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Jodversorgung bei BARF

BARFER kennen die Diskussionen über verschiedene Mittel zur Ergänzung und Optimierung der BARF-Rationen ihrer Hunde und Katzen. Ein wichtiges Element ist die Versorgung mit Jod. Doch warum ist eine Ergänzung überhaupt notwendig, welches Präparat ist geeignet und wie ist die richtige Dosierung? Wir beantworten Dir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Jodversorgung beim BARFEN!

Was ist Jod überhaupt?

Jod ist ein sogenanntes Spurenelement und gehört zu den anorganischen Mineralstoffen. Spurenelemente werden vom Körper in nur geringen Mengen benötigt. Jod ist ein Bestandteil des Schilddrüsenhormons Thyroxin und hat zahlreiche Funktionen im Körper. Alle Organe und auch das Nervensystem benötigen Jod, es trägt zur Funktion des Stoffwechsels und zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur bei und ist notwendig für das Wachstum von Zellen. Nicht nur beim Menschen, auch beim Hund oder der Katze kann sowohl ein Mangel als auch eine Überversorgung mit Jod körperliche und verhaltensbiologische Konsequenzen haben. Daher ist unbedingt auf die richtige Dosierung zu achten. 

Warum muss Jod ergänzt werden?

Bei der Rohfütterung (BARF = Biologisch Artgerechte Rohfleisch Fütterung) wird kurz gesagt versucht, ein Beutetier „nachzubauen“. Eine BARF-Ration für Hund und Katze enthält demnach Muskelfleisch, Pansen und Blättermagen, verschiedene Innereien und Knochen – eben genau wie ein Beutetier. Wildlebende Hunde und Katzen ernähren sich hauptsächlich von kleinen Beutetieren wie Mäusen oder Kaninchen und können darüber ihren Jodbedarf decken. Kaufst Du nun Fleisch für Deine BARF-Ration ein, erhältst Du in der Regel Fleisch von großen Tieren wie etwa Rindern. Natürlich könnte man nun zur Deckung des Jodbedarfs einfach mehr Schilddrüsengewebe vom Rind füttern. Da ein Hund oder eine Katze aber nie ein derart großes Beutetier erlegen würde, ist die Menge an aufgenommenem Jod in diesem Fall ungünstig und viel zu hoch! Deshalb füttert man optimalerweise kein Schilddrüsengewebe und ergänzt die Ration stattdessen mit Seealgen.

Anders würde es bei dem sogenannten „Prey-Modell“ aussehen. Bei dieser Form der Rohfütterung werden komplette Beutetiere verfüttert, mit Haut und Haaren (z.B. Kaninchen, Maus oder Küken, je nach Größe des Hundes oder der Katze). Ein solches komplettes Beutetier, welches von wildlebenden Hunden und Katzen ja gefressen werden würde, enthält wiederum die optimale Menge an Jod, sodass eine Supplementierung mit Jod bei diesem Modell entfällt. 

Welche Präparate gibt es zur Jod-Versorgung?

Es gibt eine Vielzahl an Produkten auf dem Markt, von denen einige mehr und andere weniger gut geeignet sind. Enorm wichtig ist es, ein Präparat zu finden, welches einen konstanten und kontrollierten Jodgehalt garantiert. Alle Berechnungen zu richtigen Dosierungen sind dann nämlich hinfällig, wenn das Produkt einen schwankenden Jodgehalt aufweist. Nur wenige Hersteller von Algenpräparaten garantieren die entsprechenden Produktkontrollen. Solltest Du also unsicher sein, ob das von Dir gewählte Produkt einen konstanten Jodgehalt aufweist, kannst Du in der Regel einfach beim Hersteller nachfragen.

Ebenfalls auf dem Markt erhältlich ist eine Vielzahl an Kräuter- oder „Komplett-Barf“-Mischungen in Pulverform. Achte bei diesen Mischungen darauf, ob bereits Seealgen enthalten sind, dementsprechend musst Du die Menge des eigentlichen Jod-Präparates unbedingt reduzieren! Grundsätzlich wird bei Ergänzungsmitteln unterschieden, ob sie essentiell (also notwendig und entsprechend dosiert), optional oder situativ (im Spezialfall, z.B. vorübergehend bei Krankheit) gefüttert werden sollten. Daher ist es meist nicht ratsam, irgendwelche Komplettmischungen nach Gefühl zu füttern.

Eine sehr gut zur Jodversorgung geeignete Seealge ist Ascophyllum nodosum. Aufgrund ihres Aussehens wird die Braunalge auch Knotentang genannt. Neben ihrem hohen Jodgehalt ist sie reich an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Das richtig dosierte Zufüttern dieser Alge trägt außerdem zu einem schönen glänzenden Fell bei, sorgt für eine verstärkte Pigmentierung (z.B. der Nase) und kann sogar Juckreiz und Schuppenbildung mindern. Sie ist die am häufigsten in der Rohfütterung eingesetzte Seealge.

Die Braunalge (Ascophyllum nodosum) ist ein ausgezeichnetere Jodlieferant.

Ebenfalls oft verwendet werden die Grünalge Chlorella und die Blaualge Spirulina. Sie weisen viele ähnliche Eigenschaften zum Knotentang auf und wirken zusätzlich entgiftend und antibakteriell. Ihr Jodgehalt ist jedoch deutlich geringer als beim Knotentang.

Welche Dosierung ist die richtige?

Eine korrekte, auf den Hund oder die Katze abgestimmte Dosierung von Seealgen zur Jodversorgung ist unbedingt zu beachten! Jod kann leicht überdosiert werden, was negative gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann. Gerade bei sehr kleinen Rassen, den sogenannten Zwergrassen (z.B. Zwergspitz), kann eine Überdosierung relevante Folgen haben. Ein entsprechend geeignetes Jodpräparat sollte zudem nicht einmal pro Woche in großer Menge, sondern gut verteilt, in kleinen Portionen über die Woche verabreicht werden.

Gut geeignet ist zum Beispiel ein Ascophyllum-nodosum-Präparat mit einem garantiert konstanten Jodgehalt von 0,05 %. In Fachbüchern und im Internet gibt es einige gute Jod-Rechner, Tabellen und Empfehlungen zur richtigen Mengendosierung, an denen Du Dich orientieren kannst. Ein mittelgroßer Hund zum Beispiel, der täglich etwa 500 g Futter bekommt, benötigt auf die Woche gesehen 5 g Ascophyllum nodosum (mit einem Jodgehalt von 0,05 %). Die 5 g kannst Du über mehrere Tage hinweg verabreichen, zum Beispiel 1 g pro Tag über 5 Tage. Zum Abwiegen derart kleiner Mengen besorgst Du Dir am besten eine Fein- oder Löffelwaage oder einen Dosierlöffel (erhältlich in der Apotheke). 

Wer es etwas komplizierter mag oder Ernährungsberater/in für Hunde und Katzen ist, beschäftigt sich beim Thema Jodversorgung unter anderem mit sogenannten Bedarfswerten, welche für Hunde vom NRC (National Research Council) herausgegeben werden. Die Bedarfswertangaben verschiedener Nährstoffe dienen in erster Linie industriellen Futtermittelherstellern, um bedarfsdeckende Futtermittel zu produzieren. Diese Werte können für selbst zusammengestellte BARF-Rationen und die entsprechende Supplementierung eine Orientierungshilfe darstellen. Voll aussagekräftig sind sie für die Rohfütterung allerdings nicht, weil die Bioverfügbarkeit der verwendeten rohen Zutaten verglichen mit Fertigfutter teilweise deutlich höher ist. Der empfohlene Jodbedarf nach NRC für einen ausgewachsenen Hund beträgt 29,6 µg pro Kilogramm metabolisches Körpergewicht (= Körpergewicht0,75).

Wichtig: Bei der Supplementierung von Jod ist unbedingt auf die korrekte Dosierung zu achten! Fehler in der Dosierung können ernsthafte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Achte bei der Berechnung darauf, ob das von Dir verwendete Präparat einen konstanten Jodgehalt aufweist (ggf. beim Hersteller fragen!)

Hast Du die Menge für Deinen Hund oder Deine Katze korrekt bestimmt und ein hochwertiges Präparat ausgewählt, kann fast nichts mehr schiefgehen. Ein paar Dinge solltest Du aber noch beachten:

  • Erhält Dein Hund oder Deine Katze (zum Beispiel aus diätetischen Gründen) in größeren und regelmäßigen Mengen Seefisch, ist eine zusätzliche Gabe von Seealgen nicht notwendig.
  • Leidet Dein Tier an einer Schilddrüsenüberfunktion, sollte die Verabreichung von Jod unbedingt vorab mit dem behandelnden Tierarzt abgesprochen werden.
  • Achte bei rohem Fleisch, aber auch bei getrockneten Kauartikeln darauf, nicht zu viel Kehl- oder Schlundfleisch zu kaufen. Normalerweise sollte an diesem Fleisch kein Schilddrüsengewebe mehr haften, einige Hersteller nehmen dies aber leider nicht sehr genau. Um damit nicht in eine Jodüberversorgung zu gelangen, solltest Du unbedingt anderes Fleisch wählen. 

Fazit

Entscheidend bei der Supplementierung mit Jod ist also die Auswahl eines hochwertigen Produktes sowie die Berechnung der richtigen Dosierung. Beachtest Du diese Empfehlungen, ist Dein Hund oder Deine Katze optimal versorgt und Du brauchst keine Mangel- oder Überversorgung zu befürchten. Solltest Du Dir dennoch unsicher sein über die richtige Supplementierung Deiner BARF-Ration, komm doch gerne in einer unserer Filialen vorbei und lass Dich von unserem geschulten Personal beraten.

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