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Pferde richtig loben und belohnen

Mit Lob lernt es sich leichter und man ist einfach zufriedener, wenn man positives Feedback erhält – das gilt auch für Pferde! Und sind wir mal ehrlich: der Umgang und das Training mit unseren Vierbeinern macht nur dann Freude, wenn Pferd und Pony motiviert sind, freudig mit uns kooperieren und beide – Pferd und Mensch – im Anschluss zufrieden sind.

Aber wie belohnt man ein Pferd eigentlich richtig? Ist kräftiges Klopfen auf den Hals tatsächlich angebracht und versteht das Pferd diese Geste überhaupt, oder macht es dem Tier gar Angst, wenn es urplötzlich überschwänglich am Hals geklopft wird?

Warum überhaupt loben?

„Nicht geschimpft ist Lob genug.“ Dieses Sprichwort solltest Du Dir auf keinen Fall zu Herzen nehmen, denn wer sich an dieses Sinnbild der Sparsamkeit hält, der demotiviert sein Gegenüber - und zwar unabhängig davon, ob es sich dabei um einen anderen Menschen oder ein Tier wie Pferd oder Hund handelt.
Pferde lernen hervorragend durch positive Verstärkung. Bei diesem Konzept aus der Lernpsychologie wird erwünschtes Verhalten durch Lob bestärkt, so dass das gewünschte Verhalten in Erwartung eines Lobs öfter gezeigt wird.

Beim Clickertraining wird z. B. ganz bewusst positive Verstärkung eingesetzt, um gewünschtes Verhalten zu festigen und zu belohnen. Der Erfolg der positiven Verstärkung wurde bereits in vielen Studien bestätigt – und das nicht nur beim Pferd, sondern auch bei Menschen, Hunden und weiteren Tierarten.

Wichtig: Ein Lob ist nur dann wirkungsvoll, wenn es prompt auf die gewünschte Reaktion erfolgt – und zwar so schnell wie möglich! Andernfalls kann Dein Pferd die Verbindung zwischen seinem Verhalten und der Belohnung nicht mehr herstellen, weil zu viel Zeit vergangen ist.

Welche Arten von Lob gibt es?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Dein Pferd zu loben. Du kannst Deine Stimme einsetzen, mittels einer sanften Berührung loben, Futter als Lob zum Einsatz bringen und natürlich auch alle drei Möglichkeiten miteinander kombinieren.

Wichtig: Auch das Entspannen der Körpersprache und das Wegnehmen von Druck spielt eine wichtige Rolle beim Loben. Achte auf eine angepasste und angebrachte Körpersprache beim Loben, damit Du Deinem Pferd nicht aus Versehen weiterhin Druck machst – sonst verpufft das Lob nämlich!

Lob mit der Stimme

Das Stimmlob ist der schnellste Weg Dein Pferd zu loben. Du musst dabei weder Deine Position verändern noch ein Leckerli aus der Tasche holen. Stimmlob lässt sich hervorragend beim Reiten einsetzen und kann hier in vielen Fällen das aus Sicherheitsgründen sinnvollste Lob sein. Egal ob beim Youngster beim Anreiten oder beim ersten Wasserdurchritt: Im ersteren Fall sind plötzliche Bewegungen im Sattel unangebracht und ein seitliches Herunterbeugen, um dem Pferd ein Leckerli anzubieten, kann zu sehr gefährlichen Situationen führen. Auch im zweiten Fall kann es je nach Reaktion und Temperament des Pferdes angebracht sein, fest im Sattel sitzen zu bleiben.

Wichtig: Achte beim Lob mit der Stimme unbedingt auf Deine Stimmlage – Du solltest weder schrill noch ärgerlich oder aggressiv klingen!

Lob durch Berührung

Als hochsoziale Wesen kommunizieren Pferde auch über Berührungen. Gegenseitiges Fellkraulen dient nicht nur der körperlichen Pflege, sondern hat auch einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden! Durch Kraulen am Hals oder eine sanfte Berührung kannst Du Deinen Vierbeiner auch wunderbar belohnen. Das weit verbreitete, kräftige Klopfen am Hals mögen Pferde tatsächlich in der Regel nicht und verstehen anfangs auch nicht, dass es sich dabei um ein Lob handelt. Mit der Zeit akzeptieren die meisten Vierbeiner es zwar „Durchgeklopft“ zu werden, sanfte Berührungen kommen aber weitaus besser an.

Du kannst auch vom Sattel aus durch Berührung loben. Dazu gehst Du mit einer oder beiden Händen nach vorne an den Hals und berührst Dein Pferd dort sanft. Das Lob mittels Berührung ist allerdings nicht so prompt ausführbar wie das Stimmlob, weil Du Deine Position verändern musst – das kostet Zeit. Und schnell, schnell ist beim Lob durch Berührung unangebracht. Schnelle Bewegungen lassen Hektik aufkommen und vor allem junge und sensible Pferde werden dadurch eher verunsichert. Dann hat man leider genau das Gegenteil vom Lob erreicht.

Hin und wieder sieht man, wie Reiter ihre Pferde mit einer Hand an der Flanke klopfen und vermeintlich dadurch belohnen. Diese Art des Lobes kommt bei fast keinem Pferd gut an, da die Flanken vor allem bei Stuten sehr berührungsempfindlich sein können.

Lob mit Futter

Das Futterlob kommt bei den meisten Pferden von allen Arten des Lobs natürlich am besten an – wer kann schon einem leckeren Zwischensnack widerstehen?! Auch erfahrene Reiterinnen nutzen diese Methode gerne, wie das folgende Zitat zeigt: „Ich habe z. B. bei meiner Stute ein kleines Ritual etabliert. Sie bekommt nach dem Aufsteigen vom Sattel aus ein Leckerli, bevor wir losreiten und nach dem Reiten direkt nach dem Absteigen wieder eins. Dadurch ist sie hochmotiviert und konzentriert bei der Sache und kommt zwischendrin gar nicht auf die Idee zu betteln.“ Futterlob ist zudem ein sehr großer Motivator, vor allem in schwierigeren Situationen. So kannst Du beim Verladetraining jeden Schritt in die richtige Richtung mit Leckerli oder Leckschale belohnen. Beim Medical Training, Tierarzt und beim Hufschmied leistet Futterlob meist ebenfalls sehr gute Dienste.

Tipp: Mittlerweile gibt es auch Leckerlis, die sich für Pferde mit Stoffwechselerkrankungen oder Futtermittelunverträglichkeiten eignen, z. B. solche aus reinen Wiesenfasern.

Doch Vorsicht! Viele Pferde und Ponys warten teilweise schon regelrecht auf die Futterbelohnung und werden dann teilweise sehr forsch, wenn die Belohnung nicht so schnell kommt, wie erwünscht. Untersuchen der Kleidung, Schubsen und sogar deftiges Zwicken können die Folgen sein. Hier ist eine entsprechende Erziehung gefragt, die dem Pferd vermittelt, dass der Individualabstand des Menschen einzuhalten ist und dass das Leckerli ein gezieltes Lob ist und nichts, was es einfach so gibt.

Tipp: Setze auch Futterlob nur gezielt ein. Andernfalls ist es kein Lob, sondern ein einfacher Zwischensnack.

Fazit

Lob tut gut – auch Ponys und Pferden! Egal ob Du mit der Stimme, Berührungen oder Futter lobst, das richtige Timing ist entscheidend. Außerdem gibt es auch Vorlieben der Vierbeiner im Hinblick auf die Art des Lob. Diese solltest Du unbedingt berücksichtigen. Wir haben sowohl vor Ort in unseren Kölle Zoo Märkten als auch in unserem Onlineshop eine große Auswahl unterschiedlicher Leckerli für Dein Pferd oder Pony und beraten Dich natürlich auch gerne zum passenden Produkt.

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