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Krallen schneiden bei Katzen

Wofür brauchen Katzen Krallen?

Krallen sind wichtige, überaus praktische Werkzeuge für Deine Samtpfote, und das gilt für abenteuerliche Freigänger genauso wie für gemütliche Stubentiger: Katzen benötigen ihre Krallen zum Klettern – egal ob Kratzbaum oder Obstbaum in Nachbars Garten: Die kleinen Jäger lieben es, erhöht zu sitzen, um ihre Umgebung jederzeit genau im Blick zu haben. Krallen sind für Katzen notwendig, um nach Spielzeug oder Futter zu greifen – oder nach Beute. Denn Katzen sind ihrer Natur nach Jäger, und sie benötigen ihre Krallen nicht nur, um ihr Revier zu verteidigen und sich gegen Artgenossen durchzusetzen, sondern auch, um ihre Beute zu töten. Außerdem kann man sich mit diesen praktischen Krallen wunderbar kratzen, wenn einem das Fell juckt!

Katzenkrallen: Kleine Wunder der Natur!

Jeder Katzenbesitzer weiß es: Die kratzig-kuscheligen Fellnasen sind kleine Meisterwerke der Natur – doch ihre Krallen sind einzigartig: Viele Warmblüter sowie Vögel, Echsen und Reptilien verfügen über Krallen oder ähnliche Verhärtungen aus Horn, aber nur Katzen und die ihnen eng verwandten Schleichkatzen verfügen über die Fähigkeit, diese einziehen oder ausfahren zu können. Spezielle Sehnen sorgen dafür, dass die Krallen Deiner Fellnase in die dafür vorgesehenen Felltaschen hinein- und hinausgleiten können – ist Deine Katze entspannt, ziehen Bänder die Krallen passiv ein.

Katzenkrallen wachsen von der Basis bis in die Spitze und sind eine Sonderbildung der Haut, das zunächst weiche Horn wird von der sog. Hülsenkralle umgeben. Durch das Wetzen der Krallen sorgt die Katze normalerweise dafür, dass die Krallen immer die ihren Bedürfnissen angepasste Länge und Schärfe haben. Allerdings gibt es hier Ausnahmen, sodass es von Fall zu Fall notwendig werden kann, Deinem Mini-Tiger beim Stutzen der Krallen zu helfen.
Die folgenden Tipps und Informationen sollen Dir helfen, dass das Projekt "Krallen schneiden" ein Erfolg wird!

Wann ist es notwendig, Katzenkrallen zu schneiden?

Wenn Katzen laufen, sind ihre Krallen eingezogen und nutzen sich nicht ab, da Krallen wie Fingernägel aber ständig nachwachsen, müssen sie regelmäßig gekürzt werden. Die meisten Samtpfoten erledigen das selbstständig und ohne Hilfe, indem sie ihre Krallen wetzen. Freigänger wetzen ihre Krallen gerne an Bäumen, so werden sie nicht nur kürzer, sondern auch schärfer – ein Vorteil bei der Jagd. Stubentiger haben diese Möglichkeit nicht und benötigen daher entsprechende Alternativen wie z.B. Kratzbäume oder Kratzbretter. Die ein oder andere Fellnase bevorzugt zum Kratzen allerdings auch gerne Dein Sofa, die Tapete oder den besonders kuscheligen Teppich. Aber: Das Zerfetzen von Hausrat ist kein automatischer Grund, Deinem Stubentiger eine Maniküre zu verpassen!

Freigänger nutzen gerne Bäume zum Krallenwetzen, wodurch die Krallen auf natürliche Weise gekürzt und geschärft werden. Bei Wohnungskatzen übernimmt ein Kratzbaum diese Funktion. 

Es gibt allerdings klare Anzeichen, die deutlich machen, dass es notwendig wird, Deine Katze tatkräftig bei der Krallenpflege zu unterstützen, weil ihre Krallen sonst ohne Deine Hilfe zu lang werden.

Hörst Du ein klackerndes Geräusch, wenn Deine Samtpfote über das Laminat oder einen anderen harten Boden schreitet, sind ihre Krallen zu lang, um sie bei Laufen komplett einziehen zu können. Das Gleiche gilt, wenn Deine Fellnase häufiger mit den Krallen in langflorigen Teppichen hängen bleibt. Ein noch stärkeres Indiz sind bei der Fellpflege selbst zugebrachte Verletzungen. Beobachtest Du eines oder mehrere dieser Anzeichen, besteht Handlungsbedarf, denn zu lange Krallen können die Gesundheit Deiner Katze beeinträchtigen.

Wird eine Kralle zu lang, behindert sie Deinen kleinen Tiger beim Laufen – unter Umständen kann dann ein Bein nicht mehr richtig belastet werden, sodass es zu Fehlstellungen im Bewegungsapparat kommen kann. Im schlimmsten Fall kann eine zu lange Kralle in den Pfotenballen wachsen oder sogar ausreißen, das verursacht nicht nur starke Schmerzen sowie Blutungen und birgt die Gefahr von Entzündungen, sondern es macht den Gang zum Tierarzt unumgänglich.

Ist eine Kralle nachhaltig geschädigt, wächst sie häufig nicht mehr richtig nach und kann Deine Katze dann auf Dauer behindern.
Hast Du bemerkt, dass die Krallen Deiner Fellnase zu lang sind, gilt es erst einmal, Ursachenforschung zu betreiben, um die genauen Gründe zu ermitteln. Erst nach einer genauen Analyse kannst Du Dir sicher sein, ob das Schneiden der Krallen das Problem ursächlich beheben wird.

Gute Gründe, Deiner Katze die Krallen zu schneiden

Gute Gründe, Deiner Fellnase die Krallen zu schneiden, stehen meistens im Zusammenhang mit ihrer gesundheitlichen Kondition bzw. ihrem Alter. In seltenen Fällen kann es aber auch sein, dass Dein zahmer Tiger einfach nur an ausgeprägter Faulheit leidet und zu träge ist, sich die Krallen selbst zu wetzen.

Bei gesundheitlichen Problemen muss man zuerst sorgfältig differenzieren: Erstens gibt es Gründe, aus denen Deiner Fellnase das Krallenwetzen nicht möglich ist, so eine medizinische Kondition kann dauerhaft oder zeitlich begrenzt sein. Zweitens gibt es Katzen, bei denen einen Störung im Krallenwachstum vorliegt, sodass eine ständige Unterstützung notwendig wird.
Ist Dein Vierbeiner nicht in der Lage, sich selbstständig um die Krallenpflege zu kümmern, kann eine (schwere) Krankheit oder eine (chronische) Schwäche ursächlich sein – in diesen Fällen sollte eine Abklärung durch den Tierarzt erfolgen, bevor Du zur Tat schreitest. Auch eine Verletzung mit einer körperlichen Beeinträchtigung oder die temporäre Fixierung eines Beines oder einer Pfote sowie ein längerer Aufenthalt in einer Tierklinik kann Deine Katze am Krallenwetzen hindern – hier solltest Du auf jeden Fall ein Augenmerk auf die Krallen Deines kleinen Lieblings haben.

Störungen im Krallenwachstum treten häufiger bei Senior-Katzen auf: Ältere Samtpfoten können bestimmte Inhaltsstoffe des Futters nicht mehr richtig verdauen, in der Folge kann nicht nur ihr Fell ein wenig struppig und die Haut ein bisschen schuppig werden, sondern auch die Krallen entwickeln eine Neigung, brüchig zu werden, da sie schneller wachsen, weicher werden und sich schneller verformen können. Ein qualitativ hochwertiges Senior-Futter kann diesem Prozess gegebenenfalls partiell entgegenwirken. Bei allen Katzen können Störungen im Krallenwachstum hingegen genetisch bedingt sein und eine Fehlstellung der Krallen verursachen. Auch Stoffwechselerkrankungen wie eine Fehlfunktion der Schilddrüse können Erkrankungen an der Haut oder dem Horn der Krallen auslösen.

Schlechte Gründe, Deiner Katze die Krallen zu schneiden

Ein zerfetztes Sofa, eine zerkratzte Tapete oder ein zerstörter Teppich liefern in der Regel keinen relevanten Grund, Deinem Stubentiger die Krallen zu kürzen! Denn übermäßiges, vielleicht sogar zerstörerisches Kratzen weist oft auf einen Fehler in der Haltung oder auf ein eingeschränktes Wohlbefinden Deines Mini-Tigers hin. Gründe für dieses Verhalten können neben Langeweile auch Stress, Angst, Schmerzen, mangelnde Aufmerksamkeit, Selbstverteidigung oder Aggression sein. Speziell Katzen, die in ihrem Leben bereits schlechte Erfahrungen gesammelt haben, können dieses Verhalten an den Tag legen.
Hier ist es wichtig, für ausreichende Möglichkeiten zum legalen Kratzen zu sorgen und mit viel Geduld nach den Ursachen für das unerwünschte Verhalten zu suchen.

Achtung: In diesen Fällen stellt es keine angemessene Lösung dar, die Krallen Deiner Fellnase zu stutzen oder gar ziehen zu lassen, denn beide Optionen lassen sich immer nur medizinisch legitimieren. Wird der Eingriff ohne medizinische Notwendigkeit durchgeführt, so ist er tierschutzwidrig! Ist Dein Stubentiger gelangweilt, gestresst oder neigt zu Verhaltensauffälligkeiten, wird das Schneiden oder Entfernen der Krallen die Symptome eventuell kurzfristig lindern, Deine Katze wird sich jedoch andere Wege suchen, ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen.

Katzen benötigen für die selbstständige Krallenpflege ausreichend Möglichkeiten zum Krallenwetzen wie Kratzbäume, Kratzbretter etc. 

Katzenkrallen schneiden leicht gemacht

Bevor es losgeht: Die Krallen einer Katze zu schneiden, ist kein leichtes Unterfangen! Solltest Du Dir unsicher sein oder gar Angst haben, Deine Fellnase zu verletzen oder es Dir dauerhaft mit ihr zu verscherzen, besprich Dich mit Deinem Tierarzt über das weitere Vorgehen und überlasse im Zweifelsfall lieber den Profis die Krallenpflege Deines Lieblings!

Diagnose

Bleibt Deine Samtpfote häufiger mit ihren Krallen in flauschigem Gewebe – wie z.B. langflorigen Teppichen – hängen und klackert es, sobald sie über Hartböden marschiert, oder verletzt sie sich gar bei der täglichen Fellpflege, kannst Du davon ausgehen, dass ihre Krallen zu lang sind und sie Unterstützung bei der Krallenpflege braucht. Wenn Du Dir sicher zutraust, diesen Job zu übernehmen, brauchst Du auf jeden Fall die richtigen Werkzeuge dafür – auch die tatkräftige oder nur moralische Unterstützung durch eine weitere Person, der Deine Katze vertraut, ist sicherlich hilfreich.

Werkzeuge

Um Deiner Fellnase die Krallen fachgerecht schneiden zu können, brauchst Du die richtigen Werkzeuge. Dein eigenes Maniküre-Set ist leider vollkommen ungeeignet, da sich menschliche Fingernägel und die Krallen Deiner Samtpfote anatomisch unterscheiden – außerdem ist es nicht scharf genug. Du brauchst in jedem Fall eine Katzenkrallenzange und eine Feile mit runder Spitze, sie schützt die Krallen davor, nach dem Schneiden zu splittern. Alternativ dazu kannst Du auch einen speziellen Krallenknipser verwenden, dieser ist der Form einer Katzenkralle perfekt angepasst. Für alle Fälle solltest Du ein blutstillendes Präparat zur Hand haben, falls es zu kleineren Komplikationen kommen sollte. Achte darauf, dass die Werkzeuge scharf sind, und desinfiziere sie vor der Verwendung. Vergiss nicht, dass Deine Katze an den Vorderpfoten eine fünfte Kralle hat. Diese wächst genauso schnell wie die anderen Krallen, sie wird aber nicht zum Kratzen benutzt, daher ist das Stutzen hier besonders wichtig. Sind die Vorbereitungen getroffen, kann es losgehen!

Das richtige Werkzeug, unter anderem eine scharfe Krallenzange für Katzen, ist für das Krallenschneiden unerlässlich. 

Durchführung

Timing ist wichtig! Wähle einen Moment, in dem Deine Samtpfote möglichst entspannt und schläfrig ist. Suche eine gemütliche Position für Euch beide. Vielleicht hilft es, wenn eine weitere Person Deine Fellnase während der folgenden Prozedur ein wenig ablenkt.
Drücke nun vorsichtig die Mitte der Tatze, so sorgst Du dafür, dass Deine Katze ihre Krallen ausfährt.

Durch sanften Druck in die Mitte der Tatze werden die Krallen ausgefahren und können dann gekürzt werden. 

Jetzt ist es wichtig, zu erkennen, wie weit Du die Kralle stutzen darfst, dafür musst Du den Unterschied zwischen Mark und Horn sehen können. Das Mark ist der durchblutete Teil der Kralle, der auch Nerven enthält und näher an der Pfote selbst liegt. Die Spitze der Kralle besteht aus schmerzunempfindlichem Horn und kann ohne Probleme gekürzt werden. Die meisten Katzen haben helle Krallen, sodass Du den Unterschied gut erkennen kannst – um mehr Licht in die Angelegenheit zu bringen, verwende eine Taschenlampe, um Dir ganz sicher sein zu können. Im Schein der Lampe wird der Hornanteil transparenter erscheinen und die Blutgefäße im Mark können sichtbar werden.

Achte beim Schneiden darauf, den durchbluteten Bereich ("Leben") nicht zu erwischen. 

Halte die Pfote Deiner Katze möglichst fest, damit sie im entscheidenden Moment keinen Rückzieher macht. Verzichte dabei aber auf zu viel Druck und versuche nicht mit Gewalt, Deine Katze zum Stillhalten zu zwingen.
Jetzt gilt es, beherzt den Schnitt zu wagen: Ungefähr 2-3 mm oberhalb des Marks sollte die Kralle möglichst parallel zur Wuchsseite im rechten Winkel abgeschnitten bzw. abgeknipst werden, so minimierst Du das Risiko, dass die Kralle splittert. Im Anschluss daran sollte die Schnittkante dann kurz mit der Feile geglättet werden.

Lob

Operation erfolgreich überstanden? Dann ist es Zeit für ein angemessenes Leckerchen! Ist das Krallenschneiden dauerhaft notwendig und nicht auf eine zeitlich begrenzte gesundheitliche Kondition Deiner Katze beschränkt, muss es ungefähr alle zwei Monate wiederholt werden.

Fazit

Die Krallen einer Katze zu schneiden, ist zwar nicht einfach, aber auch kein Hexenwerk: Die fachgerechte Durchführung bedarf einer sorgfältigen Vorbereitung und des richtigen Werkzeugs. Wichtig ist es, die Krallen nur zu schneiden, wenn medizinische Indikationen vorliegen. Dies ist in der Regel der Fall, wenn die Katze sich die Krallen nicht selbst wetzen kann oder eine Störung im Krallenwachstum diagnostiziert wurde.

Jeder Katzenfreund sollte also nur dann zu Schere und Knipser greifen, wenn er sich sicher ist, im Interesse seines Tieres zu handeln. Bestehen Zweifel, dann wende Dich lieber an den Experten! Bei uns vor Ort in unseren Kölle Zoo Märkten findest Du übrigens das richtige Werkzeug zum Schneiden der Krallen Deiner Samtpfote!

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