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Sodbrennen beim Hund

Es ist 6 Uhr morgens und die vierjährige Mischlingshündin Nala schmatz und schleckt. Doch nicht, weil sie etwas Leckeres zu fressen hat, sondern scheinbar ohne Grund. Die Hundedame wirkt unglücklich und verkrampft. Kurze Zeit später erbricht Nala gelblichen Schaum. Ihr Frauchen ist besorgt und vereinbart noch für denselben Tag einen Termin beim Tierarzt. Doch was hat Nala? Nach gründlicher Untersuchung ist sich der Doc sicher – Nala leidet unter Sodbrennen!

Nala ist mit ihrem Leiden nicht allein. Es gibt viele Hunde, die regelmäßig oder auch „nur“ hin und wieder mit Sodbrennen zu kämpfen haben. Nicht bei allen Hunden treten die Symptome am frühen Morgen auf. In unserem Artikel haben wir alle wichtigen Informationen zum Thema „Sodbrennen beim Hund“ für Dich zusammengefasst.

 

Was ist Sodbrennen?

Sodbrennen (Pyrosis, Magenbrennen) nennt man das schmerzhafte Gefühl, das eintritt, wenn Magensäure aus dem Magen in die Speiseröhre oder sogar bis in den Mund-Nasenraum gelangt.

Zusatzinfo: Der pH-Wert der Magensäure liegt beim Hund ungefähr zwischen 1,3 und 1,5, ist also sehr sauer. Dies liegt daran, dass Hunde Fleisch- und auch Aasfresser sind. Die aggressive Magensäure tötet recht zuverlässig Krankheitserreger ab.

 

Welche Symptome zeigen Hunde bei Sodbrennen?

Sodbrennen beim Hund kann sich folgendermaßen äußern:

  • Übermäßiges Schlecken, Speicheln, Schmatzen und „licky fits“ (hektische Schleck- und Schluck-Anfälle)
  • Gekrümmte Körperhaltung, Schmerzgesicht (der Hund sieht angestrengt aus, eventuell starrer Blick, aber auch häufiges Blinzeln möglich)
  • Häufige Fressen von Gras, Erde, Holz etc.
  • Saurer Mundgeruch, vor allem nach längeren Fresspausen
  • Gesteigerte Wasseraufnahme
  • Aufstoßen, Würgen, Schluckbeschwerden und häufiges Leerschlucken
  • Husten, schaumartiges oder schleimiges Erbrechen, bei entsprechender Reizung auch mit Blutbeimengung möglich
  • Mäkeln
  • Bauchschmerzen, Blähungen und Verdauungsstörungen (Durchfall, Verstopfung)

Die oben aufgeführten Symptome können einzeln oder auch in Kombination miteinander auftreten.

Wichtig: Sollte Dein Vierbeiner an einem der hier beschriebenen Symptome leiden, stelle ihn bitte einem Tierarzt vor, damit eine sichere Diagnose gestellt werden kann.

 

Ursachen für Sodbrennen beim Hund

Wie auch beim Menschen, kann der Schließmuskel, der den Übergang von der Speiseröhre zum Magen verschließt, beim Hund geschwächt sein. Aber auch die Speiseröhre selbst kann in ihrer Bewegung gestört sein und dadurch nicht den gesamten Speisebrei in den Magen befördern. Oft ist auch eine Überproduktion von Magensäure für Sodbrennen verantwortlich. Hierbei wird dann die vorhandene Magensäure nicht komplett verbraucht und der Magen übersäuert (Hyperazidität).

Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Sogar ein Mangel an Magensäure (Hypoazidität) kann Sodbrennen verursachen! Dann bleibt der Nahrungsbrei länger als üblich im Magen, da er noch nicht ausreichend für den Weitertransport vorverdaut ist. Durch die längere Verweildauer im Magen, fängt der Nahrungsbrei an zu gären und steigt durch die entstehenden Gase in die Speiseröhre.

Weitere mögliche Ursachen sind

Fortgeschrittene Trächtigkeit

Die Jungtiere drücken von unten auf den Magen und damit den Nahrungsbrei bzw. die Magensäure nach oben.

Zwerchfellbruch

Der Magen kann in der entstandenen Öffnung eingeklemmt werden, wodurch der Nahrungsbrei bzw. die Magensäure dann nach oben gedrückt wird.

Stress

Bei Stress wir die Aufmerksamkeit des Körpers auf die Kampf- und Fluchtreaktion gelenkt. In Folge dessen, wird z. B. die Skelettmuskulatur mehr durchblutet. Dies geht allerdings auf Kosten der Verdauungsvorgänge. Unter Stress braucht das Futter im Magen länger bis es verdaut ist. Es beginnt im Magen zu gären und der aufsteigende Nahrungsbrei verursacht Sodbrennen.

Falsches Futter

Stark gewürztes Futter oder auch sehr schwer verdauliches Futter können Sodbrennen verursachen. Zum einen weil die Gewürze den Magen reizen können, zum anderen weil schwer verdauliches Futter lange im Magen verweilt und der Hundekörper immer weiter Magensäure bildet, um das schwerverdauliche Futter klein zu bekommen.

Knochen

Manche Hunde vertragen keine Knochen und reagieren mit Sodbrennen und/oder Erbrechen.

Zu große Portionen

Je größer die Futterportion, desto länger ist sie im Magen. Mit der Zeit kann das Futter im Magen anfangen zu gären und der Nahrungsbrei steigt durch das Gas in die Speiseröhre.

Allergien, Unverträglichkeiten

Auch für den jeweiligen Hund unbekömmliches Futter kann Sodbrennen verursachen.

Futterumstellung

Hat Dein Hund zuvor ein schwerer verdauliches Futter oder ein Futter mit längerer Verdauungszeit zu fressen bekommen und Du stellst ihn auf ein Futter, welches leichter und schneller zu verdauen ist um, kann dies Sodbrennen verursachen. Der Grund dafür ist, dass der Magen Deines Hundes daran gewöhnt ist sich länger mit dem Futter zu beschäftigen. Fällt die Beschäftigung nun kürzer aus, braucht der Magen meist einige Zeit sich darauf einzustellen. Das Phänomen findet sich z. B. manchmal bei der Umstellung von Trocken- auf Nassfutter oder bei der Umstellung auf BARF. Es kann aber auch bei der Umstellung innerhalb einer Futterkonsistenz auftreten, also wenn man z. B. zwar weiterhinNassfutter füttert, aber nun von einem anderen Hersteller. Wichtig ist daher das Futter langsam umzustellen bzw. sich bei der Umstellung auf BARF an einem Umstellungsplan zu orientieren. Hier findest Du Infos zur Futterumstellung auf BARF.

Medikamente

Einige Schmerzmittel, aber auch andere Medikamente verursachen eine gesteigerte Produktion von Magensäure und können daher Sodbrennen verursachen.

Bestimmte Ergänzungsfuttermittel

Obwohl z. B. Ingwer sogar bei Sodbrennen und Magenschmerzen empfohlen wird, kann er in manchen Fällen sogar das Gegenteil bewirken. Auch Kurkuma, meist als Entzündungshemmer bei Gelenkbeschwerden eingesetzt, fördert die Bildung von Magensäure und kann daher Sodbrennen begünstigen. Das Füttern von Methylsulfonylmethan (MSM) kann in seltenen Fällen auch Sodbrennen verursachen. Neben den hier erwähnten Ergänzungsfuttermitteln können auch noch weitere Futterergänzungen Magenprobleme verursachen – je nach individueller Reaktion des Hundes darauf.

Füttern zu regelmäßigen Zeiten bzw. Rituale beim Füttern

Kennst Du den „Pawlowschen Hund“? Er ist das Paradebeispiel für die klassische Konditionierung. Der russische Physiologe I. P. Pawlow beobachtete, dass seine Laborhunde zu den Fütterungszeiten zu sabbern anfingen. Fortan ließ er zu den Fütterungszeiten ein Glöckchen klingeln. Nach einiger Zeit stellte er fest, dass die Hunde sogar dann sabberten, wenn nur das Glöckchen ertönte, es aber gar kein Futter gab.

Was hat das mit Sodbrennen zu tun? Hunde gewöhnen sich an regelmäßige Fütterungszeiten und auch Rituale beim Füttern. Ein solches Ritual kann z. B. sein, den Hund während der Futterzubereitung abliegen zu lassen, aus dem Raum zu schicken, immer direkt vor dem Füttern Gassi zu gehen, immer wieder ein bestimmtes Wort in derselben Tonlage zu wiederholen usw. In Erwartung des Futters fängt der Hundekörper zu seinen gewohnten Zeiten oder bei den entsprechenden Ritualen schon mal an Magensäure zu produzieren. Manche Hunde reagieren mit so starker Magensäureproduktion auf feste Fütterungszeiten bzw. Rituale, dass sie täglich Sodbrennen bekommen, da die Fütterung nicht schnell genug erfolgt, um die produzierte Magensäure zu verbrauchen. Andere Hunde bekommen erst dann Symptome, wenn zwar Fütterungszeit ist, es aber doch kein Futter gibt bzw. wenn zwar das Ritual stattfand, aber anschließend kein Futter gab.

Zu lange Futterpausen

Manche Hunde reagieren auf längere Fresspausen mit Sodbrennen. Grund dafür kann eine individuelle, hohe Aktivität der Säure produzierenden Zellen im Magen sein, aber auch zu häufige Fütterungsintervalle über den Tag verteilt.

Wichtig: Auch Fremdköper im Magen können Sodbrennen verursachen, ebenso kann ein Hund mit Magendrehung zu Anfang eine ähnliche Symptomatik wie beim Sodbrennen aufweisen. Fremdköper im Magen und eine Magendrehung sind medizinische Notfälle, die sofort einem Tierarzt vorgestellt werden müssen! Kontaktiere Deinen Tierarzt daher bitte, solltest Du im Hinblick auf den Gesundheitszustand Deines Hundes unsicher sein!

Immer wieder auftretend und unbehandelt können durch Sodbrennen starke Verätzungen und Entzündungen der Speiseröhre, Kehlkopfentzündungen, Magenschleimhautentzündungen und sogar Magengeschwüre entstehen.

 

 

Was kannst Du gegen Sodbrennen bei Deinem Hund tun?

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, Sodbrennen vorzubeugen aber auch Lösungen zur Soforthilfe. Wichtig ist herauszufinden, was genau das Sodbrennen bei Deinem Hund auslöst, um dann nach Möglichkeit den Auslöser abzustellen. Je nach Schwere der Symptome und Leidensgrad Deines Hundes, kann der Tierarzt für eine gewisse Zeit Medikamente verordnen.

Wichtig: Halte Dich in dem Fall bitte unbedingt an den Therapieplan des Tierarztes!

Tipps zur Soforthilfe: Gegen akut auftretendes Sodbrennen hilft Füttern. Es empfiehlt sich etwas leicht Verdauliches, was Dein Hund gut verträgt und was den Magen nicht reizt, zu füttern. Was sich hierfür eignet, ist individuell unterschiedlich. Tritt die Problematik nachts auf, Dein Hund schläft im Schlafzimmer und Du fütterst Trockenfutter, deponiere Dir ein paar Brocken Trockenfutter am Bett, die Du deinem Hund dann geben kannst. Aber auch Zwieback und Knäckebrot kann hier helfen.

Ausreichend trinken

Wasser verdünnt die Magensäure und mildert somit Sodbrennen ab. Achte darauf, dass Dein Hund immer die Möglichkeit zur Wasseraufnahme hat.

Mischfütterung „richtig herum“

Wenn Du Mischfütterung betreibst, also eine Ration aus Nass- und die andere aus Trockenfutter besteht, dann füttere das Nassfutter vormittags und das Trockenfutter abends. Das hat mehrere Vorteile. Der Vorteil im Hinblick auf die Vorbeugung von Sodbrennen ist, dass das Trockenfutter eine längere Verdauungszeit besitzt als das Nassfutter. Damit ist der Magen deines Hundes über Nacht länger beschäftigt und übersäuert nicht so schnell. Außerdem verdaut dein Hund das Nassfutter viel schneller, was der höheren Aktivität tagsüber zu Gute kommt. Dein Hund muss dann vor einer sportlichen Tätigkeit nicht so lange ruhen, als wenn er Trockenfutter gefressen hat.

Keine zu großen Portionen füttern

Dies ist vor allem bei Hunden wichtig, die Sodbrennen auf Grund eines Mangels an Magensäure haben. Denn je länger das Futter im Magen ist, desto eher fängt es an zu gären.

Keine Knochen bzw. langsame Gewöhnung

Reagiert Dein Hund wiederholt mit Sodbrennen auf Knochenfütterung versuche in solch einem Fall Deinen Hund langsam an die Knochenfütterung zu gewöhnen. Hier findest Du entsprechende Infos zur Knochenfütterung. Manche Hunde vertragen Knochen aber generell nicht, dann solltest Du komplett auf die Fütterung verzichten.

Keine längeren Fresspausen

Eigentlich genügt es einen ausgewachsenen, gesunden Hund einer nicht zu großen Rasse ein Mal am Tag zu füttern. Aber nicht alle Hunde vertragen nur eine Ration am Tag, sondern reagieren bei längeren Fresspausen mit Sodbrennen. Ist dies bei Deinem Hund der Fall, füttere ihn zwei Mal täglich und achte darauf, dass die Zeitabstände zwischen den Fütterungen nicht zu lang sind. Du könntest z. B. jeweils immer nach 12 Stunden Fresspause füttern.

Keine regelmäßigen Fütterungszeiten, keine Rituale beim Füttern

Widerspricht sich diese Aussage nicht mit der direkt darüber: „Keine längeren Fresspausen“? Ja, im Prinzip schon. Aber die Lösungen Sodbrennen beim Hund abzustellen und vorzubeugen sind so individuell wie die Ursachen. Daher kann bei einem Hund die eine Lösung, bei einem anderen eine andere die richtige sein. Reagiert Dein Hund auf regelmäßige Fütterungszeiten und Rituale beim Füttern mit Sodbrennen, dann lasse die Rituale weg und füttere zu immer wieder wechselnden Zeiten.

Stückig statt gewolft füttern

Wenn Du barfst und Dein Hund leidet unter Sodbrennen, könnte ein Wechsel von gewolftem auf stückiges Fleisch helfen. Durch die größeren Brocken bei stückigem Fleisch, braucht der Magen länger zum Verdauen und übersäuert nicht so schnell. Dies ist allerdings nur bei Hunden mit einem zu viel an Magensäure zu empfehlen. Bei Sodbrennen auf Grund eines Magensäuremangels wird meist das gewolfte Fleisch besser vertragen.

Magenschutz füttern

Neben entsprechenden Medikamenten, die der Tierarzt Deinem Hund verordnen kann, gibt es auch die Möglichkeit dem Magen deines Hundes durch sogenannte „Magenschmeichler“ etwas Gutes zu tun. Solche Produkte sind z. B. das „Vitalmoor“ oder auch „Magen Balance“. Wichtig ist trotz Magenschmeichler die Ursache des Problems zu ergründen. Im Internet kursieren auch abenteuerliche Tipps zur Behandlung von Sodbrennen beim Hund mit diversen Hausmitteln und Medikamenten für Menschen. Davon ist dringend abzuraten, da die Konsequenzen einer solchen „Behandlung“ auf eigene Faust sogar lebensbedrohlich für den Hund sein können.

Wichtig: Um die passende Lösung des Problems für Deinen Hund zu finden ist daher neben genauem Beobachten des Vierbeiners und der Beobachtung in welchen Situationen das Phänomen auftritt eine Untersuchung durch den Tierarzt anzuraten.

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