Fachkompetenz Tier
Beratung online & vor Ort
kostenlose Lieferung ab 29€
schnelle Lieferung
kostenlose Retoure

Verhaltensstörungen bei Vögeln

Wenn Dein Vogel ausdauernd an den Gittern nagt, sich Federn ausrupft, permanent auf einer Stange hin und her läuft oder aggressiv auf Dich oder Artgenossen reagiert, solltest Du handeln! All dies sind deutliche Anzeichen dafür, dass Dein Vogel unter einer Verhaltensstörung leidet und sich nicht wohlfühlt. Doch keine Sorge: Durch genaues Hinsehen und Analysieren der Situation und der Umgebung wird es Dir gelingen, die Ursachen für die Störung festzustellen und zu beheben, sodass es Deinem Liebling schnell besser geht! 

Was sind Verhaltensstörungen?

Ganz allgemein gesprochen werden unter Verhaltensstörungen Handlungen oder Bewegungsmuster verstanden, die vom „normalen“, artspezifischen Verhalten abweichen. Beispielsweise putzen alle Vögel ihr Gefieder, nagen an Gegenständen oder zwitschern. Gehen diese artspezifischen Verhaltensweisen jedoch in exzessives Putzen oder gar Federrupfen, maßloses Nagen oder stundenlanges Schreien über, ist von einer Verhaltensstörung die Rede. Dein Vogel zeigt Dir damit deutlich: Etwas stimmt nicht mit mir, es geht mir nicht gut, ich fühle mich nicht wohl.

Auch dauerhaftes Schreien ist eine Verhaltensstörung. Insbesondere Papageien schreien oft unentwegt nach ihrem Partner, wenn sie beispielsweise alleine gehalten werden. 

Wie äußern sich Verhaltensstörungen?

Es gibt verschiedene Arten von Verhaltensstörungen, die auch unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Am häufigsten zu beobachten sind:

  • Zwanghaftes Putzen
  • Federrupfen und anderes selbstverletzendes Verhalten
  • Schreien/Kreischen
  • Aggressionen gegen Artgenossen oder Menschen
  • Fehlprägung auf den Menschen oder andere Tiere
  • Stereotypien (Wiederholung gleichförmiger Bewegungen wie Hin- und Herlaufen auf der Stange)
  • „Füttern“ eines Spiegels oder Plastikvogels
  • Vermehrtes Eierlegen
  • Fehlendes Brutverhalten
  • Beißen

Diese Symptome können isoliert, aber auch in Kombination auftreten. Sie können so weit gehen, dass der Vogel ernsthafte gesundheitliche Probleme bekommt. Federrupfen beispielsweise führt nicht selten zu großflächig kahlen Stellen und (blutigen) Entzündungen der Haut. Zudem schwächen Verhaltensstörungen das Immunsystem, da der Vogel augenscheinlich unter starkem Stress und Unwohlsein leidet. Er ist somit auch anfälliger für andere Erkrankungen.

Federrupfen ist eine typische Verhaltensstörung, die sowohl bei Großpapageien als auch kleinerern Vögeln wie Wellensittichen oder Kanarienvögeln vorkommt. Sie muss nicht immer so massiv ausgeprägt sein wie bei diesem Allfarblori. Meist fängt das Rupfen fast unbemerkt an, führt jedoch schnell zu massiven Gefieder- und Hautverletzungen. 

Was sind die Ursachen von Verhaltensstörungen?

Eines sollte ganz klar betont werden: Verhaltensstörungen wie die oben genannten sollten niemals leichtfertig als „Eigenheit“ des Vogels akzeptiert oder gar belächelt werden. Sie sind deutliche Anzeichen dafür, dass der Vogel leidet und nicht weiß, „wohin mit sich“. Sie sind daher ausnahmslos ernst zu nehmen.

Die häufigste Ursache für Verhaltensstörungen sind Haltungsfehler, insbesondere:

  • Einzelhaltung (Einsamkeit)
  • Bewegungsmangel (zu kleiner Käfig, kein Freiflug)
  • Stress (Streit in der Gruppe, falscher Partner, Tod des Partners, Ortswechsel etc.)
  • Langeweile (kein Spielzeug, keine Beschäftigungsmöglichkeiten, reizarme Umgebung)
  • Fehlprägungen (Handaufzucht)
  • Einrichtungsfehler (Spiegel, Plastikvögel etc.)
  • Ungeeignete Umgebung (zu geringe Luftfeuchtigkeit, zu wenig Tageslicht)
  • Fütterungsfehler (naturferne Fütterung wie Pellets) 

Eine der häufigsten Ursachen für Verhaltensstörungen ist die Einzelhaltung von Vögeln. Spiegel oder andere "Partnerersatze" führen zu massiven psychischen Problemen. 

Vögel sind kluge, aktive und äußerst soziale Tiere. Sie brauchen Kontakt zu Artgenossen, müssen fliegen können, benötigen Beschäftigungsmöglichkeiten und Abwechslung. Sie stellen somit durchaus hohe Ansprüche an die Haltung, die erfüllt werden müssen, um Verhaltensstörungen und andere Erkrankungen zu verhindern. Bereits kleine Fehler können fatale Auswirkungen haben. So benötigen beispielsweise tropische Vögel eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ist sie zu niedrig, juckt die Haut, woraufhin sie versuchen, sich mit Knabbern und Beißen Linderung zu verschaffen. Doch ohne Ausschaltung der Ursache ist keine Besserung in Sicht, sodass es schnell zu blutigen Ekzemen und Infektionen kommt, wodurch auch der Juckreiz schlimmer wird. Ein Teufelskreis entsteht und das Kratzen und Beißen verselbstständigt sich.

Behandlung von Verhaltensstörungen

Zunächst sollte mittels einer tierärztlichen Untersuchung eine körperliche Erkrankung, beispielsweise ein Parasitenbefall, ausgeschlossen werden. Ist der Vogel körperlich gesund, so gilt es, das zugrunde liegende Problem, den Auslöser der Verhaltensstörung, zu identifizieren und alsbald abzustellen. Alleine gehaltene Vögel müssen vergesellschaftet werden. Langeweile kann behoben werden, indem den Vögeln mehr Reize und Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden (Spielzeug, Leitern, Schaukeln, Naturäste, Knabbermaterial etc.). Um Bewegungsmangel vorzubeugen, muss Vögeln täglich Freiflug gewährt werden. Was die Ernährung betrifft, sind Körner z. B. Pellets vorzuziehen, da durch das Schälen der Körner eine natürliche Verhaltensweise ausgelebt werden kann.

Die Behandlung von Verhaltensstörungen kann sehr langwierig sein. Auch nach Beseitigung der Ursachen kann es vorkommen, dass das Verhalten noch eine Zeitlang anhält, denn es hat sich in gewisser Weise bereits „verselbstständigt“. Hier ist Geduld gefragt! Die Prognose ist umso günstiger, je früher eingeschritten wird. Grundsätzlich gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Um Verhaltensstörungen erst gar nicht entstehen zu lassen, sollte von Beginn an Wert auf eine tiergerechte Haltung gelegt werden. Hier findest Du mehr dazu.

Fazit

Leider sind Verhaltensstörungen wie Federrupfen nicht selten. Sie sollten stets Anlass sein, die Haltungsbedingungen selbstkritisch zu hinterfragen. Man kann nicht immer alles richtig machen, Fehler passieren. Wenn unsere Tiere jedoch mit deutlichen Anzeichen darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmt, dass sie einsam, unterfordert oder gestresst sind, liegt es an uns, durch Anpassungen der Vogelhaltung die Grundlage für eine Genesung zu legen. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in unseren Kölle Zoo Märkten stehen Dir gerne mit Rat und Tat zur Seite und beraten Dich zu allen Themen rund um die tiergerechte Vogelhaltung. Wir freuen uns, wenn wir Dir weiterhelfen können!

Weitere Artikel
Abkühlung für Vögel bei Hitze

Abkühlung für Vögel bei Hitze

Im Sommer ist es nicht nur draußen heiß, auch in unseren Wohnungen kann es sehr warm werden. Dies kann auch unseren Wellen- und Nymphensittichen, Zebrafinken, Papageien oder Kanarienvögeln, die wir als Heimtiere halten, zu schaffen machen. Da Vögel keine Schweißdrüsen besitzen und somit anders als wir Menschen nicht schwitzen, können zu warme Wohnräume und insbesondere Stauwärme sehr gefährlich für die kleinen gefiederten Tiere werden. Um die Gefahr einer Überhitzung und eines Hitzeschlags abzuwenden, müssen wir unsere Tiere im Sommer genau beobachten und für ausreichend Möglichkeiten der Abkühlung sorgen. weiterlesen »
Die Vogelabteilung bei Kölle Zoo – gefiederte Freunde!

Die Vogelabteilung bei Kölle Zoo – gefiederte Freunde!

Vögel sind faszinierende Lebewesen! Sie begeistern durch ihre Farbenpracht, ihr vielschichtiges Verhalten und ihre besonderen Fähigkeiten. Für unsere gefiederten Freunde möchten wir stets das Beste. Daher findest Du in unseren Kölle Zoo Märkten eine große Auswahl an Futter und Zubehör für Ziervögel und Wildvögel, sowie unterschiedlichste Arten an Ziervögeln. weiterlesen »
Hobbyfarming

Hobbyfarming

Viele Menschen haben in den letzten Jahren eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Hobbyfarming. Bio-Eier von den eigenen Hühnern, köstlicher Honig aus dem Garten oder gar frischer Fisch aus dem Forellenteich – Hobbyfarming wird immer beliebter. Bereits ein paar Quadratmeter im eigenen Garten reichen aus, um sich eine eigene kleine Mini-Landwirtschaft aufzubauen. Mit der Größe des verfügbaren Raumes steigen auch die Möglichkeiten. Je nachdem, wie viel Platz, Geld und Zeit man zur Verfügung hat, kommen unterschiedliche Varianten des Hobbyfarmings in Betracht. weiterlesen »
Tiergerechte Vogelhaltung

Tiergerechte Vogelhaltung

Vögel sind faszinierende Tiere, was ihre Beliebtheit als „Haustier“ erklärt, aber auch dazu führt, dass ihre Haltung komplizierter ist, als man zunächst denkt. Möchte man den Tieren ein tiergerechtes Leben ermöglichen, so sollten einige Dinge beachtet werden. Hier erfährst Du, was wichtig ist. weiterlesen »
Hühner halten im Garten  – das ist wichtig

Hühner halten im Garten – das ist wichtig

Das sogenannte „Hobbyfarming“ und insbesondere die private Hühnerhaltung erfreuen sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Hühner können tolle Haustiere sein, und frische Bio-Eier aus dem eigenen Garten sind ebenfalls nicht zu verachten. Bereits ein paar Quadratmeter freie Fläche und ein Stall reichen aus, um einer kleinen Hühnerschar ein neues Zuhause zu geben. Doch die Anschaffung sollte wohlüberlegt sein, denn neben einer tiergerechten Haltung gilt es auch, entsprechende gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Wir haben das Wichtigste zum Thema Hühnerhaltung für Dich zusammengefasst. weiterlesen »
Sohlenballengeschwür bei Vögeln

Sohlenballengeschwür bei Vögeln

Schmerzhafte Entzündungen der Sohlenballen, das heißt der Unterseite der Füße, kommen leider recht häufig vor und werden oftmals erst dann bemerkt, wenn die Infektion weit fortgeschritten ist und der betroffene Vogel unter großen Schmerzen leidet. Wie bei allen Infektionen ist es entscheidend, die Auslöser zu erkennen und zu vermeiden und eine schnelle Behandlung einzuleiten, um alsbald für Linderung zu sorgen. weiterlesen »
Luftsackmilben beim Prachtfinken

Luftsackmilben beim Prachtfinken

Prachtfinken und Gouldamadinen können, genau wie Säugetiere, von verschiedenen krankmachenden Erregern befallen werden, nämlich Viren, Bakterien, Pilzen und Parasiten. Zur letztgenannten Gruppe gehören sogenannte Luftsackmilben (Sternostoma tracheacolum), die insbesondere in Volieren mit vielen Vögeln anzutreffen sind. weiterlesen »
Gesunder oder kranker Vogel?

Gesunder oder kranker Vogel?

Auch unsere Vögel können von krankmachenden Erregern wie Bakterien, Pilzen, Viren und Parasiten befallen werden. Leider wird eine Krankheit meist sehr spät erkannt, da die Tiere Schwäche und Symptome verbergen. In der freien Wildbahn versucht der Vogel so, sich vor Feinden zu schützen, da geschwächte Tiere eine leichtere Beute darstellen. Deshalb ist es sehr wichtig, einen täglichen Gesundheitscheck durchzuführen. Folgende Merkmale können helfen, einen gesunden Vogel von einem kranken zu unterscheiden. weiterlesen »
Wildvogelfütterung

Wildvogelfütterung

Wildvogelfütterung ist praktizierter Artenschutz und schafft gleichzeitig das Gefühl etwas Gutes für die Lebewesen um uns herum zu tun! Doch ist die Ganzjahresfütterung von Wildvögeln wirklich sinnvoll und was ist generell bei Fütterung, Auswahl der Futterstelle und Art des Futters zu beachten? weiterlesen »
Kropfentzündung bei Vögeln

Kropfentzündung bei Vögeln

Würgen und Erbrechen von Futter und Schleim ist das typische Symptom einer Kropfentzündung bei Wellensittichen und anderen Ziervögeln. Eine Kropfentzündung ist für Vögel äußerst schmerzhaft und sollte daher so schnell wie möglich behandelt werden. Daher gilt bei Verdacht auf Kropfentzündung: ab zum Tierarzt und keine Zeit verlieren! In unserem Blogartikel findest Du alles rund um das Thema Kropfentzündung bei Ziervögeln. weiterlesen »

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.