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BARF: stückig oder gewolft?

Gewolft oder nicht gewolft, das ist hier die Frage! Barfer kennen die Entscheidungsschwierigkeit beim Blick in die Gefriertruhe des Fachhändlers: Neben einer großen Auswahl an Fleischsorten und Mixen stellt sich hier immer wieder die Frage, ob gewolftes oder stückiges Fleisch besser für den Vierbeiner ist. Frisst mein Hund lieber gewolft oder stückig? Welche Art der Verarbeitung ist besser verträglich? Gibt es Gesundheitsrisiken für meinen Hund oder meine Katze? Wir erklären Dir die Vor- und Nachteile von gewolftem und stückigem Fleisch, damit Du Dich bei Deinem nächsten Einkauf besser orientieren kannst!

Stückiges Fleisch

Zahnreinigung

Ein Vorteil von stückigem Fleisch oder größeren Knochen kann der Zahnreinigungseffekt sein. Durch das teilweise ausgiebige Kauen kann ein Abrieb von Zahnbelag erfolgen und die Speichelbildung (gut für die Gleitfähigkeit der Futterstücke) wird angeregt. Kombiniert mit dem regelmäßigen Füttern von Naturkauartikeln kannst Du bei Deinem Hund oder Deiner Katze einen Zahnpflegeeffekt erzielen.

Produktion von Magensaft

Die Magenwand beginnt erst durch den Schlüsselreiz „Fleisch“ mit der Produktion von saurem (pH 1–1,5) Magensaft und schützendem Magenschleim. So können die Vorstufen zur Eiweißverdauung (Pepsinogene) in ihre aktive Form (Pepsin) überführt werden, wodurch die Eiweißverdauung bereits im Magen beginnen kann. Durch den sauren pH-Wert werden außerdem mit dem Futter aufgenommene pathogene Keime abgetötet. Durch die zusätzlichen Muskelbewegungen des Magens wird die aufgenommene Nahrung schichtweise zu einem Brei verarbeitet und so für die weiteren Verdauungsprozesse vorbereitet. Je größer die aufgenommenen Stücke sind, desto mehr Magensaft wird produziert. Dementsprechend kann der Magen länger arbeiten, es erfolgt eine bessere Aufschließung an Nährstoffen und Krankheitserreger sind länger und effektiver dem produzierten sauren Magensaft ausgesetzt.

Gewolftes Fleisch

Keine Gefahr beim Schlingen

Auch bei der Fütterung von gewolftem Fleisch gibt es nennenswerte Vorteile. Große Fleischstücke oder Knochenteile können bei Schlingern im Hals stecken bleiben und damit zum Gesundheitsrisiko werden. Dieses Risiko ist bei gewolftem Fleisch viel geringer, denn die Masse hat bereits eine „vorgekaute“ Konsistenz und kann so nicht stecken bleiben. Außerdem haftet gewolftes Fleisch durch seine teilweise klebrige Beschaffenheit am Napf, wodurch sich Hund oder Katze etwas mehr bemühen müssen, das Fleisch ordentlich aus dem Napf zu schlecken. Die Fressgeschwindigkeit wird dadurch verringert.

Supplemente & Medikamente untermischen 

Beim Barfen ist das Zufüttern von Gemüse/Obst und Supplementen unverzichtbar. Gerade bei Futtermäklern, die das Futter verschmähen, sobald ein Pulver daran haftet oder Gemüsestückchen erkennbar sind, ist es einfacher, die Zusätze und die pflanzlichen Bestandteile bei gewolftem Fleisch unterzumischen und das Tier damit „auszutricksen“. Auch Medikamente können so gut in den Futterbrei geschummelt werden.

Kleine, junge, alte und kranke Hunde

Für junge und sehr kleine, aber auch alte Hunde und Katzen, Tiere mit fehlenden Zähnen oder anderen Degenerationen in der Maulhöhle oder Speiseröhre bietet sich gewolftes Fleisch zur Fütterung an. Auch für Tiere, die krankhafte Probleme mit der Bauchspeicheldrüse haben, ist gewolftes Fleisch besser zu verwerten. Durch den Verlust von durch die Bauchspeicheldrüse produzierten Verdauungsenzymen sollte das Futter schon vorverdaut, also gewolft oder gekuttert verfüttert werden, um den Verdauungstrakt zu unterstützen.  

Auch das Portionieren von gewolftem Fleisch ist durch die Konsistenz und den geringen „Platzbedarf“ (z.B. in der Tupperdose) relativ einfach. 

Nachteile von gewolftem Fleisch

Wie bei vielen Themen kommt auch hier nun ein Aber … Auch wenn die Verweildauer des Futters im Magen von vielen Faktoren abhängig ist, spielt die Größe der verfütterten Stücke hierbei eine entscheidende Rolle: Je kleiner die Fleischstücke und je feiner der Futterbrei ist, desto geringer ist die Produktion von Magensaft und desto kürzer verweilt der Futterbrei im Magen. Dies hat mehrere negative Folgen: Zum einen wird der Futterbrei durch die nur gering produzierte Säure kaum durchtränkt, pathogene Erreger können so nicht vollständig ausgeschaltet werden und eine Infektion ist wahrscheinlicher. Hinzu kommt, dass die Oberfläche von gewolftem Fleisch deutlich größer ist als bei stückigem. Diese reagiert mit Sauerstoff und begünstigt damit die Vermehrung von Bakterien und anderen Pathogenen (wie auch bei z. B. Hackfleisch).

Durch die ungenügende Durchsäuerung können sich zudem Bakterien vermehren, welche die Nährstoffe im Futterbrei abbauen. Die Verdaulichkeit (= Anteil an aufgenommenen Nährstoffen, welche durch die Darmwand aufgenommen werden können) sinkt und um den Bedarf an Nährstoffen zu decken, muss die Menge an Futter erhöht werden, was sich auf Dauer (wenn auch sicherlich nur zu einem geringen Teil) auf den Geldbeutel auswirken kann.

Bei dem genannten Nährstoffabbau durch Bakterien entstehen zudem Gase, die zu einer Aufgasung des Magens führen können. Im schlimmsten Fall (gerade bei großen Hunden mit tiefem Brustkorb) kann diese Aufgasung zu einer akuten und lebensbedrohlichen Magendrehung führen.

Ein weiteres Problem stellt wohl die Beurteilung der eingesetzten Zutaten von rohem Fleisch dar. Ohne einem Hersteller etwas unterstellen zu wollen, gibt es auf dem BARF-Markt leider immer wieder gewolfte Produkte, die reich an minderwertigen bindegewebsreichen Schlachtabfällen (z.B. Kehlkopf, Euter, Hoden etc.) sind. Auch nicht mehr ganz so frisches Fleisch lässt sich in einem gewolften Produkt leichter „verstecken“ als bei stückigem Fleisch. Das schont zwar den Geldbeutel des Herstellers, allerdings nicht die Gesundheit Deines Vierbeiners. Natürlich gibt es auch viele seriöse Hersteller auf dem Markt, bei denen man die Zusammensetzung transparent und ehrlich erfahren kann. Alternativ kannst Du dir einen günstigen Fleischwolf (gibt es schon ab 15 Euro) besorgen und, falls für Dein Tier notwendig, das stückige Fleisch ganz einfach selbst wolfen.

Fazit

Generell kommt es natürlich immer auf die Bedürfnisse Deines Tieres und auf die Wahl des Herstellers an. Wir bei Kölle Zoo bieten Dir viele gesunde Optionen an tiefgekühltem Rohfleisch und beraten Dich in unseren Geschäften gerne persönlich dazu. Aufgrund der überwiegenden genannten Vorteile empfehlen wir Dir, stückiges Fleisch gewolftem Fleisch vorzuziehen! Neben dem Kauvergnügen und der damit verbundenen Zahnreinigung hat Dein Tier ein geringeres Risiko, sich mit pathogenen Keimen zu infizieren oder eine Magendrehung zu erleiden. Ebenso ist die Verdaulichkeit und Nährstoffverfügbarkeit besser als bei gewolftem Fleisch. Letztlich macht es vermutlich auch Dir einfach mehr Spaß, eine appetitlich anmutende Mahlzeit aus frischen stückigen Zutaten zuzubereiten und Deinem Tier beim Futtern zuzusehen.

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