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Trennungsangst beim Hund

Trennungsangst beim Hund

Sozialkontakt ist ein Grundbedürfnis des Rudeltieres Hund und oft ist nicht nur der Hund der beste Freund des Menschen, sondern der Mensch auch der beste Freund für den Hund. Manche Hunde binden sich so stark an „ihren“ Menschen, dass ein Verschwinden der Bezugsperson puren Stress für das Tier bedeutet.

Häufige Symptome für Trennungsangst

Wenn Dein Hund unter Trennungsangst leidet, zeigt er wahrscheinlich eines oder mehrerer folgender Symptome:

  • Winseln
  • Bellen
  • Kratzen
  • Zerstörung von Gegenständen: Meist persönliche Gegenstände des Vermissten
  • Unsauberkeit
  • Auf- und Ab-Laufen, im Kreis laufen
  • Zittern
  • Futterverweigerung
  • Selbstverletzungen
  • Apathie

 

Es gibt Hunde, die regelrecht randalieren sobald der Mensch sie allein lässt, andere verfallen in eine niedergeschlagene Apathie und bleiben beispielsweise an ihrem Schlafplatz liegen. Letzteres Verhalten wird oft mit Entspanntheit verwechselt, dabei zeigt der Hund seinen Stress lediglich nicht so offensichtlich.

Trennungsangst entwickelt sich eher bei sehr auf den Menschen fixierten Rassen und Individuen.

Mögliche Auslöser sind:

  • „Schlechte“ Erfahrungen, wie z. B. zu frühes Absetzen vom Muttertier und von den Geschwistern
  •  Mehrere wechselnde Besitzer, Tierheimaufenthalt
  •  Umzug
  •  Aufenthalt in einer Tierpension
  • Tierklinikaufenthalt
  • Krankenhausaufenthalt der Bezugsperson
  • Sehr innige Bindung an Herrchen oder Frauchen

 

Was kann ich gegen Trennungsangst tun?

Die wenigsten Menschen können ihren Hund immer und überall mit hinnehmen, darum ist es wichtig, dass der Hund lernt, entspannt allein zu bleiben.

Gehe folgendermaßen vor:

Powere Deinen Hund vor dem Training gut aus, z. B. durch einen langen Spaziergang, dann fällt es deutlich leichter und schaffe eine angenehme Umgebung für den Hund mit Rückzugsmöglichkeiten!

  • Übe das allein bleiben Schritt-weise: Verlasse für kurze Zeit das Zimmer und kommen nach ein paar Sekunden wieder, wenn Dein Hund ruhig allein geblieben ist.

  • Läuft Dir Dein Hund bei Verlassen des Raumes nach, so laufe so lange von Raum zu Raum, bis er die Verfolgung aufgibt. Bleibe dabei ruhig, renne nicht, lasse keine Hektik aufkommen.

 

Ziel: Der Hund lernt, Dich nicht immer zu verfolgen, sobald Du den Raum verlässt, sondern bleibt ruhig an seinem Platz.

Im nächsten Schritt verlässt Du Deine Wohnung für kurze Zeit. Deine Abwesenheitszeiten dehnst Du immer länger aus.

Sollte Dein Hund auf Schlüsselreize wie das Anziehen der Jacke, der Schuhe oder das Klimpern mit dem Schlüssel nervös reagieren, so desensibilisiere ihn. Ziehe einfach mehrmals am Tag die Jacke an und wieder aus oder die Schuhe bzw. Klimpere mit dem Schlüssel, bis er keine Reaktion mehr darauf zeigt.

Wichtig:

  • Betritt das Zimmer/die Wohnung nur, wenn Dein Hund nicht nach Dir jault, bellt oder an der Tür kratzt. Andernfalls vermittelst Du ihm, dass er Dich durch sein Verhalten herbeigerufen hat.

  • Verabschiede Dich nicht von Deinem Hund bei Verlassen des Zimmers / der Wohnung und begrüße ihn nach Deiner Rückkehr auch nicht überschwänglich. Sonst vermittelst Du ihm, dass es sich bei Deinem Weggang und Deiner Rückkehr um ein „Großereignis“ handelt. 

  • Biete Deinem Hund Verlässlichkeit: Lasse Deinen Hund nicht zu lang allein. Nach 4-5h alleine sein, sollte jemand nach Deinem Hund schauen und der Hund sollte die Möglichkeit bekommen sein Geschäft zu erledigen.

 

Solltest Du unsicher im Hinblick auf das Training sein, oder sollte sich nicht der gewünschte Erfolg einstellen, wenden Dich bitte an einen qualifizierten Hundetrainer.

Weitere Tipps

Wenn Dein Hund mehrfach Chaos und Zerstörung während Deiner Abwesenheit hinterlassen hat, liegt die Überlegung nahe ihn während der Abwesenheitszeit z. B. in einer Transportbox einzusperren bzw. den Hund mittels Maulkorbs daran zu hindern etwas zu zerstören.

Ohne vorheriges, zeitintensives Training ist von der Verwahrung in einer Transportbox dringend abzuraten. Fast alle Hunde bekommen, wenn sie damit überrumpelt werden, in der Box Panik und versuchen der Situation zu entkommen. Dabei können sie sich schwer verletzen (abgebrochene Zähne, Krallen…). Seine Abneigung vor dem allein bleiben wird sich durch eine solche Behandlung noch verstärken.

Bitte lasse Deinen Hund auch niemals mit Maulkorb unbeaufsichtigt, auch hier besteht eine erhebliche Verletzungsgefahr für das Tier und je nachdem wie stark der Maulkorb das Hecheln einschränkt, kann Dein Hund überhitzen.

Auch wenn Du Deinem Hund damit etwas Gutes tun willst, gib ihm bitte niemals unbeaufsichtigt Kauartikel. Die Gefahr, dass er sich unbemerkt daran verschluckt ist zu groß!

Wenn Du wissen möchtest, was Dein Hund während Deiner Abwesenheit macht, denke doch über die Anschaffung einer Pet-Cam nach. Dies ist eine Überwachungskamera, mit deren Hilfe Du von unterwegs aus nach Deinem Tier schauen kannst. Und in jedem Fall gilt: Dein bester Freund ist am glücklichsten, wenn er Dich doch begleiten darf!

 

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