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Welche Bedürfnisse hat ein Hund?

Würde Dir jemand die Frage stellen „Welche Bedürfnisse hat ein Mensch?“, könntest Du diese dann so einfach und ganz pauschal beantworten? Vermutlich nicht. Viel eher würdest Du wohl sagen: „Das kommt auf den jeweiligen Menschen“ an und dich nach seinem Alter, seiner Konstitution, seinen Vorlieben, seinen Hobbys etc. erkundigen. Und genau so ist es auch bei unseren Vierbeinern. Die Frage, welche Bedürfnisse ein Hund hat, lässt sich daher niemals pauschal beantworten, sondern ist immer abhängig von Rasse, Alter, Gesundheit und vielen weiteren Faktoren. Gleichwohl gibt es bestimmte Grundbedürfnisse, die ausnahmslos alle Hunde haben. Und um diese soll es im Folgenden gehen.

Bewegung

Alle Hunde, egal welcher Rasse, brauchen Bewegung. Kein junger und gesunder Hund ist damit zufrieden, zwei Mal am Tag eine Runde an der Leine um den Block zu drehen. Achte also darauf, den Bewegungsdrang Deines Hundes zu erfüllen, z. B. durch regelmäßiges Rennen und Laufen ohne Leine oder zumindest an einer langen Schleppleine, durch Spielen mit Artgenossen, durch Hundesport wie Agility bei aktiveren Rassen, durch Schwimmen bei wasseraffinen Tieren usw. Dein Hund wird es Dir durch Ausgeglichenheit und Zufriedenheit danken.

Regelmäßiges Gassigehen ist eine absolute Selbstverständlichkeit. Als Faustregel gilt: Welpen müssen alle zwei Stunden die Möglichkeit haben, sich zu lösen – vor allem nach dem Fressen, Schlafen und Spielen –, erwachsene Hunde je nach individuellen Bedürfnissen vier bis fünf Mal pro Tag.

Gesunde Ernährung

Ebenso, wie wir bei uns selbst auf eine gesunde Ernährung achten, sollten wir das auch bei unseren Hunden tun. Egal, ob Trockenfutter, Nassfutter, BARF oder Selbstgekochtes: Achte darauf, dass das Hundefutter gesund und den Bedürfnissen Deines Hundes entsprechend ist, z. B. Welpenfutter für heranwachsende Hunde, Seniorenfutter für die etwas gemütlicheren und älteren Zeitgenossen oder Activity-Futter für sehr bewegungsaktive Vierbeiner. Bezüglich der Frage, was ein gesundes Hundefutter genau auszeichnet, scheiden sich die Geister, denn auch hier gibt es keine pauschale Antwort. Ganz allgemein sollte der Fleischanteil möglichst hoch, der von Getreide, insbesondere Mais und Weizen, möglichst niedrig sein. Wenn möglich, sollte zu getreidefreiem Hundefutter gegriffen werden. Zucker, künstliche Farbstoffe und Lockmittel haben in Hundefutter nichts zu suchen. Gebe Deinem Hund außerdem regelmäßig Naturkausnacks zum Kauen und zur Reinigung der Zähne. Selbstverständlich muss dem Vierbeiner immer frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Geistige Auslastung und Erziehung

Wer einmal einen Border Collie dabei beobachtet hat, wie er mit seinen Artgenossen eine Schafherde zusammenhält, der weiß: Hunde brauchen Aufgaben, sie müssen nicht nur körperlich, sondern auch geistig gefordert und ausgelastet werden. Das gilt natürlich für sog. Arbeitshunde in stärkerem Maße als für etwas gemütlichere Rassen. Es gibt viele Möglichkeiten, den „normalen“ Familienhund geistig etwas zu fordern und zu beschäftigen: Intelligenzspielzeuge, bei denen Dein Hund durch Nachdenken und Ausprobieren an Futter gelangt, Futter-Suchspiele in Garten oder Wohnung, Apportieren, Tricks einüben etc. Gemeinsame Beschäftigungen stärken außerdem die Mensch-Hund-Beziehung.

Zusatzinfo: Gefordert, unterfordert oder überfordert? Es kann schwer sein, das richtige Maß für die nötige Auslastung eines Hundes zu finden. Ganz allgemein gilt zwar Bewegung und Beschäftigung machen zufrieden und bauen Stress ab, aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Hat Dein Hund einen „vollen Terminkalender“ (z. B. mehrmals tägliche längere Trainingseinheiten, Treffen zum Toben etc.) und wird trotzdem immer unruhiger und wirkt unausgelastet, könnte es sich auch um Überforderung handeln. Vor allem bei sehr leistungsbereiten und mit hoher Grundaktivität ausgestattete Hunderassen neigt man dazu, zu viel zu fordern. Die Hunde wirken dann oft immer „wilder“ und unzufriedener, was dann meist mit noch mehr Aufgaben und Bewegung versucht wird abzustellen. Oft ist hier das Gegenteil genau das Richtige. Entschleunige Deinen Hund und achte darauf, dass er Zeit findet, um zur Ruhe zu kommen.

Eine solide Erziehung erleichtert nicht nur das tägliche Zusammenleben, sondern gibt Deinem Hund auch die notwendige Sicherheit, dass Du „alles im Griff“ hast und er sich auf Dich verlassen kann. Der Besuch einer guten Hundeschule ist daher immer empfehlenswert. Die Erziehung muss unbedingt auf den Charakter des Hundes berücksichtigen. Und Hundeerziehung bedeutet auch immer sich selbst zu erziehen. Das wichtigste dabei sind Konsequenz (Du solltest immer gleich und immer sofort reagieren), Zuverlässigkeit (Launen sind hier fehl am Platz) und Souveränität. Zur Schau gestellte, permanente und unangebrachte Dominanz sowie Härte bei der Erziehung sind nicht nötig, wenn Du konsequent, zuverlässig und souverän bist., im Gegenteil sie können sogar schaden und die Mensch-Hund-Beziehung ernsthaft stören.

Soziale Bedürfnisse

Dein Hund braucht Dich. Verbringe Zeit mit Deinem Vierbeiner. Spiele mit ihm, kuschle mit ihm und schenke ihm Aufmerksamkeit. Achte darauf, dass Dein Hund immer Teil des „Rudels“ sein darf, indem er z. B. nicht alleine in einem Zimmer schlafen muss. Für den Hund ist es am wichtigsten, immer nahe bei seinen Menschen zu sein und nicht ausgeschlossen zu werden. Doch auch wenn wir für unsere Hunde die Bezugsperson Nr. 1 sind, können wir Artgenossen nicht ersetzen. Insbesondere für einzeln gehaltene Hunde ist es daher von zentraler Bedeutung, dass ihnen regelmäßiger Kontakt mit Artgenossen ermöglicht wird.

Ruhe und Schlaf

Hunde haben ein vielfach höheres Schlafbedürfnis als wir Menschen. Welpen, trächtige Hündinnen und Senioren schlafen zwischen 20 und 22 Stunden am Tag, aber auch Hunde im „besten Alter“ brauchen 17–20 Stunden Schlaf pro Tag. Diese Ruhepausen sollten ihnen unbedingt ermöglicht werden, ansonsten sind die Hunde aufgedreht, unausgeglichen oder werden sogar krank. Der Hund sollte einen festen eigenen Liegeplatz haben, an dem er sich sicher fühlt und nicht gestört wird. Das muss vor allem Kindern deutlich gemacht werden. Wenn der Hund schläft, wird er in Ruhe gelassen!

Rassespezifische Besonderheiten beachten

Bevor Du Dir einen Hund anschaffst, informiere Dich genau über die jeweilige Rasse, z. B. in unseren Steckbriefen. Wenn Du gerne joggen gehst und Deinen Hund dabei mitnehmen möchtest, ist ein Mops oder eine Französische Bulldogge nicht die richtige Wahl. Eine Stadtwohnung ist nicht das richtige Zuhause für einen Kangal, ebenso wenig wird sich ein Windhund wohlfühlen, wenn er nicht regelmäßig rennen darf. Es ist also von ganz besonderer Bedeutung, zu schauen, ob die eigenen Gewohnheiten, Bedürfnisse und Interessen mit denen des jeweiligen Hundes „kompatibel“ sind – nur dann werden Hund und Mensch dauerhaft zufrieden sein.

Gesundheit und Pflege

Hunde sind völlig auf uns angewiesen. Wir als Hundehalter sind daher in der Pflicht, genau hinzuschauen und frühzeitig zu merken, wenn mit unserem Felltier etwas „nicht stimmt“. Regelmäßige Impfungen und Kontrolltermine beim Tierarzt sind wichtig, doch ebenso bedeutsam ist es, unsere Tiere aufmerksam zu beobachten, um gesundheitliche Probleme rechtzeitig zu bemerken. Das gilt natürlich besonders, wenn Hunde älter werden. Ganz allgemein gilt: Lieber einmal zu viel zum Tierarzt als zu wenig.
Auch die regelmäßige Pflege trägt zum Wohlbefinden und zur Gesundheit des Hundes bei, dazu gehören u. a. Krallenschneiden, Kämmen oder Bürsten sowie Zahnpflege.

Die genannten Punkte sind nur ein ganz allgemeiner Ausschnitt zum Thema „Welche Bedürfnisse hat ein Hund?“, denn wie anfangs geschrieben, ist das jeweils sehr individuell und abhängig von vielen Faktoren wie Rasse, Alter, Vorlieben etc . – eben so, wie bei uns Menschen auch.

Fazit

Wenn wir unsere Vierbeiner als Individuen mit ganz spezifischen Eigenheiten wahrnehmen und ihre Bedürfnisse erfüllen, steht einem glücklichen und zufriedenen Zusammenleben nichts mehr im Weg.

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