Fachkompetenz Tier
Beratung online & vor Ort
kostenlose Lieferung ab 29€
schnelle Lieferung
kostenlose Retoure

Kaninchen im Winter – Tipps zur Überwinterung

Um gesund und fit zu bleiben, brauchen Kaninchen vor allem vier Dinge: viel Bewegung, Artgenossen, Schutz und gesundes Futter. Ob diese Grundbedürfnisse in der Innen- oder Außenhaltung erfüllt werden, ist zunächst einmal egal. Auch im Winter können gesunde Kaninchen draußen gehalten werden. Tatsächlich vertragen sie kalte Temperaturen sogar wesentlich besser als Hitze im Sommer. Haben die Kaninchen im Außengehege einen sicheren und geschützten Stall, den sie jederzeit aufsuchen und verlassen können, ein großes und spannendes Freigehege und ihre Kaninchen-Kumpels, haben sie alles, was sie brauchen. Trotzdem solltest Du im Winter einige Anpassungen vornehmen, um Deine Langohren sicher durch die kalte Jahreszeit zu bringen.

Können alle Kaninchen draußen überwintern?

Kaninchen, die ganzjährig draußen gehalten werden, fangen instinktiv im Herbst damit an, sich einen Winterspeck anzufuttern, um Reserven und eine schützende „Fettschicht“ zur Verfügung zu haben, und entwickeln ein plüschiges Winterfell. So sind sie erstmal gut gewappnet für die Winter in unseren Breitengraden. Ist Dein Kaninchen gesund, fit und wohlgenährt, wird es den Winter problemlos überstehen. Ist es allerdings geschwächt, etwa aufgrund einer Krankheit oder weil es schon älter ist, sollte von der Außenhaltung im Winter abgesehen werden. Dasselbe gilt für trächtige Tiere. Es versteht sich von selbst, dass Kaninchen auch draußen niemals alleine, sondern mindestens zu zweit gehalten werden müssen. Noch wohler fühlen sie sich in größeren Gruppen.

Einige Kaninchenrassen können etwas schlechter mit Kälte umgehen als andere. Dazu gehören langhaarige Rassen wie Löwenkopf- und Rex-Kaninchen. Ihre Fellstruktur führt dazu, dass sie Wärme schlechter speichern können. Außerdem haben sie keine dichte Deckhaarschicht, um Regen und Schnee abzuhalten. Diese Kaninchen benötigen daher unbedingt ein überdachtes Gehege zur Überwinterung, das sie möglichst auch an den Seiten vor eindringender Nässe schützt. Der Freilauf muss nicht überdacht sein: Natürlich dürfen diese Rassen ebenfalls nach Herzenslust im Schnee toben, müssen sich jedoch jederzeit in das überdachte Gehege zurückziehen können. Außerdem solltest Du darauf achten, dass ihr Fell nicht so lang ist, dass es den Boden berührt.

Was muss ich bei der Außenhaltung von Kaninchen im Winter beachten?

Langsame Gewöhnung

Kaninchen, die ganzjährig draußen gehalten werden, entwickeln, wenn es kälter wird, ein Winterfell, das sie in der kalten Jahreszeit schützt. Hier muss also keine irgendwie geartete Gewöhnung stattfinden. Anders ist dies bei Kaninchen, die zuvor in einem beheizten Raum gelebt haben. Sie im Winter einfach nach draußen zu setzen, würde je nach Temperatur ihren Tod bedeuten. Daher solltest Du Dir bereits im Sommer überlegen, ob die Tiere den Winter drinnen oder draußen verbringen sollen. Entscheidest Du Dich für die Außenhaltung, sollten Deine Kaninchen schon im Sommer in das Außengehege umziehen, sodass sie genug Zeit haben, um sich allmählich an die kälter werdenden Temperaturen zu gewöhnen.  

Wichtig: Setze Deine Kaninchen niemals bei kalten Temperaturen einfach von einem auf den anderen Tag nach draußen. Dies kann tödlich für sie enden, da sie der Kälte nichts entgegenzusetzen haben.

Geschütztes Gehege

In der Natur ziehen sich die Kaninchen bei Kälte in ihre unterirdischen Baue zurück. Um den Winter gut zu überstehen, benötigen Deine Fellnasen ein möglichst geschütztes Gehege. Dieses sollte aus zwei Teilen bestehen: einem frostfreien Schutzraum, zum Beispiel einem kleinen Stall, und einem Bereich, in dem sie sich frei bewegen können. Je nach Größe des Stalls kannst Du darin entweder zusätzlich mehrere Häuschen aufstellen oder der Stall selbst dient als Schlafplatz und Rückzugsort. Hier können die Kaninchen gemeinsam kuscheln und sich gegenseitig wärmen. Durch die Körperwärme erreicht der Stall ebenfalls eine angenehme Temperatur. Er sollte groß genug sein, um darin zu schlafen, zu fressen und sich ein wenig zu bewegen, aber trotzdem so klein, dass er die Körperwärme gut speichert. Er muss unbedingt trocken sein und vor Regen, Schnee und Zugluft geschützt werden. Trotzdem muss eine ausreichende Luftzirkulation vorhanden sein. Achte darauf, dass Deine Tiere jederzeit genug Stroh und Heu zur Verfügung haben, um es sich kuschelig zu machen. Eine dicke Lage saugfähige Einstreu hält zusätzlich von unten warm. Du solltest täglich prüfen, dass die Einstreu nicht nass geworden ist, und verunreinigte oder feuchte Streu durch neues Material ersetzen. Sinnvoll ist es, die Temperatur in der Schutzhütte mit einem Thermometer zu überwachen. Sie sollte nicht unter 0 Grad fallen. In sehr kalten Nächten kann eine untergelegte Wärmeplatte oder eine Wärmelampe hilfreich sein. Achte jedoch unbedingt darauf, dass je nach gewählter Methode keine Brandgefahr besteht und die Kaninchen selbst entscheiden können, ob sie die Wärmequelle aufsuchen wollen oder nicht.

Zusätzlich benötigen Deine Kaninchen einen geschützten Bereich von mindestens 6 Quadratmetern für zwei bis fünf Tiere. An den Seiten kannst Du beispielsweise große Sperrholzplatten oder Planen anbringen, um Nässe und Wind abzuwehren. Zu diesem Bereich sollten die Tiere jederzeit Zugang haben, um sich durch Bewegung und Aktivität zu wärmen. Er muss so gestaltet sein, dass die Tiere nicht ausbrechen können. Umgekehrt sollten Katzen, Füchse, Marder & Co. auf keinen Fall eindringen können. Es gibt auch „fertige“ Kaninchenställe mit einem integrierten kleinen Freilauf. Versuche, diesen Bereich so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, um Deinen Tieren Beschäftigung zu bieten. Empfehlenswert sind Tonröhren, eine Buddelkiste, Äste, Baumstämme, Steine, kleine Sträucher usw. Der Boden sollte möglichst trocken sein. Als Untergrund kannst Du beispielsweise Buchenholzspäne, Kies und Stroh verwenden

Wichtig: Die Tiere dürfen niemals im Stall eingesperrt werden, dieser wirkt sonst wie eine Kühltruhe. Sie müssen jederzeit Zugang zu einem Außenbereich haben, um sich durch Bewegung aufzuwärmen und den Kreislauf anzuregen.

Freilauf

Insbesondere im Winter brauchen Kaninchen ausreichend Platz, um sich ihren Bedürfnissen entsprechend zu bewegen und sich dadurch aufzuwärmen und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Zusätzlich zu ihrem geschützten Gehege solltest Du ihnen daher regelmäßig die Möglichkeit bieten, sich im eingezäunten Garten oder einem entsprechenden Freilauf so richtig auszutoben. Bewegung wärmt und hält fit und gesund!

Wichtig: Auch wenn es im Winter vielleicht manchmal schwerfällt, sich aus dem gemütlich-warmen Haus in die eisige Kälte zu begeben: Vergiss Deine Kaninchen nicht! Sie brauchen bei Wind und Wetter Freilauf, sonst verkümmern sie in ihrem Außengehege. Für die Gesundheit ist ordentlich Bewegung sehr wichtig.

Futter und Wasser

Eine Anpassung des Futters ist im Winter besonders wichtig, um die Kaninchen fit durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Kaninchen fangen bereits im Herbst ganz instinktiv an, sich kleine Fettpölsterchen anzufressen, die sie im Winter schützen. Unterstütze sie dabei mit viel Frischfutter, unterschiedlichen (Fett-)Saaten oder leckeren Maiskolben. Im Winter sollten Deine Kaninchen besonders energie- und fettreiches Futter erhalten. Peppe ihre Rationen an Trockenfutter, Heu und Frischfutter beispielsweise mit Sonnenblumenkernen, Wurzelgemüse und Fettsaaten auf. Frischfutter sollte in kleineren Mengen, dafür jedoch öfters gegeben werden, um zu verhindern, dass es gefriert.

Die Wasserversorgung kann im Winter ein Problem darstellen, da es natürlich ab einer gewissen Temperatur gefriert. Auf keinen Fall sollten Nippeltränken gewählt werden. Hier können sich die Kaninchen schwer verletzen, wenn ihre Zunge an der Tränke festklebt. Um das Einfrieren des Wassers in Näpfen zu verhindern, gibt es mehrere Möglichkeiten: Du kannst die Näpfe regelmäßig austauschen oder sie zum Beispiel auf eine Steinplatte stellen, die Du zuvor im Ofen aufgewärmt hast. Um ein langsameres Gefrieren zu erreichen, kannst Du einen größeren Napf wählen und Tennisbälle oder Holzstückchen hineinlegen. Durch die Bewegungen gefriert das Wasser langsamer. Eine weitere Möglichkeit sind beheizbare Näpfe mit einer Stahlummantelung als Annage-Schutz, die es zum Beispiel für Hunde gibt, oder elektronische Tränkenwärmer für Hühner. Falls Du Deinen Kaninchen eine Wärmequelle wie eine Lampe oder Heizung zur Verfügung stellst, kannst Du die Näpfe in deren Nähe platzieren, um das Gefrieren zu verhindern. In jedem Fall solltest Du täglich prüfen, dass Deine Kaninchen zu trinken haben.

Täglicher Gesundheitscheck

Wenn es draußen kalt und ungemütlich ist, kostet es vielleicht etwas Überwindung, doch es ist sehr wichtig, dass Du täglich mehrmals nach Deinen Kaninchen schaust, um zu bemerken, wenn es einem von ihnen nicht gut geht. Sollte eines Deiner Tiere im Winter krank werden, ist es wichtig, es nicht einfach ins Haus umzuquartieren. Der große Temperaturunterschied ist alles andere als förderlich und kann zu einer abrupten Verschlechterung des Zustands führen. Stattdessen sollte Dein Kaninchen sich in einem kühlen, trockenen und zugluftfreien Raum erholen können.

Wichtig: Für den Fall, dass ein Kaninchen krank wird und das Außengehege verlassen muss, sollte mindestens ein Tier aus der Gruppe mit umziehen, sodass es nicht alleine ist. Eine Ausnahme sind lediglich stark ansteckende Krankheiten. Halte hierzu am besten Rücksprache mit Deinem Tierarzt. Wenn genug Platz vorhanden ist, ist es sogar sinnvoll, die ganze Gruppe umzuquartieren, da sich eine Wieder-Vergesellschaftung sonst schwierig gestalten kann. Außerdem fühlen sich Kaninchen am wohlsten, wenn sie ihre gewohnten Kumpels bei sich haben.

Fazit

Die Außenhaltung von Kaninchen stellt für gesunde und fitte Tiere kein Problem dar. Sie lieben es, im Schnee zu toben, und vertragen Kälte wesentlich besser als Hitze im Sommer. Um wohlbehalten durch die kalte Jahreszeit zu kommen, brauchen sie ihre Artgenossen, einen frostfreien Schutzraum, hochwertiges Futter und viel Auslauf, um sich zu wärmen und den Kreislauf anzuregen. Fange früh genug damit an, das Außengehege winterfest zu machen. Und dann heißt es: Genießen, wie die kleinen Fellnasen im Schnee umhertollen und sich ihres Lebens freuen.

Weitere Artikel
Parasiten bei Meerschweinchen

Parasiten bei Meerschweinchen

Seit einigen Tagen kratzt sich Dein Meerschweinchen vermehrt und es treten schuppige und gerötete Stellen auf der Haut auf. Auch sein Verhalten hat sich verändert. Es ist schreckhaft und wirkt vor allem abends sehr unruhig. Solche Haut- oder Verhaltensauffälligkeiten können auf einen Parasitenbefall hinweisen. Auch Durchfall, Apathie, Gewichtsverlust oder ein aufgeblähter Bauch sind Alarmzeichen. Selbst bei guter Haltung und Fütterung kann es vorkommen, dass sich Meerschweinchen Endo- oder Ektoparasiten einfangen. Wir erklären Dir, was der Unterschied ist, welche Arten von Parasiten es gibt, wie man einen Befall erkennt und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. weiterlesen »
Welche Bedürfnisse hat ein Hamster?

Welche Bedürfnisse hat ein Hamster?

Ob Goldhamster, Dsungarischer Zwerghamster oder Roborowski-Zwerghamster – die kleinen Felltiere gehören zu den beliebtesten Haustieren. Doch welche Bedürfnisse hat ein Hamster eigentlich? Wie sieht ein tiergerechtes Zuhause aus? Wie fühlt sich ein Hamster so richtig wohl? weiterlesen »
Sind Hamster Einzelgänger?

Sind Hamster Einzelgänger?

Auch bei Hamstern gilt, wie allgemein in der Tierhaltung: Man sollte sich immer anschauen, wie die entsprechenden Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum leben. Das Ziel sollte es sein, so viele ihrer natürlichen Bedürfnisse zu erfüllen wie möglich. Doch wie leben Hamster eigentlich in der Natur? Sind es Einzelgänger oder Gruppentiere? weiterlesen »
Welche Bedürfnisse haben Ratten?

Welche Bedürfnisse haben Ratten?

Farbratten werden als Haustiere zunehmend beliebter. Immer mehr Menschen erfreuen sich an den sanftmütigen, neugierigen und äußerst intelligenten Tieren. Bei richtigem Umgang werden Farbratten oftmals deutlich zahmer als andere Nagetiere und werden Dein Herz in Windeseile erobern! Höchste Zeit also, sich mit der Frage zu beschäftigen, was Farbratten eigentlich brauchen, um sich wohlzufühlen und gesund zu bleiben. Welche Bedürfnisse haben Ratten und wie können wir diese in der Heimtierhaltung bestmöglich erfüllen? weiterlesen »
Wildbienen und Co. schützen – DIY-Ideen für den Garten

Wildbienen und Co. schützen – DIY-Ideen für den Garten

Laut der sogenannten „Roten Liste“ sind von den 550 Wildbienenarten, die in Deutschland heimisch sind, 31 akut vom Aussterben bedroht. Eine große Zahl weiterer Arten gilt als gefährdet. Schuld daran ist vor allem der Mensch. Mit unserer DIY-Anleitung kannst Du mit wenig Material und Zeitaufwand ein Insektenhotel für den Balkon oder Garten bauen. weiterlesen »
Laufräder – welches ist das Richtige für mein Kleintier?

Laufräder – welches ist das Richtige für mein Kleintier?

Bei vielen Kleintierarten ist ein Laufrad unverzichtbar, um ihrem natürlichen Lauftrieb gerecht zu werden. Welche Kriterien eine Rolle spielen, um das passende Rad für Dein Haustier zu finden, haben wir hier für Dich zusammengefasst. weiterlesen »
Myxomatose (Kaninchenpest) bei Kaninchen

Myxomatose (Kaninchenpest) bei Kaninchen

Dein Kaninchen hat plötzlich Wassereinlagerungen am Kopf, eine Bindehautentzündung oder seltsame Pusteln und Knötchen am Körper? Dann solltest Du hellhörig werden und umgehend einen Tierarzt aufsuchen, denn diese Symptome sind typisch für eine Myxomatose, eine auch als „Kaninchenpest“ bezeichnete, hochansteckende Viruserkrankung. Die Myxomatose wird vorwiegend durch Insektenstiche übertragen und führt bei einem Großteil der Tiere innerhalb von zwei Wochen zum Tod. Da leider keine ursächliche Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung steht und die Sterberate sehr hoch ist, kommt der Prophylaxe – insbesondere der Vorsorgeimpfung – eine große Bedeutung zu. weiterlesen »
Wie alt werden Meerschweinchen?

Wie alt werden Meerschweinchen?

Die meisten Menschen binden sich eng an ihre Haustiere und trauern, wenn sie versterben. Daher kann bei der Anschaffung eines Tieres die Lebenserwartung ein entscheidender Faktor sein. Schließlich möchte man sich nicht schon nach wenigen Monaten oder Jahren wieder verabschieden müssen. Meerschweinchen gehören in Deutschland zu den beliebtesten Haustieren. Wie alt werden sie durchschnittlich und welche Faktoren wirken sich auf ihre Lebenserwartung aus? Was kann man als Halter selbst tun, um die Gesundheit der Meerschweinchen zu fördern? weiterlesen »
Vergesellschaftung von Kleinsäugern – Vorgehensweise und Fehlerquellen

Vergesellschaftung von Kleinsäugern – Vorgehensweise und Fehlerquellen

Gesellig lebende Tierarten sollten niemals allein gehalten werden. Daher haben wir hier einige wichtige Tipps zusammengefasst, die dazu beitragen können, dass die Vergesellschaftung erfolgreich verläuft und erklären, welche Fehler Du auf jeden Fall vermeiden solltest. weiterlesen »
Die Kleintierabteilung bei Kölle Zoo – Kleintiere ganz groß!

Die Kleintierabteilung bei Kölle Zoo – Kleintiere ganz groß!

Neben Katzen und Hunden gehören Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen und Co. zu den beliebtesten felligen Mitbewohnern. In rund fünf Millionen Haushalten in Deutschland erfreuen sich die kleinen Säugetiere äußerster Beliebtheit- und die Tendenz ist steigend! Wir führen alles, was das Kleintierherz höher schlagen lässt. Entdecke unsere Kleintierabteilung in unseren Kölle Zoo Märkten und informiere Dich dort zu den verschiedenen Tierarten, Futter und Zubehör. weiterlesen »

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.