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Trockene Heizungsluft kann Vögeln schaden

Sobald im Herbst die Temperaturen sinken, werden in den Wohnzimmern die Heizungen aufgedreht. Doch die dadurch entstehende trockene Luft kann für unsere Vögel ernsthafte gesundheitliche Gefahren nach sich ziehen. Neben einem angenehmen Raumklima durch regelmäßiges Stoßlüften ist es daher wichtig, besonders im Winter die Luftfeuchtigkeit im Vogelzimmer im Blick zu haben. Doch welche Methoden gibt es, um die trockene Luft zu befeuchten?

Wie viel Luftfeuchtigkeit brauchen Vögel?

Welche Luftfeuchtigkeit Vögel benötigen, hängt von ihrer Art ab, genauer gesagt: von den Verhältnissen in ihrem ursprünglichen Lebensgebiet. Insbesondere tropische Ziervögel wie bestimmte Papageien- oder Sitticharten kommen aus Gebieten, in denen die Luftfeuchtigkeit teilweise 90 % beträgt. Doch unsere heimischen Wohnzimmer sind keine Regenwälder: Eine derart hohe Luftfeuchtigkeit würde in geschlossenen Wohnräumen im Nu dazu führen, dass sich Schimmel bildet. Es muss also ein Kompromiss gefunden werden: Die Luftfeuchtigkeit muss hoch genug sein, damit die Vögel keinen Schaden nehmen, darf aber zugleich nicht dazu führen, dass sich Schimmelsporen in der Luft ungehindert verbreiten. Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 60 % ist für die meisten Ziervogelarten anzustreben. So werden die Atemwege – übrigens auch von Menschen – vor dem Austrocknen geschützt und zugleich ist es trocken genug, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Folgen von zu geringer Luftfeuchtigkeit

Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit hat für Ziervögel mitunter fatale gesundheitliche Folgen. Die trockene Luft trocknet die Schleimhäute aus, reizt Atemwege und Lunge und schwächt die körpereigenen Abwehrkräfte. Eine Erkältung oder Lungenentzündung kann die Folge sein. Auch die Augen werden gereizt, was Infektionen begünstigen kann. Zudem steigt bei trockener Luft die Gefahr für Aspergillose, umgangssprachlich „Schimmelpilzkrankheit“ genannt. Die Pilze können sowohl die Atemwege befallen als auch den Magendarmtrakt und das Nervensystem. Unbehandelt endet die Erkrankung meist tödlich. Auch Menschen können an einer Aspergillose erkranken.

Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit kann unter anderem dauz führen, dass Haut und Gefieder austrocknen und Juckreiz entsteht. Aber auch Atemwegserkrankungen und Aspergillose werden dadurch gefördert.

Es ist sinnvoll, die Luftfeuchtigkeit mit einem analogen oder digitalen Hygrometer im Blick zu behalten. So kannst Du bedenkliche Werte schnell erkennen und dagegen vorgehen. Werte von unter 30 % sind für fast alle Vögel ein massives Gesundheitsrisiko.

Übrigens: Auch für Menschen ist zu trockene (Heizungs-)Luft schädlich. Dies ist mit ein Grund für häufige Erkältungen im Winter, da durch eine zu geringe Luftfeuchtigkeit die Schleimhäute austrocknen und reizen und Bakterien sowie Viren damit leichtes Spiel haben.

Tipps & Tricks zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit

Eingedenk der gesundheitlichen Gefahren, die infolge zu trockener (Heizungs-)Luft drohen, besteht das Ziel darin, die Luftfeuchtigkeit auf ein optimales Maß zu erhöhen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die einzeln oder kombiniert ergriffen werden können.

Wasserschalen auf der Heizung

Eine einfache Möglichkeit, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, ist es, kleine Schälchen mit Wasser auf die Heizung zu stellen. Das darin befindliche Wasser verdunstet und steigert die Feuchtigkeit in der Luft. Hier ist es jedoch sehr wichtig, auf gute Hygiene zu achten und die Gefäße täglich gründlich zu reinigen. Sonst können sich Bakterien ansiedeln. Außerdem dürfen die Schalen nicht zu tief sein, um zu verhindern, dass neugierige Vögel beim Freiflug darin ertrinken!

Wichtig: Verdunster, die an Heizkörpern angebracht werden, sollten nicht verwendet werden, da sich hier schnell Schimmel und Keime bilden, was sowohl für Vögel als auch Menschen gefährlich sein kann. Die Wasserschalen erfüllen denselben Zweck, sind jedoch leichter zu reinigen.

Nasse Handtücher

Auch nasse Handtücher auf einer Wäscheleine können eine Möglichkeit darstellen, die Luftfeuchtigkeit zu steigern. Wählt man diese Methode, ist es besonders wichtig, regelmäßig zu lüften, um zu verhindern, dass überschüssige Feuchtigkeit zurückbleibt und sich zum Beispiel als Kondenswasser an den Fensterscheiben absetzt. Dies ist nämlich ebenfalls ein idealer Nährboden für Schimmel und Keime. Erfahrungen zeigen jedoch, dass diese Methode nur eine geringe Erhöhung der Luftfeuchtigkeit erzielen kann. Sie ist daher eher als „Notfallmaßnahme“ zu betrachten.

Pflanzen

Geeignete Topfpflanzen dienen ebenfalls dazu, die Feuchtigkeit in der Raumluft zu erhöhen. Dies funktioniert allerdings nur, wenn mehrere Pflanzen vorhanden sind. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, dass die gewählte Pflanzenart für Vögel ungiftig ist, um sie im Freiflug nicht zu gefährden. Geeignet ist beispielsweise die Grünlilie, die leicht zu pflegen ist und für die Tiere keine Gefahr darstellt. Ein weiterer Vorteil von Zimmerpflanzen besteht darin, dass sie Schadstoffe aus der Luft filtern und somit die Luftqualität verbessern. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sich auf der Erde kein Schimmel bildet.

Pfanzen sind nicht nur gut fürs Raumklima, sondern können auch die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Grünlilien sind ungiftig für Vögel und eignen sich daher besonders gut. 

Elektrische Luftbefeuchter

Elektrisch betriebene Luftbefeuchter stellen eine praktikable Option dar, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Hier kannst Du in der Regel den gewünschten Wert genau einstellen.

Es gibt einerseits Dampfluftbefeuchter, welche das Wasser erhitzen und in Form von Wasserdampf entweichen lassen, andererseits Kaltluftbefeuchter, bei denen das Wasser nicht erhitzt wird, sondern mittels Ultraschall oder Ventilatoren verdunstet. Beide haben Vor- und Nachteile. Dampfluftbefeuchter töten durch die Erhitzung Bakterien und Keime ab, können jedoch für Vögel und Menschen aufgrund der Hitzeentwicklung eine Gefahr darstellen. Sie müssen daher so angebracht werden, dass die Vögel keinesfalls Zugriff darauf haben. Bei Kaltluftbefeuchtern besteht diese Gefahr nicht, allerdings müssen sie sorgsam gereinigt werden, um zu verhindern, dass sie zu „Keimschleudern“ werden. Hier ist also auf strikte Hygiene zu achten, indem die Wasserbehälter täglich ausgetauscht und sorgsam gereinigt werden. Offene Luftbefeuchter können zudem zur tödlichen Falle für Vögel werden, sie müssen daher immer geschlossen oder vor Zugriff geschützt sein.

Sogenannte „Luftwäscher“ funktionieren ähnlich wie Kaltluftbefeuchter, nutzen jedoch statt Ultraschall oder Ventilatoren rotierende Platten, wodurch einerseits das Wasser verdunstet, andererseits aber auch Federstaub aus der Luft gefiltert bzw. gewaschen wird. Dies verbessert das Raumklima wesentlich, allerdings muss auch hier strikt auf Hygiene und tägliche Reinigung geachtet werden, um eine Schimmel- und Keimbildung zu verhindern.

Wichtig: Von dekorativen Zimmerspringbrunnen sollte Abstand genommen werden. Sie sehen zwar hübsch aus, stellen aber geradezu ideale Bedingungen für Bakterien dar. Viele Vögel werden von den Springbrunnen magisch angezogen und baden darin. Ist das Wasser mit Bakterien belastet, kann dies fatale Folgen haben. Verzichte also im Sinne Deiner Tiere auf diese Option. Ein Vogelbad ist dagegen auch im Winter sinnvoll, sodass die Vögel ihr Gefieder und ihre Haut befeuchten können. Das Wasser sollte täglich gewechselt und das Bad sauber gehalten werden.

Nicht übertreiben: Eine zu hohe Feuchtigkeit ist ebenfalls schädlich!

Achte unbedingt darauf, dass die von Dir ergriffenen Maßnahmen nicht dazu führen, dass die Luftfeuchtigkeit zu hoch wird. Ab etwa 70 % Luftfeuchtigkeit kann sich Schimmel bilden, der zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Daher ist es von zentraler Bedeutung, das richtige Maß zu finden und weder eine zu niedrige noch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu erzielen.

Lüften nicht vergessen

Lüften ist wichtig, um für ausreichend Sauerstoff im Zimmer und einen Luftaustausch zu sorgen und damit ein besseres Raumklima zu schaffen. Außerdem dient es dazu, bei Zimmern mit hoher Luftfeuchtigkeit die Schimmelbildung zu vermeiden. Daher sollte unbedingt auch im Winter gelüftet werden. Die beste Methode ist Stoßlüften. Öffne das Fenster also mindestens zwei Mal am Tag für ein paar Minuten und schließe es dann wieder. Achte darauf, dass der Vogelkäfig nicht in der Zugluft steht. Um Deine Vögel zu schützen, kannst Du während des Lüftens eine Decke über den Käfig hängen.

Auch im Winter sollte regelmäßig gelüftet werden!

Tipp:Ein weiteres Problem, insbesondere im Winter, ist zu wenig Licht. UV-Licht, das die Vögel zum Farbensehen und für bestimmte Stoffwechselvorgänge benötigen, wird durch die Fensterscheiben ausgesperrt. Im Winter kommt eine kurze Helligkeitsdauer hinzu. Vögeln sollte daher ganzjährig eine UV-Lampe zur Verfügung gestellt werden. Achte darauf, diese mittels eines Vorschaltgerätes „flackerfrei“ zu machen. Im Gegensatz zu uns Menschen können Vögel das Flackern nämlich wahrnehmen, was, wie man sich leicht vorstellen kann, äußerst unangenehm für sie ist.

Fazit

Die meisten Ziervögel brauchen eine Luftfeuchtigkeit von etwa 60 %. In ihren ursprünglichen Lebensräumen ist die Luftfeuchtigkeit meist sogar deutlich höher, doch dies lässt sich in Wohnräumen aufgrund der Schimmelgefahr nicht umsetzen. Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, kannst Du entweder auf konventionelle Maßnahmen wie eine Wasserschale auf der Heizung zurückgreifen oder elektrische Luftbefeuchter nutzen. Sinnvoll ist es, mit einem Hygrometer das Raumklima im Blick zu haben. Ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, steigt die Gefahr für Erkrankungen wie Atemwegsinfektionen, Lungenentzündungen oder die gefürchtete Aspergillose. Um unsere Vögel fit durch den Winter zu bringen, ist es somit wichtig, für eine angemessene Luftfeuchtigkeit zu sorgen.

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