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Hund entlaufen - was tun?

Vermisster Hund!

Du stehst an der Haltestelle, wartest auf den Bus und Dein Blick fällt auf ein Plakat: Oben links das Foto eines schwarzen Cocker-Spaniels mit niedlichen Schlappohren und heraushängender Zunge, der verschmitzt in die Kamera lächelt – darüber in schwarzen großen Lettern der Schriftzug „Vermisst“. Dir läuft es eiskalt den Rücken herunter, weil Dir plötzlich angst und bange wird, dass das Gesicht Deines Hundes einmal solch ein Plakat zieren wird? Das ist eine Angst, die viele Tierhalter mit Dir teilen.

Der folgende Artikel soll Dir helfen, dass dieser Albtraum möglichst nicht wahr wird, und Dir für den Fall der Fälle ein paar hilfreiche Tipps an die Hand geben.

Hund entlaufen: Ein wertvoller Chip!

Auch wenn man die hauseigene Fellnase stets gut im Blick hat, kann es immer einmal vorkommen, dass ein Hund verloren geht. Um den geliebten Vierbeiner möglichst schnell und verlässlich wiederzufinden, ist es in jedem Fall sinnvoll, ihn von einem Tierarzt chippen zu lassen. Seit 2011 ist es im Übrigen sogar Pflicht, das eigene Haustier für Reisen im europäischen Ausland chippen zu lassen. So ein Chip bietet die Möglichkeit, Deinen Hund zuverlässig identifizieren zu können. Dafür ist es allerdings notwendig, ihn zusätzlich zu registrieren: Unterschiedliche Organisationen wie z. B. Tasso oder Findefix bieten Dir kostenfrei die Möglichkeit, Dein Haustier registrieren zu lassen. Wird Dein Tier gefunden und der Chip ausgelesen, kann man Dich dann sofort verständigen und Dich schnell wieder mit Deiner Fellnase vereinen. Dafür ist es natürlich wichtig, dass Deine Kontaktdaten immer aktuell sind – also bei einem Umzug immer daran denken, Deine Daten auf den neuesten Stand zu bringen.

Mit einem einfachen Handgriff kann ein Tierarzt den Mikrochip Deiner Fellnase auslesen.

Auch eine zusätzliche Kennzeichnung Deines Hundes durch eine Plakette mit Deinen Kontaktdaten an Halsband oder Geschirr kann sinnvoll sein – geht Dein Liebling bei einem Spaziergang verloren, kann der Finder Dich schnell verständigen. Trägt Dein Hund einen GPS-Tracker, wenn ihr unterwegs seid, kannst Du ihn natürlich auch schnell selbst orten und wieder in Deine Obhut nehmen.

Hund entlaufen: Gründe

Leider passiert es sehr viel häufiger, als man denken mag, dass ein Haustier vermisst wird – allein im Jahr 2017 gingen 80.000 der bei Tasso registrierten Haustiere verloren. 39 % davon – also etwas über 31.000 Tiere – waren Hunde und die Zahlen steigen: Allein im Januar 2022 wurden in Deutschland über 14.000 Hunde bei Tasso als vermisst gemeldet. Eine gute Nachricht gibt es für Hundehalter dennoch: Hunde kehren meist nach wenigen Stunden zu ihren Besitzern zurück. Häufig tauchen sie plötzlich wieder zu Hause auf oder sie werden schnell gefunden – im Gegensatz zu Katzen, die oft nicht zurückkehren. Das liegt einerseits daran, dass Hunde oft zutraulicher sind und sich daher leichter sichern lassen, und andererseits daran, dass ein freilaufender Hund zumeist mehr Aufmerksamkeit erregt als eine vermutlich streunende Katze.

Fast immer gibt es jedoch einen speziellen Grund dafür, dass Deine Fellnase ausbüxt oder sich entscheidet, zuerst die nähere und dann vielleicht auch die weitere Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Wenn Du diese Gründe kennst, kannst Du präventive Maßnahmen ergreifen, sodass Deine Fellnase hoffentlich gar nicht erst auf die Idee kommt, das Weite zu suchen.

Grundsätzlich gilt, dass Du eine Fellnase nur dann von der Leine lassen solltest, wenn sie eine feste Vertrauensbasis zu Dir aufgebaut hat und die wichtigsten Kommandos im Sinne eines Grundgehorsams wie z. B. „Stopp“, „Komm“ und „Bleib“ verlässlich ausführen kann – und zwar auch in Situationen mit großem Ablenkungspotential. Gehst Du mit dem Hund des Nachbarn Gassi oder ist eine Fellnase gerade erst bei Dir eingezogen, solltest Du sie auf keinen Fall ableinen – allerdings kannst Du eine Schleppleine verwenden, so ist dennoch für ausreichend Bewegung gesorgt. Denke aber immer daran, eine Schleppleine nicht mit einem Halsband, sondern immer nur in Kombination mit einem Geschirr zu benutzen.

Neue und/oder ungewohnte Umgebung

Hast Du Dich entschieden, einer kleinen oder vielleicht auch schon einer etwas größeren bzw. älteren Fellnase eine neue Heimat zu bieten, wird sie sich schnell an die neuen vier Wände gewöhnen. Sie wird sich zügig mit der Umgebung vertraut machen und sich dort bald so gut auskennen wie in ihrer eigenen Westentasche. Steht dann ein Umzug an, bedeutet dieser nicht nur für Dich jede Menge Stress, sondern auch für Deinen Hund. Er wird am Anfang vielleicht sehr verwirrt sein, weil er nicht versteht, warum man ihn so plötzlich entwurzelt hat. Einige Hunde beginnen dann regelrecht unter Heimweh zu leiden. Die Sehnsucht nach dem alten Zuhause kann dann so groß werden, dass sie aufbrechen, um die gewohnte Umgebung wiederzufinden.

Was hilft?

Nach einem Umgebungswechsel solltest Du ein ganz besonderes Auge auf Deine Fellnase haben und sie nicht nur im übertragenen, sondern auch im wörtlichen Sinne erst dann von der Leine lassen, wenn sie das neue Zuhause als ihre Heimat und ihr Revier akzeptiert hat. Versuche zudem, gewohnte Strukturen und liebgewonnene Accessoires in euren Alltag zu integrieren – im Rahmen des Umzuges sollte dann nicht noch eine neue Kuschelkiste oder neues Spielzeug angeschafft werden, das hat sicherlich noch ein bisschen Zeit!

Angst

Sicherlich gibt es Fellnasen, die nichts aus der Ruhe bringt – mutige und unerschrockene Hunde-Persönlichkeiten, denen niemals angst und bange wird, die auch im stärksten Sturm und bei Gewitter Lust auf einen ausgedehnten Spaziergang haben, während der Schützenverein im Park nebenan sein Jubiläum feiert. Allerdings sind Hunde Individualisten und keine Fellnase ist wie die andere: Ängstliche und scheue Hunde neigen tendenziell eher dazu, sich leicht zu erschrecken und wegzulaufen, da sie dann vor einer möglichen Gefahrenquelle flüchten und sich an einem sicheren Ort verstecken möchten. Es kann sein, dass Du die Gefahr gar nicht wahrnimmst und in dieser Situation nicht schnell genug handeln kannst. Das liegt auch daran, dass Hunde viel, viel besser hören können als Menschen. Dein Vierbeiner kann sich also vor einem Geräusch erschrecken und ängstlich werden, das Du mit Deinem menschlichen Hörsinn gar nicht oder nur sehr viel gedämpfter wahrnehmen kannst. Angst-Hunde zeigen häufig bestimmte Verhaltensweisen, wenn Du diese bei Deinem Liebling beobachtest, kannst Du handeln, bevor er stiften geht. Schleicht Dein Hund öfters mit einer eingezogenen Rute neben Dir her oder beginnt er, zu zittern oder zu hecheln, ohne dass Du weißt, warum? Dann könnte Deine Fellnase Angst haben – auch (scheinbar) grundloses Erbrechen oder häufiger Durchfall können Anzeichen einer übersteigerten Ängstlichkeit sein.

Was hilft?

Vermutest Du, dass Deine Fellnase ein Angsthund sein könnte, solltest Du in jedem Fall einen Termin beim Tierarzt vereinbaren, denn bei geschätzt einem Drittel dieser Hunde liegt eine körperliche Grunderkrankung zugrunde und die Angstsymptome sind nur sekundär. Aber auch wenn Angst das primäre Symptom ist, kann Dein Tierarzt Dir natürlich mit einer Beratung zur Seite stehen. Wichtig ist es, einem Angsthund viel Sicherheit und Geborgenheit zu geben, damit er Vertrauen fassen und selbstsicherer werden kann, um seine Ängste zu überwinden. Dabei können feste Routinen und Strukturen helfen, damit Deine Fellnase möglichst genau weiß, was sie zu erwarten hat. Körperliche Nähe und Zuneigung stärken eure Verbindung zusätzlich – auch Rückzugsorte sind wichtig, um Deinem Vierbeiner ausreichend Freiheit zu lassen: Eine Hundebox bietet Deinem Hund vier sichere Wände und ein Dach über dem Kopf und kann hier durchaus hilfreich sein. Erweist sich Deine Fellnase unterwegs als nervös und schreckhaft, kann ein sogenanntes Panikgeschirr mehr Sicherheit bieten und verhindern, dass Dein Hund während eures Ausflugs aus dem Halsband oder dem normalen Geschirr schlüpft. Ein solches Panikgeschirr verfügt neben dem Bauchgurt über einen zusätzlichen Gurt, der über die Lenden gelegt wird. Geht ein Angsthund trotzdem verloren, ist es besonders wichtig, dass Du nicht versuchst, ihn einzufangen – insbesondere in der Nähe von (viel befahrenen) Straßen. Hier besteht die Gefahr, dass der Hund in Panik gerät und entweder auf die Straße rennt oder sich noch weiter von Dir entfernt.

Feuerwerk

Der Countdown läuft, die ersten Sektkorken knallen und dann beginnt es wie aus dem Nichts, zu donnern und zu blitzen. Was für Dich wie eine gelungene Silvester-Party klingen mag, kann sich für Deinen Hund wie eine Naturkatastrophe oder die Apokalypse anhören und anfühlen. Aus einem natürlichen Instinkt heraus flieht Deine Fellnase vor der donnernden Gefahr und versucht, sich möglichst schnell an einem sicheren Ort zu verstecken, um sich selbst zu schützen. Dabei kann es vorkommen, dass Dein Hund sein Ziel erreicht, indem er wegläuft und sich dann so gut versteckt, dass Du ihn nicht wiederfindest. Silvester ist für Haustiere die schlimmste Zeit des Jahres: In den Tagen rund um den Jahreswechsel entlaufen so viele Hunde (und natürlich auch andere Haustiere) wie zu keinem anderen Zeitpunkt des Jahres. Silvester 2017/2018 entliefen in Deutschland 965 Hunde, viele von ihnen kehrten zeitnah zurück – in NRW wurde ein zwölf Monate alter Welpe, der sich auf der panischen Flucht vor den Feuerwerkskörpern befand, jedoch überfahren. Für ihn und 64 weitere Hunde endete diese Silvester-Party tödlich.

Wenn die Raketen fliegen, möchten sich viele Fellnasen einfach nur in Sicherheit verstecken.

Auch hier steigen die Zahlen: Zum Jahreswechsel 2018/2019 liefen 1238 Hunde weg – 48 starben; ein Jahr später 2019/2020 waren es sogar 1399 Hunde, von denen 59 nur noch tot gefunden werden konnten. Die Silvester-Feiern in der Pandemie mögen dem Menschen ungewohnt leise erschienen sein, unsere Haustiere werden sie aber wohl sehr genossen haben.

Ein entlaufener Hund – gerade einer, der in Panik flüchtet – kann zusätzlich immer eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen. Wird Deine Fellnase in einen Autounfall verwickelt, kann es immer auch zu einem schlimmen Personenschaden kommen!

Was hilft?

Leidet Deine Fellnase an Silvester unter extremer Angst, besteht die Möglichkeit, ihr ein angstlösendes Medikament zu verabreichen, dies sollte allerdings erst eingesetzt werden, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft sind und dann auch nur in Absprache mit einem Tierarzt! Dieser kann dich natürlich auch beraten und Dir weitere Alternativen aufzeigen.

Die ersten Raketen und Böller werden häufig schon in den Tagen vor dem Jahreswechsel gezündet, auch in den Stunden vor Mitternacht kann es immer mal wieder knallen – ist Dein Hund ängstlich und nervös, solltest Du ihn während dieser Zeit nicht ableinen und möglichst abgeschiedene Wege für eure Gassi-Routen wählen. In der Silvester-Nacht selbst solltest Du Deinen Vierbeiner auf keinen Fall allein lassen. Auch wenn die Party auf der Straße Dich noch so sehr lockt, solltest Du mit Deinem Hund ins Haus gehen und versuchen, ihn so gut es möglich ist von der lärmenden und rauchenden Außenwelt abzuschotten. Ängstlichen Hunden reicht es jetzt nicht aus, sich in einer stillen Ecke unter Deiner Bettdecke zu verkriechen, sie brauchen die Anwesenheit ihrer wichtigsten Bezugsperson. Nase und Ohren Deines Hundes sind sehr viel sensibler als Deine, versuche, Lärm und Gerüche also möglichst nicht ins Haus zu lassen – schließe Türen, Fenster und Jalousien, um eine möglichst ruhige Atmosphäre zu schaffen. Jetzt ist Ablenkung wichtig – TV oder Radio können als vertraute Geräuschquellen helfen, Deine Fellnase zu beruhigen. Entspannt Dein Vierbeiner sich langsam, kann natürlich auch das ein oder andere Leckerchen zur Ablenkung helfen. Kuscheln ist in jedem Fall die beste Waffe gegen Angst – durch die körperliche Nähe und Zuneigung wird das sog. Kuschelhormone Oxycotin ausgeschüttet, das hilft, den Stresspegel zu senken. So kommt ihr sicher durch die Nacht!

Jagdinstinkt

Viele Hunde haben ein ausgeprägtes Riechorgan – das ist bei den meisten Fellnasen nicht nur ein optischer Hingucker, sondern auch ein Hochleistungsorgan. Sprich – Hunde können ganz besonders gut riechen. Innerhalb eines Augenblinzelns kann Dein Vierbeiner eine Wildfährte erschnüffeln und lokalisieren, verfügt Dein Hund über einen ausgeprägten Jagdinstinkt, kann es dann passieren, dass er schneller über alle Berge ist, als Du gucken kannst. Während des Verfolgens der Fährte und der Jagd werden im Gehirn Deiner Fellnase zusätzlich Glückshormone ausgeschüttet, sodass sie in eine Art Rausch geraten kann – egal wie oft, bestimmt und laut Du dann hinter ihr herrufst, wird sie wohl nicht auf Dich hören.

Was hilft?

Verfügt Dein Vierbeiner über einen ausgeprägten Jagdinstinkt, kann ein Antijagd-Training helfen, die Energie Deines Hundes zu kanalisieren und seinen Instinkt so besser kontrollieren zu können. Wichtig ist es, gemeinsam und immer wieder am Grundgehorsam zu arbeiten und Dich als Führer des Rudels zu profilieren – so steigen die Chancen, dass Dein Kommando stärker wirkt als der Wunsch zu jagen. Auch ein Radius-Training mit der Schleppleine ist sinnvoll zur Impulskontrolle. Ist Deine Fellnase sehr aktiv, kann es helfen, Alternativen zur Jagd anzubieten – z. B. durch den Besuch eines Agility-Kurses.

Langeweile oder Neugier

Nicht nur Katzen, sondern auch Hunde sind zumeist sehr, sehr neugierig und tendieren dazu, unerwünschtes Verhalten zu zeigen, wenn sie beginnen, sich zu langweilen. Deine Fellnase möchte zuweilen gern bespaßt werden, wird das Unterhaltungsprogramm zu Hause zu eintönig, kann es sein, dass sie anfängt, auffälliges Verhalten zu zeigen. Kreative Nutzung von Schuhen oder Kinderspielzeug als Kauartikel kann ein erstes Anzeichen von Langeweile sein.

Langweilt Deine Fellnase sich, kann es passieren, dass sie sich selbst Beschäftigung sucht.

Beginnt Dein Vierbeiner dann, nach und nach das Territorium Deines Gartens immer weiter auszudehnen, und stattet den Nachbarn ab und an einen kleinen Besuch ab, kann das durchaus von chronischer Unterbeschäftigung zeugen. Bevor Deine Fellnase auf einem selbstorganisierten Ausflug letztlich verschütt geht, ist es an der Zeit, zu handeln.

Was hilft?

In eurer gemeinsamen Freizeit solltet ihr natürlich viel spielen, toben und jede Menge spannende Ausflüge unternehmen. Bist Du aber unterwegs, um z. B. das Geld für die begehrten Futterdosen und Leckerchen zu verdienen, solltest Du dafür sorgen, dass Deine Fellnase sich zu Hause auch allein beschäftigen kann. Intelligenzspielzeuge sind dafür gut geeignet, da sie Deinen Hund mental fordern und für eine längerfristige Beschäftigung sorgen können. Auch solltest Du Deiner Fellnase ausreichend Rückzugsmöglichkeiten geben, damit sie sich während Deiner Abwesenheit entspannen kann. Qualitativ hochwertige Kauartikel können ebenfalls der Beschäftigung dienen und schonen Deine Schuhe und das Kinderspielzeug.

Läufigkeit

Läufigkeit ist einer der häufigsten Gründe, aus denen Hündinnen auf Wanderschaft gehen. Ihrem Trieb folgend machen sie sich auf die Suche nach ihrem ganz persönlichen Herzensbrecher. Gelingt ihnen dies, kann es passieren, dass Du Dich zudem in naher Zukunft mit einer ganzen Schar Welpen konfrontiert siehst, wenn Deine Hündin nach ihrem Stelldichein wieder bei Dir auftaucht. Nichtkastrierte Rüden machen sich, wenn sie die Möglichkeit dazu haben, ebenfalls davon, sobald sie eine läufige Hundedame wittern. Auch hier besteht Handlungsbedarf, damit Deine Fellnase Dir nicht abhandenkommt.

Was hilft?

Distanz und Kontrolle sind die einzigen Möglichkeiten, die helfen, zu verhindern, dass Deine Hündin oder Dein Rüde ihrem Sexualtrieb folgen. Während der Läufigkeit solltest Du Deine Hundedame immer an der Leine führen und versuchen, eure Spaziergänge in möglichst unbesuchtes und rüdenfreies Terrain zu verlegen. Begegnest Du trotzdem anderen Fellnasen, solltest Du immer Bescheid geben, um unerwünschten Kontakt zu verhindern. Wittert ein nichtangeleinter Rüde eine läufige Hündin, hilft in den meisten Fällen leider gar nichts.

Was tun, wenn der Hund entlaufen ist: Maßnahmen

Ist es dann doch passiert, dass Dein Hund plötzlich verschwunden ist, gilt es in jedem Fall, Ruhe zu bewahren! Es hilft jetzt niemandem, wenn Du nervös, hektisch oder sogar panisch wirst. Es kann gut sein, dass Deine Fellnase noch ganz in der Nähe ist, dann kann sich Deine Nervosität oder Hektik auf sie übertragen. Das ist nicht hilfreich und es wird Deinen Hund vor allen Dingen nicht dazu bringen, schnellstmöglich zu Dir zurückzukommen.

Oft kehren entlaufene Hunde schon innerhalb weniger Stunden nach Hause zurück!

Ist Dein Vierbeiner bei einem gemeinsamen Spaziergang entlaufen, ist es ratsam, dass Du genau dort wartest, wo Du ihn zuletzt gesehen hast, denn es kann gut sein, dass Dein Hund genau dorthin zurückkehren wird. Hol Dir wenn möglich Hilfe durch eine weitere Bezugsperson – dann kannst Du weiterhin warten, während Dein Begleiter die Umgebung absuchen kann. Hat Deine Fellnase sich erschreckt und ist davongelaufen, kann es gut sein, dass sie sich in der näheren Umgebung versteckt hat. Vielleicht findet ihr sie im Keller der Nachbarn, in einer nahegelegenen Garage oder in einem leerstehenden Gartenhäuschen.

Ist Deine Fellnase nach drei bis vier Stunden nicht zurückgekehrt, ist es an der Zeit, weitere Maßnahmen zu ergreifen und den Suchradius auszuweiten.

Wichtig: Ist Deine Fellnase verletzt, auf wichtige Medikamente angewiesen oder neigt zu aggressivem Verhalten, solltest Du nicht warten, ob sie vielleicht zurückkommt, sondern direkt handeln.

Hilfe in der Nähe

Informiere Tierheime, Tierschutzorganisationen und das Fundbüro vor Ort, diese sind erfahrungsgemäß die ersten Anlaufstellen, bei denen Menschen sich melden, denen eine Tier zugelaufen ist oder die ein offensichtlich entlaufenes Tier gesehen haben. Ebenso solltest Du die örtliche Polizei über Deinen Verlust in Kenntnis setzen, allerdings nicht über die 110-Notrufnummer, sondern über die lokale Telefonnummer. Ebenso sinnvoll kann es sein, Tierärzte und Tierkliniken in der Umgebung zu informieren, da es nicht ausgeschlossen ist, dass jemand Deinen Vierbeiner dorthin gebracht hat.

Ist Dein Vierbeiner im Wald oder auf dem freien Feld ausgebüxt, musst Du zudem den Pächter oder den zuständigen Förster bzw. Jäger informieren.

Auch nach mehreren Stunden kann es durchaus noch möglich sein, dass Deine Fellnase sich ganz in der Nähe befindet. Hier können Deine Nachbarn Dich unterstützen – viele von ihnen werden Deinen Hund kennen und können ihn dementsprechend sofort identifizieren, falls sie ihn sehen. Ihr wachsames Auge kann also dazu beitragen, Deinen Liebling jetzt schnell wiederzufinden. Vielleicht versteckt er sich irgendwo bei ihnen im Keller, in der Garage, im Garten oder an einem anderen sicheren Ort.

Für den Fall der Fälle

In den meisten Fällen kehren entlaufene Hunde sicher nach Hause zurück – leider gibt es Ausnahmen. Ist Dein Hund in Panik davongelaufen, ist nicht auszuschließen, dass ihm etwas zugestoßen ist. Im schlimmsten Fall ist er vielleicht in einen Autounfall verwickelt gewesen und tödlich verunglückt. Im Straßenverkehr getötete Tiere werden vorerst in die nahegelegenen Bauhöfe oder Straßenmeistereien verbracht. Auch dort solltest Du Dich nach Deinem Hund erkundigen, um möglichst auszuschließen, dass ihm etwas Schlimmes passiert ist.

Suchaktion: Plakate und soziale Medien

Jetzt ist es an der Zeit für eine organisierte Suchaktion, damit Deine Fellnase schnell wieder ihren Weg zu Dir nach Hause findet. Suchplakate sind ein Weg, möglichst viele Menschen zu erreichen, die sich dann an Deiner Suche beteiligen können. Beim Erstellen der Plakate kannst Du übrigens auf tatkräftige und professionelle Unterstützung zurückgreifen: Tasso bietet Dir kostenfrei die Möglichkeit, ein Plakat zu erstellen, das Du dann selbst ausdrucken kannst – eine begrenzte Anzahl an Plakaten kannst Du Dir zudem zuschicken lassen. Der Vorteil dabei ist u. a., dass Du keine persönlichen Kontaktdaten angeben musst, sodass Du Dich optimal vor Betrugsversuchen und Belästigungen schützen kannst. Wird Dein Hund gefunden, erfolgt der Kontakt über die Tasso-Hotline und Du wirst umgehend informiert.

Wichtig für das Plakat sind ein möglichst aktuelles Bild Deiner Fellnase – idealerweise mit einem hohen Wiedererkennungswert – und eine genaue Beschreibung zu Größe, Gewicht, Fell, Farbe und besonderen Merkmalen. Bevor Du die Plakate in der Umgebung aufhängst, solltest Du Dich noch bei Deiner Gemeinde oder Stadt erkundigen, welche Regeln hierzu gelten, damit Du keine Ordnungswidrigkeit begehst, wenn Du die Plakate an unerlaubten Stellen aufhängst. Überlege Dir vorher, an welchen strategisch sinnvollen Orten Du die Plakate verteilen kannst – am besten dort, wo möglichst viele Menschen sie sehen. Tasso bietet Dir übrigens zusätzlich die Möglichkeit, eine Anzeige auf die Homepage für vermisste Tiere zu stellen.

Vielerorts werden inzwischen auch die sozialen Medien genutzt, um vermisste Tiere zu suchen oder gefundene Tiere zu melden – so gibt es in einigen Städten z. B. Facebook-Gruppen, deren Mitglieder sich in diesem Bereich engagieren. Auch hier solltest Du Dich nach den Möglichkeiten bei Dir vor Ort erkundigen.

Kehrt Deine Fellnase schon bald wieder zu Dir zurück, denk auch daran, die Plakate wieder abzunehmen und ggfs. Tasso zu informieren.

Haftpflichtversicherung

Kehrt Dein Vierbeiner nicht innerhalb weniger Stunden nach seinem Verschwinden zu Dir zurück, solltest Du auch nicht vergessen, Deine Haftpflichtversicherung davon in Kenntnis zu setzen. Von einem entlaufenen Hund kann potentiell immer eine Gefahr ausgehen, so lieb und zugänglich Deine Fellnase normalerweise auch sein mag, in einer Ausnahmesituation kann ihr Verhalten vielleicht unberechenbar werden. Damit für den Fall der Fälle Dein Versicherungsschutz nicht erlischt, ist ein Anruf bei Deiner Versicherung wichtig.

Lebendfallen

Sog. Lebendfallen können eine Möglichkeit sein, Deinen Hund zu sichern und wohlbehalten zu Dir zurückzubringen. Entscheidest Du Dich, diese Möglichkeit auszuprobieren, gibt es allerdings einige wichtige Regeln zu beachten. Möchtest Du die Falle an der Stelle aufstellen, an der Deine Fellnase weggelaufen ist, oder dort, wo sie vielleicht zuletzt gesichtet wurde, musst Du Dich erkundigen, ob dies überhaupt erlaubt ist. Da nicht nur Dein Hund, sondern auch andere (Haus-)Tiere in die Falle gehen können, kann es notwendig sein, Hinweisschilder aufzustellen, um andere Tierhalter auf die Situation aufmerksam zu machen. Um Deinen Vierbeiner anzulocken, platziere eines Deiner Kleidungsstücke in der Falle und ein paar Leckerchen, vielleicht kannst Du ihn so von einer näheren Erkundung der Örtlichkeit überzeugen. In jedem Fall solltest Du für den Einsatz einer Lebendfalle professionelle Unterstützung nutzen.

Pettrailing

Sogenannte Pettrailer sind speziell ausgebildete Suchhunde, die auf das Auffinden vermisster Tiere spezialisiert sind. Unter bestimmten Bedingungen, kann so ein Pettrailer Dir helfen, Deine vermisste Fellnase aufzuspüren. Pettrailer und ihre Trainer sind absolute Experten auf ihrem Feld: Mithilfe eines Referenzgeruchs bzw. einer Geruchsprobe kann der Suchhund an der Stelle, an der Dein Liebling verloren gegangen ist, dessen Fährte aufnehmen und sie unter Umständen bis zu seinem aktuellen Aufenthaltsort zurückverfolgen. Als Geruchsprobe kann dabei z. B. ein Halsband, eine Leine oder ein Spielzeug dienen, insofern es nach der letzten Benutzung nicht gereinigt wurde. Hat der Pettrailer ein vermisstes Tier gefunden, beginnt der schwierigste Teil der Rettungsaktion: die Sicherung. Suchhunde werden oft eingesetzt, um vermisste Katzen aufzuspüren. Bei entlaufenen Hunden kommen sie seltener zum Einsatz, können aber auch hier sehr hilfreich sein. Erkundige Dich vor Ort nach einem professionellen Pettrailer, wenn Du auf dessen Unterstützung zurückgreifen möchtest.

Happy End

Wird Deine Fellnase gefunden oder steht sie plötzlich bei Dir vor der Tür, ist das Happy End greifbar nah – allerdings gibt es jetzt noch ein paar Kleinigkeiten zu beachten, bevor ihr wieder in euren gemeinsamen Alltag zurückkehren könnt. Oft wissen Hundehalter nicht, wo ihr Vierbeiner während seiner Abwesenheit gewesen ist und was er während dieser Zeit alles erlebt hat. Daher kann es sein, dass Dein Hund sehr verwirrt ist und Dir gegenüber fremdelt. Gib ihm Zeit, sich neu einzugewöhnen. Leben andere Tiere in Deinem Haushalt, solltest Du einige Zeit warten, bevor Du die Haustiergemeinschaft wieder vereinst. Zudem kann es sein, dass Dein Hund ungewollte Gesellschaft mit ins Haus bringt – zu ihr könnten z. B. Flöhe oder Würmer gehören.

Die meisten Hunde kehren wohlbehalten nach Hause zurück.

Ein Besuch beim Tierarzt für einen kleinen Check-up gibt Sicherheit, ob Dein Liebling seinen Ausflug gut überstanden hat!

Perspektivwechsel: Hund gefunden – was ist zu tun?

Meinst Du, einen entlaufenen oder vielleicht sogar ausgesetzten Hund gefunden zu haben, musst Du Dir erst einmal sicher sein, dass die Fellnase wirklich auf eigene Faust unterwegs ist. Beobachte das Tier eine Weile, um sicherzugehen, dass es wirklich allein unterwegs ist.

Denke immer zuerst an die eigene Sicherheit, wenn Du Dich einem entlaufenen oder ausgesetzten Hund näherst!

Vermisste oder ausgesetzte Hunde wirken oft verstört, orientierungslos, geschwächt oder auch ängstlich, sodass Du ein Fundtier in der Regel recht schnell erkennen kannst.

Die eigene Sicherheit

Bist Du Dir gewiss, einen entlaufenen Hund gefunden zu haben, denke immer zuerst an Deine eigene Sicherheit – herrenlose Fellnasen können Fremden gegenüber auch aggressiv werden. Nähere Dich dem Hund also erst, wenn Du Dir absolut sicher bist, dass von ihm keine Gefahr für Dich ausgeht. Bist Du Dir unsicher, kontaktiere lieber direkt die Polizei oder das nächstgelegene Tierheim über Deine Beobachtung und überlass den Profis alle weiteren Maßnahmen.

Umgang mit einem Fund-Hund

Wirkt der Hund zutraulich, kannst Du langsam versuchen, Dich ihm anzunähern. Behalte jedoch im Hinterkopf, dass die Fellnase eventuell sehr gestresst, hungrig oder sogar verletzt sein könnte. Fühlt er sich durch Dich bedrängt, kann er Dich im schlimmsten Fall sogar beißen. Fasst der Hund jedoch Vertrauen und reagiert freundlich auf Dich, kannst Du Dich ihm weiter nähern und Dir einen Überblick über seinen Zustand verschaffen. Wirkt das Tier entkräftet und schwach, solltest Du ihn möglichst schnell mit Wasser und wenn irgendwie möglich mit Hundefutter versorgen. Untersuche das Tier auf mögliche Hinweise für eine Identifizierung – vielleicht trägt es einen Anhänger mit persönlichen Kontaktdaten oder eine Tasso-Plakette, die es erleichtern, das Tier möglichst schnell an seinen Halter zurück zu vermitteln.

Ist der Vierbeiner offensichtlich verletzt, kannst Du Dich an die 112 wenden, die Feuerwehr wird dann dafür sorgen, dass das verletzte Tier umgehend zu einem Arzt oder in eine Klinik transportiert wird. Hast Du die Möglichkeit, kannst Du den Hund natürlich auch selbst zu einem Tierarzt bringen, dabei solltest Du Dir aber sehr sicher sein, dass du in der Lage bist, den Patienten auch ohne professionelle Hilfe bestmöglich transportieren zu können.

Vermissten Hund melden

Ein gefundenes oder zugelaufenes Tier solltest Du in jedem Fall den zuständigen Behörden melden. Unterlässt Du dies und nimmst das Tier einfach mit nach Hause, machst Du Dich der Fundtierunterschlagung schuldig, und das ist in Deutschland eine Straftat. Nachdem Du den Hund bei dem Ordnungsamt, dem Tierheim, einer Tierschutzbehörde oder der Polizei gemeldet hast, solltest Du vor Ort bleiben, bis die Fellnase offiziell in Obhut genommen worden ist, bzw. den Anordnungen der entsprechenden Stelle Folge leisten.

Gefundenen Hund aufnehmen

Grundsätzlich ist es möglich, einen gefundenen oder zugelaufenen Hund (vorerst) selbst aufzunehmen, wichtig ist jedoch, dass der Fund des Tieres zuvor einer offiziellen Stelle gemeldet wurde. Du darfst die Fellnase dann so lange beherbergen, bis die Besitzverhältnisse eindeutig geklärt sind. Ist der rechtmäßige Halter des Hundes nach sechs Monaten nicht ermittelt worden, darf die gefundene Fellnase dauerhaft bei Dir einziehen.

Tierhalter selbst finden

Versuchst Du, den Tierhalter der Fund-Nase auf eigene Faust zu ermitteln, solltest Du Dir ganz sicher sein, den gefundenen Hund nur in die rechtmäßigen Hände abzugeben. Lass Dir dafür am besten ein Dokument vorlegen, das eindeutig darüber Aufschluss gibt – z. B. einen Impfausweis des Hundes mit seiner Chipnummer.

Fazit: Hund vermisst – Hund gefunden!

Wird die eigene Fellnase vermisst, ist das ein wahrer Alptraum – doch oft genug kommt es zu einem Happy End, auch wenn dies manchmal lange auf sich warten lässt: Ein kleiner Cocker-Spaniel mit niedlichen Schlappohren, einer heraushängenden Zunge und einem verschmitzten Lächeln begab sich einmal auf Wanderschaft, um die Welt hinter dem heimischen Gartenzaun zu erkunden. Die junge Besitzerin und ihre Familie suchten lange, aber vergeblich nach der entlaufenen Fellnase. Diese landete in einem Tierheim und wurde an eine ältere Dame vermittelt. Zehn lange und glückliche Jahre verbrachten sie und der Cocker-Spaniel miteinander, bis die ältere Dame verstarb und der Spaniel in besagtes Tierheim zurückkehrte. Durch einen merkwürdigen Zufall wurde er dort von seiner ursprünglichen Besitzerin wiederentdeckt und durfte so in sein neues altes Zuhause heimkehren.

Meinst Du, einen entlaufenen Hund gesehen zu haben, schau nicht weg! Hab ein wachsames Auge und ermögliche so vielleicht das nächste Happy End!

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