Fachkompetenz Tier
Beratung online & vor Ort
kostenlose Lieferung ab 29€
schnelle Lieferung
kostenlose Retoure

Maligne Histiozytose beim Hund

Bei Hunden ist in den letzten 20 Jahren deutlich geworden, dass bestimmte Hunderassen ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung spezifischer histiozytärer Tumore aufweisen, dazu gehören u.a. Berner Sennenhunde und Flat Coated Retriever.

Was ist die „maligne Histiozystose“?

Die „Maligne Histiozytose“ ist unter Züchtern und Hundebesitzern sehr gefürchtet. Wenn ein Hund daran erkrankt, wird dem Besitzer schmerzlich bewusst, dass er von seinem Tier bald Abschied nehmen muss, denn leider gibt es für diese Tumorerkrankung bislang keine wirksamen Behandlungsmöglichkeiten. Histiozytäre Erkrankungen sind gut- oder bösartige Neubildungen (Tumore) aus sogenannten Histiozyten. Diese Zellen (sogenannte Fresszellen) entstehen im Knochenmark, kommen in allen Organen vor und dienen der Abwehr körperfremder Substanzen. Bei einer Histiozytose sind die Histiozyten in einzelnen oder mehreren Organen krankhaft vermehrt. Es werden drei Formen unterschieden: das kutane Histiozytom, die reaktive Histiozytose sowie das histiozytäre Sarkom (Maligne Histiozytose) in einer umschriebenen oder den ganzen Körper erfassenden Form. Das kutane Histiozytom ist ein gutartiger Hauttumor. Es bildet sich nach zwei bis drei Monaten meist spontan zurück. Meist tritt es bei Hündinnen und Rüden in den ersten zwei Lebensjahren auf. Die reaktive Histiozytose kann entweder als Haut- oder Ganzkörperform auftreten. Bei der Hautform (kutane reaktive Histiozytose) entwickeln sich viele Knoten in der Haut oder seltener in der Unterhaut bei Hunden jeder Rasse im Alter von 2-11 Jahren, am häufigsten bis zum 6. Lebensjahr. Die Knoten können sich spontan zurückbilden, aber auch wiederkehren.  Die chronische Ganzkörperform (systemische reaktive Histiozytose) erfasst Haut und innere Organe und bildet viele Massen.

Welche Hunderassen sind betroffen?

Die systemische reaktive Histiozytose verläuft selten tödlich und wurde anfänglich beim männlichen Berner Sennenhund jungen und mittleren Alters, später auch beim Rottweiler, Irischen Wolfshund und Golden Retriever beobachtet. Bei anderen Rassen ist diese Form selten. Viele der betroffenen Hunde werden jedoch wegen dem chronisch fortschreitenden Verlauf auf Wunsch der Besitzer eingeschläfert. Die bösartige Tumorform (histiozytäres Sarkom) tritt in erster Linie beim Berner Sennenhund, Flat Coated Retriever, Rottweiler und Golden Retriever, seltener bei anderen Rassen, auf. Die Tiere, meist Hündinnen, sind zum Zeitpunkt des Beginns der Erkrankung oft zwischen 6 und 8,5 Jahre alt. Es werden zwei Formen unterschieden: das lokalisierte histiozytäre Sarkom, das in der Unterhaut mit Ablegern (Metastasen) in den Lymphknoten wächst und oft in Gelenknähe beobachtet wird. Es breitet sich aber nicht im ganzen Organismus aus. Das disseminierte histiozytäre Sarkom ist die aggressivste histiozytäre Erkrankung. Es erfasst den gesamten Körper mitsamt verschiedener Organe. Der Tumor wächst rasch und unaufhaltsam und führt leider immer zum Tod des Hundes. Die Symptome sind sehr variabel, entsprechend schwierig kann es sein, die Diagnose zuverlässig zu stellen. Beim disseminierten histiozytären Sarkom werden Abgeschlagenheit, Schwäche, Inappetenz, Gewichtsverlust, Kurzatmigkeit und selten Abschluckstörungen oder Husten beobachtet. Auch Lahmheiten oder Lähmungen sind bei ca. 1/3 der betroffenen Berner Sennenhunde zu sehen. Bisherige Behandlungsversuche (Operationen, Chemotherapie, Bestrahlung) haben bislang keine befriedigenden Ergebnisse gezeigt. Wenn Dein Hund davon betroffen ist, solltest Du umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

© Dr. Wieland Beck

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen durch Zecken übertragbare Infektionen und Krebs?

    Wir mussten vor drei Tagen unseren erst vierjährigen Berner Sennenhund- Rüden gehen lassen. Der Krankheitsverlauf war erschreckend rasant. Innerhalb weniger Tage veränderte sich unser geliebter großer Bär von einem völlig unauffälligen, lebenslustigen und aktiven Hund zu einem schwerkranken Patienten mit all' den oben genannten Symtomen. Kurzzeitig bestand die Hoffnung, die Symptome könnten auch durch eine Infektion mit Babesien hervorgerufen worden sein. Eine Milzpunktion bestätigte dann die gefürchtete Diagnose: "Histiozytäres Sarkom". Mich würde sehr interessieren, ob es Untersuchungen dazu gibt, ob durch Zecken übertragbare Erreger, wie Anaplasmen, Borrelien und Babesien bei der Entstehung von Tumoren in Milz, Lymphdrüsen, Nieren und anderen Organen eine Rolle spielen können. Unser Tierarzt hat davon gesprochen, dass Häufungen von Milztumoren mit gleichzeitigem Nachweis von Anaplasmen bei Hunden beobachtet wurden. Auch unser Berner hatte in seinem kurzen Leben bereits je einmal eine nachgewiesene Anaplasmose und eine Borreliose. In beiden Fällen war nach überstandener Antibiotikatherapie kein Errerger mehr nachweisbar. Wir müssen uns aber vielleicht auch die Frage stellen, ob wir nicht auch weitere Infektionen gar nicht bemerkt haben könnten. Unser Hund hat regelmäßig die Borreliose- Impfung erhalten und zur Zeckenabwehr das Seresto- Halsband. Trotzdem haben wir häufig Zecken bei ihm entfernen müssen.

  • Mögliche Verbindung zu Reisekrankheiten

    Wir mussten gestern unsere geliebte Bulldogge erlösen, sonst wäre er erstickt. Kurzatmigkeit was bei ihm das schlimmste von all den oben erwähnten Symptomen. Nur der Husten blieb aus, sonst war es die ganze Palette. Wie Cornelia schon beschrieben hatte, verlief der Krankheitsverlauf rasend schnell. Von heute auf morgen tauchten große unförmige Beulen zuerst am Bein und Rücken auf, weitere am Kopf/Hals folgten. Kein Arzt wusste was es sein könnte. Eine Punktion sollte die Diagnose stellen, leider ohne Erfolg. Eine Blutuntersuchung ergab Unauffälliges aber es zeigte sich ein Titer auf Anaplasmen, jedoch ohne Symptome. Viele Tierarztbesuche standen an; Spezialisten wurden hinzugezogen, in der Hoffnung helfen zu können. Die darauffolgende Biopsie brachte das Böse zum Vorschein: maligne Histiozytose der schlimmsten Art. Diese Diagnose kam sogar zu spät, unser Liebster war bereits über die Regenbogenbrücke gegangen. Von der Sichtung der ersten Beulen bis zum Tod waren es gerade einmal 5 Wochen.