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Algen im Teich

Algen sind ein natürlicher Bestandteil unterschiedlichster Gewässer. Es lässt sich kaum ein Unterwasserbiotop finden, in dem kein Algenwuchs vorhanden ist. Ebenso wie die höheren Wasserpflanzen erfüllen auch Algen wichtige Funktionen im Kreislauf des Lebens: Sie nehmen überschüssige Nährstoffe auf, produzieren lebenswichtigen Sauerstoff und dienen einer Vielzahl von wasserlebenden Tieren als Versteck, Tarnung oder Nahrung. Im Gartenteich können Algen allerdings schnell überhandnehmen und zum Problem werden. Insbesondere im Frühjahr, wenn die Sonne an Kraft gewinnt, aber die Sumpf- und Wasserpflanzen noch nicht mit neuem Wachstum begonnen haben, nutzen Algen die vorhandenen Nährstoffe gnadenlos für sich.

Die Algenplage im Teich

Dann bedecken lange grüne Fäden Steine und Teichfolie, treiben als schleimige Polster an der Wasseroberfläche und wechseln sich auf den Teichpflanzen mit kurzen, dunkelgrünen Algenbüscheln ab, während die Sichtweite gegen Null tendiert – das typische „grüne Wasser“, auch als Algenblüte bekannt, stellt sich ein. Die Teichpflanzen bekommen nicht mehr genügend Licht und zersetzen sich. Fische und Kleinstlebewesen verheddern sich in den Algenpolstern oder schnappen verzweifelt an der Oberfläche nach Sauerstoff. Wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird, kippt das biologische Gleichgewicht im Teich dauerhaft und Deine Wasseroase verwandelt sich in ein stinkendes Sumpfloch. Zunächst solltest Du herausfinden, welche Algen sich da gerade in Deinem Gartenteich ausbreiten, um die jeweils geeignete Bekämpfungsmethode auszuwählen.

Die 5 häufigsten Algenarten im Teich

Man kann die häufigsten im Gartenteich auftretenden Algenarten anhand ihrer Optik in fünf Gruppen unterscheiden. Im Folgenden erklären wir Dir, wie Du verschiedene Algen erkennen und bekämpfen kannst.

Fadenalgen im Teich

Fadenalgen bilden, wie ihr Name bereits verrät, lange hellgrüne Fäden. Sie sind ein Indikator für grundsätzlich gute Wachstumsbedingungen im Teich, da sie ebenso wie die Teichpflanzen ausreichend Nährstoffe und Licht zum Wachsen benötigen. Ist das Wasser aber überdüngt oder es fällt zu viel Licht in den Teich, so nehmen sie schnell überhand und bilden dann Büschel, die an grüne Zuckerwatte erinnern und nicht nur alle Oberflächen überziehen, sondern auch als schleimige Inseln an der Wasseroberfläche treiben können. Ihre Bekämpfung kann mechanisch, chemisch und biologisch erfolgen. Wie das genau funktioniert, erfährst Du weiter unten.

Fadenalgen bilden mit der Zeit dichte Polster und lassen sich dann nur noch mühsam mechanisch entfernen.

Schwebealgen im Teich

Schwebealgen gehören genauso wie die Fadenalgen zu den Grünalgen, sind allerdings mit bloßem Auge nicht erkennbar – sie schweben als Einzeller frei im Wasser und werden erst wahrgenommen, wenn sie aufgrund einer Massenvermehrung das Wasser grün färben. Dieses Phänomen ist auch als „Grünes Wasser“ oder Algenblüte bekannt und tritt besonders bei steigenden Temperaturen im Frühjahr und Sommer auf. Die einzelligen Algen sind einfach viel schneller in der Lage, sich zu vermehren und die vorhandenen Nährstoffe zu nutzen, als jede Wasserpflanze. Sie lassen sich aufgrund ihrer geringen Größe nicht mechanisch entfernen, können aber chemisch oder mit einem UVC-Wasserklärer bekämpft werden und auch manche Fischarten wie der groß werdende Silberkarpfen sowie die auch für kleinere Teiche geeigneten Teichmuscheln und die Sumpfdeckelschnecke helfen bei ihrer Beseitigung.

Einzellige Schwebealgen können die Sichtweite im Teich auf Null reduzieren.

Bartalgen im Teich

Bart- oder Pinselalgen erinnern mit ihrer kurzfädigen Struktur tatsächlich an einen Bart oder Pinselborsten, wenn sich die fest am Untergrund haftenden dunkel gefärbten Algen mit jeder Wasserbewegung sanft hin und her wiegen. Sie gehören zur Gruppe der Rotalgen und entstehen meist, wenn der Kohlendioxidgehalt im Teich sehr gering ist und andere Pflanzen (und Algen!) aufgrund dieses Mangels kaum noch wachsen. Sie sitzen sehr fest auf Steinen oder Pflanzenblättern und lassen sich mechanisch kaum entfernen, ohne die befallenen Teichpflanzen zu schädigen. Auch die meisten Teichbewohner meiden Bartalgen und fressen diese nur im äußersten Notfall. Daher empfiehlt sich für sie die Bekämpfung mit chemischen Mitteln.

Blaualgen im Teich

Die vierte Gruppe wird korrekt als Cyanobakterien bezeichnet und nur aufgrund ihres Erscheinungsbildes auch als Blau- oder Schmieralgen bezeichnet. Sie bilden schnellwachsende, blaugrün gefärbte Beläge, die alle Oberflächen inklusive der Wasserpflanzen überziehen und bei ruhiger Wasseroberfläche auch auf dieser als dünne Schicht zu sehen sind. Sie erinnert an einen Ölfilm und geht häufig mit einem unangenehmen Geruch einher, der typisch für Blaualgen ist. Diese Plage tritt zum Glück sehr selten in Teichen auf, denn sie ist äußerst gefährlich für alles Leben im Teich, weil Cyanobakterien giftige Stoffe an das Wasser abgeben können. Auch für Menschen können diese Giftstoffe gefährlich sein; in einem von Blaualgen überzogenen Teich solltest Du auf keinen Fall baden und auch Deinen Hund nicht in ein solches Gewässer lassen, da akute Vergiftungsgefahr bis hin zum Tod droht! Die Ursache für Schmieralgen im Teich liegt häufig in einem extrem überhöhten Fischbesatz mit großzügiger Fütterung und unzureichender Filtertechnik. Sie lassen sich auf nur auf chemischem Weg und durch Abschaffung der genannten Ursachen beseitigen.

Braunalgen im Teich

Braunalgen wachsen vorwiegend als rötlich-brauner Belag auf Steinen, Teichwänden oder auch auf Pflanzenblättern. Sie sind besonders anspruchslos und können daher auch noch in tieferen Zonen überleben, in die wenig Sonnenlicht fällt. Die Hauptursache für ihr Vorkommen ist meist ein zu hoher pH-Wert, verursacht durch zu viel Kalk im Wasser. Achte daher darauf, kein Kalkgestein in und an Deinem Teich zu verwenden. Zur Bekämpfung der Braunalgen eignet sich die mechanische Methode in Kombination mit chemischen Algenmitteln. Vorbeugend solltest Du wie bei allen Algentypen die Nährstoffzufuhr begrenzen und den pH-Wert im leicht sauren Bereich stabilisieren.

Ursachen für Algenprobleme

Wie alle Pflanzen benötigen auch Algen Licht und Nährstoffe für ihr Wachstum. Direkte Sonneneinstrahlung kann gerade bei flachen Teichen in den Sommermonaten zu einer starken Erwärmung und übermäßigem Algenwachstum führen. Sind dann noch viele Nährstoffe im Wasser vorhanden, z. B. weil ein hoher Fischbesatz herrscht, zu viel gefüttert wird oder sich in den letzten Jahren aufgrund mangelnder Teichhygiene eine dicke Schlammschicht am Gewässerboden gebildet hat, so können selbst schnellwüchsige Wasserpflanzen die Situation nicht so gut ausnutzen wie die Algen. Phosphat wird von höheren Pflanzen nur in geringem Maße benötigt, das überschüssige Phosphat wird von Algen für ihr Wachstum genutzt und eignet sich daher gut, durch Verknappung mittels phosphatbindenden Pflegemitteln den Algenwuchs zu kontrollieren. Weiter unten beschreiben wir, wie Du dem Aufkommen von Algenproblemen in Deinem Teich vorbeugen kannst. Was aber tun, wenn Algen bereits dabei sind, die Vorherrschaft im Teich an sich zu reißen? Es gibt drei grundsätzliche Möglichkeiten, eine Algenplage in den Griff zu bekommen, die sich darüber hinaus gut ergänzen: Mechanische, chemisch-physikalische und biologische Bekämpfungsmaßnahmen.

Bekämpfung von Algen

1. Mechanische Entfernung

Für diese Methode musst Du die Ärmel hochkrempeln und selbst aktiv werden, um Algenpolster aus Deinem Teich zu entfernen. Und zwar, bevor die Algenpolster von allein absterben, auf den Teichboden sinken, dort wieder Nährstoffe ans Wasser abgeben und der Teufelskreis sich schließt. Wenn das Thermometer frühlingshafte Temperaturen anzeigt, solltest Du beginnen, alle paar Tage Deinen Teich auf Algenwachstum zu kontrollieren und gegebenenfalls tätig zu werden. Dichte Fadenalgenpolster lassen sich mit einem Ast oder Besenstiel aufrollen und vom Untergrund entfernen. Sitzt am Ende des Stiels eine Bürste, so fällt es besonders leicht, die Algenfäden aufzuwickeln. Keinesfalls solltest Du einen Rechen oder andere sehr spitze Gegenstände verwenden, da sonst die Gefahr der Beschädigung der Teichfolie besteht. Hartnäckige Algenbüschel lassen sich ebenfalls im erreichbaren Bereich mit einer Bürste von Steinen oder Teichfolie abschrubben. Frei an der Wasseroberfläche treibende schleimige Algeninseln können mit einem feinen Kescher aus dem Teich geholt werden. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Belastung des Teiches zu reduzieren und ihn für den Einsatz chemischer Algenbekämpfungsmittel vorzubereiten. Entnommene Algen und andere Pflanzenteile kannst Du einfach auf dem Kompost entsorgen.

Tipp: Hochwertige Teichschlammsauger besitzen oft eine spezielle Fadenalgendüse, welche die Fadenalgen vom Untergrund ablöst und direkt absaugt, ebenso wie eine Bürstendüse zur Entfernung sehr festsitzender Beläge sowie Pinselalgen selbst in schwer zugänglichen Ecken.

2. Chemisch-physikalische Bekämpfung

Um einen Algenbefall im Teich loszuwerden, können verschiedene Teichpflegemittel eingesetzt werden. In jedem Fall empfiehlt es sich, vor der Anwendung chemischer Mittel zunächst sicherzustellen, dass der Einsatz keine schädlichen Auswirkungen auf die Teichfische hat. Insbesondere bei sehr weichem Teichwasser ist daher eine Stabilisierung des pH-Werts nötig mit Hilfe eines Grundpflegemittels, welches die – den pH-Wert abpuffernde – Wasserhärte erhöht und damit optimale Ausgangswerte schafft und verhindert, dass sich zersetzende Algen die Wasserchemie ungünstig verändern. Im zweiten Schritt kann dann die Zugabe des Algenbekämpfungsmittels erfolgen.

Hier unterscheidet man zwischen flüssigen und pulverförmigen Algenmitteln. Mit letzteren können gezielt Fadenalgenpolster bestreut werden, die dann aufgrund einer Aktivsauerstoff-Reaktion zerstört und abgebaut werden. Diese Reaktion ist für alle Teichbewohner komplett harmlos. Lösen sich die Algenpolster vom Untergrund, so kannst Du durch Abkeschern der Algen, bevor sie sich zersetzen, dem Teich schneller zu seinem Gleichgewicht verhelfen.

Flüssige Algenvernichter eignen sich zur Bekämpfung aller Arten von Algen, egal ob es sich um festsitzende bzw. freischwimmende fädige Algen oder einzellige Schwebealgen handelt. Allerdings sind derartige Mittel häufig auf Schwermetallbasis und enthalten Kupfer, welches in den angewandten Konzentrationen zwar von Fischen problemlos vertragen wird, aber Kleinkrebse, Insektenlarven und andere Wirbellose im Teich schädigen kann. Achte also darauf, nur Mittel ohne Kupfer einzusetzen, wenn Du nicht einen reinen Fischteich pflegst. Ebenfalls spannend kann die Frage sein, wie schnell das gewählte Mittel die Algen abtötet. Je schneller, desto besser, sagst Du? Nicht unbedingt: Durch das plötzliche Aufkommen einer großen Menge sich zersetzenden organischen Materials kann es zu einer immensen Sauerstoffzehrung im Teich kommen. Manche Algenmittel setzen deshalb auf eine langsamere Wirkung, damit die Teichbiologie mit dem zeitversetzten Absterben der Algen zurechtkommen kann.

Durch die Zersetzung der Algen werden die zuvor von den grünen Plagegeistern aufgenommenen Nährstoffe wieder frei und stehen der nächsten Algengeneration zur Verfügung – das ganze Spiel würde also von Neuem beginnen. Du solltest daher nach Anwendung eines Algenvernichters stets die Nährstoffe durch den Einsatz eines mineralischen Phosphatbinders wie beispielsweise Zeolith permanent aus dem Kreislauf entfernen. Diesen dosierst Du während der Wachstumsperiode in regelmäßigen Abständen (ca. einmal pro Monat) nach.
Wie bekomme ich das Wasser im Teich wieder klar?

Zur dauerhaften Beseitigung von „grünem Wasser“ bietet sich auch der Einsatz eines UVC-Wasserklärers an, welcher in den Filterkreislauf integriert werden kann und nicht nur Schwebealgen, sondern auch schädliche Keime und Krankheitserreger im Wasserkörper abtötet und damit zusätzlich zum Wohlbefinden und der Gesundheit Deiner Teichfische beiträgt. Es gibt die Geräte in unterschiedlichen Wattzahlen angepasst an das Volumen Deines Teichs. Bei einem Naturteich ohne oder mit kleinen Biotopfischen genügt ca. 1 Watt UVC-Leistung pro 1000 l. Bei Besatz mit Goldfischen oder vergleichbaren Arten solltest Du die Wattzahl verdoppeln, für Koiteiche sind sogar 3 – 4 W pro Kubikmeter Wasser empfehlenswert, um die Keimbelastung gering zu halten.

Tipp: Die meisten Algen mögen kein bewegtes Wasser. Bereits ein kleiner Springbrunnen oder ein Wasserspiel kann das Algenwachstum empfindlich stören und verleiht Deinem Teich zusätzlich ein besonderes Flair.

3. Biologische Algenbekämpfung

Hat die Menge an Algen in Deinem Teich noch nicht zu sehr überhandgenommen, kannst Du auch versuchen, durch eine Mischung aus algenfressenden Wassertieren und schnellwüchsigen Pflanzen das Ruder herumzureißen. Besonders gut geeignet als Nährstoffkonkurrenten sind Stängelpflanzen wie Wasserpest und Hornkraut, die schnell große Bestände bilden können und die überschüssigen Algennährstoffe wie Nitrat und Phosphat aus dem Freiwasser binden und damit zur Unterdrückung des Algenwuchses beitragen. Verschiedene Schneckenarten wie die Posthornschnecke, Sumpfdeckelschnecke oder Spitzschlammschnecke beseitigen nicht nur Futterreste und Fischkot, sondern fressen auch Algenbeläge und eignen sich am besten für sehr kleine Teiche oder zum Sauberhalten des flachen Randbereichs. Muscheln filtrieren je nach Größe mehrere Hundert Liter Wasser pro Tag und ernähren sich u.a. auch von Schwebealgen. Auch Wasserflöhe (Daphnien), die zu den freischwimmenden Kleinkrebsen gehören und als Lebendfutter ganzjährig in Deinem Kölle Zoo Markt erhältlich sind, fressen gerne einzellige Schwebealgen. Sie sind trotz ihres Namens völlig harmlos für Menschen und Teichbewohner und dürfen daher sogar in Schwimmteichen ihre Arbeit verrichten – vorausgesetzt, sie finden ruhige Wasserzonen und werden nicht sofort in den Filter gesaugt.

Die Posthornschnecke ist ein nützlicher Helfer gerade für kleine Gartenteiche.

Welche Fische sind die besten Algenfresser?

Als algenfressende Fische für kleine bis mittelgroße Teiche sind Moderlieschen, Goldelritze, Gründlinge , Nasen sowie Rotfedern empfehlenswert. Diese Arten zupfen gerne an Algenfäden und sind umso fleißiger, je weniger zugefüttert wird. Für große Teiche kommen auch Silberkarpfen, die gerne Schwebealgen mögen, sowie Wimpelkarpfen und Graskarpfen in Frage, wobei allerdings auch Wasserpflanzen nicht sicher vor dem großen Appetit dieser Arten sind, wenn alle Algen vertilgt wurden.

Der Graskarpfen wird über einen Meter groß und frisst nicht nur Algen, sondern auch Wasserpflanzen. 

Hausmittel gegen Algen im Teich

Wenn Dein Teich von Algen heimgesucht wird und Du möglichst schonend in das nasse Ökosystem in Deinem Garten eingreifen möchtest, könntest Du auf die Idee kommen, verschiedene häufig empfohlene Hausmittel gegen Algen anzuwenden. Schauen wir uns diese Mittel und ihre Wirkweise einmal genauer an:

Algen im Teich mit Milch bekämpfen

Die in Rohmilch enthaltenen Milchsäurebakterien (Pasteurisieren und Ultrahocherhitzen tötet diese nützlichen Mikroorganismen ab!) können tatsächlich durch ihre Stoffwechselaktivität dazu beitragen, den pH-Wert im Teich zu senken und so das Algenwachstum zu hemmen. Allerdings enthält Frischmilch auch Milchzucker, Fette und Eiweiße, die das Teichwasser belasten würden und eher den Algenwuchs begünstigen. Urteil: Nicht empfehlenswert!

Essig und Zitronensäure gegen Algen

Auch die Wirkung von Essig oder Zitronensäure beruht auf der erwünschten Absenkung des pH-Werts. Allerdings sind diese beiden Stoffe auch nur angewandte Chemie – und im Gegensatz zu den im Zoofachhandel erhältlichen Algenmitteln, die häufig mehrere Wirkstoffe und Wirkungsweisen vereinigen, beruht der Effekt von Essig(säure) und Zitronensäure einzig auf dem niedrigeren pH-Wert. Darüber hinaus besteht die Gefahr, die Dosierung falsch auszurechnen, was die Anwendung unsicher macht. Urteil: Mäßig empfehlenswert.

Natron gegen Algen im Teich

Natron oder Soda wird empfohlen, um Algenbeläge von Oberflächen zu entfernen. Dies funktioniert tatsächlich gut, sollte aber nur außerhalb des Teiches durchgeführt werden, da im Teich entweder das Natriumhydrogencarbonat zu stark verdünnt wird, um eine Wirkung zu zeigen, oder – bei entsprechend hoher Dosierung – Deine Teichbewohner geschädigt werden könnten. Urteil: Eingeschränkt empfehlenswert.

Torf oder Eichenholz

Torf enthält viele Huminstoffe, welche sich pH-Wert-senkend auswirken und durchaus die Ausbreitung von Algen im Teich hemmen können. Die nötige Dosierung und Wirkdauer eines Beutels mit Torf sind allerdings schwierig vorherzusagen. Ähnliche Huminsäuren werden auch von einem dicken Eichenast, den Du einfach ins Wasser legst, abgegeben. Sie verleihen zusätzlich dem Wasser einen Bernsteinstich und schränken so den Lichteinfall ein. Hole den Torfbeutel oder den Ast aber nach einigen Wochen bis Monaten wieder aus Deinem Teich, bevor das Material beginnt, sich zu zersetzen und der positive Effekt sich möglicherweise umkehrt. Urteil: Eingeschränkt empfehlenswert.

Vorbeugung von Algenproblemen

Wenn Du die Algenplage in Deinem Teich mit Hilfe der oben ausgeführten Methoden in den Griff bekommen hast, oder einfach sicherstellen möchtest, dass es nie zu Algenproblemen in Deinem Wasserbiotop kommen wird, helfen Dir die folgenden Tipps:
Bereits bei der Standortwahl für Deinen Teich kannst Du wichtige Weichen stellen. Wähle einen Platz, der nicht der prallen Mittagssonne ausgesetzt ist, denn zu starke Sonneneinstrahlung ist ein Hauptfaktor für Algenwuchs. Eine teilweise Beschattung durch Sträucher oder Bäume kann nützlich sein; achte aber darauf, dass im Herbst nicht zu viel Laub in den Teich fällt – wenn sich dieses zersetzt, werden Algennährstoffe frei! Ein Teichnetz, welches Du in zur Zeit des Laubfalls über Deinen Teich spannst, leistet hier wertvolle Dienste. Zur Abschattung kann bei kleinen Teichen an besonders heißen Tagen auch ein Sonnensegel zum Einsatz kommen. Denselben Effekt haben auch Schwimmpflanzen (wie z. B. Froschbiss oder Wassernuss) und Seerosen – sie bedecken die Wasseroberfläche, lassen weniger Licht nach unten durch und können so das Wuchern von Algen unterdrücken. Als Richtwert sollte etwa ein Drittel der Wasseroberfläche beschattet bzw. mit Pflanzen bedeckt sein.

Teilweise Abschattung, z. B. durch Seerosen, sowie bewegtes Wasser beugen Algenproblemen vor.

Tipp: Je größer der Teich, desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer Algenplage. Nicht nur, dass Nährstoffeintrag von außen besser verkraftet wird und das biologische Gleichgewicht länger erhalten bleibt, eine große Wasserfläche erwärmt sich auch langsamer, weist selbst im Hochsommer kühlere Tiefenzonen auf und bietet daher den Algen dauerhaft schlechtere Wachstumsbedingungen als ein kleiner, flacher Gartenteich.

Es gibt auch natürliche Teichpflegemittel auf Torf- oder Strohbasis, welche durch enthaltene Huminstoffe dem Teichwasser einen bernsteinfarbenen Stich verleihen, den Lichteinfall reduzieren und so als „Lichtfilter“ die Photosynthese der Algen stören, wie wir das auch schon bei der Verwendung von reinem Torf oder einem Eichenast kennengelernt haben.

In Teichnähe liegende Rasenflächen oder Beete können durch bei Starkregen in den Teich gespülten Dünger oder Erde zu einem hohen Nährstoffeintrag führen. Ein etwas erhöht angelegter Teich, der darüber hinaus mit einer Kapillarsperre versehen ist, kann dazu beitragen, dies zu verhindern. Alternativ erfüllt ein rund um den Teich angelegter Drainagering aus grobem Sand oder Kies, in dem das Regenwasser versickern kann, denselben Zweck. Zur Befüllung Deines Teiches solltest Du nur dann Leitungswasser verwenden, wenn der Phosphatwert nicht zu hoch ist. Leider wird Leitungswasser häufig zum Schutz der Wasserleitungen vor Korrosion mit Phosphaten angereichert. Bereits ab einem Grenzwert von 0,035 mg/l kann es allerdings zu vermehrtem Algenwachstum kommen. Behandle daher im Zweifelsfall das Leitungswasser mit einem Phosphatentferner oder fülle den Teich mit phosphatarmem Regen- oder Grundwasser. Weiches Regenwasser lässt sich auch leichter mit Hilfe von Huminstoffen in einen leicht sauren pH-Bereich bringen – ein weiterer Pluspunkt im Kampf gegen Algen.

Gliedere den Teich in verschiedene Pflanzzonen und leite das gefilterte Wasser über die Flachwasserzone in das Gewässer zurück, dann reichert es sich nicht nur mit viel Sauerstoff für Deine Fische an, sondern die Randbepflanzung wie Binsen oder Simse können auch dem Wasser die gelösten Nährstoffe entziehen, bevor diese von Algen genutzt werden können.

Tipp: Verwende stets spezielle Teicherde oder nährstoffarmen Sand und setze Deine Teichpflanzen in Körbe. So verhinderst Du einen zu hohen Nährstoffeintrag, wie er von normaler Gartenerde verursacht würde, und kannst zusätzlich wuchernde Pflanzen einfach unter Kontrolle halten.

Möchtest Du Deinen Naturteich technikfrei betreiben, dann muss sich auch die Wasserbelastung stark in Grenzen halten. Besetze den Teich daher höchstens mit Kleinfischen wie Moderlieschen, Stichlingen oder Bitterlingen und füttere nach Möglichkeit nicht zusätzlich. In einem gut eingefahrenen Biotop finden die Fische ausreichend Nahrung und fressen vor allem auch die ein oder andere Alge. Ergänze den tierischen Besatz Deines Teiches mit Schnecken und Muscheln, die ebenfalls ihren Teil zur Algenbeseitigung beitragen. Schnellwüchsige Stängelpflanzen (z. B. Hornkraut, Wasserpest) entziehen dem Wasser viele Nährstoffe und stehen in direkter Konkurrenz zu den einzelligen Algen. Deine tierischen und pflanzlichen Helfer kannst Du durch die regelmäßige Dosierung eines Phosphatbinders bei der Algenprophylaxe unterstützen.

Auch die Goldelritze kann gut im technikfreien Teich gepflegt werden, sofern der Sauerstoffgehalt nicht zu gering ist.

Wird Dein Teich gefiltert, so sollte das Filtermaterial regelmäßig gereinigt werden, bevor sich der angesammelte Schmutz zersetzt und als gelöstes Nitrat oder Phosphat den Algen zur Verfügung steht. Ein Skimmer oder Oberflächenabsauger leitet Blütenpollen und anderen Schmutz von der Wasseroberfläche in den Filter, bevor er zum Teichgrund sinken kann. Ein UVC-Klärer (s.o.) verhindert zuverlässig grünes Wasser und sorgt für dauerhaft klare Sicht im Teich. Kontrolliere jährlich im Herbst, ob sich Laub, Schlamm oder anderer Schmutz am Gewässergrund angesammelt hat und entferne die Ablagerungen mit einem Teichschlammsauger, bevor sich auch hier große Depots an Algennährstoffen bilden können.

Schließlich solltest Du auch Dir selbst auf die Finger schauen: Es bereitet große Freude, seine Teichfische zu füttern, zu sehen, wie sie Dir voller Vorfreude auf das leckere Mahl bereits entgegengeschwommen kommen und sich um jeden Happen balgen. Stelle Dir aber die Frage, ob Du bereit bist, den zusätzlichen Futtereintrag durch entsprechende Pflegemaßnahmen an Deinem Teich auszugleichen. Möglicherweise tut ein Fastentag pro Woche nicht nur Deinen Fischen gut, sondern auch dem Gleichgewicht im Teich, nämlich dann, wenn sich die Fische an ihrem futterfreien Tag an den vorhandenen Algen gütlich tun. Auch dabei lassen sie sich vorzüglich beobachten und Du kannst Dich entspannt zurücklehnen im Wissen, dass Deine Fische gemeinsam mit Dir an einem schönen, sauberen Teich arbeiten.

Fazit

Ein Gartenteich soll eine Oase des Friedens sein und Dir Freude bereiten. Algen können diese Freude massiv trüben. Warte bei ihrem Auftreten nicht zu lange ab, sondern ersticke die Plage im Keim. Sorge am besten bereits ab dem Frühjahr für optimale Verhältnisse für Deine Teichpflanzen und Wasserbewohner und gleichzeitig durch Nährstofflimitierung für Lebensbedingungen, die den Algen nicht zusagen. Unsere Mitarbeiter in Deinem Kölle Zoo Markt beraten und unterstützen Dich gerne bei der Auswahl der besten Maßnahmen für Deinen Teich. So wirst Du nicht nur den Sommer am Teich genießen können, sondern dauerhaft ein Stück funktionierende Natur Dein Eigen nennen.

 

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