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Das Brachycephale Atemnotsyndrom

Hunde mit einem „kurzen Schädel“ (brachycephal) wie Französische Bulldogge, Mops, Englische Bulldogge, Boston Terrier, Pekinese oder Cavalier King Charles Spaniel leiden besonders häufig unter dem Brachycephalen Atemnotsyndrom.

Rassebedingte Erkrankung mit individueller Ausprägung

Diese Rassen besitzen in der Regel sehr enge Nasenlöcher, eine enge Nasenhöhle sowie ein überlanges Gaumensegel (weicher Gaumen), das oft bis in den Kehlkopf hineinragt. Daneben sind Kehlkopfknorpel und Luftröhre eng und die Rachenschleimhaut ist nicht selten geschwollen. Aus den Einengungen der Atemwege ergeben sich Behinderungen beim Ein- und Ausatmen für das Tier. Dieser Komplex von gesundheitlichen Problemen wird als Brachycephales Atemnotsyndrom bezeichnet.

Häufige Symptome: Atemprobleme und Atemnot

Betroffene Hunde schnarchen, husten, würgen und haben oft einen unterbrochenen und unruhigen Schlaf. Sie sind weniger leistungsfähig und zeigen wiederkehrende Episoden von Atemnot. Das Schnarchen der kurzköpfigen Hunde wird gern als „Schnurren“ ähnlich dem der Katze interpretiert. Das ist so aber nicht richtig. Um sich vorstellen zu können, wie es den betroffenen Hunden geht, kann man die Nasenlöcher mit den Fingern zu Dreiviertel zu halten und versuchen tief durchzuatmen. Man wird rasch bemerken, wie unangenehm erschwert die Ventilation der Lungen dann ist.

Lebensgefährliche Atemnot und Überhitzung im Sommer

Kurzköpfige Hunderassen neigen besonders im Sommer an heißen Tagen zu Überhitzung. Dann versuchen sie, wie jeder Hund, durch verstärktes Hecheln die Körpertemperatur zu regulieren. Die engen Atemwege dieser Tiere sind jetzt besonderem Stress ausgesetzt und schwellen an. Die Luftnot verstärkt dabei die Aufregung, die Hunde hecheln noch intensiver und sind in einem Teufelskreis aus Überhitzung und Atemnot gefangen. Durch den Sauerstoffmangel bekommen Lefzen und Schleimhäute eine blaue Farbe. In der Folge kann es zu einem Hitzschlag kommen.

Verdauungsstörungen infolge der Atemprobleme

Daneben haben viele kurzköpfige Hunde Verdauungsstörungen. Das Abschlucken des Futters kann nicht gut koordiniert werden und die Schleimhäute von Speiseröhre und Magen entzünden sich. Erbrechen von Futter und Würgen von Schleim sind die Folgen dieser Entzündung. Alle Symptome können bereits im Alter von 6 Monaten beobachtet werden und verstärken sich im Laufe des Lebens. Als Spätfolgen können Entzündungen der Bronchien (Bronchitis) sowie eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) auftreten.

Chirurgischer Eingriff für bessere Lebensqualität

Für betroffene Hunde empfiehlt sich eine chirurgische Korrektur der engen Nase und des engen Rachens, wodurch die Atemwege erweitert werden. Nach der Operation in der Tierklinik werden die Patienten in der Regel 1 bis 2 Tage stationär aufgenommen, die Atemfunktion wird überwacht und Sauerstoff zugeführt. Bis zu 90% der erkrankten Hunde profitieren von der chirurgischen Korrektur der Atemwege. Sie schnarchen weniger bis gar nicht mehr, können besser atmen und die Gefahr eines Hitzschlags ist deutlich reduziert. Nicht zögern den Tierarzt anzusprechen, wenn man Besitzer einer dieser prädisponierten Hunderassen ist.

© Dr. Wieland Beck

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