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Wenn Hunde schmatzen

Machst Du Dir Gedanken, weil Dein Hund hin und wieder schmatzt? Meist ist es eine komische, vielleicht auch nervige, aber harmlose Angewohnheit. Vermehrtes und anhaltendes Schmatzen kann jedoch auch ein Anzeichen für ein gesundheitliches Problem sein. Doch keine Panik, nicht jedes Schmatzen ist direkt ein Grund zur Sorge.
Schmatzen dient Hunden als Gefühls- und Lautäußerung in verschiedensten Situationen. Beobachte daher Deinen Liebling und achte genau darauf, wann und wie er schmatzt. So kannst Du der Ursache für sein Schmatzen auf die Spur kommen!

Warum schmatzen Hunde?

Schmatzen als Marotte

Besonders ältere Hunde zeigen mit einem Schmatzen, dass sie mal müssen, durstig sind oder Deine ungeteilte Aufmerksamkeit, Streicheleinheiten oder ein Leckerli wünschen. Oder Dein Hund freut sich so sehr, Dich zu sehen, dass er schmatzen muss.  

Schmatzen wegen Verunsicherung

Verunsicherte Welpen und Junghunde schmatzen oft aus Verlegenheit oder wenn sie sich dominanteren Artgenossen unterlegen fühlen. Das Schmatzen kann dann eine Übersprungshandlung sein, um die Nervosität bzw. den Stress abzubauen oder den anderen zu besänftigen und die Unterwerfung mitzuteilen. Das leise Schmatzgeräusch ist dann gemächlich und gleichbleibend. Auch Dir gegenüber kann Dein Vierbeiner durch Schmatzen Verunsicherung oder Unterwerfung ausdrücken, zum Beispiel während des Trainings, wenn er nicht sicher ist, was von ihm erwartet wird. Auch nach einer strengen Zurechtweisung schmatzen viele Hunde, um ihren Besitzer zu besänftigen und nicht bestraft zu werden. In diesen Fällen dient das Schmatzen der Kommunikation.

Wohliges Schmatzen

Ein langsames, zufriedenes Schmatzen ist ein Zeichen von Wohlbehagen. Es bedeutet in der Regel, dass Dein Hund entspannt ist und sich in Deiner Nähe wohlfühlt. Daher ist dieses „wohlige Schmatzen“ häufig beim Kraulen oder auch kurz vor dem Einschlafen zu beobachten. Viele Hunde schmatzen auch während des Schlafes, weil sie im Traum Erlebtes verarbeiten. Tritt das Schmatzen nur in diesen Entspannungssituationen auf, musst Du Dir keine Sorgen machen. Dein Hund fühlt sich wohl und tut dies lautstark kund.

Schmatzen als Maulpflege

Manchmal bleibt nach dem Fressen Futter an den Zähnen oder am Gaumen kleben und stört Deinen Vierbeiner. Durch Schmatzen versucht er, die Futterreste loszuwerden. Das Schmatzen ist in diesen Fällen ein ganz normales Verhalten. Bei leckerem Futter schmatzt Dein Vierbeiner vielleicht besonders laut, während er sich Zähne und Mäulchen ausgiebig sauber schleckt. Bei übermäßig langem oder häufigem Schmatzen solltest Du jedoch vorsichtshalber das Maul Deines Vierbeiners kontrollieren, da Futterreste auf Dauer Zahnprobleme verursachen können. Achte außerdem auf eine regelmäßige Zahnpflege, um die Gesundheit Deines Hundes zu unterstützen. Hier findest Du mehr zum Thema. Auch Fremdkörper wie kleine Stöckchen können sich im Maul festkeilen. Durch Schmatzen und Speichelproduktion versucht Dein Hund, sie wieder loszuwerden. Ein Blick ins Maul schafft auch hier Klarheit!

Tipp: Übe mit Deinem Welpen von klein auf, dass er sich Berührungen am Fang entspannt gefallen lässt und sich ins Maul schauen lässt.

Schmatzen vor der Fütterung

Auch vor der Fütterung ist häufig zu beobachten, dass Hunde schmatzen. Auch hier besteht kein Grund zur Sorge, Deinem Vierbeiner läuft schlichtweg das Wasser im Mund zusammen. Schmatzen und Speicheln vor dem Fressen ist eine ganz normale Verhaltensweise.

Wann zum Tierarzt?

Neben diesen harmlosen Ursachen kann Schmatzen jedoch auch auf (ernsthafte) gesundheitliche Probleme zurückzuführen sein. Wenn Du beobachtest, dass Dein Vierbeiner über mehrere Tage immer wieder schmatzt und Du keine der oben genannten Gründe hierfür ausmachen kannst, ist es sinnvoll, einen Tierarzt aufzusuchen. Schmatzen kann nämlich auch auf die im Folgenden genannten Erkrankungen zurückzuführen sein.  

Schmatzen wegen Zahn-, Maul-, Hals- und Rachenproblemen

Diverse Erkrankungen im Bereich der Zähne oder des Maul-, Hals- und Rachenbereichs können Schmatzen beim Hund auslösen. Das Schmatzen ist in diesen Fällen meist ein Ausdruck von Schmerzen. Als Gründe kommen Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und andere Zahnerkrankungen oder aber Erkältungen und Mandel- oder Halsentzündungen in Frage.

Kontrolliere regelmäßig die Zähne Deines Vierbeiners auf Plaque und Zahnstein. Hast Du das Gefühl, dass mit Deinem Hund etwas nicht stimmt, vereinbare einen Tierarzttermin. Zahnerkrankungen können ernsthafte gesundheitliche Probleme nach sich ziehen und große Schmerzen verursachen. Daher sollten sie niemals auf die leichte Schulter genommen, sondern immer tierärztlich abgeklärt werden. Mehr dazu findest Du hier. Bei Hals- oder Mandelentzündungen kommen meist noch weitere Symptome hinzu wie allgemeine Schlappheit oder eine trockene, warme Nase.

Schmatzen und Magen-Darm-Probleme

Erkrankungen des Magendarmtrakts wie Sodbrennen, Gastritis oder ein Magendarminfekt sind ebenfalls oft Auslöser von Schmatzen und Schlecken. Auch eine lebensgefährliche Magendrehung kann sich durch Schmatzen ankündigen. Sie zeigt sich jedoch meist zusammen mit anderen Symptomen wie Blähungen, Durchfall, Mundgeruch, vermehrtes Grasfressen und Erbrechen sowie Bauchschmerzen. Wenn Du das Schmatzen in Kombination mit einem oder mehrerer dieser Symptome bei Deinem Liebling beobachtest, lass ihn bitte umgehend tierärztlich untersuchen.

Schmatzen und Stoffwechselkrankheiten

Zeigt sich Dein schmatzender Vierbeiner schon länger müde, schlapp und ohne Energie? Frisst er viel und nimmt dennoch ab? Speichelt er stark und trinkt mehr als sonst? Dann kann eine Stoffwechselkrankheit wie Diabetes mellitus oder das Cushing-Syndrom dahinterstecken, die unbedingt durch den Tierarzt diagnostiziert und mit einer entsprechenden Therapie behandelt werden sollte.

Fazit

Da Du Deinen Vierbeiner am besten kennst, fallen Dir selbst kleinste Veränderungen an seinem Körper oder in seinem Verhalten ins Auge. Durch Deine Beobachtungsgabe wirst Du schnell erkennen, was es mit dem Schmatzen bei Deinem Hund auf sich hat. Neben den genannten harmlosen Ursachen kann Schmatzen generell ein Ausdruck von Schmerzen sein. Insbesondere bei Problemen im Maul- und Rachenbereich sowie im Magendarmtrakt kommt es häufig dazu, dass Hunde schmatzen. Doch auch bei bestimmten Berührungen an schmerzenden Stellen kann Dein Hund mit Schmatzen reagieren. Daher solltest Du einen Termin beim Tierarzt vereinbaren, sobald Du das Gefühl hast, dass mit Deinem Liebling etwas nicht stimmt, insbesondere, wenn weitere Symptome oder Anzeichen für Schmerzen hinzukommen.

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