Hund schließen lassen:

Bewegungsunlust: Dein Hund ist nicht mehr so für Spaziergänge und Spiele zu begeistern. Er braucht länger für das Treppensteigen und springt nur noch zögerlich aus dem Auto; Hineinspringen fällt ihm Zusehens schwerer.

Steifheit nach längerem Liegen und „Einlaufen“: Dein Hund bewegt sich nach dem Aufstehen sehr langsam und vorsichtig, eventuell fällt Dir auch eine leichte Lahmheit auf. Nach einiger Zeit in Bewegung bessert sich das Gangbild, der Hund „läuft sich ein“.

Lahmheit: Dein Hund lahmt nach längeren und anstrengenden Spaziergängen.

„Welpenpinkeln“ beim Rüden: Rüden heben ihr Bein nicht mehr, sondern pinkeln in „Welpenstellung“.

Schmerzäußerungen beim Bewegen

Schmerzäußerungen bei Berührung

Geschwollene oder warme Gelenke

Häufiger Wechsel der Liegeposition

Gezieltes Aufsuchen weicher Liegeplätze

Wenn Du den Verdacht hast, Dein Vierbeiner könnte an Arthrose leiden, stelle ihn bitte unbedingt einem Tierarzt vor! Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto größer ist die Chance die Arthrose zu stoppen.

 Arthrose beim Hund

 

Kann man Arthrose beim Hund heilen?

Nein, leider nicht. Arthrose ist nach wie vor unheilbar, kann aber mittlerweile in den meisten Fällen sehr gut gestoppt und behandelt werden. Man kann zwar mittlerweile mit einigen Behandlungsmethoden versuchen den Knorpel wiederaufzubauen, der Ursprungszustand ist allerdings nicht wiederherzustellen.

 

Arthrose beim Hund – Behandlungsmöglichkeiten

Vor der Behandlung erfolgt die Diagnose durch den Tierarzt. In den meisten Fällen wird das betroffene Gelenk geröntgt um nach Veränderungen Ausschau zu halten. Um verlässliche Aussagen über den Zustand des Gelenkknorpels zu machen und dortige Veränderungen im Frühstadium erkennen zu können, eignet sich eine MRT-Untersuchung am besten.

 

Schulmedizinische Behandlungsmöglichkeiten

Mittlerweile existiert ein recht großes Repertoire unterschiedlicher Behandlungsansätze. Ganz klassisch ist die Gabe von Schmerzmittel und Entzündungshemmern.

Befinden sich Knochenabsplitterungen (Gelenkmäuse, Gelenkchips) im Gelenk, die für die Probleme verantwortlich sind, so werden diese wenn möglich operativ entfernt.

Auch Gelenkinjektionen, z. B. mit Kortison um die Entzündung im Gelenk schnellstmöglich ruhig zu stellen, werden vorgenommen. Seit einigen Jahren steht auch ein Medikament (Polyacrylamid-Gel) zur Verfügung, welches ebenfalls in das betroffene Gelenk injiziert wird und den verschlissenen Knorpel ersetzen soll. Das Medikament bildet im Gelenk eine puffernde Gelschicht, welche die Reibung reduziert.

Weitere schulmedizinische Behandlungsmöglichkeiten sind die Eigenblutbehandlung (PRP), Stammzellbehandlung und Knorpeltransplantation. Alle drei Verfahren zielen unter anderem auf den Wiederaufbau von zerstörtem Knorpel ab. Je früher die Behandlung startet, je leichter das Tier ist und je genauer sich an den Behandlungsplan gehalten wird, desto größer sind die Erfolgsaussichten.

 

Weitere Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten

Gewichtsreduktion: Sollte Dein von Arthrose geplagter Hund zu viel auf den Rippen haben, so wäre es optimal, wenn er abnimmt um seine Gelenke zu entlasten.

Schonendes Bewegungsprogramm: Bewegen ja, Belastung nein! Bewegung ist wichtig bei Arthrose um die Gelenke geschmeidig zu halten und Abbau der stützenden Muskulatur zu verhindern. Bewegung ist allerdings nur bei lahmfreien Hunden anzuraten und auf keinen Fall sollte der Hund dabei überlastet werden, da das wiederum den geschädigten Gelenken schadet.

Warm halten beim Gassi-Gang: Bei den meisten Patienten verstärken sich die Schmerzen bei Nässe und Kälte. Halte Deinen Hund deshalb bei nasskalter Witterung warm und trocken. Hierfür eignen sich wasserdichte Hundemäntel am besten.

Homöopathie: Neben den schulmedizinischen Behandlungen gibt es die Möglichkeit Deinen Hund mit Homöopathie zu unterstützen. Lasse Dich hierbei an besten von einem erfahrenen Tierarzt oder Tierheilpraktiker beraten.

Physiotherapie: Je nachdem welches Gelenk und wie stark es betroffen ist, kann gezielte Physiotherapie Deinen Hund unterstützen. Gezielter Muskelaufbau stützt die betroffenen Gelenke und verhindert Fehlbelastungen, die sich auf Dauer negativ auf den gesamten Hundekörper auswirken!

Aquatherapie: Training im Aquatrainer ist bei Arthrose des Bewegungsapparates eine besonders effektive und gleichzeitig schonende Möglichkeit des Muskelaufbaus.

Fütterung und Nahrungsergänzung: Mit gezielter Fütterung kannst Du Deinen Hund sehr gut unterstützen. Eventuell musst Du etwas herumprobieren, welches Futter bzw. welche Nahrungsergänzung bei ihm am besten anschlägt aber bei fast allen Patienten lässt sich eine Besserung erzielen.

  • Alleinfuttermittel: Es gibt viele verschiedene Alleinfuttermittel, die gelenkunterstützende Nährstoffe (z. B. Grünlippmuschelpulver und Kollagen) enthalten. Bei leichteren Gelenkproblemen kann die Fütterung eines solchen Futters schon Linderung bringen.
  • Nahrungsergänzung: Es gibt eine Reihe von Ergänzungsfuttermitteln, deren Fütterung bei Arthrose sinnvoll sein kann. Direkte positive Wirkung auf den Knorpel und die Gelenkschmiere sollen z. B. Grünlippmuschelpulver und Chondroitin haben. Ihr positiver Effekt ist allerdings umstritten. Für Kollagen (oft auch als Gelatine bezeichnet) und MSM (Methylsulfonmethan) ist eine positive Wirkung bei Gelenkbeschwerden wissenschaftlich bewiesen. Ingwer, Weihrauch und Teufelskralle sollen Gelenkschmerzen lindern. Bei allen dreien können allerdings Magen- und Verdauungsprobleme auftreten. Lachsöl und Hagebuttenschalenpulver können als natürliche Entzündungshemmer unterstützend gegeben werden.

Haltung: Orthopädische Betten sind eine Wohltat für Arthrose geplagte Vierbeiner. Eine Hundeeinstiegsrampe fürs Auto schafft Euch beiden Erleichterung – Dein Hund muss nicht mehr springen und Du musst ihn nicht hineinheben!

 

Vorbeugung von Arthrose beim Hund

Fütterung

Achte von Anfang an darauf, dass Dein Hund nicht zu dick wird!

Behalte bei Welpen und Junghunden die Wachstumsgeschwindigkeit im Auge. Zu schnelles Wachstum kann schädlich sein. Wenn Du Dir diesbezüglich unsicher bist, berate Dich mit Deinem Tierarzt.

Füttere bei sportlich aktiven Hunden, sehr großen Hunden und Rassen die zu Arthrose neigen gezielt Gelenknährstoffe zu.

 

Haltung

Sorge für weiche und warme Liegemöglichkeiten, die groß genug für Deinen Hund sind.

Vermeide das zu frühes Treppensteigen bei Welpen und Junghunden und zu lange Spaziergänge bzw. Fahrradtouren.

Beginne nicht zu früh mit Hundesport.

Wärme Deinen Hund vor größeren Aktivitäten (z. B. Wurfspiele, Toben mit anderen Hunden etc.) auf!

Lasse Deinen Hund bei Gelenkschwellungen, Bewegungsunlust und Lahmheiten vom Tierarzt durchchecken.

 

 

 

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