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Katzen zusammenführen

Sind Katzen Einzelgänger?

Beobachtest Du gerade Deinen Stubentiger, der sich faul auf dem Sofa räkelt, gelangweilt aus dem Fenster schaut oder einsam auf der Heizung liegend über den Sinn des Lebens grübelt? Dann stellst Du Dir vielleicht nicht zum ersten Mal die Frage, ob es nicht besser wäre, ihm einen Spielkameraden an die Seite zu stellen – einen guten Freund, mit dem er durch dick und dünn gehen kann, mit dem er gemeinsam spannende Abenteuer erleben und nach getanem Tagwerk auf dem Sofa zusammengekuschelt einschlafen kann?

Vielleicht sehnt Dein Stubentiger sich nach Katzen-Gesellschaft?

Moment! Wird denn nicht gerade Katzen nachgesagt, sie seien eigenbrötlerische Einzelgänger, die nur glücklich sind, wenn sie allein und unabhängig, aber natürlich immer majestätisch, durchs Leben schreiten? Die zuweilen einem Menschen das Privileg erteilen, die Dosen mit dem Futter öffnen zu dürfen, die aber ansonsten autark und selbstbestimmt in Deinen vier Wänden herrschen, stets bemüht, Dich in Deine Schranken zu weisen?

Katzen sind natürlich kleine Individualisten – zuweilen mögen sie uns exzentrisch oder auch egozentrisch erscheinen, da sich ihre Welt natürlich vorrangig um ihre und eben nicht um unsere Interessen und Belange dreht. Dennoch sind natürlich auch Katzen grundsätzlich soziale Wesen, die nicht dauerhaft isoliert leben möchten. Wahre Freundschaft unter den pelzigen Individualisten ist dennoch sehr selten und eine komplizierte Angelegenheit, die in den meisten Fällen einer Hilfestellung Deinerseits bedarf. Manchmal kann es allerdings dennoch passieren, dass die kleinen Fellnasen partout nicht vergesellschaftet werden möchten und ihr ganzes Glück gut allein finden können. Auch wenn das aus menschlicher Perspektive schwierig zu verstehen ist, musst Du diese Entscheidung Deiner Katze dann akzeptieren.

Über das Wesen von Katzen lässt sich trefflich streiten: Es gibt Standpunkte, die die grazilen Samtpfoten als strikte Einzelgänger definieren, anderen Meinungen folgend sind Katzen lediglich Einzeljäger und tolerieren ansonsten die Gesellschaft ihrer Artgenossen und dann gibt es natürlich auch Ansichten, die behaupten, Katzen fühlen sich nur in Gemeinschaft mit anderen Katzen richtig wohl. Ein Blick in die Vergangenheit unserer Stubentiger kann helfen, diese unterschiedlichen Perspektiven zu erklären. Eine eindeutige Antwort, ob die heutigen Hauskatzen denn nun Einzelgänger oder Teamplayer sind, wird sich wohl dennoch nicht geben lassen. Einzeljäger sind sie aber in jedem Fall.

Die Vorfahrin unserer heutigen Hauskatzen ist die, in Afrika beheimatete, Nubische Falbkatze. Sie wird zumeist einzeln angetroffen und gilt als revierbildende Einzelgängerin. Ganz ohne soziale Kontakte kommt aber auch die Falbkatze nicht aus, denn schließlich gibt es speziell während der Regenzeit jede Menge Nachwuchs. Dennoch zieht sie anscheinend das Alleinsein der Gesellschaft vor und legt einigen Wert auf die Verteidigung der Grenzen ihres Reviers. Das Einzelgängertum und ein ausgeprägtes Revierverhalten sind damit ererbte Verhaltensweisen, die ein moderner Stubentiger mit dem Einzug in Dein Zuhause natürlich nicht abgelegt hat. Dieses Erbe kann es sehr schwierig gestalten, Katzen miteinander zu vergesellschaften – in einigen Fällen kann es das Zusammenleben mit Artgenossen innerhalb einer Wohnung bzw. eines Revieres auch unmöglich machen.

Es gibt allerdings auch Katzenrassen, die als gut verträglich mit Artgenossen gelten und sich in der Regel besser aneinander gewöhnen lassen. Zu diesen Rassen zählen z. B. British Kurzhaar, Siam, Abessinier oder Maine Coon. In vielen Fällen schätzen sie auch rasseübergreifende Gesellschaft.

Unabhängig von Rasse, Geschlecht und Alter ist die Tatsache, ob eine Katze Artgenossen toleriert, sogar schätzt oder gänzlich ablehnt, immer eine ganz individuelle Angelegenheit und nicht pauschalisierbar. Kitten sollten aber grundsätzlich mit Artgenossen aufwachsen, um katzentypisches Sozialverhalten lernen.

Mehrkatzenhaushalt? Gründe für eine weitere Katze

Es gibt unterschiedliche Gründe, die für eine Erweiterung Deines Katzenhaushaltes sprechen können, denn gerade Wohnungskatzen schätzen oft eine angenehme Gesellschaft! Meist ist es der Wunsch des Menschen, der bereits vorhandenen Samtpfote einen Gefährten oder eine Gefährtin zum Spielen, Toben und Kuscheln zur Seite zu stellen. Es kann allerdings auch sein, dass ein Mitglied der Katzengemeinschaft den Weg über die Regenbogenbrücke angetreten hat und die entstandene Lücke wieder gefüllt werden soll. Vielleicht ist eine Fellnase aus Deinem Bekanntenkreis aber auch gerade auf der dringenden Suche nach einem neuen Zuhause und Du möchtest ihr dauerhaft Unterschlupf gewähren. In all diesen Fällen ist es wichtig, das anstehende Projekt gut zu planen, um dem alteingesessenen und dem neuen Stubentiger einen erfolgreichen Start in die gemeinsame Zukunft zu ermöglichen.

Katzen zusammenführen: Die richtige Zweitkatze finden

Um die Eingewöhnung der neuen Katze möglichst problemlos zu gestalten, kann es durchaus sinnvoll sein, bereits im Vorfeld die Weichen richtig zu stellen. Generell gilt, dass Deine Wohnung ausreichend Platz bieten muss, um beiden Fellnase ausreichend Rückzugsmöglichkeiten zu geben. Die Vergesellschaftung mit einem Artgenossen kanneine anstrengende Angelegenheit sein und beide Katzen müssen währenddessen die Chance auf eine ungestörte Ruhepause haben. Hier gilt, dass jede Samtpfote ein eigenes Zimmer zur Verfügung haben sollte, das für den anderen Tabu ist.

Wichtig: Manchmal kann es auch vorkommen, dass die unterschiedlichen Katzenpersönlichkeiten in Deiner Wohngemeinschaft in Streit geraten und ganz plötzlich nicht mehr miteinander klarkommen, auch dann kann eine erneute Zusammenführung der Fellnasen helfen, wieder Frieden in Deinem Mehrkatzenhaushalt zu stiften.

Für die zukünftige Partnerschaft ist es natürlich von besonderer Bedeutung, dass die Mini-Tiger gut zueinander passen – die Chemie unter ihnen sollte stimmen, sodass sie sich im wahrsten Sinne des Wortes gut riechen können. Nimm Dir, wenn möglich, ausreichend Zeit für die Suche nach dem neuen Mitbewohner. Er sollte charakterlich gut zu den bereits im Haushalt lebenden Fellnasen passen – Gleich und Gleich gesellt sich gern: Ein eher gemütlicher Stubentiger würde einen Neuzugang mit ähnlicher Interessenlage sicherlich bevorzugen und fände eine sehr aktive Katzendame vielleicht ein wenig anstrengend. Auch in Sachen Alter sollten die Samtpfoten ungefähr gleichauf liegen: Insbesondere für eine Senior-Katze kann es sehr anstrengend werden, wenn ein Kitten oder eine Jungkatze einzieht und den ganzen Haushalt aufmischt! Umgekehrt kann es für ein neugieriges und aufgewecktes Kitten natürlich auch schnell langweilig und frustrierend werden, wenn es durch die Weisheit des Alters ständig in seine Grenzen verwiesen wird. Auch das Geschlecht der Mini-Tiger spielt bei der Zusammenführung eine wichtige Rolle: Zwei unkastrierte Kater sind in aller Regel unverträglich und mögen nicht miteinander leben – alle anderen Geschlechter-Kombinationen kommen grundsätzlich in Betracht; allerdings solltest Du darauf achten, die Möglichkeit eines ungeplanten Familienzuwachses auszuschließen. Freigänger-Katzen aneinander zu gewöhnen, ist tendenziell schwieriger, als reine Hauskatzen zu vergesellschaften. Das liegt häufig daran, dass Freigänger ein ausgeprägteres Territorialverhalten zeigen und eine neue Katze eher aus dem eigenen Revier vertreiben würden, als Freundschaft zu schließen. Da bei Katzen aber alles möglich ist, kann es auch vorkommen, dass gerade bei Freigang Entspannung in der heimischen Katzencommunity herrscht, weil die Beteiligten wissen, dass sie sich auch jederzeit aus dem Weg gehen können und sich keine Katze in ihrem Bewegungsradius eingeschränkt fühlt.

Tipp: Entscheidest Du Dich von Beginn an dazu, zwei Fellnasen ein neues Zuhause bieten zu wollen, ist es häufig der einfachste Weg, Wurfgeschwister oder „Ziehgeschwister“ zu adoptieren. Kennen sich die Samtpfoten von Geburt an und wachsen zusammen auf, stehen die Chancen sehr gut, dass sie sich ein Leben lang vertragen werden. Dann gilt es nur, ihnen vor dem Einzug ein gemütliches Nest vorzubereiten.

Wurfgeschwister sind meist gut verträglich miteinander!

Katzen zusammenführen: Vorbereitungen

Ist der neue Mitbewohner für die Katzen-WG gefunden, gilt es, einige Vorbereitungen in den eigenen vier Wänden zu treffen, damit die Eingewöhnung möglichst reibungslos verläuft und beide Fellnasen sich schnell mit der neuen Situation anfreunden.

Gleichberechtigung und Privatsphäre sind wichtig! Du solltest beiden Katzen gleich viel Aufmerksamkeit zukommen lassen und keine der beiden bevorzugen. Auch wenn die zwei Samtpfoten von nun an zusammenleben werden, bedeutet das nicht, dass sie von Beginn an alles miteinander teilen möchten: Jede Katze braucht ihren eigenen Fressplatz inklusive eigener Näpfe, einen eigenen Rückzugsort mit kuscheliger Schlafmöglichkeit, interessantes Spielzeug, eine eigene Kratzmöglichkeit und genügend Platz auf dem Sofa. Katzen haben gehobene hygienische Ansprüche, daher gilt: Für jede Samtpfote muss mindestens eine eigene Toilette zur Verfügung stehen plus eine weitere gemeinsame „Ausweichtoilette“ – bei zwei Katzen solltest Du also drei Toiletten bereitstellen. Die Ausstattung der neuen Katze sollte erst kurz vor deren Ankunft aufgestellt werden, damit sie nicht zuvor schon von der alteingesessenen Fellnase in Beschlag genommen wird.

Katzen zusammenführen: Der Einzug

Ist die neue Samtpfote dann endlich da und treffen die zukünftigen Mitbewohner das erste Mal aufeinander, wird es spannend. Denke daran, dass die Situation für alle beteiligten Katzen eine große Herausforderung darstellt. Die neue Fellnase wird plötzlich und ohne Vorwarnung in eine vollkommen ungewohnte Umgebung verfrachtet, in der sie sich dann gegebenenfalls direkt gegen einen fremden Artgenossen durchsetzen muss. Der alteingesessene Vierbeiner versteht sich bisher natürlich als uneingeschränkter Herrscher in seinem Reich – er ist der alleinige Revierinhaber und könnte sich durch das Eindringen eines fremden Artgenossen in seiner Macht beschnitten sehen. Im schlimmsten Fall kann es sein, dass er demnächst die begrenzten Ressourcen Futter und menschliche Zuneigung teilen muss! Hier liegt auf beiden Seiten ein ordentliches Konfliktpotential.

Teilen unerwünscht: Futterneid bietet großes Konfliktpotential im Mehrkatzenhaushalt!

Am Anfang kann es daher durchaus zu Konflikten kommen, da die neuen Mitbewohner erst einmal ihre Grenzen ausloten müssen. Hier musst Du Dich in Geduld üben, Auseinandersetzungen sind wichtig, um die Hierarchie zu klären. Dabei ist es vollkommen normal, dass die Mini-Tiger sich richtig anfauchen und Pfotenhiebe austauschen. Sobald Deine Fellnasen sich miteinander arrangiert haben, wird sehr wahrscheinlich Ruhe einkehren und die beiden werden beginnen, die Vorteile der neuen Partnerschaft zu genießen. Streiten Deine Stubentiger jedoch heftig und dauerhaft oder hast Du das Gefühl, dass einer der beiden den anderen kontinuierlich attackiert, solltest Du natürlich eingreifen und die beiden trennen. Um die beiden Streithähne dann dauerhaft miteinander zu versöhnen, kann eine erneute und langsamere Eingewöhnung helfen. Aber auch eine behutsamere Zusammenführung garantiert nicht in allen Fällen einen Erfolg: Es kann vorkommen, dass die Chemie zwischen zwei Fellnasen einfach nicht stimmt und die beiden sich spinnefeind bleiben werden. Diese Option solltest Du von Anfang an, in Deine Überlegungen einschließen und Dir überlegen, was dann mit der neuen Katze passieren soll, die dann schnell ein neues Zuhause braucht.

Katzen zusammenführen: Tricks und Tipps

Damit Dein Projekt der Katzenzusammenführung hoffentlich eine Erfolgsgeschichte wird, hast Du zwei Möglichkeiten zur Auswahl, wie Deine beiden Fellnasen sich kennenlernen können. Du kannst Dich für die Option „kurz und schmerzlos“ entscheiden. Hier gibst Du dem Neuankömmling kurz die Chance, sich in seinem neuen Zuhause umzuschauen, während die heimische Katze z. B. in einem anderen Zimmer wartet. Dann gibst Du beiden Zeit, sich gegenseitig zu beschnuppern, und schaust, was passiert. Bist Du Dir sicher, dass beide Stubentiger kompatibel sind und gut zusammenpassen, kann dieser Weg zum schnellen Erfolg – quasi einer Liebe auf den ersten Blick – führen. Wichtig ist es hierbei, nichts erzwingen zu wollen, sondern die Katzen selbst das Tempo der gegenseitigen Annäherung bestimmen zu lassen. Pheromone können gegebenenfalls helfen, Deine Samtpfoten zu entspannen bzw. den Stress während des Kennenlernens zu reduzieren. Diese musst Du allerdings schon eine Zeitlang vor dem ersten Zusammentreffen mittels eines Zerstäubers in die Luft bringen. Pheromone sind Botenstoffe, mit deren Hilfe die Angehörigen ein und derselben Spezies unbewusst miteinander kommunizieren. Sie sind sozusagen mit dafür verantwortlich, ob man sich gut riechen oder nicht leiden kann. Katzen markieren mithilfe von Pheromonen z. B. ihr Revier. Auch bei der Partnersuche spielen die Botenstoffe eine wichtige Rolle, da sie bei Katzen ein Gefühl von Entspannung und Wohlbefinden auslösen. Genau aus diesem Grund können Pheromon-Sprays oder -stecker auch helfen, gestresste Stubentiger zu entspannen und können in unterschiedlichen Kontexten verwendet werden, um Anspannung zu vermeiden oder zu reduzieren. Pheromonsprays und -stecker erhältst Du in unseren Kölle Zoo Märkten. Gerne beraten Dich die Kollegen auch zur Auswahl des richtigen Produktes.

Kommt es jedoch zu ernsthaften und heftigen Konflikten zwischen beiden Tieren, musst Du einschreiten, sie räumlich trennen und versuchen, sie langsam aneinander zu gewöhnen.

Nicht jede Samtpfote freut sich über Gesellschaft!

Tipp: Streiten Deine Katzen sich so heftig, dass die Fetzen fliegen, versuche nicht, direkt dazwischen zu gehen – hier kann auch für Dich eine akute Verletzungsgefahr bestehen. Bemühe Dich, die kämpfenden Katzen abzulenken, indem Du z. B. in die Hände klatschst oder einen Gegenstand in die Ecke des Zimmers wirfst.

Entscheidest Du Dich für eine langsame Zusammenführung Deiner Samtpfoten, musst Du zwar ein wenig mehr Geduld aufbringen, minimierst dafür aber das Auftreten von heftigen Streitereien zu Beginn der Kennlernphase zwischen den beiden.

Bei der langsamen Methode lässt Du dem Neuankömmling Zeit, sich an das neue Zuhause zu gewöhnen und den Umzug zu verkraften. Dafür trennst Du beide Stubentiger die ersten Tage räumlich voneinander. Du solltest einen speziellen Raum einrichten, in dem der neue Mitbewohner alles vorfindet, was er für die erste Zeit brauchen wird: Futter- und Wassernapf, Toilette, Kratzmöglichkeit, Schlafplatz und Spielzeug. Du solltest im Vorfeld dafür sorgen, dass die einheimische Katze diesen Raum schon einige Tage nicht aufgesucht hat, um ihn möglichst geruchsneutral gestalten zu können.

Der Geruch spielt in dieser Phase eine entscheidende Rolle, sorge dafür, dass Deine beiden Stubentiger Geruchskontakt aufnehmen können. Dafür kannst Du z. B. die Kuscheldecken oder auch Spielzeuge austauschen, sodass die beiden sich langsam aneinander gewöhnen können und neugierig auf den neuen Partner werden. Auch ein Reviertausch ist eine Möglichkeit, die beiden Mini-Tiger aneinander zu gewöhnen.

Wenn Du das Gefühl hast, dass der Neuling sich gut eingelebt hat, kann die erste geschützte Kontaktaufnahme erfolgen. Ein Zeichen dafür, dass die neue Katze sich wohlfühlt, ist z. B. wenn sie sich langsam entspannt, die Katzentoilette angenommen hat und sich nicht mehr versteckt, sondern gemütlich auf dem Kratzbaum thront. Dieser Zustand kann bereits nach einigen Stunden erreicht sein, sensible Fellnasen brauchen vielleicht etwas mehr Zeit. Die geschützte Kontaktaufnahme kann z. B. durch einen Türspalt oder ein Schutzgitter erfolgen – so erhalten die beiden Samtpfoten die Möglichkeit, sich ein erstes Mal zu sehen, und können sich gegenseitig beschnüffeln. Auch wenn die beiden bereits beim ersten Treffen vertraut wirken, lasse sie nicht direkt aufeinander los. Unabhängig vom Ergebnis des ersten Beschnupperns solltest Du die geschützte Kontaktaufnahme mehrere Tage am Stück wiederholen. Scheinen beide Katzen sich nach dieser Zeit gut riechen zu können, kannst Du beginnen, das Gitter zeitweise zu entfernen. Nachts solltest Du es allerdings auf jeden Fall noch länger benutzen.

Bis Deine Katzen wie ein Herz und eine Seele harmonieren, kann es allerdings lange dauern. In dieser Zeit der Zusammenführung wird es vermutlich immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen ihnen kommen. Hierbei ist es wichtig, dass Du nur eingreifst, wenn Du Sorgen hast, dass eine der Fellnasen verletzt werden könnte – Streitereien sind wichtig, damit Deine Samtpfoten ihre interne Hierarchie ausloten können. Während dieser Phase musst Du Dich in Neutralität und Gerechtigkeit üben, behandle beide Katzen gleich und bevorzuge keine von ihnen, um Eifersucht unter ihnen zu verhindern.

Du solltest darüber hinaus immer wieder das Verhalten beider Fellnasen genau im Blick haben, sobald Dir Veränderungen auffallen, solltest Du prüfen, ob diese im Zusammenhang mit der jeweils anderen Katze stehen. Verhaltensauffälligkeiten müssen sich dabei nicht immer im Rahmen körperlicher Auseinandersetzungen zeigen, sondern können sich auch auf einem sehr viel subtileren Niveau vollziehen. So kann es z. B. sein, dass einer Deiner Stubentiger anfängt, sich häufiger zu verstecken. Der Grund hierfür kann Angst vor dem dominanteren Gegenüber sein, der den Schwächeren nicht mehr unter dem Sofa hervorkommen lässt. Plötzliches Markieren kann ebenfalls ein Zeichen für Streit und Missstimmung im Mehrkatzenhaushalt sein.

Wichtig: Sollen Deine beiden Stubentiger zu Freigängern werden oder ist Deine Erstkatze bereits ein Freigänger, solltest Du allen so lange Hausarrest erteilen, bis die Verhältnisse zu Hause eindeutig geklärt sind! Lässt Du die Samtpfoten vorher raus, kann es passieren, dass eine von ihnen sich spontan entscheidet, auszuziehen, bzw. die neue Katze von der alten Katze aus dem Revier vertrieben wird.

Katzen zusammenführen: Fehler

Die Tricks und Tipps zur Zusammenführung Deiner Fellnasen sollten helfen, dass in Deiner neugegründeten Katzen-WG schnell Frieden und Harmonie herrschen. Allerdings gibt es auch einige Fehler, die einem ambitionierten Katzenhalter dabei unterlaufen können, obwohl er für alle Beteiligten natürlich nur das Beste möchte.

Übe Dich auf jeden Fall in Geduld – lässt Du Deine Katzen vorschnell aufeinander los, da es so wirkt, als würden sie sich scheinbar schon gut verstehen, kann es zu vermeidbaren Auseinandersetzungen zwischen ihnen kommen. Gib Deinen Fellnasen ausreichend Zeit, sich aneinander zu gewöhnen. Kommt es doch einmal zu (harmlosen) Rangeleien, greife nicht direkt ein. Deine Katzen müssen ihre Grenzen ausloten und ihre Rangfolge bestimmen – Streitigkeiten sind dafür notwendig. Sowohl heftiges Fauchen als auch Buckel zeigen oder mit der Pfote auszuteilen gehören zu dem Repertoire Deiner Fellnasen, sich gegenüber dem anderen durchsetzen zu wollen.

Garantiere jedem Vierbeiner einen persönlichen Rückzugsort, an dem er sich erholen und neue Kraft schöpfen kann, und zwinge Deinen Katzen keinen Kontakt auf, den sie im Moment vielleicht nicht möchten.

Ausreichende Rückzugsmöglichkeiten können Deinen Fellnasen helfen, sich zu entspannen!

Vermeide es unbedingt, eine Deiner Fellnasen zu bevorzugen, um Eifersucht innerhalb der neuen Schicksalsgemeinschaft zu verhindern. Alle Katzen in Deinem Haushalt sollten ausreichend mit Kuscheleinheiten und Leckerchen verwöhnt werden, damit sie sich rundum wohlfühlen können.

Katzen zusammenführen: Dauer

Gut Ding will Weile habe – manchmal geht es ganz schnell, dass Deine Fellnasen eine innige Freundschaft verbindet und sie nicht mehr ohneeinander sein möchten. Einige Stubentiger brauchen allerdings mehrere Wochen oder sogar Monate, bis sie sich gut riechen können – nicht aufgeben!

Katzen zusammenführen: Wann gescheitert?

Ehrlicherweise darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Zusammenführung von Katzen auch scheitern kann. Kam es mehrfach zu blutigen Auseinandersetzungen und zeigen beide Samtpfoten auch nach Monaten aggressives Verhalten, wenn sie aufeinander treffen bzw. zieht sich ein Tier immer mehr zurück oder zeigt sogar Verhaltensauffälligkeiten wie Unsauberkeit, verminderte Fresslust, Schreckhaftigkeit und Angst, dann solltest Du die Notbremse ziehen und das Projekt für gescheitert erklären. Mache Dir bereits im Vorfeld Gedanken, was Du in einem solchen Fall tun kannst. Eine dauerhafte räumliche Trennung beider Samtpfoten ist eine Möglichkeit, allerdings nur umsetzbar, wenn es sich nicht um Freigänger handelt und Du ausreichend Platz zur Verfügung hast. Es sollte Dir bewusst sein, dass im Falle einer lang anhaltende Unverträglichkeit die beste Entscheidung für alle beteiligten auch die Abgabe der neu hinzugekommen Katze sein kann. Überlege Dir daher gut, ob Du zu einem solch drastischen Schritt bereit bist und auch, wohin die Abgabe erfolgen kann!

Fazit

Katzen miteinander zu vergesellschaften, kann ein spannendes, aufregendes und langwieriges Projekt sein. Mit der Wahl eines passenden Gefährten und einem herzlichen und gut geplanten Willkommen des Neuzugangs kannst Du die Weichen für eine gemeinsame und glückliche Zukunft Deiner Samtpfoten stellen. Allerdings liegt es zuletzt an den Katzenpersönlichkeiten selbst, ob sie eine Freundschaft fürs Leben eingehen möchten oder ein Single-Dasein bevorzugen.

Der Beginn einer wundervollen Freundschaft – Projekt „Katzen zusammenführen“ erfolgreich abgeschlossen!

Viele Ticks und Tripps können Dir jedoch helfen, Deinen Stubentiger und den Neuankömmling neugierig aufeinander zu machen, damit sie das Wagnis einer Partnerschaft eingehen werden. Dennoch musst Du Dir bewusst sein, dass Katzen im Gegensatz zu anderen Tieren, wie z. B. Hunden, keine Rudeltiere sind. Daher ist es durchaus möglich, dass Dein Stubentiger niemals eine weitere Katze in Deinem Haushalt akzeptieren wird und sein Revier mit allen ihm zu Verfügung stehenden Mitteln verteidigen wird. Im Gegenzug kann es passieren, dass der Neuzugang nicht kompatibel mit anderen Katzen oder genau Deiner Katze ist, und alles daran setzen wird, die alteingesessene Fellnase aus ihrem angestammten Revier zu vertreiben. Für den Fall der Fälle solltest Du also immer einen Plan B in petto haben, falls Dein Projekt scheitert und die neue Fellnase schnell ein neues Zuhause braucht, damit in Deinen eigenen vier Wänden wieder Ruhe einkehren kann.

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