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Abkühlung im Sommer für Kleintiere

Der Sommer naht und wenn auch dieses Jahr die Hitze so zuschlägt wie in den vergangenen zwei Jahren, dann sollten wir unseren vierbeinigen Mitbewohnern Möglichkeiten bieten, sich abzukühlen.

Die meisten Kleintiere leiden deutlich stärker unter der Hitze als wir Menschen. Dies liegt daran, dass sie nicht wie wir Menschen schwitzen können. Zwar kommen z. B. Kaninchen und Goldhamster ursprünglich aus Regionen, in denen es im Sommer sehr heiß wird, aber dort schützen sie sich effektiv vor der Hitze indem sie sich in kühle, unterirdische Bauten zurückziehen. Farbratten- und -mäuse vertragen Hitze in der Regel sehr schlecht. Bei ihnen ist im Sommer besonders große Vorsicht geboten, damit sie durch die Hitze keinen Schaden nehmen.

Deshalb haben wir hier einige Tipps für Dich gesammelt, wie auch die größte Sommerhitze für Deine kleinen Vierbeiner erträglich wird. 

 

Gefahren durch Hitze  

Die größten Gefahren für Kleintiere durch Hitze sind Austrocknung, Hitzschlag und Fliegenmadenfraß. Achte darauf, dass Deine Tiere immer frisches, kühles Wasser zur freien Verfügung haben, um sie vor Austrocknung zu schützen.

Einen Hitzschlag erkennst Du z. B. daran, dass das betroffene Tier schnell(er) atmet, hechelt, auf der Seite liegt, blasse Schleimhäute hat und die Futter- und Wasseraufnahme verweigert.

Wichtig: Stelle beim kleinsten Verdacht auf Hitzschlag Dein Tier unbedingt so schnell wie möglich einem Tierarzt vor, da ein unbehandelter Hitzschlag bei Kleintieren sehr häufig mit dem Tod endet.

Fliegenmadenfraß, auch Myiasis oder Fliegenmadenkrankheit genannt, tritt häufig im Sommer und bei hohen Temperaturen auf. Bei dieser Erkrankung legen Fliegen ihre Eier am Tier ab, die schlüpfenden Maden fressen sich durch das Körpergewebe in das Tier. Meist werden die Fliegen durch intensiven Geruch angezogen, der z. B. von Tieren mit offenen Wunden oder dünnflüssigem Kot bzw. Durchfall ausgeht.

Wichtig: Kontrolliere insbesondere bei Außenhaltung Deine Tiere täglich auf ihren Gesundheitszustand. Tiere mit offenen Wunden, dünnflüssigem Kot oder Durchfall sollten sofort fliegengeschützt untergebracht und behandelt werden. Ist Dein Tier von Myiasis betroffen, stelle es unverzüglich einem Tierarzt vor, denn das ist ein medizinischer Notfall!

 

Gehegestandort

Stelle das Kleintiergehege, egal ob Deine Lieblinge in Innen- oder Außenhaltung leben, an einen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Dies ist besonders bei Albinos, hellhäutigen und rotäugigen Tieren wichtig. Durch direktes Sonnenlicht steigt nicht nur die Temperatur im Gehege, es kann auch die empfindlichen Augen reizen und Sonnenbrand verursachen.

Faustregel: Das Gehege sollte bei Albinos immer zu 100 % im Schatten liegen, bei allen anderen Tieren immer zu mindestens 50 %.

 

Gehegeeinrichtung

Schattenspendende Rückzugsmöglichkeiten sind bei Hitze ganz wichtig. Platziere sie an verschiedenen Stellen im Gehege, so dass Dein Liebling sich aussuchen kann, wo er sich gerne verstecken möchte.
Sorge bei grabenden Kleintierarten für eine ausreichend hohe Einstreu, damit sich Dein Tier in einen unterirdischen Gang zurückziehen kann.

 

Regelmäßig und gut Lüften

Lüfte den Raum, in dem das Gehege steht am besten in den frühen Morgen- und den späten Abendstunden gut durch, damit die Raumtemperatur sinkt.

Wichtig: Auf in Richtung Gehege gerichtete Ventilatoren solltest Du unbedingt verzichten, dass sie nichts zur Abkühlung der Raumtemperatur beitragen, sondern nur warme Luft bewegen. Dabei trocknen die Schleimhäute aus und die Augen werden gereizt.

 

Futter und Wasser

Achte unbedingt daraus, dass immer genügend frisches Wasser zur Verfügung steht. Frischfutter liefert zusätzlich Feuchtigkeit und wirkt der Hitze so von innen entgegen. Wichtig ist, nicht gefressenes bzw. bei Hamstern auch gebunkertes Frischfutter, regelmäßig zu entfernen. Je wärmer die Außentemperatur, desto schneller verdirbt das Frischfutter. Verdorbendes, z. B. gegorenes Frischfutter, kann schwere gesundheitliche Probleme verursachen und im schlimmsten Fall zum Tode führen.

Biete Futter und Wasser immer im Schatten an, damit es sich nicht sich schnell erwärmt.
Verfüttere bitte auf keinen Fall gefrorenes oder zu kaltes Futter, da dies Verdauungsprobleme verursachen kann.


Sommerfrisur

Bei langhaarigen Tieren kann das Kürzen der Haare für Abkühlung sorgen. Lass Dir beim Haare schneiden am besten von jemandem helfen. Dann kann einer das Tier festhalten und der andere in Ruhe das Fell abschneiden.

 

Aktive Abkühlung

Wichtig bei aktiven Abkühlungsmöglichkeiten ist es, den Tieren Ausweichmöglichkeiten zu bieten, so dass sie nicht gezwungen sind die Abkühlungsmöglichkeiten anzunehmen. Bei Tieren die zu Blasenproblemen neigen, sollte Abkühlung von unten (Kacheln, Kühlplatten), wenn überhaupt, nur sehr sparsam eingesetzt werden.

Gehegeboden befeuchten

Wenn Dein Tier in einem Außengehege lebt, kannst Du den Rasen an einer Stelle im Schatten befeuchten, so dass Dein Tier sich dort abkühlen kann.

Kühle Unterlage

Damit dein Tier sich abkühlen kann, kannst Du z. B. Kühlplatten oder Kacheln in das Gehege legen. Lagere sie bevor Du sie im Gehege platzierst an einem kühlen Ort oder im Kühlschrank. Dein Tier kann dann entscheiden, ob es sich auf die kühlere Unterlagen zurückziehen möchte oder nicht.

Buddelkiste

Eine mit Sand befüllte Buddelkiste eignet sich ebenfalls hervorragend zum Abkühlen. Den Sand solltest Du vor dem Befüllen auch kühl lagern. Durch leichtes Anfeuchten des Sandes wird ein zusätzlicher Kühleffekt erreicht.

Coldpack für Kleinsäuger

Eine weitere Möglichkeit ist es mit gefrorenem Wasser befüllte Flaschen in den Käfig zu legen. Dein Tier kann sich dann daran lehnen und sich dabei abkühlen, wenn es möchte. Oft wird empfohlen, die Flaschen vor der Benutzung unbedingt mit einem Tuch zu umwickeln, damit die Kälte etwas abgemindert wird. Dies solltest Du allerdings nur dann tun, wenn sichergestellt werden kann, dass Dein Tier das Tuch nicht anknabbert und Teile davon verschluckt. Eine ungefährlichere Möglichkeit die Kälte der Flachen abzupuffern ist es, sie mit Einstreu bzw. Heu zu bedecken.

 

Und wenn es richtig heiß wird?

Wenn es draußen unerträglich heiß wird, hilft manchmal nur noch ein Umzug in einen kühleren Raum, z. B. den Keller. Wichtig ist, dass die Tiere dann aber nicht 24 Stunden im Dunkeln verbringen, sondern auch ein Tag-Nacht-Rhythmus gegeben ist. Wenn kein Fenster vorhanden ist durch das ohnehin etwas Licht in den Keller gelangt, solltest Du die Beleuchtung z. B. über eine Zeitschaltuhr regeln.

Wir hoffen, dass Du und Deine vierbeinigen Lieblinge mit unseren Tipps gut durch den Sommer kommt!

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  • Klasse Beitrag

    Hallo, ich bin ehrenamtlich bei einer Kaninchenberatungsstelle tätig.
    Der Bericht ist Ihnen super gelungen. Er beinhaltet umfassende Infos und Tipps.
    Klasse :)